Ein Anbieter verspricht, dass aus zweieinhalb Minuten Dokumentation
dreißig Sekunden werden, eine Zeitersparnis von bis zu 80 Prozent.
In Nachgemessen zitieren wir dieses Versprechen wörtlich und
stellen ihm die größte unabhängige Messung gegenüber, die es dazu
gibt: 8.581 Ärztinnen und Ärzte an fünf Universitätskliniken,
gemessen nicht per Fragebogen, sondern aus den Protokolldaten des
Aktensystems. Ergebnis: 11,7 Prozent. Die Folge trägt zwei
Antworten, denn beim Blick in die Bilddiagnostik sieht die Sache
völlig anders aus. Dazu ein öffentlich dokumentierter Fall aus fünf
Kliniken, drei Schritte für diese Woche und eine terminierte
Prognose, deren Suchraum wir vorab festgelegt haben. Die Themen: -
Das Versprechen wörtlich: Doctolib nennt in seiner Pressemitteilung
vom 13. Februar 2026 eine Zeitersparnis von bis zu 80 Prozent,
Grundlage ist eine interne Erhebung mit über 500 eigenen Kundinnen
und Kunden von September bis November 2025 - Drei Fragen an jede
Zahl: Wer hat gemessen (der Anbieter selbst), woran (an einer
einzelnen Notiz, nicht am Arbeitstag) und womit. Die dritte Frage
bleibt offen, denn die Messmethode ist weder in der Mitteilung noch
auf den öffentlichen Produktseiten auffindbar - Die unabhängige
Gegenmessung aus dem Fachblatt JAMA, April 2026: 8.581 ambulant
tätige Ärztinnen und Ärzte an fünf US-Universitätskliniken, davon
1.809 mit dem Werkzeug, über gut zwei Jahre, gemessen aus
Protokolldaten. 16 Minuten weniger Dokumentation je acht geplante
Patientenstunden, das sind 11,7 Prozent - Warum 80 und 11,7 nicht
dasselbe messen, und wie die ehrliche Rechnung lautet: Selbst wenn
die einzelne Notiz 80 Prozent schneller fertig ist, kommt am
Arbeitstag ungefähr ein Neuntel heraus - Die unbequemste Zahl der
Folge: Die Arbeit nach Feierabend hat sich nicht bedeutsam
verändert. Wer das Werkzeug kauft, damit seine Leute abends früher
nach Hause gehen, kauft Kapazität statt Entlastung - Es gibt
randomisierte kontrollierte Studien zu diesen Werkzeugen, und sie
finden Wirkung. Nur an anderer Stelle: beim Belastungsempfinden,
nicht bei der Zeit - Der Gegenbeweis aus Deutschland: Im
Brustkrebs-Screening wurden mit KI-Unterstützung 6,7 statt 5,7
Tumore je 1.000 Untersuchungen entdeckt, 17,6 Prozent mehr, ohne
Anstieg der unnötigen Rückrufe. Mit drei Einschränkungen, die wir
ungefragt nennen: herstellerfinanziert, nicht randomisiert, keine
Sterblichkeitsdaten - Franks Haltung: Der Unterschied zwischen
Radiologie und Dokumentation ist nicht die Technik, es ist die
Messkultur - Das Lagerfeuer: Fünf große Universitätskliniken führen
den KI-Mitschreiber breit ein. Nur 21 Prozent fangen überhaupt an,
davon nutzt knapp ein Drittel ihn regelmäßig. Am Ende arbeitet
ungefähr jeder Fünfzehnte so damit, wie es gedacht war - Drei
Schritte für diese Woche, ohne Budget: den Anbieter nach der
Messmethode fragen, die eigene Ausgangslage vor dem Kauf messen,
und die Nutzung zur Zielgröße machen statt der Lizenz - Die
Prognose der Folge, Stichtag 1. Dezember 2026, geführt in unserem
Mess-Sheet: Bis dahin nennt Doctolib die Messmethode hinter den 80
Prozent nicht öffentlich. Damit das keine Suche ins Leere wird,
steht der Suchraum vorab im Mess-Sheet und wird am Stichtag genau
so abgearbeitet Quellen: - Doctolib, Pressemitteilung vom 13.
Februar 2026 mit dem zitierten Versprechen. Die Originalseite ist
für automatisierte Abrufe gesperrt, hier die frei erreichbare
Wiedergabe bei E-HEALTH-COM:
https://e-health-com.de/details-unternehmensnews/doctolib-fuehrt-ki-sprechstundenassistent-als-neue-eigenstaendige-loesung-ein/
- Dieselbe Mitteilung als Archivstand der Originalseite vom 15.
Februar 2026:
https://web.archive.org/web/20260215103104/https://about.doctolib.de/news/doctolib-fuhrt-ki-sprechstundenassistent-als-neue-eigenstandige-losung-ein/
- Die unabhängige Gegenmessung, Rotenstein et al., JAMA 2026,
Volltext frei zugänglich:
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC13044793/ und der
Nachweis: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41920565/ - Randomisierte
kontrollierte Studie zu Wohlbefinden und Erschöpfung unter
KI-Dokumentation, NEJM AI:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41625485/ - Das deutsche
Brustkrebs-Screening (PRAIM), Nature Medicine vom 7. Januar 2025:
https://www.nature.com/articles/s41591-024-03408-6 und der freie
Volltext: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11922743/ -
Bundesärztekammer, 130. Deutscher Ärztetag in Hannover, 15. Mai
2026, Beschluss zu klinischen Studien bei KI-Anwendungen:
https://www.bundesaerztekammer.de/presse/aktuelles/detail/auswirkungen-von-ki-anwendungen-in-der-medizin-in-klinischen-studien-ueberpruefen
- Bundesärztekammer, Stellungnahme "Künstliche Intelligenz in der
Medizin", Vorstandsbeschluss vom 14. Januar 2025:
https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/wissenschaftlicher-beirat/Veroeffentlichungen/KI_in_der_Medizin_SN_neu.pdf
- Zum Rechtsrahmen: Der AI Omnibus ist am 27. Juli 2026 in Kraft
getreten. Für KI in geregelten Produkten, also auch in
Medizinprodukten, gelten die Hochrisiko-Pflichten damit erst ab dem
2. August 2028:
https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/ai-omnibus-enters-force
Unser Mess-Sheet mit allen geprüften Versprechen und den offenen
Prognosen: https://darc-transform.de/podcast/mess-sheet/ Schicken
Sie uns das Versprechen Ihres KI-Anbieters, gern per E-Mail oder
auf LinkedIn. Wir suchen uns jede Woche eines zum Nachmessen aus;
ein Anspruch auf Prüfung besteht nicht, und für Verdachtsfälle
gelten die Regeln sorgfältiger Berichterstattung. Nächste Folge am
16. September: Darf Ihr Marketing noch KI nutzen? Wie immer
mittwochs um 11:07 Uhr. Mehr zum Podcast und zum Buch:
https://darc-transform.de/podcast/ KI-Transparenz: Beide Stimmen in
dieser Folge sind KI-generiert, auch Frank hören Sie als KI-Stimme.
Die Gedanken und die Worte sind seine. Mehr:
https://darc-transform.de/podcast/
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