Seit dem 29. Juli hat Deutschland eine KI-Aufsicht, seit dem 2.
August nimmt sie Beschwerden entgegen: kostenlos, formlos, von
jeder natürlichen und juristischen Person, ausschließlich über ein
Onlineformular. Und fünf Tage vor dieser Folge hat der europäische
Gesetzgeber ausgerechnet die Pflicht entschärft, die wir Ihnen für
heute angekündigt hatten. Tina liefert das Lagebild samt einer
Zahl, die derzeit überall falsch zitiert wird. Frank ordnet ein,
warum eine weichere Vorschrift die Führungsaufgabe härter macht:
Solange der Gesetzgeber entschieden hat, musste bei Ihnen niemand
führen. Jetzt entscheidet niemand mehr für Sie. Dazu die
Beschwerdestelle Schritt für Schritt und drei Schritte für diese
Woche, ohne Budget. Die Themen: - Acht Tage, die die Lage gedreht
haben: Digital-Omnibus in Kraft seit 27. Juli, deutsches KI-Gesetz
seit 29. Juli, Transparenzpflichten und Beschwerdestelle seit 2.
August - Was mit Artikel 4 passiert ist: Aus "nach besten Kräften
sicherstellen, dass ausreichende KI-Kompetenz vorliegt" wurde
"Maßnahmen ergreifen, um die Entwicklung dieser Kompetenz zu
unterstützen" - Der Satz, der die Messlatte streicht, im Wortlaut
aus dem Amtsblatt: "Diese Verpflichtung verpflichtet Anbieter oder
Betreiber nicht, für irgendeine Person ein bestimmtes Niveau an
KI-Kompetenz zu garantieren." - Die Korrektur: Ein Bußgeld für
fehlende Schulung gab es nie. Artikel 99 nennt Artikel 4 nicht, und
der Digital-Omnibus hat daran nichts geändert - Die Zahl, die es so
nicht gibt: Die überall als "Bitkom 2026" zitierte Schulungsquote
verschmilzt zwei Erhebungen aus 2024 und 2025 - Die belastbare Zahl
ist härter: 70 Prozent der Erwerbstätigen bekommen überhaupt kein
Schulungsangebot, 20 Prozent wurden geschult, 6 Prozent nutzen ein
vorhandenes Angebot nicht - 77 Prozent der Führungskräfte
bezweifeln, dass ihre eigenen Schulungen mithalten, und nur 48
Prozent haben überhaupt jemanden für KI benannt - Die Beschwerde
bei der Bundesnetzagentur durchgespielt: wer sich beschweren darf,
was es kostet, welche Fristen gelten und warum der ungeschulte
Mitarbeiter nicht nur der ist, der Fehler macht - Die andere
Hälfte: KI-Service-Desk, Werkzeug zur Risikoklasse und Reallabore
bei derselben Behörde - Drei Schritte für diese Woche: zählen statt
schätzen, einen Namen eintragen, die erste Stunde ansetzen Quellen:
- Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital-Omnibus-Verordnung zur KI),
Amtsblatt vom 24. Juli 2026, in Kraft seit 27. Juli 2026. Die
Neufassung von Artikel 4 steht in Artikel 1 Nummer 5:
https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2026/1744/oj?locale=de -
Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Artikel 4, KI-Kompetenz,
in der bis zum 26. Juli 2026 geltenden Fassung:
https://artificialintelligenceact.eu/article/4/ - Verordnung (EU)
2024/1689, Artikel 99, Sanktionen. Absatz 4 zählt die
bußgeldbewehrten Pflichten abschließend auf, Artikel 4 ist nicht
darunter: https://artificialintelligenceact.eu/article/99/ -
Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, Gesetz
zur Durchführung der KI-Verordnung (KI-Marktüberwachungs- und
Innovationsförderungsgesetz), in Kraft seit 29. Juli 2026:
https://bmds.bund.de/service/gesetzgebungsverfahren/gesetz-zur-durchfuehrung-der-ki-verordnung
- Bundesnetzagentur, Presseinformation vom 29. Juli 2026, zentrale
Rolle bei der Umsetzung der KI-Verordnung:
https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/20260729_KI_VO.html
- Bundesnetzagentur, KI-Service-Desk und Beschwerdestelle,
Beschwerden ab dem 2. August 2026 ausschließlich über das
Onlineformular: https://www.bundesnetzagentur.de/1111502 - Bitkom,
Presseinformation vom 7. Juli 2025, repräsentative Befragung von
1.005 Personen ab 16 Jahren, darunter 513 Erwerbstätige: 20 Prozent
geschult, 6 Prozent mit ungenutztem Angebot, 70 Prozent ohne
Angebot:
https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Ein-Fuenftel-im-Job-zu-KI-geschult
- Bitkom, Unternehmensbefragung aus dem Sommer 2024, 602
Unternehmen ab 20 Beschäftigten: 21 Prozent schulen alle oder die
meisten Beschäftigten. Diese Zahl wird derzeit vielfach mit der
Beschäftigtenbefragung von 2025 vermischt:
https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Jedes-zweite-Unternehmen-ermoeglicht-KI-Fortbildungen
- SAP Value of AI Report 2026, erstellt mit Oxford Economics,
veröffentlicht am 15. Juli 2026, 2.600 Führungskräfte in 13
Ländern, davon 200 in Deutschland:
https://news.sap.com/germany/2026/07/sap-studie-ki-rechnet-sich-potenzial-deutsche-unternehmen/
Korrektur zu dieser Folge (nachgetragen am 11. August 2026): Am
Ende dieser Folge wird gesagt, 71 Prozent der Unternehmen
berichteten von künstlicher Intelligenz, die im Haus ohne Freigabe
benutzt wird. Diese Zahl ist in zwei Punkten falsch. Richtig sind
69 Prozent, und es sind nicht Unternehmen, sondern Führungskräfte:
2.600 von ihnen in 13 Ländern, befragt von Oxford Economics für den
SAP Value of AI Report 2026, gefragt wurde nach "mindestens
gelegentlich". Das Audio bleibt unverändert, die Korrektur wird in
Folge 4 gesendet. Nächste Folge am 12. August: Schatten-KI, also
die künstliche Intelligenz, die niemand eingekauft hat und die
trotzdem jeden Tag benutzt wird. Mehr zum Podcast und zum Buch:
https://darc-transform.de/podcast/ KI-Transparenz: Beide Stimmen in
dieser Folge sind KI-generiert, auch Frank hören Sie als KI-Stimme.
Die Gedanken und die Worte sind seine. Mehr:
https://darc-transform.de/podcast/
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