In dieser Folge aus „The Life of a CIO, a Report from the
Trenches" ️ geht es um ein Thema, das jeder kennt und kaum jemand
offen anspricht: technische Schulden. Die Rechnung, die du dir
selbst geschrieben hast, und die vielleicht wichtigste
Karrierefrage deiner Rolle: Wie erklärst du sie deinem Vorstand,
bevor es jemand anderes tut?
Stell dir eine Vorstandssitzung vor. Der Vertriebsvorstand hat
einen winzigen Wunsch: Auf der Bestellbestätigung soll künftig
das Lieferdatum stehen. Ein Feld, ein Datum. Deine Antwort: „Das
dauert neun Monate und kostet einen mittleren sechsstelligen
Betrag." Du kennst den Blick, der jetzt kommt. Es ist nicht Wut.
Es ist der Moment, in dem jemand innerlich beschließt, dass mit
deiner IT etwas Grundsätzliches nicht stimmt. Und das Bittere: Du
kannst es nicht erklären.
Diese Folge schließt an Make or Buy an. Denn jeder Eigenbau ist
ein Tamagotchi, das gefüttert werden will. Was passiert, wenn das
Füttern über Jahre ausfällt? Ich erkläre den Unterschied zwischen
bewussten Schulden (Hypothek mit Plan) und schleichenden Schulden
(nie entschieden, einfach passiert), warum technische Schulden
mehr sind als Code (Altsysteme, Wissensmonopole, vergessene
Verträge und Lizenzen) und warum niemand darüber spricht: keine
Bilanzposition, falsche Incentives, und das unbequeme
Vererbungsprinzip von CIO zu CIO.
Dazu die vier Verkleidungen, in denen sich die Zinsen tarnen, das
Schuldenregister in der Sprache des Vorstands (Geld, Zeit,
Risiko), die Übersetzungshilfe „Instandhaltungsstau" für die
Industrie und drei Tilgungsregeln aus der Praxis: feste Quote
statt Großprojekt, tilgen wo du ohnehin baust, und der Mut,
manche Systeme sterben zu lassen. ️
Kernbotschaft: Deine Schulden werden präsentiert werden, so oder
so. Von dir, von einem Berater oder von einem Ausfall nachts um
zwei mit Pressemeldung. Nur bei der ersten Variante behältst du
die Kontrolle.
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