Geld muss gar nicht unbedingt knapp sein, so wie es jetzt immer
gesagt wird. Geld könnte es reichlich geben. Allerdings muss man
es schlau anstellen, dass daraus keine Inflation
erwächst.
Die jetzige Praxis der vermehrten Geldschöpfung durch die
Zentralbank eröffnet zwar neue finanzielle Spielräume für die
jeweilige Regierung, ändert aber nichts an den vielen Krankheiten
des jetzigen Geldsystems.
Geld kommt weiterhin nur dann in Umlauf, wenn jemand dafür
Schulden macht. Geld wird als Ware gehandelt, hat also einen
Pries und wandert vor allem dorthin, wo es hohe Renditen gibt
- unabhängig vom Nutzen für die Gemeinschaft. Und nicht
zuletzt ist das ganze System weiterhin sehr undurchschaubar. Es
gibt auch keinerlei demokratische Kontrolle.
In einem neuen Geldsystem werden Finanzmärkte, also der Ort, an
dem Geld zur Ware wird, schlicht und einfach überflüssig werden.
Unternehmen brauchen sich das Geld nicht mehr über den Verkauf
von Aktien oder überhaupt auf den Finanzmärkten zu besorgen. Geld
wird als Zentralbankgeld in der nötigen Menge angeboten.
Die ganzen heute tagtägliche Aufregungen um die Kursentwicklungen
an den Finanzmärkten, die Zinsentwicklungen, die Spekulationen
entfallen. Niemand muss sich darum Gedanken machen. Geld ist ein
Instrument, um mein Frühstück zu bezahlen – mehr nicht.
Damit kann eine tickende Zeitbombe unserer Wirtschaftsweise
endlich entsorgt werden. Finanzkrisen wie wir sie immer wieder
erleben, wird es nicht mehr geben.
Wohin das Geld fließt und wofür es verwendet wird entscheidet
heute der Markt. Im Klartext heißt das, einige wenige, aber sehr
mächtige Akteure entscheiden darüber, wo das Geld hinfließt. Das
mit Abstand wichtigste Kriterium für den Geldfluss ist die zu
erwartende Rendite.
Bürger sind von diesen Entscheidungen ausgeschlossen. Das ganze
Geldsystem, das unser tägliches Leben erheblich beeinflusst, ist
nicht nur ein demokratiefreier Raum, es treibt die demokratisch
gewählten Regierungen nach Belieben vor sich her.
Sollte eine Regierung mit den Entscheidungen nicht einverstanden
sein und etwa versuchen, sich einzumischen, drohen die
Kapitalbesitzer in ein anderes Land zu ziehen oder/und
Arbeitskräfte zu entlassen. Keine Regierung kann es sich leisten,
dass inländisch gebundenes Kapital in einem größerem Umfang in
ein anderes Land fließt. Also gehorchen sie den mächtigen Hütern
des Kapitals.
Wenn Geld allerdings ein öffentliches Gut ist, brauchen wir
andere Spielregeln. Die Bürger:innen müsssen nicht nur wissen,
sondern auch daran beteiligt werden, wer das neue Geld bekommt
und wofür das neue Geld verwendet werden soll .
Diese Klarheit ist die erste Voraussetzung für ein demokratisches
Geldsystem. Das bedeutet nicht, dass die Bürger:innen sich in
konkrete unternehmerische Entscheidungen einmischen. Wieviel Geld
sich ein Unternehmen bei der Regionalbanken per Kredit ausleihen
will, ist und bleibt eine betriebswirtschaftliche Entscheidung
der Unternehmen.
Die Allgemeinheit nimmt allerdings dadurch Einfluss auf diese
unternehmerischen Entscheidungen, dass sie die Kriterien
bestimmt, die für die Kreditvergabe entscheidend sind.
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