Von der kleinen Anna mit dem Ananas-Schlafanzug zur selbstständigen
Pferdetierärztin
In dieser Folge von Ohmazing Inside Out treffe ich auf
Anna – Pferdetierärztin, Unternehmerin, Frau mit großem Herzen
und, wie sie selbst sagt, jemand, die schon immer ein bisschen
„drüber“ war.
Dabei beginnt Annas Geschichte ganz unspektakulär: Mit fünf
Jahren wusste sie bereits, dass sie Tierärztin werden wollte. Bei
einer Impfung traf der Tierarzt versehentlich ein Hautgefäß. Für
die kleine Anna sah es aus, als hätte der Mann den Hund „halb
geschlachtet“. Ihre Reaktion: „Ich werde ein viel besserer
Tierarzt als du.“
Gesagt, getan – auch wenn der Weg alles andere als geradlinig
war.
Sechs Jahre warten – und dann einfach losfliegen
Nach dem Abitur lernte Anna zunächst Tierarzthelferin und
arbeitete in verschiedenen Praxen und einer Pferdeklinik. Doch
der Studienplatz für Tiermedizin ließ auf sich warten.
Mit 25 Jahren kam schließlich der Moment, an dem Anna beschloss:
Jetzt mache ich etwas Verrücktes.
Sie kündigte Wohnung, Job und Vereinsmitgliedschaften, flog mit
ihren Eltern nach Texas – und hatte ein One-Way-Ticket.
„Ich bin doch nur eine Tierärztin“
Heute ist Anna selbstständige Pferdetierärztin. Dabei war genau
das ursprünglich nie ihr Plan.
Sie wollte nie mobil arbeiten, nie selbstständig sein und
eigentlich auch nicht unbedingt in die klassische Rolle der
Pferdetierärztin schlüpfen.
Doch ein schwieriges Ende ihres Angestelltenverhältnisses und die
Erfahrung, als Pferdetierärztin plötzlich arbeitslos zu sein,
brachten sie zum Umdenken.
Anna sprach mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Berufen und
entschied irgendwann:
„No risk, no fun.“
Empathie ist keine Schwäche
Ein besonders berührender Teil des Gesprächs ist Annas Umgang mit
den emotionalen Seiten ihres Berufs.
Als Tierärztin begleitet sie Tiere und ihre Menschen über Jahre
hinweg – von der Geburt bis zum letzten Weg. Sie erlebt
Behandlungserfolge und die Freude, wenn ein schwer krankes Pferd
wieder über die Koppel galoppiert. Aber sie erlebt auch
Abschiede.
Und Anna gibt offen zu: Sie nimmt vieles mit nach Hause.
Sie ist empathisch, emotional und kann nicht einfach nach einem
Einsatz einen Schalter umlegen.
Gerade darin liegt aber auch ihre Stärke.
„Ich bin halt einfach gut.“
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Frage, was Anna
eigentlich besonders macht.
Ihre Antwort ist bemerkenswert ehrlich.
Sie war schon immer laut. Anders. Manchmal „drüber“. Sie trägt
ihr Herz auf der Zunge und sagt lieber ehrlich, wenn etwas
einfach „kacke“ ist, statt es schönzureden.
Gleichzeitig kann sie bei einem Glas Weißwein tief über das Leben
philosophieren und genauso gut mit Gummistiefeln im Schlamm auf
Wacken stehen.
„Einfach machen“
Ein Lebensmotto ihres Großvaters begleitet Anna bis heute:
„Du musst immer groß denken.“
Und dazu kommt ihr eigener Grundsatz: einfach machen.
Nicht immer ist das, was sie tut, perfekt durchdacht. Manchmal
geht etwas schief. Aber dann wird daraus gelernt und
weitergemacht.
Denn das Leben wartet nicht darauf, dass wir für jede Situation
perfekt vorbereitet sind.
Es geht darum, sich selbst zu vertrauen und darauf zu wissen:
Irgendwie finde ich eine Lösung.
Wer mehr über Anna erfahren möchte, findet alle Kontaktdaten
unter http://www.pferdepraxis-freitag.de oder über Instagram
unter: pferdepraxis_af
Im Gegenteil.
Und dass ein Satz wie „Ich bin gut in dem, was ich tue“
kein Zeichen von Arroganz sein muss – sondern von
Selbstanerkennung.
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