Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche
  1. Startseite
  2. Podcasts
  3. Ohmazing Inside Out Podcast
  4. Folge 16: Was, wenn du nicht immer wissen musst
In dieser Folge beschäftige ich mich mit der Frage, ob wir
wirklich immer wissen müssen, wie unser Lebensweg weitergeht. Ich
erzähle dabei von meiner eigenen Entwicklung: Früher war mein
Leben sehr stark von Planung, Organisation und Struktur geprägt.
Ich war teilweise drei bis sechs Monate im Voraus ausgebucht und
wusste genau, welche Termine, Kurse und Veranstaltungen auf mich
zukommen würden. Diese festen Strukturen gaben mir Sicherheit und
Orientierung. Sie waren für mich wie Leitplanken, innerhalb derer
ich mich bewegen konnte.

Heute erlebe ich mich deutlich anders. Ich befinde mich gerade in
der Vorbereitung auf den Jakobsweg und weiß überhaupt nicht
genau, was mich dort erwartet. Ich weiß nicht, wie es mir
körperlich gehen wird, was ich tatsächlich brauchen werde oder
welche Erfahrungen auf mich zukommen. Auch wenn ich viele Bücher
lesen oder die Erfahrungen anderer Menschen anhören würde, könnte
ich meine eigene Reise nicht vollständig planen. Es ist meine
persönliche Erfahrung, die ich Schritt für Schritt machen muss.
Genau darin liegt für mich die Herausforderung, aber auch die
Möglichkeit, mich auf das Unbekannte einzulassen.

Daraus entsteht für mich die Frage, ob wir in unserem Leben
vielleicht weniger versuchen sollten, alles mit dem Kopf zu
kontrollieren. Vielleicht dürfen wir uns stärker dem Fluss des
Lebens anvertrauen und akzeptieren, dass wir nicht immer wissen
müssen, wie es weitergeht. Statt den gesamten Weg zu kennen, kann
es ausreichen, wenn wir wissen, was unser nächster Schritt ist
und ob sich dieser für uns sicher und richtig anfühlt.

Als Beispiel erzähle ich von einer Wanderung in der Schweiz.
Meine Freundin nahm mich mit in die Berge, obwohl ich als
Norddeutsche nicht an solche Höhen und schwierigen Wege gewöhnt
bin. Besonders der Aufstieg an einem der letzten Tage brachte
mich an meine körperlichen Grenzen. Ich wusste zeitweise nicht,
ob ich das Ziel überhaupt erreichen würde. Trotzdem ging ich
weiter, Schritt für Schritt. Oben angekommen, erwartete mich ein
wunderschöner See, an dem Menschen gemeinsam picknickten und die
Natur genossen. Anschließend musste ich denselben Weg wieder
zurückgehen, was mir ebenfalls gelang.

Dabei lernte ich, wie wichtig es ist, nicht ständig zu hetzen.
Meine Freundin zeigte mir, dass man beim Wandern seinen eigenen
Rhythmus finden, Pausen machen und die Umgebung bewusst
wahrnehmen kann. Wenn ein schöner Moment entsteht, darf man
stehen bleiben und ihn genießen. Erst wenn dieser Moment sich
rund und vollständig anfühlt, geht man weiter. Für mich wird
diese Erfahrung zu einem Bild für das gesamte Leben. Wir sind es
gewohnt, schnell zu sein und ständig weiterzumachen. Häufig
halten wir diesen Stress sogar für normal. Erst wenn eine
Krankheit oder eine andere schwierige Situation uns dazu zwingt,
langsamer zu werden, nehmen wir uns die Zeit für Pausen.

Ich stelle deshalb die Frage, ob wir wirklich erst durch Krisen
lernen müssen, innezuhalten. Vielleicht können wir bereits vorher
bewusster mit unserer Zeit umgehen und akzeptieren, dass wir
nicht sofort wissen müssen, wie es in unserer Beziehung, unserem
Beruf, unserer Selbstständigkeit, mit unseren Kindern oder
unserer Gesundheit weitergeht.

Ich ermutige dazu, den Kopf gelegentlich leiser zu stellen und
stärker in sich hineinzufühlen. Statt ausschließlich nach äußeren
Regeln, Erwartungen und gesellschaftlichen Vorstellungen zu
leben, können wir uns fragen, wie wir unser Leben tatsächlich
gestalten möchten. Daraus kann sich der nächste Schritt ergeben,
ohne dass wir bereits den gesamten Weg kennen müssen.

Am Ende lade ich dazu ein, über die eigene Ungewissheitstoleranz
nachzudenken. Vielleicht gibt es einen Lebensbereich, in dem wir
krampfhaft an Sicherheit festhalten, obwohl wir etwas längst
loslassen möchten.
Episode melden

„Folge 16: Was, wenn du nicht immer wissen musst“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

Abonnenten

Teilen

Mein Archiv

Deine Privatkopie der Folgen, die du nicht verlieren willst.

Podcast-Folgen verschwinden. Feeds werden auf die letzten Episoden gekürzt, Hoster räumen alte Dateien ab, Formate wechseln den Anbieter und lassen ihr Archiv zurück. Mit „Mein Archiv“ sichert podcast.de die Folgen deiner Podcasts für dich — angefangen bei den ältesten, denn die sind zuerst weg.

  • Deine gesicherten Folgen bleiben hörbar, auch wenn das Original offline geht.
  • Auch Folgen, die im heutigen Feed gar nicht mehr stehen — podcast.de kennt sie noch.
  • Herunterladen bleibt möglich, solange die Folge beim Podcaster liegt. Der zählt seine Abrufe wie bisher.
Startet bald

Sei beim Start von Mein Archiv dabei

Mein Archiv ist fast fertig. Trag dich ein, dann bekommst du eine E-Mail, sobald es losgeht – und bist von Anfang an dabei. Wir schreiben dir nur zum Start, keine Werbung, keine Weitergabe deiner Daten.

Du bekommst zuerst eine Bestätigungsmail. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz