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## Zusammenfassung

Psalm 81 zeigt: Gottes Volk ist bestimmt, ihn jubelnd zu loben
und ihm zu gehorchen; wer seinen Mund weit öffnet, empfängt
überfließenden Segen — Ungehorsam raubt ihn selbst.

## Details

### Einleitung

Der Psalm beschreibt die Bestimmung Israels als Volk Gottes: Gott
zu loben, zu preisen, ihm zuzujauchzen und in seinen Satzungen zu
wandeln, ohne fremde Götter. Hätte Israel so gelebt, hätte Gott
seine Feinde besiegt und es mit Weizen und Honig versorgt. Asaf
muss jedoch besingen, dass Israel dieser Bestimmung nicht nachkam
und den Segen darum nicht empfing. Für die Gemeinde heißt das:
Die Bestimmung des Menschen besteht darin, für Gott zu leben —
nur darin liegen Glück und Segen. Der Psalm wird in drei
Abschnitten ausgelegt.

### 1. Israel soll Gott loben (Verse 2–8)

Asaf ruft zur Anbetung auf mit zwei Verben: "Jubelt" und
"jauchzt". Jubeln ist keine emotionslose Tätigkeit, sondern
Ausdruck höchster Freude — Hände klatschen, Hände erheben.
Jauchzen bedeutet, diese Freude durch laute Freudenschreie
hinauszurufen. Adressat ist Gott, "unsere Stärke" — der Mächtige,
der starke Held, der siegreiche König — und der "Gott Jakobs",
der Schöpfer, der dem Unwürdigen Gnade zuwandte.

Der Prediger stellt die Frage in die Gemeinde: Warum bewegen
manche nur die Lippen leicht mit? Es sollte keiner Aufforderung
bedürfen, einen so guten und gnädigen Gott zu loben.

Gott soll nicht nur mit Stimme und Emotion, sondern auch mit
Instrumenten gepriesen werden — Tamburin, Laute, Harfe, Posaune.
Neumond und Vollmond waren Festtage zur Erinnerung an den Auszug
aus Ägypten: der erste des siebten Monats als Gedächtnis des
Posaunenhalls (3. Mose 23,24), fünfzehn Tage später das
Laubhüttenfest.

Diese Feste waren Satzung und Verordnung Gottes, eingesetzt beim
Auszug, damit Israel niemals vergisst, was Gott getan hat. Der
Gemeinde hat Gott ein entsprechendes Gebot gegeben: das
Abendmahl. So töricht ist der Mensch, dass er selbst eine so
herrliche Erlösung vergäße, hätte Gott dieses Gedächtnis nicht
verordnet.

Die Verse 7–8 schildern die Erlösung: Israel schleppte wie ein
Packesel Ton und Ziegel in Tragkörben, Tag für Tag unter Hitze
und Peitsche. In der Verzweiflung schrie es zu Gott, und Gott
antwortete "in des Donners Hülle" — nicht sanft, sondern im Zorn,
in der Wolkensäule, die Israel durchs Rote Meer führte und die
Ägypter darin ertrinken ließ.

Parallel dazu waren auch wir versklavt — Sklaven der Sünde, "von
Natur Kinder des Zorns" (Epheser 2,3). Auch unsere Befreiung
geschah in einer Donnerwolke: Als Christus am Kreuz hing, wurde
es dunkel, und Gott goss seinen Zorn über den Sohn aus. Das
sollte täglich zum Jubeln führen, nicht nur zehn Minuten am
Sonntag.

### 2. Israel wird von Gott ermahnt (Verse 9–13)

Als Erlöser hat Gott das Recht, Gehör und Gehorsam zu fordern.
Eigentlich wäre williger Gehorsam die selbstverständlichste
Reaktion — doch das Wörtchen "wenn" ("wenn du mir gehorchtest")
verrät, dass Israel nicht gehorchte, und Gott muss gegen sein
Volk zeugen.

Auch Christen sind erlöst worden mit dem Ziel des Gehorsams: "von
Herzen gehorsam geworden ... Sklaven der Gerechtigkeit" (Römer
6,17–18) — nicht aus eigener Klugheit, sondern weil Gott die
Herzen neigte. Christen sollten dafür bekannt sein, ihrem Gott zu
gehorchen und seinem Wort nicht zu zweifeln.

Die Ermahnung erinnert zuerst an das erste Gebot: kein fremder
Gott, kein Bücken vor einem Gott des Auslands, denn "ich bin der
Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten heraufgeführt hat". Dann
folgt keine Forderung, sondern eine Verheißung (Benedikt Peters):
"Tu deinen Mund weit auf und ich will ihn füllen" — nicht Ordnung
des Gesetzes, sondern der Gnade. Gott fordert Anbetung und
Gehorsam und bietet zugleich Segen im Überfluss.

Israel hatte in Ägypten bereits erfahren, wie Gott den geöffneten
Mund füllt; es sollte weiterhin Großes erbitten und Unmögliches
erwarten. Im Neuen Bund gilt das umso mehr: Wer den geliebten
Sohn gegeben hat, wird in ihm auch alles andere schenken (Römer
8). Konkrete Anwendungsfragen: Ist die Sünde, mit der du kämpfst,
zu groß für Gott? Ist die Gottlosigkeit des Landes zu verdorben
für eine Erweckung? Ist die Lage auf Arbeit, mit den Kindern, in
der Schule zu hoffnungslos?

Israel jedoch betete fremde Götter an und öffnete den Mund nicht.
Darum: "Ich gab sie der Verstocktheit ihres Herzens hin." Der
Prediger illustriert das mit einem König, der einen halbtoten
Bettler aufnimmt, ihn kleidet, speist, beherbergt und ihm zusagt,
um alles bitten zu dürfen — unter der Bedingung, ihn als König zu
ehren und nach seinen Gesetzen zu leben. Der Bettler antwortet:
"Interessiert mich nicht." Genau das tat Israel gegenüber dem
König der Könige. Ebenso wird das eigene Land heute der
Verstocktheit hingegeben, weil es nicht willig gegen Gott
ist.

### 3. Israel würde von Gott gesegnet werden (Verse 14–17)

Das zweimalige "Oh" zeigt die Emotionen Gottes: Wie sehr hätte er
sich gewünscht, dass sein Volk hört, damit er die bereitliegenden
Segnungen aushändigen kann. Bleibt der Segen aus, liegt es nicht
an Gottes Unwilligkeit, sondern daran, dass wir ihn hindern — wir
berauben uns selbst. Dasselbe Herz zeigt sich in Jesu Klage über
Jerusalem (Lukas 19,41–42): Er weinte über die Stadt, die nicht
erkannte, was zu ihrem Frieden dient.

Die verlorenen Segnungen im Einzelnen:

- **Vers 15** — Gott hätte die Feinde gebeugt. Campbell Morgan:
Niederlagen im Volk Gottes rühren immer daher, dass es vom Herrn
gewichen ist; Feinde sind machtlos gegen den Herrn. Manche Sünden
dienen zwar der Demütigung und Züchtigung trotz Treue, doch oft
überwältigen sie uns, weil wir nicht gehorsam sind.

- **Vers 16** — Die Hasser des Herrn hätten sich mit Schmeichelei
unterworfen, und die Zeit wäre ewig gewesen; stattdessen erlebte
Israel Spott und Hohn.

- **Vers 17** — Gott hätte mit dem Fett des Weizens gespeist und
mit Honig aus dem Felsen gesättigt; stattdessen kamen
Hungersnöte, die Weizenernte blieb aus, und das Land, das von
Milch und Honig troff, wurde trocken.

### Schluss

Der Epheserbrief lehrt, dass Christen bereits mit allen
geistlichen Segnungen in den himmlischen Örtern gesegnet sind —
durch den innewohnenden Heiligen Geist und in Christus. Dennoch
können auch Kinder Gottes sich auf dieser Erde des Segens
berauben, wenn sie ungehorsam sind und den Geist dämpfen. Wer
über Gottes Wort Tag und Nacht nachsinnt, ist wie ein Baum an
Wasserbächen; wem gleichgültig ist, was Gott fordert, sollte den
eigenen geistlichen Zustand prüfen: Warum gelingt es nicht, diese
Sünde zu töten? Warum mangelt es am Segen?

Der Schlussappell: Gott jubeln und jauchzen für die Erlösung in
Christus, ihm gehorchen als Täter und nicht nur Hörer des Wortes,
und den Mund weit öffnen — denn er will ihn füllen, im Überfluss,
jetzt und in der zukünftigen Welt.
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„Die Bestimmung Israels - Psalm 81 - Richard Friesen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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