Warum fällt Lernen manchen Menschen leicht und anderen scheinbar
überhaupt nicht? Und was können Ausbilder tun, damit Azubis nicht
nur Wissen aufnehmen, sondern wirklich verstehen, anwenden und
behalten? Darüber spreche ich in dieser Folge mit Andrea Luft,
Lerntrainerin, Mentaltrainerin, Ausbilderin und Expertin für
Lernprozesse. Andrea verfolgt einen spannenden Ansatz: Lernen darf
leicht sein. Nicht im Sinne von „ohne Anstrengung“, sondern im
Sinne einer anderen Haltung zum Lernen. Denn natürlich braucht
Lernen Disziplin, Durchhaltevermögen und Zeit. Aber es darf
gleichzeitig Spaß machen, neugierig machen und Erfolgserlebnisse
erzeugen. Und genau hier wird die Folge besonders interessant für
alle, die mit Azubis, Auszubildenden, jungen Menschen und
Ausbildung zu tun haben. Andrea erzählt von ihrem eigenen Weg: von
der kaufmännischen Ausbildung über die Weiterbildung zur geprüften
Bilanzbuchhalterin und ihre Tätigkeit als Leitung im Rechnungswesen
bis hin zur Erwachsenenbildung und schließlich zur Arbeit mit
Auszubildenden. Aus einer Anfrage für Rechnungswesen Schulungen
wurde schließlich die Entscheidung, den sicheren Job aufzugeben und
eine eigene Akademie aufzubauen. Dabei zeigt sich schnell: Auch ein
Fach wie Buchführung kann plötzlich verständlich werden, wenn man
das System dahinter richtig erklärt und die Lernenden nicht von
Anfang an mit ihren eigenen negativen Erfahrungen alleine lässt.
Wir sprechen darüber, warum Neugier einer der wichtigsten Einstiege
ins Lernen ist, weshalb langweilige Lernprozesse dazu führen
können, dass unsere Gedanken abschweifen und warum Emotionen,
Konzentration und persönliche Lebenssituationen beim Lernen eine
viel größere Rolle spielen, als viele Ausbilder vermuten. Andrea
gibt außerdem konkrete Einblicke in effektive Lerntechniken. Es
geht unter anderem um Active Recall, Mindmaps, die Feynman Technik,
ABC Listen, Pomodoro und kurze konzentrierte Lernphasen. Besonders
spannend ist ihr Ansatz, Wissen nicht einfach immer wieder zu
lesen, sondern es aktiv abzurufen und dadurch die Erinnerung zu
stärken. Auch das Thema Prüfungsangst kommt nicht zu kurz. Andrea
erklärt, warum aktives Abrufen von Wissen nicht nur beim Lernen
hilft, sondern auch dabei, den Stress vor Prüfungen zu reduzieren.
Wer das Abrufen immer wieder trainiert, kennt den Weg zum eigenen
Wissen besser und kann dadurch sicherer in eine Prüfung gehen.
Besonders relevant für Ausbilder wird es beim Thema Generation Z
und Ausbildung. Andrea plädiert nicht dafür, jungen Menschen
weniger abzuverlangen. Im Gegenteil: Leistungsbereitschaft bleibt
für sie wichtig. Der entscheidende Unterschied liegt für sie darin,
wie Leistung entsteht. Junge Menschen wollen häufiger verstehen,
warum etwas wichtig ist, Sinn erkennen und selbstwirksam handeln.
Gleichzeitig dürfen sie lernen, dass Entwicklung auch Anstrengung,
Disziplin und Durchhaltevermögen bedeutet. Daraus entsteht eine
spannende Frage: Müssen wir unsere Ansprüche an Azubis verändern
oder müssen wir vor allem unsere Art verändern, wie wir sie zu
Leistung führen? Wir sprechen außerdem über Fehlerkultur, Vertrauen
und die schnelle Bewertung von Azubis als „faul“, obwohl hinter
mangelnder Leistung manchmal eine ganz andere emotionale Belastung
stehen kann. Andrea beschreibt, wie Ausbilder einen geschützten
Raum schaffen können, ohne gleichzeitig ihre Erwartungen und
Grenzen aufzugeben. Und natürlich geht es auch um die andere Seite:
Ausbilder selbst stehen häufig unter enormem Zeitdruck. Andrea
kennt die Realität, dass Ausbilder neben ihrer Ausbildungsaufgabe
noch weitere Verantwortlichkeiten haben und teilweise nur sehr
wenig Zeit für einzelne Azubis zur Verfügung steht. Deshalb geht es
nicht um theoretische Idealbedingungen, sondern um konkrete Tools,
die sich in den Ausbildungsalltag integrieren lassen. Ein Gespräch
über Lernen lernen, Ausbildung, Azubis, Motivation, Lerntechniken,
Prüfungsangst, Mentaltraining, Generation Z und die Frage, wie wir
Leistungsbereitschaft för
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