In dieser Folge von Ohmazing Inside Out spreche
ich mit der Künstlerin und digitalen Nomadin Sylvia Ember über
Veränderung, Mut, Selbstfindung und die Frage, was passiert, wenn
wir uns trauen, unseren ganz eigenen Weg zu gehen.
Sylvia nimmt uns mit in ihr aktuelles Leben in Indonesien. Sie
pendelt zwischen Jakarta und Sumatra, malt dort ihre neue
Bildserie und lernt gleichzeitig Surfen. Für mich verkörpert sie
auf ganz besondere Weise das Gefühl, überall auf der Welt zu
Hause sein zu können und gleichzeitig immer mehr bei sich selbst
anzukommen.
Ein Blinddarmdurchbruch wurde für sie zu einem Wendepunkt.
Plötzlich stellte sie sich die Frage, ob sie mit ihrem bisherigen
Leben wirklich glücklich gewesen wäre, wenn es vorbei gewesen
wäre.
Wir sprechen darüber, wie schwer es manchmal sein kann, eine alte
Identität loszulassen. Sylvia beschreibt diesen Übergang als eine
Art Vakuum zwischen einer alten und einer neuen Identität.
Gleichzeitig hat sie gelernt, darin nicht nur Angst und
Unsicherheit zu sehen, sondern auch die Schönheit des Neuanfangs.
Für mich ist eine ihrer wichtigsten Botschaften: Nicht
alles, was einmal richtig war, muss für immer richtig
bleiben. Manchmal ist etwas einfach „ausgewachsen“. Dann
dürfen wir es in Frieden und Liebe loslassen und uns für etwas
Neues öffnen.
Sylvia erlebt diesen Wandel immer wieder. Orte, Menschen,
Beziehungen und Lebensphasen kommen und gehen. Sie beschreibt das
als einen ständigen „Stirb-und-Werde-Prozess“. Veränderung ist
für sie nicht mehr etwas, gegen das sie ankämpft, sondern ein
natürlicher Bestandteil ihres Lebens.
Ein besonderer Fokus unseres Gesprächs liegt auf ihrer neuen
Bildserie „Dare to Become“ – Trau dich zu
werden.Sylvia erzählt, dass sie sich nicht über eine fertige
Identität definieren möchte. Für sie bedeutet „to become“, sich
immer wieder entwickeln, ausprobieren und neu entdecken zu
dürfen.
Wir sprechen außerdem über Freude und darüber, wie wichtig es
ist, sich selbst mehr zu erlauben. Sylvia beschreibt, wie sie
immer wieder Impulsen folgt und ausprobiert, was passiert, wenn
sie einfach Ja sagt. Gleichzeitig geht es ihr nicht darum,
permanent glücklich zu sein. Auch die dunklen Gefühle,
Unsicherheit und Tiefe gehören für sie zum Leben und zur eigenen
Transformation.
Ihre Kunst ist dabei ein wichtiger Ausdruck dieses Prozesses.
Ihre Drachen und Einhörner sind für sie nicht einfach nur Motive,
sondern Begleiter, die sie durch unterschiedliche Lebensphasen
geführt haben. Sie zeigen, wie aus inneren Prozessen etwas
Sichtbares entstehen kann.
Sylvia ermutigt deshalb dazu, keine Angst vor der weißen Leinwand
zu haben – weder beim Malen noch im Leben. Wir dürfen uns trauen,
ins Neue zu springen, ohne das Ergebnis schon zu kennen. Wir
dürfen kreativ sein, experimentieren und uns selbst als
Gestalter:innen unseres Lebens verstehen.
Am Ende bleibt für mich eine zentrale Frage aus unserem
Gespräch: Was, wenn Veränderung gar nicht schwer sein
muss?
Vielleicht müssen wir nicht immer wissen, wer wir sind.
Vielleicht dürfen wir uns einfach trauen, zu werden.
Website
https://sylviaember.art/
Instagram:
https://www.instagram.com/sylviaember.art
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