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  4. „Irregeleitete“ bereiten Krieg vor | Von Tilo Gräser
Krieg gegen Russland statt Frieden für die Ukraine – das
ist das Ziel führender westlicher Politiker

Ein Kommentar von Tilo Gräser.

Eigentlich kann es nicht wahr sein und dennoch ist es wahr – das
war mein erster Gedanke, als ich die Meldungen hörte,
dass die selbsternannte „Koalition der Willigen“ sich aktiv
darauf vorbereitet, eine multinationale „Schutztruppe“ in die
Ukraine zu schicken. Das soll geschehen, sobald ein
Waffenstillstand im Krieg zwischen den beteiligten Seiten
vereinbart wurde. Bis dahin sollen die westlichen Einheiten,
allen voran französische und britische Truppen, schon mal bei
Manövern in den Nachbarstaaten üben, wie sie die Ukraine
„schützen“ könnten. Es soll auch schon einen Generalstab für die
Einheiten geben, nachdem die „Schutztruppe“ bereits im Januar
dieses Jahres beschlossen worden war. Bloß ein
Waffenstillstand als Voraussetzung ist nicht in Sicht – auch weil
Russland jeglicher Stationierung westlicher Truppen in der
Ukraine nicht zustimmt.

Das ist der Punkt, der mich auf den Gedanken brachte, dass das
nicht wahr sein kann: Moskau hat mehrfach deutlich erklärt,
dass es nicht nur eine mögliche NATO-Mitgliedschaft der Ukraine
ablehnt, sondern auch den Einsatz westlicher Truppen in dem Land
unter welchem Deckmantel auch immer. Das gehört zu den russischen
Grundpositionen bei der Suche nach einem Ende des Krieges und
nach Frieden für das Land. Und es gehört zu den Grundursachen des
Krieges in der Ukraine, dass der Westen lange vor 2014 begann,
sie als Bollwerk und Rammbock gegen Russland in Stellung zu
bringen und seinen Interessen unterzuordnen.

Diese langfristige Strategie, von der die herrschenden und
regierenden Kreise im Westen nicht abrücken wollen oder können,
macht dann solche Entscheidungen wie die vom Montag in Paris doch
möglich und wahr. Die Koalition der Kriegswilligen, von niemandem
legitimiert – nicht von der UNO und auch nicht von den eigenen
Bevölkerungen –, will den Stellvertreterkrieg gegen Russland um
jeden Preis fortsetzen. Und anscheinend ihn selber führen, denn
wozu braucht es eine „Schutztruppe“, für die es keine
Vereinbarung gibt? Wozu beginnt diese schon zu üben, wenn die
rechtlichen Voraussetzungen für ihren Einsatz nicht im Ansatz
geschaffen sind? Gibt es einen anderen Grund, als dass diese den
Krieg gegen Russland übernehmen sollen, wenn der letzte Ukrainer
gefallen ist oder kampfunfähig gemacht wurde?

Kriegswillige Antidemokraten

Es bleibt aber vom rein sachlichen und rationalen Standpunkt
schon mindestens erstaunlich oder eher unglaublich, wer sich da
am Montag in Paris wieder zu selbsternannten „Beschützern“ der
Ukraine aufgeschwungen hat: Friedrich Merz, der derzeit im
eigenen Land unbeliebteste (und unfähigste) deutsche
Bundeskanzler aller Zeiten; Emmanuel Macron, Frankreichs
Präsident, der längst keine Bevölkerungsmehrheit mehr
hinter sich hat; Keir Starmer,
der gescheiterte britische Premierminister, der seinen
Rücktritt schon angekündigt hat. Und gewissermaßen unvermeidlich
in dieser Runde der undemokratisch Regierenden
der korrupte Machthaber in Kiew, Wolodymyr Selenskyj.
Der ignoriert, dass laut Umfragen seit zwei Jahren eine
Bevölkerungsmehrheit in der Ukraine ein Ende des Krieges durch
Verhandlungen „so schnell wie möglich“ will.

Nebenbei bemerkt widerspricht das zwar alles dem Ansinnen Kiews,
Mitglied auch der Europäischen Union (EU) werden zu können. Aber
die EU wiederum ist entgegen aller Sonntagsreden so
undemokratisch, wovon nicht nur die erwähnten Führungskräfte der
EU-Staaten Deutschland und Frankreich sowie auch Starmer, der
London gern wieder an Brüssel anbinden will, künden. Davon zeugt
auch der jüngste Beschluss des EU-Parlaments zur
sogenannten Chatkontrolle – obwohl eine Mehrheit der Angeordneten
am 9. Juli dagegen stimmte, gilt die Überwachungsmaßnahme
aufgrund von Verfahrenstricks als beschlossen.

...https://apolut.net/irregeleitete-bereiten-krieg-vor-von-tilo-graser/
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