Die Migrationskrise von Ceuta ist nicht zufällig entstanden,
sondern war gesteuert. Und die Reaktion der EU auf die Ereignisse
gibt Hinweise, wer dahintersteckt und was die Ziele der Aktion
waren.
Ein Kommentar von Thomas Röper.
Inzwischen ist unbestritten, dass die Migrationskrise von Ceuta
gelenkt wurde, denn am Vorabend der massenhaften illegalen
Grenzübertritte in der Exklave sind auf Instagram und Facebook
Beiträge erschienen, in denen behauptet wurde, Spanien öffne
seine Grenze zu Marokko. Zahlreiche Nutzer verbreiteten daraufhin
Informationen über die Bewegungen der Küstenwache und
veröffentlichten Videos, die genau zeigten, wo die Grenze
überquert werden könne. Innerhalb weniger Stunden strömten
Migranten zur Grenze und die Ereignisse nahmen ihren Lauf.
In Politik und Medien wird vage davon gesprochen, dahinter würden
„Schleuserbanden“ stecken, allerdings ist das unwahrscheinlich,
denn die haben daran ja nichts verdient und daher hatten sie
keinerlei Interesse an dieser Fluchtbewegung.
Ich habe bereits berichtet, dass es stattdessen eine sehr dicke
Spur in die USA gibt (1), da die Trump-Regierung aus diversen
Gründen ausgesprochen verärgert über die spanische Regierung ist
und sie offenbar mit dieser Aktion „bestrafen“ wollte. Das
bedeutet, dass auch Marokko daran beteiligt war, was ohnehin
offensichtlich ist, da die marokkanischen Sicherheitskräfte lange
nichts getan haben, um den Flüchtlingsstrom aufzuhalten oder auch
nur zu stören. Und dass der marokkanische König ausgerechnet auf
dem Höhepunkt der Krise eine wichtige Autobahn in seinem Land in
Donald-Trump-Autobahn umbenannt hat, dürfte auch kein Zufall
sein.
Offenbar hat die EU sich hier auf die Seite der USA gestellt, wie
die Kritik an der spanischen Regierung und die Forderungen,
Spanien vorübergehend aus dem Schengen-Vertrag auszuschließen,
zeigten. Die spanische Weigerung, 5 Prozent des BIP für Rüstung
auszugeben und die spanische Kritik an Israel dürften für Brüssel
den Ausschlag gegeben haben, sich gegen die spanische Regierung
zu stellen, anstatt – wie sonst üblich – Spanien in der Krise,
für die Spanien nichts konnte, Solidarität zu signalisieren.
Lediglich vier EU-Staaten haben sich geweigert, einen Brief der
EU-Mitglieder mit Kritik an der spanischen Regierung zu
unterschreiben, weil es ihnen darin an Solidarität mit Spanien
mangelt. Diese vier Staaten sind Frankreich, Irland, Portugal und
Luxemburg.
Die TASS hat einen Artikel (2) ihrer
Spanien-Korrespondentin veröffentlicht, der sich mit der Frage
der „europäischen Solidarität“ befasst und den ich übersetzt
habe.
...https://apolut.net/ceuta-krise-wer-steckt-dahinter-und-die-bedeutung-fur-eu-solidaritat-von-thomas-roper/
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