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Kosmische Spuren in Bäumen: Was sind Miyake-Ereignisse?

Kosmische Spuren in Bäumen: Was sind Miyake-Ereignisse?

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Irgendwann zu Beginn der 2010er Jahre steht die Doktorandin Fusa
Miyake zum ersten Mal vor einer sehr alten Baumscheibe. Es ist eine
Scheibe aus dem Stamm einer Japanischen Zeder, die 2000 Jahre lang
auf der Insel Yakushima im Süden Japans gewachsen war. Die Aufgabe
der jungen Physikerin: Sie soll die einzelnen Wachstumsringe des
Baumes untersuchen, um mehr über die Sonnenaktivität im achten
Jahrhundert herauszufinden, die dort chemische Spuren hinterlassen
hat. In gewisser Weise erreicht Miyake wenige Jahre später ihr
Ziel, allerdings deutlich spektakulärer als sie oder ihr
Doktorvater Betreuer das erwartetet hatten. Zum Ende ihrer
Doktorarbeit publiziert sie eine Studie im renommierten Magazin
„Nature“ und berichtet: Der Gehalt an Kohlenstoff-14 war im achten
Jahrhundert Jahr für Jahr unauffällig, stieg aber plötzlich
innerhalb nur eines Jahres an. Im Jahr 774 muss die Menge des
radioaktiven Nuklids in der Atmosphäre ganz plötzlich stark
zugenommen haben. Warum – das ist damals noch völlig unklar. Karl
erzählt in dieser Folge von einem rätselhaften Phänomen, das wenig
später den Namen der japanischen Physikerin erhält.
Miyake-Ereignisse beschäftigten schon bald Astrophysiker weltweit,
als klar wurde: Es handelt sich um ein global nachweisbares
Phänomen, in uralten Bäumen genauso wie im Gletschereis der
Antarktis. Dessen Ursprung liegt höchstwahrscheinlich nicht auf der
Erde. Hinzu kommt: Es blieb nicht bei einem einzelnen Ereignis im
Jahr 774. Bis heute fanden Forschende neun derartige Ereignisse aus
den letzten 14.000 Jahren, sieben gelten als gesichert. Nur in
unserer modernen Welt fehlt jegliche Erinnerung daran. Denn das
letzte Miyake-Ereignis fand man in Baumringen aus dem Jahr 993. Was
den Zustrom der radioaktiven Nuklide ausgelöst hatte, ist lange
unklar. Im Gespräch sind Supernova-Explosionen oder sogar exotische
Gammablitze irgendwo in der Nachbarschaft des Planetensystems.
Schon bald rückt auch die Sonne in den Fokus der Forschung. Was
auch immer die Ursache war: Die Spuren der Miyake-Ereignisse haben
bereits etliche Disziplinen beeinflusst. Dank ihnen gelang es, die
Radiokarbonmethode zur Altersdatierung deutlich zu verbessern.
Vereinzelt konnten sogar Jahrtausende zurückliegende Ereignisse aus
der Geschichte aufs Jahr genau datiert werden. Episodenbild: CC0
Gabriel Jimenez / Unsplash
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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