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  4. Wer die KI-Welle reitet, sollte nicht nur auf die Welle schauen (Thorsten Schrieber)
Im Podcast „von Bullen und Bären“ hatten wir DADAT-Director Paul
Reitinger zu Gast. Und Acatis-Vorstandssprecher Thorsten
Schrieber. Während die Massen dem KI-Hype hinterherjagen, erklärt
Schrieber, warum man bei den teuersten Tech-Werten vorsichtig
sein muss und wie man mit einem „Buffett 2.0“-Ansatz die echten
Gewinner von morgen identifiziert.

Die Börse kennt derzeit kaum ein heißeres Thema als künstliche
Intelligenz. Für Acatis-Geschäftsführer Thorsten Schrieber ist
der KI-Boom allerdings kein Grund, jedem Technologie-Titel
hinterherzulaufen. Im Gegenteil: Der Value-Investor sieht eine
zunehmende Diskrepanz zwischen Börsenpreis und innerem Wert – und
damit genau jene Chancen, die das Value Investing seit jeher
sucht.

Acatis nennt den Ansatz „Value 2.0“ beziehungsweise „Buffett
2.0“. Die klassischen Kriterien bleiben bestehen: solide
Fundamentaldaten, belastbare Geschäftsmodelle,
Wettbewerbsvorteile und eine aktionärsfreundliche Kapitalpolitik.
Neu ist, dass immaterielle Werte wie Technologie, Daten,
geistiges Eigentum und Netzwerkeffekte stärker in die
Unternehmensbewertung einfließen.

Schrieber unterscheidet zwischen den direkten KI-Profiteuren und
den „Schaufelherstellern“, die vom Aufbau der Infrastruktur
profitieren. Nvidia ist für ihn ein prominentes Beispiel, davor
steht etwa ASML mit seinen Lithografiemaschinen. Entscheidend sei
aber nicht, wie prominent ein KI-Titel ist, sondern ob
Fundamentaldaten und Bewertung zusammenpassen.

Gerade bei US-Aktien sieht Acatis derzeit ein Problem. Während
die USA im MSCI World inzwischen mehr als 70 Prozent ausmachen,
ist ihre Gewichtung im Acatis Value Event Fonds deutlich
geringer. Der Grund sei keine Skepsis gegenüber der
US-Wirtschaft, sondern die Bewertung. Besonders bei Technologie-
und KI-Aktien sei der Börsenpreis dem inneren Wert teilweise weit
vorausgelaufen.

Statt dem Momentum hinterherzulaufen, setzt Acatis daher auf
etablierte Unternehmen mit breiter Kundenbasis und robusten
Geschäftsmodellen. Microsoft und Salesforce nennt Schrieber
ebenso wie Alphabet und Amazon. Roche gehört ebenfalls zu den
größten Positionen. Das Motto: Technologie ist willkommen – aber
nicht um jeden Preis.

Künstliche Intelligenz spielt bei Acatis zugleich eine wichtige
Rolle im eigenen Investmentprozess. Die Technologie soll dabei
nicht den Fondsmanager ersetzen, sondern ihm helfen.

Im Acatis Value Event Fonds wird die Value-Philosophie um einen
Event-Ansatz ergänzt. Der Fonds investiert derzeit rund zwei
Drittel in Aktien und ist damit für einen ausgewogenen Mischfonds
relativ offensiv positioniert. Das verbleibende Drittel entfällt
vor allem auf Anleihen und Cash.

Events können etwa Übernahmen oder Spin-offs sein. Auch bei
Anleihen ergeben sich Chancen, beispielsweise wenn diese im Zuge
einer Fusion zurückgekauft werden. Die Rentenseite soll zugleich
Stabilität liefern. Rund die Hälfte des Anleiheanteils entfällt
laut Schrieber auf besonders sichere Titel wie deutsche
Bundesanleihen, ergänzt um opportunistischere
Unternehmensanleihen. Bei den Laufzeiten bleibt Acatis eher kurz,
um die Zinssensitivität zu begrenzen.

Für Anleger mit höherer Risikotoleranz verweist Schrieber auf den
Acatis Datini Value Flex Fonds. Dieser erzielte zuletzt eine
durchschnittliche Rendite von mehr als 14 Prozent pro Jahr,
allerdings bei höherer Volatilität. Auch bei neuen Themen wie
Kryptowährungen war der Fonds frühzeitig investiert.

Acatis will Value Investing nicht gegen den technologischen
Wandel verteidigen, sondern für ihn fit machen. Die Technologie
darf ins Portfolio. Der Hype muss es nicht.

https://www.acatis.de/

https://www.boerse-express.com/
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„Wer die KI-Welle reitet, sollte nicht nur auf die Welle schauen (Thorsten Schrieber)“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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