Als Außenminister Walther Rathenau am 24. Juni 1922 in Berlin von
Mitgliedern der rechtsextremen Organisation Consul ermordet wurde,
stand die junge Weimarer Republik unter Schock. Es war nicht der
erste politische Mord nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Seit
ihrer Gründung war die erste deutsche Demokratie Angriffen ihrer
Gegner ausgesetzt. Rechte Freikorps marschierten auf und wollten
den Umsturz, Monarchisten wünschten sich den Kaiser zurück, und im
Münchner Hofbräuhaus wurde 1920 die NSDAP gegründet. Auch
die von Moskau gesteuerte KPD wollte ein anderes System. Doch
kampflos gaben sich die Verteidiger der Republik nicht
geschlagen. Aber wie genau wehrt sich eine
Demokratie? Wie wehrhaft war Weimar? Diese
Frage diskutieren wir in unserer neuen Doppelfolge. Im
ersten Teil erzählen wir, wie politische Morde und Attentate die
junge Republik erschüttern. Wir zeigen, wie die Reichsregierung mit
dem Republikschutzgesetz von 1922 eine scharfe Waffe
gegen Extremisten schafft. Doch wie soll
ihr Kampf gegen Demokratiefeinde gelingen, wenn selbst an den
Schaltstellen der Justiz Sympathisanten mörderischer
Geheimorganisationen sitzen? Außerdem blicken wir darauf, wie der
Freistaat Bayern immer wieder die Verteidigung der Demokratie
sabotiert – und zur Brutstätte für den Aufstieg der NSDAP wird.
In beiden Folgen zeichnen wir nach, wie
die NSDAP trotz der Gegenwehr zur Massenpartei aufsteigt
– und wie sich das gesellschaftliche Klima in
Deutschland so sehr gegen die Republik dreht,
dass der Kreis ihrer Verteidiger immer kleiner
wird und die Deutschen in der Mehrheit Parteien wählen,
die die Republik abschaffen wollen. Und schließlich stellen
wir die Frage: Was bedeutet das für unsere Gegenwart? Was
lehrt uns Weimar? Auch das aktuelle ZEIT
Geschichte-Heft widmet sich dem Thema Weimar.
Das langsame Sterben einer Demokratie – und was wir daraus lernen
können. Sie bekommen es online im ZEIT
Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie eine
Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen bestellen. Alle
Folgen des Podcasts hören Sie hier. Die Redaktion
erreichen Sie per Mail unter zeitgeschichte@zeit.de.
Folgende Bücher haben wir für diese Sendung verwendet:
Julius Gumbel: Vier Jahre politischer Mord, Verlag der neuen
Gesellschaft, Berlin 1922. Als Neuauflage: Verlag das Wunderhorn,
Heidelberg 1980. Katrin Stein: Parteiverbote in der Weimarer
Republik, Duncker & Humblot Verlag, Berlin 1999. Christoph
Gusy: Weimar – die
wehrlose Republik? Verfassungsschutzrecht und
Verfassungsschutz in der Weimarer Republik, Mohr Verlag, Tübingen
1991. Heinrich August Winkler: Weimar 1918–1933. Die Geschichte der
ersten deutschen Demokratie, C. H. Beck, München 2024. Ein
Protokoll der Reichstagsdebatte kann man auf dieser
Seite der Bayerischen Staatsbibliothek nachlesen. Hier
können Sie eine aktuelle Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum
Testen bestellen. Sie bekommen das Heft zum Bauernkrieg, aber auch
viele andere, im Handel oder online im ZEIT Shop. Vergünstigtes
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