Ultra Cycling steht für extreme Distanzen, wenig Schlaf,
körperliche Grenzerfahrungen und außergewöhnliche Leistungen.
Doch was passiert, wenn nicht der Körper das Problem ist, sondern
der Kopf?
In Folge 268 spricht Andreas mit dem österreichischen Ultra
Cyclisten Markus Rudisch über eine Seite des Sports, die zwischen
Finisher Fotos, Bestzeiten und Podiumsplatzierungen nur selten
sichtbar wird.
Markus ist 34 Jahre alt, arbeitet Vollzeit als IT Manager und
betreibt seit rund vier Jahren ambitioniert Ultra Cycling. Mit
Erfolgen beim Race Around Niederösterreich und weiteren Ultra
Rennen entwickelte sich aus dem Hobby zunehmend ein zweiter Job.
Neben einer 40 Stunden Arbeitswoche standen zuletzt bis zu 20
Trainingsstunden pro Woche auf dem Programm.
Aufstehen, arbeiten, trainieren, essen, schlafen.
Mit den Erfolgen stiegen die eigenen Erwartungen. Und obwohl
Markus körperlich immer leistungsfähiger wurde, veränderte sich
etwas anderes: Die Freude am Radfahren verschwand zunehmend.
Selbst Zeit mit Familie und Freunden wurde gedanklich vom
nächsten Training bestimmt.
Beim Race Across Austria kam schließlich der entscheidende
Moment. Markus war körperlich stark, seine Leistungswerte
stimmten und zeitweise lag er sogar in Führung. Trotzdem
entschied er sich bewusst dazu, das Rennen abzubrechen.
Nicht weil sein Körper nicht mehr konnte.
Sondern weil er erkannte, dass ein erfolgreiches Finish
vermutlich nur dazu geführt hätte, die Spirale aus Training,
Leistungsdruck und immer höheren Erwartungen weiterzudrehen.
Markus spricht offen darüber, wie schwer diese Entscheidung war,
warum er darin letztlich den einzigen sinnvollen Ausweg sah und
weshalb er befürchtete, bei unverändertem Kurs auf einen Burnout
zuzusteuern.
Gemeinsam sprechen Andreas und Markus darüber, wann Ehrgeiz zur
Belastung wird, warum Erfolg nicht ausschließlich über
Platzierungen definiert werden sollte und weshalb es manchmal
mehr Stärke erfordert aufzuhören als weiterzufahren. Es geht um
Leistungsdruck im Amateursport, fehlende echte Ruhetage, mentale
Warnsignale, den Umgang mit vermeintlichem Scheitern und darum,
wieder Freude an einem Sport zu finden, der ursprünglich einmal
Ausgleich zum Alltag sein sollte.
Eine Folge über Ultra Cycling, mentale Gesundheit und die
vielleicht wichtigste Frage im ambitionierten Sport:
Wie viel bin ich bereit für meine Ziele zu investieren und wann
ist es genug?
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