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#### Summary

Paulus preist Gott den Vater, der uns in Christus mit allen
geistlichen Segnungen in den himmlischen Örtern beschenkt und vor
Grundlegung der Welt zur Heiligkeit erwählt hat.

#### Details

**Einordnung des Textes**

Die Predigt setzt die Auslegung des Epheserbriefs fort und
behandelt Epheser 1,3–4. Anders als die meisten Paulusbriefe
beginnt der Epheserbrief nicht mit einer Danksagung, sondern mit
einem Lobpreis, der von Vers 3 bis 14 reicht und als Höhepunkt
aller paulinischen Lobpreisungen gilt. Sein Zeithorizont umspannt
die ewige Vergangenheit bis zur ewigen Zukunft. Gegliedert ist er
trinitarisch: Verse 3–6 preisen den Vater für die ewige
Erwählung, Verse 7–12 den Sohn für die vollbrachte Erlösung,
Verse 13–14 den Heiligen Geist als Siegel und Unterpfand.

**Gott hat uns gesegnet in Christus (Vers 3)**

Das Wort „gepriesen" trägt den Gedanken, gut von jemandem zu
reden, ihn zu loben und zu segnen. Paulus greift damit einen
jüdischen Brauch auf, der erstmals in 1. Mose 9,26 bei Noah
begegnet und sich etwa bei David in 1. Könige 1,48 fortsetzt. Der
entscheidende Unterschied: Paulus preist nicht mehr Jahwe als
Bundesgott Israels allein, sondern den Gott und Vater unseres
Herrn Jesus Christus, durch den das Heil zu allen Nationen
gekommen ist. Damit klingt bereits das große Thema des Briefes an
– das neue Volk Gottes aus Juden und Heiden, jenes Geheimnis, das
nach Epheser 3,6 den Aposteln offenbart wurde.

Die Bezeichnung Gottes als „Gott unseres Herrn Jesus Christus"
schwächt die Gottheit Christi keineswegs ab, sondern bezieht sich
auf seine menschliche Natur: Als Mensch wurde Jesus im Mutterleib
geformt, war abhängig von Gott, glaubte, gehorchte und diente
ihm. Genau in dieser Menschwerdung liegt die Grundlage dafür,
dass Gott sich ein Volk erkaufen konnte.

Drei Aspekte bestimmen den Segen näher:

- **Die Art**: „geistlich" meint vom Geist gewirkt. Durch den
Glauben empfangen wir den Heiligen Geist – und mit ihm Gott
selbst, die Garantie für Erlösung, ewiges Leben, Bewahrung,
Heiligung und Verherrlichung.

- **Der Ort**: Die „himmlischen Örter" begegnen fünfmal im
Epheserbrief. Nach Kapitel 1,20 thront dort Christus zur Rechten
Gottes; nach 3,10 wohnen dort mächtige Engelwesen, denen die
Gemeinde Gottes Weisheit zeigt; nach 6,12 existieren dort auch
geistliche Mächte der Bosheit. Diese Sphäre der Herrlichkeit
Gottes beschenkt uns schon jetzt – wir haben bereits Zutritt zu
Gottes Gegenwart.

- **Der Mittler**: Christus. Nach Epheser 2,6 hat Gott uns mit
ihm auferweckt und in den himmlischen Örtern mitsitzen lassen.
Der Christ hat gleichzeitig zwei Aufenthaltsorte: seinen
irdischen Wohnort und den Himmel.

Daraus folgt keine Handlungsanweisung, sondern Anbetung. Verdient
hätten wir den Zorn Gottes; stattdessen empfangen wir
unaussprechliche Segnungen. Murren und Unzufriedenheit verraten,
dass dieser Reichtum nicht verstanden wurde – der Christ bleibt
der reichste Mensch, selbst wenn er nichts besitzt.

**Gott hat uns erwählt in Christus (Vers 4)**

Erwählung ist der erste und grundlegende dieser geistlichen
Segnungen. Das griechische Wort beschreibt, wie jemand aus einer
Menge einzelne Personen aussucht – vergleichbar der
Mannschaftswahl im Sportunterricht. Der Prediger betont, weder
für noch gegen eine theologische Partei sprechen zu wollen,
sondern Gottes Wort selbst zu Wort kommen zu lassen. Für Paulus
ist die Erwählung keine Diskussionsfrage, sondern eine schlichte
Feststellung – bereits das Alte Testament (5. Mose 7,7–8) und
Jesus selbst (Lukas 6,13; Johannes 15,16) bezeugen sie.

Dabei ist Gott stets der Aktive, der Erwählte der Passive. Wie
Gott einst das kleine Israel erwählte, so beruft er heute
Schwache, Törichte und Verachtete (1. Korinther 1), damit niemand
sich rühme. Den Ephesern gilt: Sie, die Magie trieben, Artemis
anbeteten und tot waren in ihren Sünden, hat Gott erwählt. Der
Einwand der Ungerechtigkeit greift nicht – gerecht wäre die
Verdammnis aller; dass Gott überhaupt rettet, ist reine
Gnade.

Drei Aspekte der Erwählung:

- **Der Zeitpunkt**: vor Grundlegung der Welt, als nichts
existierte außer dem dreieinigen Gott. Die Wahl hing also nicht
von menschlichem Tun ab – nach Römer 9,11 geschah sie, als sie
„weder Gutes noch Böses getan hatten".

- **Das Ziel**: heilig und untadelig vor ihm in Liebe. Heilig
meint abgesondert wie auch rein und sündlos; untadelig bedeutet
frei von Schuld und Befleckung. Martyn Lloyd-Jones unterscheidet
Heiligkeit als inneren Zustand der Reinheit von Untadeligkeit als
nach außen sichtbarer Reinheit. Da Gott reinstes Licht ist (1.
Johannes 1,5; 1. Timotheus 6,16), könnten befleckte Menschen
unmöglich vor ihm bestehen – Gott aber versetzt sie in einen
Stand, der die Folgen des Sündenfalls vollständig aufhebt.

- **Die Grundlage**: Jesus Christus. Bereits vor Grundlegung der
Welt war das Lamm ohne Fehl zuvor erkannt (1. Petrus 1,19–20).
Weil Gott seinen Sohn zum Opfer bestimmte, konnte er sein Volk
„in ihm" erwählen und namentlich zur Heiligkeit berufen.

**Vier Anwendungen**

1. **Vertraue auf Christus** – wer noch unversöhnt ist, soll
nicht grübeln, ob er erwählt sei, sondern glauben. Nach 2. Petrus
1,10 macht man Berufung und Erwählung fest durch Vertrauen auf
Christus, nicht durch Werke, Frömmigkeit, Abstammung,
Kirchenzugehörigkeit oder Taufe.

2. **Strebe nach heiligem Leben** – der Einwand, Erwählung
erlaube Zügellosigkeit, verkennt ihr Ziel. Was wir in Christus
bereits sind, soll sichtbar werden: Sünde töten, den neuen
Menschen anziehen (Kolosser 3,12).

3. **Verwirf jeden Ruhm** – die Erwählung vernichtet Stolz und
wirkt tiefe Demut, Dankbarkeit und Anbetung, denn niemand hat
etwas dazu beigetragen.

4. **Evangelisiere die Verlorenen** – gerade weil Gott ein Volk
erwählt hat, wird das Evangelium verkündigt. Paulus, der größte
Evangelist, erduldete alles „um der Auserwählten willen" (2.
Timotheus 2,10). Diese Lehre befreit vom Überredungsdruck:
Verkündigen ist unsere Aufgabe, Retten Gottes Werk.

Die Predigt schließt mit Gebet – Dank für den ewigen Rettungsplan
und Bitte, dass Gott auch heute Menschen zu sich ruft.
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„Der ewige Rettungsplan Gottes (Epheser 1,3-4) - Richard Friesen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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