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Die militärische Landesverteidigung hat seit 2022 wieder
politische Priorität, wie aber steht es um die Zivilverteidigung?
Oberstleutnant Michael Gutzeit spricht dazu mit der Historikerin,
Cornelia Juliane Grosse, die am ZMSBw zur Zivilverteidigung im
Kalten Krieg forscht und dem sicherheitspolitischen Analysten und
Berater, Ferdinand Gehringer.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat die Zeitenwende
die öffentliche Wahrnehmung wieder auf die Rolle der Bundeswehr
in der Landes- und Bündnisverteidigung gelenkt. Zugleich ist auch
die Zivilverteidigung, als zweiter Baustein der
Gesamtverteidigung, erneut ins Blickfeld geraten. 

Wirft man einen Blick zurück, so zeigen sich bereits früh
parallele Entwicklungen. Mit der Aufstellung der Bundeswehr ab
1955 wurde auch der zivile Anteil der Verteidigung aufgebaut. Bis
zum Ende des Kalten Krieges entstand so ein komplexes System der
Gesamtverteidigung, das die Bundesrepublik bei einem Angriff des
Warschauer Paktes umfänglich schützen sollte. Nach 1990/91 wurden
diese Strukturen umfänglich abgebaut.

Heute stellt sich angesichts einer veränderten Bedrohungslage die
Frage, wie ein erneuertes Konzept der Gesamtverteidigung aussehen
kann? Was kann man hierfür aus der Zeit des Kalten Krieges lernen
und welche Rolle spielen hybride Bedrohungen? Welchen Platz nimmt
die Bevölkerungen in den Planungen ein? 

Im Podcast geht es um das Zusammenspiel aus historischer
Erfahrung und aktueller Bedrohungslage. Es zeigt sich, dass
vieles gar nicht so neu ist wie es scheint. Aber: Die
Bundesrepublik ist, anders als im Kalten Krieg, kein
unmittelbarer Frontstaat mehr und die hohe Zahl an hybriden
Angriffen und Bedrohungen schafft eine neue Dimension von
Komplexität. Wo steht unser Land also hinsichtlich der Planungen?
Ist auch in der Zivilverteidigung eine Zeitenwende eingeleitet?

Gesprächspartner

Cornelia Juliane Grosse ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in
der Abteilung Bildung am ZMSBw. Sie ist Chefredakteurin der
"Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung" und
verantwortliche Redakteurin der
Buchreihe "Kriege der Moderne". Sie forscht
außerdem zur Zivilverteidigung,
zur zivil-militärischen Zusammenarbeit sowie zur
Militärgeschichte im Kalten Krieg.

Ferdinand Gehringer arbeitet als selbstständiger
sicherheitspolitischer Analyst und Autor. Auf nationaler und
internationaler Ebene berät er zu Fragen der hybriden Bedrohungen, dem Schutz kritischer Infrastrukturen sowie
zur Cyber- und Informationssicherheit an der Schnittstelle von
Technologie, Regulierung und Geopolitik. Er ist Sachverständiger,
entwickelt Sicherheitskonzepte, schreibt Analysen und berät den
Deutschen Bundestag, Ministerien, das Europäische Parlament sowie
internationale Partner.

Oberstleutnant Michael Gutzeit  ist der Leiter der
Informationsarbeit (LdI) und Pressesprecher des Zentrums für
Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in
Potsdam sowie für die Webseite und digitale Medien
verantwortlich.
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„Zeitenwende in der Zivilverteidigung? Bevölkerungsschutz gestern und heute“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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