Episode 56 mit Tuvaband

Episode 56 mit Tuvaband

vor 6 Monaten
BEAT Producer Podcast
49 Minuten
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Podcast
Podcaster
Learn what's hot in music production

Beschreibung

vor 6 Monaten

Diese Podcast-Folge widmet sich Tuvaband, die sich auf ihrem
aktuellen Album wie gewohnt der Ästhetik des Pop verweigert – ihm
aber mit betörenden Songs und einer neuen Offenheit so nahe kommt
wie nie zuvor.


Ursprünglich wollte ich mit Tuva Hellum Marschhäuser nur über
ihre Stimme sprechen. Die nämlich ist eine von denen, die man
nicht so schnell vergisst. Die aus denen von tausenden anderen
SängerInnen heraussticht. Die einen schon berühren würde, wenn
sie für sich alleine stünde und nicht durch bildhafte Texte und
eine tiefe Produktion weiter aufgeladen würde.


Dann aber habe ich es mir anders überlegt. Denn in ihrem Projekt
Tuvaband dient die Stimme der Norwegerin lediglich als Bindeglied
um schwebende Harmonien, ferne Echos und entrückte Synthis in
großen Songs miteinander zu verbinden. Man könnte sogar sagen:
Bis zu ihrem aktuellen Album „Seven Ways of Floating” wollte Tuva
die Aufmerksamkeit gar nicht auf sich, sondern die Untiefen
lenken, die sich in den Arrangements auftun – auf gegen den
Strich gebürstete Beats und Samples aus unzähligen Sessions, die,
teilweise nur wenige Takte kurz, die Musik heimsuchen wie Geister
die mit dem Leben noch nicht abgeschlossen haben.


Eine Auszeit war für den Perspektivenwechsel verantwortlich. Nach
intensiven Jahren, in denen sich die Künstlerin in Solo-Alben und
experimentellen Kollaborationen austobte, nahm sich Tuva eine
kurze Auszeit, hinterfragte ihre Motivationen und beschloss: Von
nun an sollten ihre Musik mehr sein als nur persönliche Sinnsuche
und Katharsis – sie sollte sich zur Welt hin öffnen. Die Texte,
die auf ihrer vorigen LP noch sehr konkret und spezifisch waren,
wurden poetischer, die Akkorde durften öfter in Dur baden – Türen
in eine Welt, in die man sich zurückziehen und aus der man
Hoffnung, Trost und neue Energie ziehen kann.


Die Studioarbeit spiegelte die kreative Ausrichtung. Auch wenn
wie immer bei Tuvaband nichts so glatt ist wie ein Charts-Hit und
die Oberflächen niemals blankpoliert sind, so bestechen die neuen
Songs doch mit einer ungewohnten Direktheit. Ihre Stimme ist
immer noch der Mittelpunkt dieser Kompositionen. Doch täte man
der Musik unrecht, sie nur auf dieses eine Element
herunterzubrechen.
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