Ist Bodenarbeit „nur“ eine gute Ergänzung oder kann sie
Reiten ganz ersetzen?
Darüber diskutieren in der 300. Jubiläumfolge von „Auf Trab“ die
drei bekannten Dressur-Trainer: innen
#BrittaSchöffmann ,
#ClaudiaButry und
#HorstBecker. Sie gehen der Sache auf den Grund,
warum Bodenarbeit einen derartigen Aufschwung erlebt und weshalb
zugleich immer mehr PferdebesitzerInnen sich nicht mehr in den
Sattel schwingen.
Soweit sind sich die drei Trainer:innen einig: Bodenarbeit gehört
seit jeher zur Ausbildung eines Pferdes. Sie beginnt bereits beim
sicheren Führen, Anhalten, Rückwärtsrichtenund beim respektvollen
Umgang miteinander. Man lernt seine eigene Körpersprache
bewusster einzusetzen. Vor allem bietet sie die bietet
Möglichkeit das Pferd besser beobachten zu können, als vom Sattel
aus. Auch das Longieren, die Stangenarbeit, die klassische
Handarbeit und die Vorbereitung gymnastizierender Lektionen vom
Boden aus können wertvolle Bestandteile des Trainings sein.
Problematisch wird es nach Ansicht der drei Trainer jedoch, wenn
Bodenarbeit nicht mehr gezielt eingesetzt wird, sondern das
eigentliche Training ersetzt. Ein Pferd lediglich im langsamen
Schritt durch die Halle zu führen reiche weder für den Aufbau der
Muskulatur noch für Herz, Kreislauf, Lunge, Sehnen, Bänder und
Knochen aus. Pferde sind Bewegungstiere und benötigen neben
ruhiger Arbeit auch Trab, Galopp und gezielte Belastungsreize.
Die AUF TRAB-Gäste berichten über die zunehmende Angst vieler
Reiterinnen und Reiter: Angst, dem Pferd durch das Reiten zu
schaden und Angst vor Kritik in den sozialen Medien. Hinzu kommen
spektakuläre Bilder von Freiheitsdressur und vom Reiten ohne
Sattel oder Zaumzeug, die den Eindruck vermitteln, dieser Weg sei
besonders natürlich und einfach. Tatsächlich erfordert gute
Boden- und Freiarbeit ebenso viel Wissen, Konsequenz, Timing,
Geduld und Körperkontrolle wie gutes Reiten.
Horst Becker schildert, wie Bodenarbeit dabei helfen kann, nach
einem langen Schul- oder Arbeisalltag wieder körperlich und
geistig dem Pferd gegenüber präsent zu werden.
Claudia Butry erklärt, wie Pferde durch Longieren, Handarbeit und
gezielte Gymnastizierung auf das Reitergewicht vorbereitet werden
können.
Britta Schöffmann betont, dass Pferde ausreichendBewegung und
Trainingsreize brauchen und gut ausgeführtes Reiten deshalb auch
ein Beitrag zu Gesundheit und Tierwohl sein kann.
Einigkeit besteht in der Runde darin, dass man
Bodenarbeit und Reiten nicht gegeneinander ausspielen
sollte. Bodenarbeit kann vorbereiten, ergänzen,
Abwechslung schaffen und die Verständigung verbessern. Das Ziel
sollte aber ein Pferd sein, das körperlich und mental so
ausgebildet ist, dass es seinenMenschen gesund, sicher und
möglichst mit Freude tragen kann.
Eine meinungsstarke 300.te Jubiläumsfolge über gutes Training,
Verantwortung, Fitness, Social-Media-Trends und die Frage, ob wir
unseren Pferden wirklich einen Gefallen tun, wenn wir nicht
reiten .
Und wie ist eure Meinung?Ist Bodenarbeit
für Euch Vorbereitung, Ergänzung oder bereits der Schwerpunkt des
Trainings? Und wie oft sitzt ihr tatsächlich noch im Sattel?
Schreibt ees uns gerne in die Kommentare oder schreibt mir ein
Mail an julia@auftrab.eu.
In den kommenden Ausgaben planen wir dann ein Q&A-Runde mit
euren Fragen an unsere prominenten Podcast-Gäste dieser Episode
und früherer Folgen. Euch erwarten Tipps von #IngridKlimke zur
Stangenarbeit, von #MikeGeitner zur dualen Aktivierung, Hacks von
#RosiSchreiber-Jetzinger zum Reiten aus der Mitte, Tipps von
#AnjaBeifuss zur Fütterung oder auch von #SibylleWiemer, wie man
die Ellbogen locker fallen lässt.
Wir freuen uns sehr auf Eure Beiträge – eure Julia Kistner und
ihre Welshcobs.
Musik- und Soundrechte:
https://auftrab.eu/index.php/musik-und-soundrechte/
#Pferd #Bodenarbeit #reiten #Reitersitz #Tierschutz
#pferdegerecht #Pferdegesundheit
Foto: AUF TRAB
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.