Totenstille über den Salzfeldern. Albatera und die Erinnerung an den spanischen Bürgerkrieg

Totenstille über den Salzfeldern. Albatera und die Erinnerung an den spanischen Bürgerkrieg

vor 1 Woche
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Beschreibung

vor 1 Woche
Vor 90 Jahren begann der spanische Bürgerkrieg, der über 500.000
Menschen das Leben kostete. Eine weitere halbe Million
Republikaner, Regimegegner und Flüchtlinge wurde in den ersten
Jahren der Franco-Diktatur in Konzentrationslager eingesperrt. Über
die Lager ist bis heute wenig bekannt, das Regime hatte viele
Spuren ihrer Existenz beseitigt. Ein Zeitzeuge war der ehemalige
anarchistische Milizionär Isidro Benet. Fast sein ganzes Leben lang
hatte er nicht über seine Haft in Albatera gesprochen. Erst mit 90
Jahren, kurz vor seinem Tod, begann er, seine Erlebnisse
aufzuschreiben. Heute führt der Archäologe Felipe Mejías in der
Provinz Alicante Grabungen auf dem Gelände des ehemaligen
Konzentrationslagers von Albatera durch. Er hat bei seiner
Spurensuche mit vielen Widerständen zu kämpfen. Der Blick der
spanischen Gesellschaft auf die eigene Vergangenheit ist auch heute
noch von Gegensätzen geprägt. Einerseits sind an vielen Orten
Bürgerinitiativen zur Aufarbeitung der Vergangenheit entstanden,
andererseits ist in Teilen der Gesellschaft immer noch der Pakt des
Schweigens bemerkbar. Bürgerkrieg und Diktatur liegen im Fokus
parteipolitischer Auseinandersetzungen. Erst 2021 hat man in
Alicante mit Exhumierungen von Massengräbern der Opfer der
Repressionen begonnen. 2025 wurde die Stadt als zweite Stadt
Spaniens nach Guernica zum “Ort der demokratischen Erinnerung“
ernannt.
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