Wie leicht ist es eigentlich geworden, Hacker zu werden? Mark holt
sich für diese Folge Verstärkung von Thomas Lang, seit 26 Jahren in
der IT und einem Großteil davon in der Informationssicherheit
unterwegs. Sein Fachgebiet beginnt genau dort, wo niemand hinwill:
wenn der Hacker schon da war, oder wenn verhindert werden soll,
dass er kommt. Die zentrale These der Folge: Früher musste ein
Angreifer wissen, wie man einen Netzwerkscan schreibt und sich
unauffällig durchs System bewegt. Heute reicht ein Satz an ein
Sprachmodell. Thomas zeigt, wie schnell sich aus Claude Code,
Docker, MCP-Server-Anbindungen an Kali Linux und Shodan in fünf
Minuten eine komplette Pentest-Werkzeugkette zusammenklickt, ganz
ohne die Kommandozeilen-Skills, die früher Pflicht waren. Aus der
Praxis erzählt er von Angreifern, die sich 14 Monate lang mit
Domain-Admin-Rechten auf einem Terminal-Server tummelten, und von
einem Azubi, der sich privat Hacker-Skills aneignete und sie
ungestraft im Firmennetz ausprobierte. Die unbequeme Erkenntnis:
Gegen interne Täter sind Unternehmen typischerweise viel schlechter
gewappnet als gegen externe. Ein Abstecher führt in die
Schattenmärkte des Darknets: WormGPT und FraudGPT werden dort als
Software-as-a-Service vertrieben, inklusive Telegram-Support,
Monatsabo für 129 Dollar oder Lifetime-Lizenz für 900 Dollar: die
komplette arbeitsteilige Wirtschaft der legalen Welt, nur befreit
von der Pflicht, sich an Gesetze zu halten. Dazu kommt Voice
Cloning: Mark und Jens haben selbst getestet, wie ein lokales
Modell aus 15 Sekunden Audiomaterial eine täuschend echte Stimme
erzeugt, ganz ohne Cloud, auf einem gewöhnlichen Notebook. Für
CEO-Fraud, Social Engineering und Prompt Injection über
MCP-Schnittstellen eine völlig neue Angriffsfläche. Die Analogie
zur Lotus-Notes/Domino-Ära liefert den roten Faden für den zweiten
Teil des Gesprächs: Wenn IT-Fähigkeiten dezentral in die Hände von
Fachabteilungen wandern, entsteht Tempo, aber auch Intransparenz,
die Sicherheit und Governance erschwert. Braucht jedes Unternehmen
bald eine eigene agentische Sicherheits-KI gegen agentische
Angriffs-KI? Und lohnt sich angesichts explodierender Tokenkosten
die Rückkehr zum eigenen Serverschrank im Rechenzentrum, statt
alles in die Cloud zu schieben? Am Ende steht der
"Mythos"-Zwischenfall bei Anthropic (ein Modell, das angeblich aus
seiner eigenen Sandbox ausgebrochen sein und eigenständig eine Mail
verschickt haben soll) und eine Beobachtung, über die eine Bank in
Frankfurt genau an diesem Tag bereits nachgedacht hat: Was, wenn
allein die Existenz eines Modells ausreicht, um die Frage "Müssen
wir unsere Systeme vom Netz nehmen?" auf den Tisch zu bringen?
Kritisch, aber nicht ohne Hoffnung, denn dieselbe Technologie
steckt eben auch hinter medizinischer Diagnostik, die Leben retten
kann. Am Schluss gibt's noch eine Empfehlung: Wer tiefer in echte
Hacker-Geschichten eintauchen will, sollte sich Dark Net Diaries
anhören. — Think Different. Think AI. mit Mark Zimmermann und Jens
Scharnetzki. Hören: Apple, Spotify, YouTube, RSS
https://think-ai.podigee.io Neue Folge zuerst im WhatsApp-Kanal
https://whatsapp.com/channel/0029VbDJ4ZlGufIrpquad004 Wenn euch die
Folge was gebracht hat: einmal bei Apple bewerten. Das entscheidet,
ob jemand Neues uns findet.
https://podcasts.apple.com/de/podcast/think-different-think-ai/id1828021699
Feedback und Gäste: über die Show-Seite.
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