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Beschreibung
vor 1 Monat
2005 veröffentlicht Dan Everett, ehemaliger Missionar und jetzt
Linguist, einen zutiefst kontroversen Aufsatz über die Sprache
und das Volk der Pirahã, das tief im Amazonasgebiet lebt. Von der
wissenschaftliche Community wurden ihm bald Rassismus und
Unwissenschaftlichkeit vorgeworfen, doch die Medien waren
fasziniert. Dass Dan Everett seine Hypothesen immer wieder
wiederholte hat und zusätzlich jemand ist, der gerne in der
Öffentlichkeit steht, hat alles nur noch mehr befeuert. Wir
klären in dieser Folge, was Everett eigentlich behauptet hat, was
das für die Linguistik bedeutet hat und was davon heute geblieben
ist.
Ein Podcast von Anton und Jakob.
Instagram: https://www.instagram.com/sprachpfade
___
Links:
Tonaufnahme eines Pirahã:
https://youtu.be/SHv3-U9VPAs?si=Nx6P6y4Gta9OoHZb
Über die Pirahã:
https://pib.socioambiental.org/en/Povo:Pirah%c3%a3
Pirahã im World Atlas of Language Structure (WALS):
https://wals.info/languoid/lect/wals_code_prh
Dan Everett über die Pirahã:
https://daneverettbooks.com/about-dan/about-the-pirahas/
(nicht ganz unproblematischer) 3Sat-Beitrag über Dan Everetts
Forschung bei den Pirahã:
https://www.youtube.com/watch?v=CjSG_PfmuK8
___
Die in der Folge erwähnten Aufsätze (chronologisch):
Daniel Everett (2005): „Cultural Constraints on Grammar and
Cognition in Pirahã. Another Look at the Design Features of Human
Language“, in: Current Anthropology 46.4, S. 621-646.
Andrew Nevins, Devid Pesetsky, Cilene Rodrigues (2009):
„Pirahã Exceptionality. A Reassessment“, in: Language 85.2, S.
355-404.
Daniel Everett (2009): „Pirahã Culture and Grammar. A Respone
to Some Criticisms“, in: Language 85.2, S. 405-442.
Andrew Nevins, Devid Pesetsky, Cilene Rodrigues (2009):
„Evidence and argumentation. A reply to Everett (2009)“, in:
Language 85.3, S. 671-681.
___
Abdruck von Everetts Aufsatz von 2005 mit einer kurzen Einordnung
und Bibliographie der Kontroverse:
Kap. "H. Linguistische Diskussionen", aus: Ludger Hoffmann (Hg.)
(2019): Sprachwissenschaft. Ein Reader, 4. aktualisierte und
erweiterte Auflage, Berlin/Boston, S. 1031-1087.
___
Das Buch von Dan Everett über seine Zeit bei den Pirahã:
im englischen Original: Daniel Everett (2008): Don’t Sleep,
There Are Snakes. Life and Language in the Amazoian Jungle, New
York.
in deutscher Übersetzung: Daniel Everett (2010): Das
glücklichste Volk. Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am
Amazonas, übers. v. Sebastian Vogel, München.
Alle Literatur ausleihbar in deiner nächsten Bibliothek!
___
Gegenüber Themenvorschlägen für die kommenden Ausflüge in die
Sprachwissenschaft und Anregungen jeder Art sind wir stets offen.
Wir freuen uns auf euer Feedback! Schreibt uns dazu einfach an
oder in die DMs:
anton.sprachpfade@protonmail.com oder
jakob.sprachpfade@protonmail.com
___
Titelgrafik und Musik von Elias Kündiger
https://on.soundcloud.com/ySNQ6
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Kommentare (2)
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Als ehemaliger Linguist freue ich mich immer, Podcasts zum Thema zu finden, und unterstütze diese grundsätzlich sehr gerne. Da ich diese Kontroverse miterlebt habe, habe ich mich besonders über diese Episodw gefreut. Leider muss ich mich aber kritisch mit Feedback melden. Der Grundton ist m.E. ein süffisantes ad hominem, teilweise sogar unter der Gürtellinie. (Lachen wenn es darum geht, dass seine Frau sich von ihm getrennt hat?) Nach 25 Minuten immer noch nichts zu den wiss. Inhalten. Teilweise scheint mir nur ein oberflächliches Verständnis vom Wissenschaftsdiskurs vorzuliegen, s. die Reaktionen auf den 2005 Aufsatz und die Darstellung des "Austauschs" mit den drei Gegner, die lange vor VÖ übers Internet stattfand. Man kann über Dan denken, was man will, aber wenn es grundsätzlich verwerflich wäre, als Wissenschaftler Interviews zu geben, was ist dann mit Chomsky? Das Beispiel Zahlwörter ist schlecht, da es hier zahlreiche Folgestudien gab. Zu dem unberechtigten Rassismusvorwurf hat sich Dan mehrfach geäußert. Hier scheint er auf einem Missverstehen einer sehr oberflächlichen Fassung seiner Forschung zu beruhen. (Die sind glücklich, weil sie nicht zählen können?) Nichts für ungut, werde weiter zuhören...
Als ehemaliger Linguist freue ich mich immer, Podcasts zum Thema zu finden, und unterstütze diese grundsätzlich sehr gerne. Da ich diese Kontroverse miterlebt habe, habe ich mich besonders über diese Episode gefreut. Leider muss ich mich aber kritisch mit Feedback melden. Der Grundton ist m.E. ein süffisantes ad hominem, teilweise sogar unter der Gürtellinie. (Lachen wenn es darum geht, dass seine Frau sich von ihm getrennt hat?) Nach 25 Minuten immer noch nichts zu den wiss. Inhalten. Teilweise scheint mir nur ein oberflächliches Verständnis vom Wissenschaftsdiskurs vorzuliegen, s. die Reaktionen auf den 2005 Aufsatz und die Darstellung des "Austauschs" mit den drei Gegner, der lange vor VÖ übers Internet stattfand. Man kann über Dan denken, was man will, aber wenn es grundsätzlich verwerflich wäre, als Wissenschaftler Interviews zu geben, was ist dann mit Chomsky? Das Beispiel Zahlwörter ist schlecht, da es hier zahlreiche Folgestudien gab. Zu dem unberechtigten Rassismusvorwurf hat sich Dan mehrfach geäußert. Hier scheint er auf einem Missverstehen einer sehr oberflächlichen Fassung seiner Forschung zu beruhen. (Die sind glücklich, weil sie nicht zählen können?) Nichts für ungut. Werde weiter zuhören... (wartet auf Freigabe)