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  4. Kugelmugel: Der Mikrostaat im Wiener Prater (#91)

Als die Behörden sein selbst gebautes Kugelhaus beanstandeten,
erklärte der Künstler Edwin Lipburger es kurzerhand für keinen
Bau, sondern einen positiv gekrümmten, zweidimensionalen Raum.
1976 ging er noch weiter und rief die eigenständige Republik
Kugelmugel aus, mit Grenze, Pässen, Briefmarken und einem
Präsidenten. Wegen Amtsanmaßung saß er dafür sogar einige Wochen
im Gefängnis. Seit 1982 steht die acht Meter große Holzkugel im
Wiener Prater, umzäunt mit Stacheldraht und einem Schild am
Antifaschismusplatz. Hinter dem skurrilen Bauwerk steckt ein
politisches Gesamtkunstwerk, das die Symbole staatlicher Macht
konsequent parodiert. Auch in den USA gibt es solche Spielereien:
Die Mikronation Molossia führt bis heute im Scherz Krieg gegen
die längst untergegangene DDR.

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