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  4. Schottische Aufklärung: Wie ein armes Land die moderne Welt erdachte (#80)

Ausgerechnet als Schottland seine politische Eigenständigkeit
verlor, erlebte das Land im 18. Jahrhundert einen beispiellosen
Ideenschub. Mit nur rund 1,2 Millionen Einwohnern brachte es
Denker wie David Hume, der sich mit zwölf Jahren an der
Universität Edinburgh einschrieb, und Adam Smith hervor, dessen
Werk Der Wohlstand der Nationen die moderne Ökonomie begründete.
Anders als die französische Aufklärung war die schottische
praktischer und weniger kirchenfeindlich ausgerichtet, viele
ihrer Denker waren selbst Pfarrer, und ihr zeitgenössischer Name
lautete schlicht Improvement, Verbesserung. Getragen wurde sie
von offenen Universitäten und Debattierklubs, in denen sich Ideen
zu Sozialwissenschaft, Medizin und Architektur verbreiteten. Bis
heute erinnert Edinburghs klar geplante Neustadt an diese Zeit,
die den Boden für spätere Schotten wie James Watt, David
Livingstone und Alexander Fleming bereitete.





Foto: Kim Traynor / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

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