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  4. Deutscher Orden: Vom Feldlazarett zum Staat im Baltikum (#74)

Direkt neben dem Fußballstadion von Rapid Wien liegt eine Straße,
die an eine der einflussreichsten Ordensgemeinschaften des
Mittelalters erinnert, den Deutschen Orden. Gegründet 1190
während der Belagerung von Akkon als improvisiertes Feldhospital
für kranke Kreuzfahrer, wuchs er rasch zu einem straff geführten
Ritterorden mit eigenen Territorien heran. Ab dem 13. Jahrhundert
baute er im heutigen Polen und Baltikum einen eigenen Ordensstaat
auf, der zu seiner Blütezeit wirtschaftlich und administrativ zu
den fortschrittlichsten Gemeinwesen Europas zählte. Die dortige
Ausbreitung ging allerdings mit gewaltsamer Missionierung und
Unterwerfung der heidnischen Bevölkerung einher, weshalb sie bis
heute kontrovers bewertet wird. Nach Napoleons Auflösung des
Ordens überdauerte er nur mehr in Österreich, wo er bis heute mit
Sitz in Wien vor allem karitativ tätig ist. Sein schwarzes Kreuz
auf weißem Grund lebt bis heute weiter, etwa im preußischen
Eisernen Kreuz und im Hoheitszeichen der Bundeswehr.

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