Anmeldung Registrierung
Erweiterte Suche
  1. Startseite
  2. Podcasts
  3. Geschichte 10 Minuten Podcast
  4. US-Zölle: Wie ein Zoll die erste US-Regierung finanzierte (#72)

Zölle gehören zu den ältesten Werkzeugen amerikanischer Politik:
Schon das zweite Gesetz, das George Washington 1789
unterzeichnete, führte einen Importzoll von 5 Prozent ein, damals
fast die einzige Einnahmequelle einer jungen Regierung ohne
direkte Steuerhoheit. Der erste Finanzminister Alexander Hamilton
machte daraus mehr als eine Geldquelle: In seinem Report on
Manufactures forderte er, die aufstrebende US-Industrie gezielt
durch Zölle vor billigeren Importen zu schützen. Über das 19.
Jahrhundert stiegen die Sätze deutlich, befeuert auch durch den
Krieg von 1812, ehe erst die Einführung einer
Bundeseinkommensteuer die USA von den Zolleinnahmen unabhängiger
machte. Nach 1945 wurde das Land zum Motor des weltweiten
Freihandels und der Zollsenkungen über GATT und die
Welthandelsorganisation. Damit spannt sich ein jahrhundertelanger
Bogen zwischen Protektionismus und Freihandel, der die USA von
Beginn an begleitet.

Teilen