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  4. The Great Stink: Wie Gestank London zur Kanalisation zwang (#70)

Im Hitzesommer 1858 wurde die Themse so übel riechend, dass die
Arbeit im britischen Parlament direkt am Fluss fast unmöglich
wurde, Abgeordnete tränkten die Vorhänge in Chlorkalk und erwogen
einen Umzug aus London. Der Great Stink war die Folge einer
sanitären Revolution: Immer mehr Wasserklosetts spülten die
Abwässer einer auf 2,5 Millionen Menschen wachsenden Stadt direkt
in einen Fluss, der wegen der Gezeiten kaum Fließgeschwindigkeit
besaß. Cholera-Epidemien mit zehntausenden Toten hatte der Arzt
John Snow schon Jahre zuvor auf verseuchtes Wasser statt auf
schlechte Luft zurückgeführt, doch erst der unerträgliche Gestank
brachte die Politik zum Handeln. Der Ingenieur Joseph Bazalgette
baute daraufhin ein gewaltiges Kanalsystem, das London bis heute
als Rückgrat seiner Abwasserentsorgung dient und der Stadt
gleichzeitig ihre bis heute beliebten Themse-Uferpromenaden
schenkte.

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