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Öffentlicher Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung 1989 (K)Eine
Zäsur? von Jan C. Behrends Das Jahr 1989 markiert einen Wendepunkt
in der Perestroika: erstmals treten die Gruppen öffentlich auf, die
in den 1990er Jahren für das roll-back von Michail Gorbatschows
"oktroyierter Zivilisierung" sorgen werden: Nationalisten, das
militärische Milieu, die Angehörigen der Sicherheitskräfte. Der
Vortrag bespricht die Voraussetzungen und den Verlauf der
russischen Reformen, ihre Bedeutung für das Epochenjahr 1989 und
wendet sich dann der Frage zu, warum die Liberalisierung früh ins
Straucheln kam und wo die Ursachen für die Rückkehr zu autoritärer
Herrschaft lagen. Ein Schlüsseljahr ist 1993 als politische
Machtfragen auch im Post-Kommunismus mit Gewalt gelöst wurden. Es
zeigt sich, dass die Rückkehr zur Autokratie bereits vor der
Machtübergabe an Vladimir Putin stattfand. Ringvorlesung "1989 -
(k)eine Zäsur?" Vor 30 Jahren wurden die kommunistischen Diktaturen
in Mittel- und Osteuropa überwunden. Seitdem steht die Chiffre
»1989« für das Wunder der friedlichen Revolution und das
Versprechen demokratischer Freiheiten. Tatsächlich hat der
revolutionäre Aufbruch zwar umfassende politische und
gesellschaftliche Umwälzungen bewirkt. Doch langfristig wurden
damit in den Ländern des ehemaligen »Ostblocks« auch Entwicklungen
angestoßen und Bewegungen mobilisiert, die die Werte und erkämpften
Rechte von damals heute wieder in Frage stellen. Dabei schrecken
ihre Vertreter nicht davor zurück, für ihre Anliegen auch mit
einstigem Revolutions-Vokabular zu werben. Das Jubiläum bietet die
Chance einer doppelten Neuvermessung. Die Ringvorlesung diskutiert
erstens »1989« als Teil einer »langen Wende« von der geteilten Welt
zum geeinten Europa und zweitens als Referenzpunkt
gesellschaftlicher Krisenentwicklungen der Gegenwart. Damit
eröffnet die Vortragsreihe neue Perspektiven auf das »Erbe von
1989« und eine Standortbestimmung sowohl der Berliner Republik als
auch des heutigen Europas.
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„Der stille Putsch“

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