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In der Not für die Seele sorgen – das ist zu einer kirchlichen
Arbeit geworden, die hohe Anerkennung findet, auch bei
nicht-religiösen Menschen. Vor besondere Herausforderungen wird die
Notfallseelsorge durch Terroranschläge gestellt. Davon hat es in
jüngster Zeit in Deutschland mehrere gegeben. In den Nachrichten
heißt es dann regelmäßig: «Die Angehörigen werden seelsorgerlich
betreut.» Thomas Zippert ist einer der Begründer der
Notfallseelsorge in Deutschland und Herausgeber eines neuen Buchs
zum Thema («Das neue Normal. Leben und Umgang mit Katastrophen in
der Praxis der Notfallseelsorge»). Er erklärt, was Seelsorgerinnen
und Seelsorger in diesem extremen Sonderfall tun oder tun sollten.
Es ist eine schwierige Aufgabe. Denn verschiedene Gruppen brauchen
Hilfe: die Verletzten, die Augenzeugen, die Ersthelfer,
Polizistinnen und Feuerwehrleute, Angehörige, die Öffentlichkeit.
All dies geschieht im Scheinwerferlicht. Denn der Einsatz ist von
maximaler medialer Aufmerksamkeit begleitet. Zudem wird das Unheil
sofort zum Gegenstand des politischen Streits. War der Täter ein
Islamist oder ein Rechtsextremist, ein Ausländer oder ein
Deutscher, kriminell oder psychisch krank? Verschiedene politische
Parteien versuchen sofort, politischen Nutzen aus dem Schrecken zu
ziehen. Kirchenvertreter dagegen rufen zu Besonnenheit und
Zurückhaltung auf. Aber was täte den Betroffenen eigentlich gut?
Was denken und fühlen sie selbst? Erstaunlich ist eine
weltanschauliche Verschiebung. Früher wurde nach solch einem Unheil
danach gefragt, wie Gott dies zulassen konnte. Heute wird darüber
gestritten, warum der Staat es nicht verhindert hat. Hat die
Religion also die Aufgabe an den Staat abgegeben, das Unerklärliche
zu erklären? Aber wäre das ein Verlust? Die Notfallseelsorge kann
sich doch jetzt darauf konzentrieren, die Betroffenen zu begleiten,
zu stützen, vielleicht sogar zu trösten. Wie könnte es gelingen?
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„Thomas Zippert: Terror und Seelsorge“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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