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  3. Draussen mit Claussen: ein RefLab-Podcast Podcast

Episoden

48 Minuten
Wer sich als junger Mann bei Instagram anmeldet, bekommt es bald mit Fitnesstipps zu tun. Zeigt man dann noch ein Interesse für Christliches, werden einem Clips über frommes Krafttraining entgegengespült: «Pumping for Jesus». Man könnte darüber schmunzeln, aber dieses Muskel-Christentum übt Einfluss auf viele Jugendliche und junge Männer aus. Was ist daran problematisch oder politisch gefährlich? Pierre Sfendules, Kirchenhistoriker aus Kiel, hat angefangen, über das Muskel-Christentum zu forschen. Dabei hat er herausgefunden, dass es eine lange Geschichte besitzt, die bis weit ins 19. Jahrhundert reicht. Das hält viele Überraschungen bereit. Wer hätte gedacht, dass ein Ursprung im christlichen Sozialismus liegt? Die Verbindung zum Kraftsport ist übrigens nichts, was es nur im Christentum gäbe. In Japan, im Hinduismus und im Zionismus finden sich erstaunliche Parallelen. Nur, wie sind diese Muskel-Religionen zu deuten?
58 Minuten
Das Klischee sagt, dass die reformierte Kirche bilder-, ja kunstfeindlich sei. Für Martin Rüsch, Pfarrer am Grossmünster in Zürich, ist das Zusammenspiel von Kunst und Kirche ein Lebensthema. Dauerhaft installierte Kunstwerke, wie die Fenster von Siegmar Polke im Grossmünster, oder zeitweise Ausstellungen und Aktionen können ein überraschendes, irritierendes und beglückendes Erleben von Freiheit in einen Kirchraum bringen. Und umgekehrt kann eine Kirche für eine Kunst, die sich nicht allein an den Massstäben des Kunstmarkts messen lassen will, zu einem Freiraum werden. Rüsch aber ist wichtig, dass dies nichts ist, was nur grossen Kirchen in grossen Städten vorbehalten wäre. Es gibt viele Beispiele, wie Kunst und Kirche auch in Kleinstädten oder in Dörfern miteinander in Spiel kommen können. Und dieses «miteinander-ins-Spiel-Kommen» ist gerade in Zeiten der Krise, der Neuausrichtung und des Sparens unverzichtbar.
1 Stunde 5 Minuten
Der globale Rechtsruck hat viele Ursachen. Häufig wird übersehen, dass es auch theologische Faktoren gibt, die eine grosse Rolle spielen. Manuel Schmid hat ein besonders interessantes, hierzulande kaum bekanntes Beispiel untersucht. Der Neu-Calvinismus hat im Kampf gegen liberale Tendenzen im evangelikalen Lager eine theologische Neuausrichtung durchgesetzt. Ihr Kernmotiv ist ein radikalisierter Gottesgedanke: Gott ist absolute Autorität, im strengen Sinne allwissend und allmächtig, immer mit sich eins, über jeden Zweifel erhaben. Zwischen einem theologischen Gedanken und einer politischen Haltung gibt es nicht immer einen eindeutigen Zusammenhang. Hier sollte man sich vor Kurzschlüssen hüten. Aber eine Theologie, die auf der absoluten Autorität Gottes (und der Bibel) aufruht, verbunden mit einer höchst repressiven Theologie- und Kirchenkultur, fördert die Tendenz, auch in gesellschaftlichen und politischen Fragen rechtsextreme Optionen zu wählen. In dem sehr lesenswerten, gerade erschienenen Band «Christlicher Nationalismus in den USA» (hg. von Thorsten Dietz und Maria Hinsenkamp) hat Manuel Schmid einen wirklich Augen öffnenden Beitrag veröffentlich, über den ich mit ihm in Zürich gesprochen habe.
52 Minuten
Pünktlich zum Ende der Sommerferien geht es um ein Thema, das man für nicht so bedeutsam halten könnte, das aber über für das Verhältnis von Staat und Kirche sowie überhaupt für die heutige Religionskultur eine immense Bedeutung besitzt, nämlich den Religionsunterricht. Hier ist sehr viel in Bewegung, neues Modelle werden eingeführt, alte Abgrenzungen zwischen Konfessionen und Religionen fallen, viele kleine Experimente werden gewagt. Ein exzellenter Kenner ist Andreas Kubik, Professor für Religionspädagogik in Osnabrück. Er erklärt, was sich in Deutschland in Sachen Religionsunterricht tut – mit einem vergleichenden Blick in die Schweiz. Er beschreibt zudem, warum der Religionsunterricht so bedeutsam sein kann – für Kinder und Jugendliche sowie für die Lehrkräfte. Hier zeigt sich, was Religionsfreiheit im positiven Sinne sein kann.
1 Stunde 21 Minuten
Im Juni fand in Zürich das KIN-Festival (https://kinshipfestival.ch/) mit grossem Erfolg statt. Es verband Kunst und Engagement. Feministische Stimmen kamen zu Wort, Fragen von Menschen mit Behinderung wurden diskutiert. Reflab war am Festival beteiligt. Ein Begriff, der sich durch viele der künstlerischen und diskursiven Aktionen zog, war «Verbundenheit». Wie können wir miteinander und nicht nur gegeneinander leben: als Menschen mit unterschiedlichen Herkünften, Prägungen und Positionen, überhaupt als Menschen in dieser Welt? Darüber hat Marah Rickli, die Leiterin des KIN-Festivals, ein Podiumsgespräch geführt. Ich hatte vor einigen Wochen einen Podcast über «Behindert sein, behindert werden» aufgenommen. (https://www.reflab.ch/marah-rikli-eine-behinderung-haben-behindert-werden/) Hier kommt nun als summer special ihr Gespräch mit Geneva Moser, Hannan Salamat und Ivna Žic über die Verbundenheiten des Lebens. Bei dieser Folge handelt es sich um eine Live-Aufnahme, was sich gelegentlich in der Audioqualität widerspiegeln kann.
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Über diesen Podcast

Die Kultur der Gegenwart ist voller Religion – ob es einem gefällt oder nicht. Das Gute daran: Es schafft Anlässe, mit ganz unterschiedlichen Menschen Gespräche zu führen. Über überraschende kulturelle Entwicklungen, tolle neue Kunstwerke oder aktuelle Konflikte. Nicht als journalistisches Frage-Antwort-Spiel, sondern als gemeinsames, ernsthaft-unterhaltsames Nachdenken. Alle zwei Wochen mit Johann Hinrich Claussen und immer einem anderen Gast.
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„Draussen mit Claussen: ein RefLab-Podcast“

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