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  4. Río Rico: Das Dorf, das vergaß, dass es zu den USA gehörte (#55)

1906 grub eine Bewässerungsfirma ohne Genehmigung einen Kanal in
den Rio Grande und begradigte den Grenzfluss zwischen Texas und
Mexiko. Damit landete ein Stück US-Boden, der Horcón Tract,
plötzlich auf der mexikanischen Seite. Weil das Völkerrecht nur
natürliche Flussverläufe als Grenze anerkennt, blieb das Land
juristisch amerikanisch, während dort faktisch Mexiko regierte.
Während der Prohibition wurde das Dorf Río Rico zum Ausflugsziel
durstiger US-Bürger, mit Bars, Glücksspiel und Gerüchten über Al
Capones Geld. Erst 1967 fiel dem Geografen James Hill auf, dass
Río Rico offiziell zu den USA gehörte, und ein Deportationsfall
um den dort geborenen Homero Cantú brachte die Gerichte dazu,
alle zwischen 1906 und 1972 Geborenen als US-Bürger anzuerkennen.
1970 einigten sich beide Länder darauf, den Landzipfel endgültig
Mexiko zu überlassen.





The border town that 'forgot' it was part of the US - BBC News:
https://www.youtube.com/watch?v=kK_T0_ZyO8E





Foto: Asaavedra32 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

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