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  4. Zielscheibe und Kriegsland Deutschland | Von Albert Künstle und Uwe Froschauer
Ein Standpunkt von Albert Künstle und Uwe Froschauer.

Vorwort von Uwe Froschauer

Der INF-Vertrag von 1987 verpflichtete die Vereinigten Staaten
und die Sowjetunion, alle ihre nuklearen und konventionellen
bodengestützten ballistischen Raketen und Marschflugkörper mit
einer Reichweite von 500 bis 5.500 km zu vernichten und dauerhaft
abzuschaffen. Bis zum 1. Juni 1991 zerstörten beide Länder
insgesamt 2.692 Kurz- und Mittelstreckenraketen, darunter 72
ballistische Pershing-1a- und 108 Pershing-II-Raketen sowie 48
Marschflugkörper, die in Westdeutschland stationiert waren.

Die erneute Stationierung von US-Langstreckenraketen in Europa
wurde durch den Austritt der USA aus dem INF-Vertrag am 2. August
2019 erleichtert. Die Rüstungsindustrie freute sich – endlich
wieder ein bellizistischer Lichtstreif am trüben pazifistischen
Firmament! Begründet wurde der US-amerikanische Austritt aus
diesem für den Weltfrieden so wichtigen Abrüstungsvertrag mit der
Nichteinhaltung des Vertrags durch Russland sowie dem Umstand,
dass China nicht zu den Unterzeichnern gehörte.

Der damalige US-Präsident Trump und sein sicherheitspolitischer
Berater John Bolton untermauerten den Rückzug mit den seit 2014
erstmals offiziell erwähnten Vertragsverletzungen Russlands durch
die Entwicklung eines landgestützten Iskanderflugkörpers mit der
russischen Bezeichnung 9M729. Zudem wiesen die US-Amerikaner auf
die massive Aufrüstung von INF-Flugkörpern besonders in China,
Nordkorea und Iran hin, um ihre NATO-Partner von der Richtigkeit
dieses Schrittes zu überzeugen. Russland verwies umgekehrt auf
die Nichteinhaltung des Vertrags seitens der USA, die den
Flugkörperstartkanister Mk-41, der früher für bodengestützte
US-Marschflugkörper diente, jetzt auch für die
SM3-Raketenabwehrflugkörper in Rumänien und später auch in Polen
einsetzten.

... hier weiterlesen:
https://apolut.net/zielscheibe-und-kriegsland-deutschland-von-albert-kuenstle-und-uwe-froschauer

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