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  4. Kalorien: Wie eine Zahl auf der Speisekarte unser Essverhalten ändert (#38)

Seit Dezember 2016 muss in der EU jedes verpackte Lebensmittel
seinen Energiegehalt ausweisen, doch die Geschichte des
Kalorienzählens reicht viel weiter zurück. Verlässliche Daten zum
täglichen Kalorienangebot gibt es für Großbritannien bereits seit
dem Jahr 1274, mit durchschnittlich rund 2.200 Kilokalorien pro
Person, deutlich mehr als im Frankreich des frühen 18.
Jahrhunderts. Die Kalorienversorgung stieg über Jahrhunderte
langsam an, parallel dazu wuchsen auch die Menschen selbst: Noch
Mitte des 18. Jahrhunderts waren Menschen im Schnitt rund 10 bis
12 Zentimeter kleiner als heute, wobei bessere Ernährung schon
damals ein sichtbares Statussymbol war. Erst mit der
industriellen Revolution und vollends nach dem Zweiten Weltkrieg
wurde Kalorienmangel in weiten Teilen Europas zur Ausnahme, heute
kämpfen viele westliche Länder stattdessen mit Übergewicht.
Großbritannien reagiert mit einer verpflichtenden
Kalorienkennzeichnung auf Speisekarten, ein Instrument, das die
Portionsgrößen messbar zu verändern beginnt.

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