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  4. Anja Beran: Traurige Tricks beim Olympia-Spektakel
Früher sei man bei Olympia vielleicht gute klassische Dressur
geritten, die Hilfen unsichtbar und ein Verschmelzen mit dem
Pferd. Heute sind die Bewerbe zum sportlichen Spektakel entartet,
übt das Aushängeschild der klassischen Dressur, Anja Beran, harte
Kritik am olympischen Reitzirkus. Es ginge nur mehr um
hervorragende Pferde, man könne mit einem Durchschnittspferd gar
nicht mehr antreten.

Fehler, die nichts mit pferdegerechtem Reiten mehr zu tun haben,
würden selbst von den Richtern toleriert, ärgert sie sich. Dazu
zähle etwa ein viel zu eng geschnallter Nasenriemen, so dass das
Pferd nicht mal mehr den Speichel abschlucken,  geschweige
dann die Zunge bewegen könne. „Wenn dann ein Stück Backe oder
Zunge zwischen die Zähne rutscht, beißt das Pferd da drauf, weil
es einfach nicht anders kann und blutet dann. Was wird gemacht?
Die Backenzähne werden kürzer geschliffen, damit es sich nicht
auf die Backe beißen kann. Das sind alles so Manipulationen, die
eigentlich nicht gehen“, empört sich Anja Beran, „aber Sie sehen,
die Tierärzte spielen auch mit und die Lösung wäre so einfach. Es
gibt ja die Zwei-Fingerregel: Zwei aufgestellte Finger sollen
zwischen Nasenriemen und Pferdenase Platz haben.“

Der Nasenriemen sei nie dafür gedacht gewesen, dass man dem Pferd
die Kiefer aufeinanderpresst, es nicht mehr schlucken kann, nicht
mehr kauen und die Zunge nicht bewegen kann, und das Pferd so zum
Befehlsempfänger wird und der Reiter sich mit einer groben Hand
alles erlauben könne.

Ein Gräuel ist ihr auch das Aufgaben bei den Turnieren stupide
abgespult werden. Oftmals schon zwei Jahre vor Olympia werden den
Pferden in der Bewerbungsphase die fixen Aufgaben eingetrichtert.
„Das ist andressiert wie im Zirkus. Wenn ich Verbesserungen
anbringen dürfte, würde ich jedem Olympiabewerber erst in der
Früh einen Zettel in die Hand drücken, in welcher Reihenfolge die
Lektionen zu reiten sind.“

Auch müsse die Zügelführung leichter sein und das sollte man auch
überprüfen. Die Piaffe sollte man eigentlich in dieser hohen
Klasse am lockeren Zügel reiten können. „Im Moment der höchsten
Versammlung sollten wir die Hand sinken lassen, den Kontakt
aufgeben, auch mit dem Schenkel passiv sein und eben beweisen,
dass wir das Pferd nur am Sitz haben. Das heißt wir müssen die
Körperspannung selber natürlich halten und das Pferd darf seine
Haltung nicht verlieren.“

Ihre Liste an nicht Pferde-gerechten Reitpraktiken der Profis,
die es besser wissen müssten, ist lang. Mehr dazu in der
aktuellen AUF TRAB-Podcast-Folge. „Wir sind glaube ich auf der
absoluten Überholspur, dass der Reitsport auf jeden Fall von der
Olympiade früher oder später ausscheiden wird. Wir müssen vor
allem sehr aufpassen, dass wir überhaupt noch Sport mit Pferden
machen dürfen“, fordert Anja Beran bei Pferde-unfreundlichen
Praktiken stärker einzuschreiten.

Wobei sie Reitbewerbebei Olympia nicht per se verurteilt: „Es
gibt auch sicherlich Reiterinnen, die ihrem Pferd mit viel
Respekt begegnen und es nicht nur benutzen, um an Ruhm und
Medaillen zu gelangen.“

Olympia eigne sich hervorragend für Blickschulung. Um hier
aufzuklären hat Anja Beran´s Stiftung viel Zeit und Geld
investiert, um auf Abreiteplätzen von Turnieren und große
internationalen Bewerbe zu filmen und aus den realen Vorlagen
Trickbilder zu erstellen. Herausgekommen ist Ihr Bestseller:
Blickschulung: Pferdegerechte Ausbildung erkennen.

Wer nachhaltige, klassische Dressur in der Praxis erlernen bzw.
sich darin verbessern möchte: Im wunderschönen Festschloss
Schlosshof im Marchfeld in Niederösterreich findet vom 16. Bis
18. August ein dreitägiger Kurs in Klassischer Dressur mit Horst
Becker statt. Zuschauertickets und einen aktiven
Teilnehmerinnenplatz gibt es noch.

Info unter julia@auftrab.eu

Musik- und Soundrechte:
⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://auftrab.eu/index.php/musik-und-soundrechte/⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠

#Olympia #Pferd #Sperrriemen #Tierschutz

Foto: Anja Beran
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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