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  4. Abschiebungen - Eine ethnologische Perspektive auf moderne Grenzspektakel
Vor kurzem wurde Adolar Zeuge einer Abschiebung von Personen, die
auf der Raumstation New Haven Zuflucht suchten. Er muss dieses
Erlebnis, das ihn an ein inszeniertes Spektakel erinnert, erstmal
verdauen.

Währenddessen nimmt er sich einen ethnologischen Text vor, in der
es um die deutsche Abschiebepraxis geht. Der Autor Martin
Sökefeld beschreibt darin Abschiebungen als Grenzspektakel, bei
denen unerwünschte Menschen im Namen der deutschen Biopolitik
aussortiert werden.

Die Logik der Abschiebungen fußt auf einer vermeintlich
natürlichen Ordnung der Dinge, die es rechtfertigt, Menschen aus
dem Land zu schaffen, die hier angeblich nicht hingehören.
Sökefeld entlarvt die Kategorie der sogenannten „sicheren
Herkunftsländer“ als eine Erfindung, die wiederum die Kategorie
der „Scheinasylanten“ hervorbringt. Beide Kategorien
reproduzieren sich permanent selbst und legitimieren damit
Abschiebungen als eine notwendige Praxis, um die Existenzordnung
von Staaten zu gewährleisten.

Was am Ende bleibt, ist die dunkle Seite der Abschiebepraxis, bei
der sogar der Tod der Abgeschobenen im Rückführungsland billigend
in Kauf genommen wird.

Adolars Aha-Moment in dieser Folge: Vorsicht bei allem, was
"natürlicherweise notwendig" erscheint! Es lohnt sich immer,
zweimal hinzusehen und zu hinterfragen, was da eigentlich genau
geschieht, zum Beispiel wenn Menschen abgeschoben werden.

Für Fragen, Anregungen und Feedback schreibt mir gerne an
hallo@anthronaut.de

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https://anthronaut.de/steady/

Quellen in dieser Folge:

· Sökefeld, Martin 2022: „Sterben lassen. Das Spektakel der
Abschiebung von Afghan:innen aus Deutschland“. In: Ethnoscripts.
Zeitschrift für aktuelle ethnologische Studien, Bd. 24, Nr. 1: S.
267-295

· „Bio-Macht“. In: Wikipedia (URL abgerufen am 11.7.2024)
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„Abschiebungen - Eine ethnologische Perspektive auf moderne Grenzspektakel“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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