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  4. Japanische Weihnachten: Warum an Heiligabend alle KFC essen (#30)

In Japan, wo weniger als ein Prozent der Bevölkerung christlich
ist, gehört Weihnachten fest zu einer Fast-Food-Kette: Kentucky
Fried Chicken. Familien bestellen ihre Weihnachtsmenüs oft schon
sechs Wochen im Voraus, ein Erfolg, der 1970 mit einem Testladen
bei der Weltausstellung in Osaka begann und zunächst grandios
scheiterte. Der junge Filialleiter Takeshi Okawara schlief in der
glücklosen Anfangszeit auf Mehlsäcken im Lager, bis er als
Weihnachtsmann verkleidet frittiertes Hähnchen an Kinder
verteilte und dabei einen selbst erfundenen Jingle sang. Bald
wurde die Statue des Firmengründers Colonel Sanders vor jedem
Laden für den Weihnachtsmann gehalten, und Okawara soll später
sogar einem Fernsehsender erzählt haben, Hühnchen zu Weihnachten
sei eine amerikanische Tradition, was KFC selbst bis heute
bestreitet. Heute ist Japan nach den USA und China der
drittgrößte KFC-Markt der Welt, mit über 1.000 Filialen und
Umsätzen am 24. Dezember, die zehnmal höher liegen als an einem
gewöhnlichen Tag.

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