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  4. #3 Wie schreibt man einen Bestseller? Krimi-Autor Bernhard Aichner zu Gast beim „K“.
Bernhard Aichner wächst im kleinen Osttiroler Ort Sillian auf. Mit
17 Jahren flüchtet er vor dem Dorfleben nach Innsbruck, wo er die
Matura nachholt und als Fotograf erfolgreich ist. Schon als
Jugendlicher weiß er, dass er Schriftsteller werden möchte, seine
ersten Werke erscheinen ab 2000 zunächst im Skarabäus und Haymon
Verlag. Mit „Totenfrau“ (btb) unternimmt er einen Genrewechsel, der
ihm 2014 schließlich zum Durchbruch verhilft. Das Werk wird in 16
Sprachen übersetzt und erscheint in Amerika im renommierten
Scribner Verlag – jenem Verlag, in dem auch Stephen King seine
Werke publiziert. Derzeit wird „Totenfrau“ verfilmt und wird ab
2022 auf Netflix zu sehen sein. Während Aichner normalerweise ein
Jahr an einem Buch schreibt, konnte er während der Corona-Pandemie
gleich zwei Werke fertigstellen: „Dunkelkammer“ und „Gegenlicht“
sind 2021 im btb-Verlag erschienen. In dieser Folge von „Das K“
unterhalten wir uns mit Bernhard Aichner über moralische Dilemmas,
warum ein Vergleich mit Helene Fischer keine Beleidung für ihn ist
und warum er seit einiger Zeit nach jeder Lesung singt. Wir
erfahren, was er mit einem Kokain-Fund aus der Bananenkiste machen
würde, welche Musik ihn beim Schreiben am meisten begleitet und
warum Aichner phasenweise den ganzen Tag im Bett liegt. Aichner ist
ein Krimiautor, der keine Thriller lesen kann – weil es ihn um den
Schlaf bringen würde. Stephen Kings „Es“ musste er nach ein paar
Seiten weglegen. Dennoch mutet er seinen Figuren „unermesslich
Grausames“ in seinen Büchern zu. Bei aller Blutrünstigkeit ist ihm
wichtig, dass seine Figuren berühren – auch wenn sie Mörder sind.
„Faszinierend beim Krimi-Schreiben ist für mich die Frage, warum
wird jemand zum Mörder? Wie kam’s, wie tickt der? Der hat ja auch
was Gutes…irgendwann war der ja kein Mörder, bevor er einer wurde.“
Der Bestseller-Autor nennt Krimis „eine Auseinandersetzung mit dem
Dunklen in der Welt“ für sich und seine Leser – mit der
Möglichkeit, das Buch einfach wieder zuschlagen zu können: „und es
ist alles gut, es ist nichts passiert.“ Friedhöfe gehören schon für
das Kind Bernhard Aichner zu seinen liebsten Plätzen. „Da hatte ich
das Gefühl, da kann mir nichts passieren – die sind alle tot“,
erzählt er von seiner Zeit als Ministrant im kleinen Osttiroler
Dorf Sillian. Und auch heute noch besucht er bei jeder Reise die
Friedhöfe der jeweiligen Orte. Und das nicht (nur), um Namen für
die nächsten Romane zu finden. Aichner ist der Typ Mensch, der sich
seinen Ängsten stellt. Um seiner Angst zu begegnen, einmal wirklich
eine Leiche zu sehen, machte er kurzerhand ein Praktikum in einem
Bestattungsinstitut, wo er en passant für seine Trilogie zu
Brünhilde Blum recherchiert. Für seine Arbeit sperrt sich der
Bestseller-Autor nicht im stillen Kämmerlein ein. Er schreibt im
Zug, im Bett und in seinem Arbeitszimmer – bei weit geöffneten
Türen. Er mag es, wenn die Dinge um ihn herum leben: das Buch,
dessen Blätter sich durch’s Lesen in der Sauna wellen, die leeren
Seiten seiner Notizbücher, die er handschriftlich mit seinen Werken
füllt und auch die Interaktionen mit seinen Lesern, die er
freundschaftlich „Schnuggis“ nennt. Aichners Optimismus zieht sich
durch alle Bereiche. Es offenbart sich am Interesse an seinem
Publikum, das er durch Gespräche nach seinen Lesungen stillt, an
seiner Vorliebe für das Lesen von Danksagungen und an der
Einstellung, dass jedes seiner Bücher – ob in kleiner Auflage oder
als Bestseller gedruckt – für den Autor „wie ein Baby“ ist. „Ich
lebe extrem gern, aber ich weiß, es kann anders kommen. Das gehört
zum Leben dazu. Das Sterben ist Teil davon.“ Weiterführende Links
|| www.bernhard-aichner.at |
www.tirol.at/kultur-magazin/de/geschichten/gelebte-kultur/gespraeche-ueber-literatur.html
| www.facebook.com/Bernhard.Aichner.Autor | www.stephenking.com |
www.sibylleberg.com |
www.haymonverlag.at/autorinnen-autoren/bernhard-aichner |
www.tirol.at/a-sillian | www.tirol.at/a-innsbruck
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„#3 Wie schreibt man einen Bestseller? Krimi-Autor Bernhard Aichner zu Gast beim „K“.“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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