Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche
“Wir wollten über Pornos sprechen!”, rufen Dr. D. und
Katrin M. “Nicht über Gedichte.” Ja, warum eigentlich Lyrik? Das
fragen sie sich gemeinsam mit Dr. B., während sie auf dem Balkon
einer Stuttgarter Altbauwohnung im spärlichen Schatten der
Tomatenpflanze sitzen. Dr. B. muss während der gesamten Aufnahmen
einen Kinderregenschirm über die Köpfe der Damen halten, damit
sie nicht in der Sonne schmelzen. “Ja, warum eigentlich nicht
über Gedichte sprechen?”, frage ich mich, das Millennial; ein
Wort, das bei Dr. B. oft Schweißausbrüche auslöst. Im gleichen
Zug schreibt er für die Kategorie Burning the
Midnight Oil einen Text, in dem er über sein
Alter klagt; die Jugend, die so kurz war und den schwachen Trost,
dass es uns allen irgendwann so ergehen wird - aber unsere
Generation nervt. Schon klar. Manchmal wirklich. Im Sommer teilte
meine Cousine - ebenfalls Mitte 20 - folgende Weisheit mit mir:
“Ja, Literatur ist, glaub’ ich, irgendwie over.” Wenn das für
Literatur gelten sollte, dann gilt das für Gedichte allemal, aber
wieso? Fehlt die Zeit? Nach einem 8-Stunden-Tag haben die
wenigsten Lust und Nerven, ein Gedicht zu lesen
und zu verstehen. Oder sind sie dem
eigenen Alltag einfach zu fremd? Aber ist nicht beispielsweise
Rilkes Der Panther aktueller
denn je? Die Band AnnenMayKantereit
verarbeitet diese Zeilen in ihrem Song, aber wer erkennt
diese Referenz überhaupt noch, wenn Leadsänger Henning von seinem
müden Blick und tausend Städten
singt, hinter denen es keine Welt gibt? Vielleicht gehört
Rilke den Intellektuellen, vielleicht noch den Künstlern, aber da
hört es meist auf. Doch bleibt dann wirklich nur noch diese
furchtbare Pseudo-Poesie, die einem als Wandtattoo “Lächle und
die Welt verändert sich.” entgegenschreit, oder Instagram
Captions, die mir etwas von “Good vibes only” erzählen?
Vielleicht sind Gedichte gar nicht “over”, vielleicht sind sie
nur leiser als all diese künstliche Wortaufplüscherei. Eine
Antwort habe ich nicht.

Jetzt aber zurück zu der Generation, die uns so furchtbar
findet. Hat sie eine Antwort, oder geht’s dann doch nur um
Pornos? Mit dem Alter kommt ja angeblich auch die Weisheit, oder,
Dr. B.?
Episode melden

„Gedichte? Echt jetzt?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

Abonnenten

Teilen

Mein Archiv

Deine Privatkopie der Folgen, die du nicht verlieren willst.

Podcast-Folgen verschwinden. Feeds werden auf die letzten Episoden gekürzt, Hoster räumen alte Dateien ab, Formate wechseln den Anbieter und lassen ihr Archiv zurück. Mit „Mein Archiv“ sichert podcast.de die Folgen deiner Podcasts für dich — angefangen bei den ältesten, denn die sind zuerst weg.

  • Deine gesicherten Folgen bleiben hörbar, auch wenn das Original offline geht.
  • Auch Folgen, die im heutigen Feed gar nicht mehr stehen — podcast.de kennt sie noch.
  • Herunterladen bleibt möglich, solange die Folge beim Podcaster liegt. Der zählt seine Abrufe wie bisher.
Startet bald

Sei beim Start von Mein Archiv dabei

Mein Archiv ist fast fertig. Trag dich ein, dann bekommst du eine E-Mail, sobald es losgeht – und bist von Anfang an dabei. Wir schreiben dir nur zum Start, keine Werbung, keine Weitergabe deiner Daten.

Du bekommst zuerst eine Bestätigungsmail. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz