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Eine Kolumne von Sascha Lobo auf Spiegel Online hat Mitte September
dieses Jahres für heftige Diskussionen unter Datenschützern
gesorgt. Der vom Spiegel so titulierte "Strategieberater mit den
Schwerpunkten Internet und digitale Technologien" holte zum großen
Rundumschlag gegen den "Datenschutz als Verhinderungswaffe" aus.
Dem "real existierenden Datenschutz" gehe es "leider häufiger ums
Prinzip als um das digitale Leben", behauptete Lobo. Namentlich hat
sich der Kolumnist auf Thilo Weichert eingeschossen, den ehemaligen
schleswig-holsteinischen Landesdatenschutzbeauftragen, der von 2004
bis 2015 recht lautstark agiert hatte. Weichert sei "eine Art
Hohepriester der radikalen schleswig-holsteinischen
Datenschutzschule", meinte Lobo. Weicher habe mit "dem
metaphorischen Schrotgewehr gegen alle Formen sozialer Medien von
bösen Digitalkonzernen geschossen". Grund genug für Holger und
Joerg, Weichert in den c't-Datenschutz-Podcast einzuladen und ihn
zu den Fundi-Vorwürfen zu befragen. Im Gespräch bestätigt Weichert,
seit jeher auf einigen datenschutzrechtlichen Grundprizipien zu
beharren und da durchaus fundamentalistisch zu argumentieren. Lobos
Kritik aber weist er weit von sich, und greift den Kolumnisten
frontal an. Weichert plaudert über seinen langen Konflikt gegen
Facebook und betont, dass soziale Medien nicht zwingend und
permanent Grundrechte verletzen müssen, um erfolgreich zu sein.
Befragt zum dem Zustand des Datenschutzes in Deutschland nach
Wirksamwerden der DSGVO 2018, kritisiert Weichert die ehemalige
Bundesdatenschutzbeauftrage Andrea Voßhoff und lobt ihren
Nachfolger Ulrich Kelber. Auf Landesebene kommt das Bayerische
Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) bei Weichert besonders
schlecht weg: Aus seiner Zeit berichtet er, dass dort "politische
Ansagen zugunsten des Wirtschaftsstandorts offensichtlich eine
Rolle gespielt haben". Weichert wörtlich: "Ich habe mich lange
zurückgehalten mit Kollegenschelte, aber das ist ein seit vielen
Jahren zu beobachtendes Phänomen."

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„Datenschutz-Fundamentalismus?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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