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145 Episoden
35 Minuten
Knallhart offen und ehrlich, aber auch sehr reflektiert. So erzählt Rudolf Szabo seine Lebensgeschichte.  Von klein auf erlebt er schlimme Dinge in der Familie, ein Ereignis reiht sich ans nächste und irgendwann ist das Fass voll: Er wird zum Bankräuber ohne jegliches Mitgefühl. Nach mehreren Überfällen landet er im Gefängnis. Dort ermutigt ihn ein Pfarrer Gutes zu tun, um Gutes zu erleben. Ein Zu-Fall ergibt den nächsten und Rudolf Szabo schlägt einen neuen Weg ein, der ihn zu seiner heutigen Berufung führt: als Arbeitsagoge unterstützt er ehemalige Strafgefangene dabei, in die Arbeitswelt zu finden.

In Teil 2 dieser Folge erzählt Rudolf Szabo über:

(TW: Gewalt, Suizid)

- Die Summe, die er erbeutete 1:10

- Auswirkungen seiner Taten auf die Opfer 2:40

- Folgen für seine Familie 8:15

- Vergebung 10:10

- Dem Wendepunkt (Saat vs Ernte) 13:40

- Wie er im Gefängnis beinahe zum Zuhälter wurde 15:10

- Wie er mit seinen Schulden umgeht und was ihn aktuell beschäftigt 27:40

Wir bedanken uns herzlichst beim Benedikt Buchcafe St. Gallen für die Möglichkeit, das Interview direkt bei ihnen vor Ort aufzunehmen. Am 11. Mai 2023 organisiert das Benedikt Buchcafé eine Lesung mit Rudolf Szabo. Mehr dazu wenige Wochen davor unter https://buchcafe.ch/oder auch auf Instagram: https://instagram.com/buchcafe.benedikt/

*Gewinnspiel*: Auf dem Fadegrad-Instagram-Kanal verlosen wir ein Exemplar des Buches "Knallhart durchgezogen" von Rudolf Szabo. Abonniere unseren Kanal, um in den Lostopf zu kommen!

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5 Minuten
Zwei Jahre gibt es den Fadegrad-Podcast schon. 

Zwei Jahre fragen wir, warum Menschen tun, was sie tun, und wie sie geworden sind, wer sie sind. 

Höchste Zeit für einen neuen Trailer!

Hier stellen sich deine Podcast-Hosts vor:

*Lara Abderhalden, Journalistin und Fadegrad-Podcasterin aus dem Toggenburg

*Sam De Keijzer, Jugendarbeiterin bei der evangelisch-reformierten Kirche aus dem schönen Rheintal

*Gabriel Imhof, Barista und Religionspädagogik-Student aus Appenzell Ausserrhoden

*Ines Schaberger, Theologin und "Wort zum Sonntag" Sprecherin aus Niederösterreich

Ausserdem erfährst du etwas über unsere Schwerpunkte:

Gesellschaft

Beziehungen

Kunst

Glaube

Sport

*Danke, dass du ein Teil unserer Community bist!*

Erfahre mehr über uns unter: fadegrad-podcast.ch

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Polyamorie

33 Minuten
Rhea Ronan Dübendorfer lebt nicht nur in einer romantischen Beziehung, sondern in mehreren. Diese Art zu lieben wird Polyamorie genannt.

Rhea ist 27 Jahre alt, studiert reformierte Theologie in Zürich und ist aktuell mit zwei Menschen in einer romantischen Beziehung. In dieser Fadegrad-Podcastfolge will Gastgeberin Ines Schaberger wissen, was das konkret bedeutet, wie Rhea Liebe lebt und ob Eifersucht ein Thema ist in polyamoren Beziehungen.

Darum geht es in der Podcastfolge zu Thema Polyamorie:

01:22   Valentinstag

02:54   Das Coming out als polyamor und die Reaktionen darauf

09:04   Verliebtsein, Liebe & Eifersucht

18:16   Wie funktioniert Polyamorie "ganz praktisch"?

26:58   Polyamorie und Theologie

Rhea Ronan Dübendorfer auf Instagram:

https://www.instagram.com/river_rambling/

Accounts, die Rhea Ronan Dübendorfer zum Thema Polyamorie empfiehlt:

@happypolyfamily: Elena, Julia und Lara, eine Polygrossfamilie

@saskiamichalski: Dozent:in für Diversity & Queerness, Kinderbuchautor:in und Podcaster:in

@irgendwas_mit_poly: Annika, Kathrin und Christian über die Poly-Patchwork-(Fern)Beziehung mit vier Kindern
33 Minuten
Eine Ohrfeige, ein Schubser und plötzlich ein Gegenstand, der durch das Wohnzimmer fliegt – häusliche Gewalt gibt es in der Schweiz in vielen Familien. Gemäss Zahlen des Bundes aus den Jahren 2009 bis 2021 sterben im Schnitt pro Jahr 25 Menschen an den Folgen häuslicher Gewalt, darunter sind vier Kinder. Zusätzlich gibt es durchschnittlich jede Woche einen Tötungsversuch, also 50 pro Jahr.

Wie kann jemand die eigenen Kinder schlagen, auf die eigene Frau oder den Partner los, bis diese/r das Bewusstsein verliert? Für mich, Lara Abderhalden, ist das unvorstellbar und automatisch sind solche Täter oder Täterinnen bei mir als «böse» abgestempelt. Vielleicht zu Unrecht?

In dieser Podcastfolge geht es um Personen, die Gewalt ausüben. Dafür spreche ich mit Matthias Koller Filliger. Er arbeitet bei der Beratungsstelle Konflikt.Gewalt in St.Gallen und berät und therapiert dort Menschen zwischen 10 und 80 Jahren, die gewalttätig wurden oder in Konfliktsituationen gerieten. Wir sprechen unter anderem über folgende Themen:

4.58 Minuten: Hast du selbst schon Gewalt erlebt?

7.38 Minuten: Was geht in den Köpfen von Gewalttäter/innen vor?

23.00 Minuten: Hast du nie Angst bei Gewaltberatungen?

26.57 Minuten: Sind Frauen in der Ausübung von Gewalt anders als Männer?

29.35 Minuten: Wie viele Personen, die du beraten hast, konnten die Gewalt hinter sich lassen?

Bist du Opfer von häuslicher Gewalt? Dann melde dich hier:

https://www.opferhilfe-schweiz.ch/de/ich-bin-opfer-von/hauslichegewalt/

https://www.profamilia.ch/familien/familienratgeber/stichworte/haeusliche-gewalt

Wurdest du selbst gewalttätig oder du weisst nicht, wie du Konflikte lösen sollst? Dann melde dich hier:

https://konflikt-gewalt.ch/
27 Minuten
Nun ist der Brustkrebs zum dritten Mal zurück, dieses Mal mit Metastasen im Körper. Dazu kommt die unheilbare Lungenkrankheit. "Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber vor dem Ersticken", sagt Anette Hungerbühler.

An sehr guten Tagen geniesst sie einen Ausflug. An guten Tagen löst sie ein Puzzle. "Leider bin ich oftmals schwach und kann dann nichts machen, liege nur da. Da ist es eine grosse Bereicherung, wenn der Hospiz-Dienst da ist", sagt die 51-Jährige.

Patrizia Altherr ist freiwillige Mitarbeiterin beim ambulanten Hospiz-Dienst St.Gallen. Die ehemalige Krankenschwester hat selbst Multiple Sklerose und daher mit ihrer Erwerbsarbeit aufgehört. "Auf der Onkologie am Kantonsspital St.Gallen konnte ich Menschen zwar beim Sterben begleiten, hatte aber zu wenig Zeit, um wirklich bei ihnen zu sein. So kam ich zum Hospiz-Dienst", sagt sie. Regelmässig besucht sie nun Anette Hungerbühler und verbringt Zeit mit ihr.

Podcast-Gastgeber Gabriel Imhof hat die beiden Frauen getroffen. Darüber sprechen sie in dieser Podcastfolge:

01:04 Warum engagiert sich Patrizia beim Hospiz-Dienst?

01:58 Weshalb arbeitet Patrizia nicht mehr als Krankenpflegerin?

03.38 Hat Patrizia Angst vor dem Tod?

05:53 Warum will Anette über den Tod sprechen?

06:49 Wie lange hat Anette voraussichtlich noch zu leben?

07:16 Ist Anette traurig, dass sie bald sterben wird?

08:17 Wann hat Anette realisiert, dass sie todkrank ist?

09:30 Einsamkeit durch Krankheit und Coronaviruspandemie

10:34 Wie haben Anette und Patrizia sich kennen gelernt?

11:13 Welche Aufgaben hat Patrizia beim mobilen Hospiz-Dienst?

11:48 Was ist der Brückendienst und weshalb ist er so wichtig?

14:48 Woran ist Anette genau erkrankt?

16:05 Hat Anette eine «Bucketlist»?

19:00 Hat Anette Angst vor dem Tod?

20:45 Zieht Anette Kraft aus einem Glauben an Gott?

Wenn euch der Podcast gefallen hat, dann abonniert ihn und empfiehlt ihn gerne weiter. Wir freuen uns über eure Kommentare und Nachrichten via Kontakt - Fadegrad - Podcast der Kirche in der Ostschweiz oder direkt auf unser Mail: feedback@fadegrad-podcast.ch

DER AMBULANTE HOSPIZ-DIENST ST.GALLEN

Wenn Ihr Kontakt mit dem Hospiz-Dienst St. Gallen aufnehmen möchtet, könnt ihr dies hier tun:

Hospiz-Dienst St. Gallen

Marktplatz 24

9000 St. Gallen

Telefon: 071 222 78 50

www.hospiz-dienst-sg.ch

info@hospiz-dienst-sg.ch

MEHR ZUM THEMA STERBEN, TOD und TRAUER

Im November 2021 durften wir Daniela Palacio in der Villa Jacob, dem stationären Hospiz St. Gallen, besuchen. Daniela, die dort die Pflegeabteilung verantwortet, hat uns durch die schönen Räumlichkeiten geführt, die den Sterbenden und ihren Angehörigen einen würdevollen Abschied ermöglichen sollen. https://open.spotify.com/episode/0oKa1yCsdF40mDHwNV5Mkt?si=231cf28f85c34718

#Sterben #Hospiz #HospizDienstSG #Begleitung #Krankheit #Hoffnung #Leben #Palliative #Palliativecare #Angst #Tod #Hilfe
30 Minuten
"Blutgruppe F!"

Das haben alle Feuerwehrleute laut dem Kommandanten der Milizfeuerwehr St. Gallen, Jascha Müller. In dieser Fadegrad-Folge erzählt er Podcast-Host Sam de Keijzer von seinen Aufgaben und seiner Motivation als Feuerwehrmann.

Er gibt einen kleinen Einblick in sein Leben und wie seine Leidenschaft als Feuerwehrmann sich auf seine Familie und seinen Alltag auswirkt.

Dass man in der Feuerwehr auch schwierige Momente erlebt, ist kein Geheimnis. Offen und berührend erzählt Jascha Müller von seinen herausfordernden Situationen, und welche individuellen Möglichkeiten für die Leute der Feuerwehr bestehen, solche aufzuarbeiten.

Der Glaube an Jesus Christus spielt für den Kommandanten dabei eine tragende Rolle, wie er Sam beschreibt.

Doch den Kern der Feuerwehr, die Faszination, die sich dahinter verbirgt und die Emotionen, die man aus den Erzählungen von Jascha Müller heraushört, verbindet ein Begriff: Kameradschaft.

Ein spannendes Gespräch über die Feuerwehr, welches vielleicht neues Interesse für hinter den Depottoren weckt.

Du möchtest mehr über die St. Galler Feuerwehr erfahren?

Feuerwehr und Zivilschutz St.Gallen (fwzssg.ch)
39 Minuten
Familie Egger lebt für das Licht. Seit 67 Jahren ist Elsa Egger schon in der Kerzenmanufaktur Hongler tätig. Ihr Sohn Thomas Egger ging zunächst eigene Wege als Grafiker, bevor er in den Familienbetrieb zurückkehrte, als neunte Generation. Die älteste Kerzenmanufaktur der Schweiz steht vor einem Problem: Kerzen bestehen zum grössten Teil aus Erdölgatsch. Gibt es nachhaltige Kerzen-Trends?

Das sind die Themen des Podcasts:

00:00   Intro & Vorstellung Thema bzw. Gäste

02:06   Entweder-Oder mit Elsa und Thomas Egger

06:37   Der hektische Advent

08:28   Die universelle Bedeutung von Licht

10:55   Angst vor Blackout und Kerzen-Notvorrat

14:05   Wie sich die Kerzenmanufaktur in 300 Jahren verändert hat

17:58   How to: eine Kerze pflegen

20:17   Der ideale Ort, um eine Kerze zu lagern

24:11   Von der Schreibmaschine zu Social Media & andere Änderungen im Betrieb

25:22   Blick hinter die Kulissen eines Familienbetriebs

28:18   Spiel mit dem Feuer: Brand in der Kerzenmanufaktur

30:14   Tipps, damit nur die Kerze und nicht der Christbaum brennt

31:08   Nachhaltige Kerzen aus Raps-, Kokos-, Bienen- oder Olivenwachs vs. Paraffin

37:12   Wird es immer Kerzen geben?

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#44 CupofColor

53 Minuten
"Hoffnung wird erwartungslos geschenkt." 

So die Idee, der Grundgedanke der Organisation CupofColor, die von Rahel Lam und ihrem Mann Damon gegründet wurde. In einem berührenden Gespräch erzählt Rahel der Podcast Host Sam de Keijzer wie es zu der Arbeit von CupofColor kam, wie diese aussieht und was für Geschichten sie schon erlebt haben. In verschiedenen Ländern, bei unterschiedlichsten Communities. 

Riesige Wandbilder, hausfassadengross, spenden Hoffnung an Orten, wo sie vergessen zu sein scheint: sei es in Indien für Frauen, die sich für Geschlechtsverkehr verkaufen oder in Rumänien, wo ein Dorf stille Armut erlebt. 

Doch wie kommen sie an die Wände? Wer bemalt sie? Und welche Geschichten entstehen vor Ort? Fragen, die Rahel lebendig und emotional zu erzählen versteht. 

Eine auseinandergerissene Familie künstlerisch wieder zusammenzubringen haben sie sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht, die berührende Geschichte von Lian und seiner Pandafamilie an der Wand, treibt Sam immer wieder die Tränen in die Augen.  

Auch der Umgang mit schwierigen Schicksalsschlägen und Rahels Glaube sowie ihre Zweifel kommen zur Sprache. 

Und wie eine St. Galler Berneckerin und ein Mann aus Hong Kong sich finden und eine Familie und eine Organisation gründen, erzählt Rahel uns ebenfalls. 

Alles in allem eine sehr emotionale und spannende Folge, die nachdenklich und hoffnungsvoll macht. 

Wer mehr über die Organisation erfahren will: https://www.cupofcolor.org/ 
12 Minuten
Vor 43 Jahren schaufelte Herbert Nafzger zum ersten Mal ein Grab. Erst half er seinem Vater am Friedhof, später wurde er selbst Bestatter. Zusammen haben die Nafzgers halb Romanshorn unter die Erde gebracht.

Darüber spricht Bestatter Herbet Nafzger mit Ines Schaberger im fadegrad-Podcast:

01:33 So entstand der Friedhof vor 150 Jahren...

02:05 So hat sich die Begräbniskultur gewandelt

02:42 Warum Gemeinschaftsgräber immer beliebter werden

03:48 Was Herbert Nafzger als Bestattungsbeauftragter noch tut

04:43 Das Schönste am Beruf des Bestatters

05:27 Asche am evangelischen Friedhof bestatten oder im Wald verstreuen?

06:54 Angst vor dem Tod?

07:32 Die traurigste Beerdigung für den Bestatter

07:48 Gibt es Beerdigungen, bei denen niemand dabei ist?

08:40 Wie wurde Herbert Nafzger Bestattungsbeauftragter?

09:33 Woran denkt man beim Ausbuddeln eines Grabes?

10:27 Die Leichenhalle

10:55 Welche Rolle Friedhöfe für unsere Gesellschaft spielen

Es ist laut auf dem Friedhof. Mal brummt ein Rasenmäher, mal ein Bagger, zwischendurch ertönt lautes Hämmern. 100 Wohnungen entstehen gleich neben dem evangelischen Friedhof Romanshorn. Beschweren sich die Angehörigen über den Lärm? «Nein», sagt Herbert Nafzger. Der Baulärm lasse sich nicht vermeiden, und immer sei es nicht so laut.

Nafzger kennt den Friedhof wie kein Zweiter. 5000 Verstorbene hat er bestattet, schätzt er. Als der gelernte Gärtner das Amt von seinem Vater übernahm, hiess es noch Totengräber. Heute ist er Bestattungsbeauftragter. Ist der Tod aus der Berufsbezeichnung verschwunden, weil er ein Tabu ist? «Möglich», meint Nafzger. «Manche Menschen setzen sich ein Leben lang nicht mit dem Tod auseinander – ist es dann so weit, dann sind sie überrascht», stellt der 62-Jährige nüchtern fest.

Mit 19 Jahren hat Herbert Nafzger zum ersten Mal ein Grab ausgehoben. Mit Spaten, Schaufel und Schubkarre. Was geht ihm beim Schaufeln durch den Kopf? «Wenn du mit jedem Spatenstich tiefer buddelst, da verändert sich das Weltbild», erzählt er. Die Arbeit erledigten die Hände, der Kopf aber habe Zeit zum Nachdenken. «Da nebenan liegt der Hans», denke er dann etwa, «und da vorne jene Frau, die so früh an Krebs gestorben ist.»

Die meisten Menschen, die Herbert Nafzger heute bestattet, kannte er persönlich – auch ihre Kinder, wenn sie zum Trauern auf den Friedhof kommen. «Das ist manchmal fast wie eine Klassenzusammenkunft.» Ihre Rückmeldungen sind es, die ihn für seine Arbeit motivieren. Dass sie sich über das schön bepflanzte Grab freuen. «Das ist mein Berufsstolz. Denn der Friedhof ist nicht nur für die Toten da, sondern auch für die Lebenden.»

Dem Podcast liegt eine gemeinsame Recherche mit dem Kirchenboten zugrunde.

Text: Stefan Degen
25 Minuten
Am 17. November 2022 wird der grosse St. Galler Kulturpreis verliehen. Diesmal geht er an den Theater- und Filmregisseur, Kunsttheoretiker und Autor Milo Rau. In St. Gallen aufgewachsen, lebt dieser mittlerweile mit seiner Familie in Köln und reist für seine Engagements in Gent, Berlin, Zürich hin und her. 

Milo Rau geht für seine Theaterproduktionen an den Rand der Komfortzone. 

Er hat die Gabe, Menschen aus verschiedenen und sich kontrastierenden Gruppierungen an einen Ort zu bringen. So fanden sich in einer seiner jüngsten Produktionen am Theater Zürich Linksradikale und Polizisten als Laien- mit Profischauspieler zusammen. 

Im Gespräch mit Fadegrad-Podcast Host Gabriel Imhof erzählt Milo von seiner Beziehung zu St. Gallen, dem Schaffen als Künstler und seinen Zugang zur Kirche, mit welcher er für seinen jüngsten Film «Das neue Evangelium» zusammengearbeitet hat.

Diese Fragen beantwortet Milo Rau:

01:33 Was bedeutet dir die Überreichung des St. Galler Kulturpreis?

02:09 Was ist deine Verbindung zu St. Gallen?

03:55 Prägen noch heute deine St. Galler Wurzeln dein Schaffen?

06:10 Geht die Welt, wie wir sie kennen unter?

08:29 Kennst du Momente von Frust und Überforderung über die Lage der Welt?

10:14 Wann braucht es das Theater das du produzierst, nicht mehr?

11:55 Was gibst du der Kirche als Ermutigung mit auf den Weg?

15:34 Bist du ein Exot in deiner Art in der Theaterszene?

17:53 Was macht dich wütend?

20:49 Wann braucht es die Art von Theater die du produzierst, nicht mehr?

21:26 Was macht dir Angst?

22:44 Hast du ein Apell an uns St. Galler*innen / Schweizer*innen?

Mehr Informationen zu Milo Rau und seinem Wirken findet ihr hier: 

NTGent | NTGent

International Institute of Political Murder (international-institute.de)

Milo Rau - Schauspielhaus Zürich

Das neue Evangelium. Ein Film von Milo Rau. Offizielle Website

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34 Minuten
«Ich vermisse das Radfahren, Menschen zu erkennen und einen lieben Blick von meiner Frau»

Gerd Bingemann, blinder Musiker und Komponist, ist zu Gast im fadegrad-Podcast.

Mehr über Gerd Bingemann: http://www.bingemann.ch/gerd/

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Gerd Bingemann aus Wil SG war nicht sein ganzes Leben lang blind. Durch eine Macula-Degeneration erblindete er langsam, über viele Jahre hinweg. In der zweiten oder dritten Primarschulklasse merkte er erstmals, dass mit seinen Augen etwas nicht stimmte: «Ich konnte von der Schulbank aus nicht mehr erkennen, was an der Wandtafel stand. Als ich ich von meinem Sitznachbarn abschreiben wollte, war ich erstaunt, dass spicken auch nicht mehr möglich war», erzählt er im fadegrad-Podcast.

Es war ein langsames Loslassen: den Blick seiner Frau nicht mehr sehen zu können, Hell-Dunkel nicht mehr unterscheiden zu können, aus Sicherheitsgründen nicht mehr Velo fahren zu können. Heute legt Gerd Bingemann nur mehr drei Wege völlig selbständig zurück.

Der 62-jährige wirkt jedoch alles andere als verbittert: Halt und Hoffnung findet er in der Musik, seiner Frau und seinem Glauben. «Meine Frau, die Malerin ist, hat mir eine andere Weise des Sehens beigebracht. Ich als Musiker habe dafür ihre Wahrnehmung für das Hören geschärft», erzählt er.

Musik prägt das Leben von Gerd Bingemann. Als er noch sehen konnte, lernte er beim Blockflötespielen auch das Notenlesen. Klavierunterricht erhielt er im Blindenschulheim. Gitarre, die «Blues Harp»-Mundharmonika und Hang (Handpan) brachte er sich selbst bei.

2021 musste der Jurist, der bis dahin bei SZBLIND, dem Schweizerischen Zentralverein für das Blindenwesen, gearbeitet hatte, seinen Beruf aufgeben: Als zur Erblindung eine Hörbehinderung hinzu kam, liess er sich frühpensionieren. Ein Leben ohne Musik könnte er sich jedoch nicht vorstellen:

«Ich hätte eine Sprache nicht mehr, mit der ich meinen Frust, meine Freude, meine Dankbarkeit, meine Ängste, Hoffnungen, Sorgen und Zukunftsperspektiven, meine Liebe und Romantik ausdrücken könnte», so Bingemann.

Warum passiert das mir?

Gerd Bingemann bezeichnet sich selbst als gläubige Person. Der Glaube an Gott fliesst auch in seine Kompositionen ein. Ein Stück auf seiner CD heisst «Tanz auf dem Wasser», damit meint er «einen Glaubensschritt auf die Unwegsamkeiten des Lebens hin, den ich jeden Tag neu machen muss». Mit Blick auf die biblische Erzählung von Petrus, der auf dem Wasser geht, sagt Gerd Bingemann: «Ich habe die romantische Vorstellung, dass Gott über diese Unwegsamkeiten hinweg mit mir tanzt».

Im fadegrad-Podcast spricht Gerd Bingemann auch über seine Glaubenszweifel und seine Glaubenskrise, welche Hilfsmittel er im Alltag verwendet und was er sich als blinder Mann von der Gesellschaft wünscht.

Themen des Podcasts:

08:08 Hörbehinderung

15:48 Hilfsmittel für Blinde

18:11 Je schlechter die Sehkraft, desto besser die anderen Sinne?

23:46 Tanz auf dem Wasser

26:08 Heilungsgeschichten in der Bibel

27:44 Warum passiert das mir?

30:40 Verlosung

31:17 Was sich Gerd Bingemann von der Gesellschaft wünscht

33:17 Verabschiedung und Ausblick
40 Minuten
Mit Acrylbildern und ihrem Alltag inspiriert Judith alias @couldbe.ju auf TikTok mehr als 55.000 Follower. Glaube und Kunst geben ihr Halt in schwierigen Zeiten, verrät sie im fadegrad-Podcast.

Was bringt ein Mami dazu, aktiv auf Tiktok dabei zu sein? Wie kann dies das eigene, aber auch fremde Leben beeinflussen?

Das wollte fadegrad-Host Sam de Keijzer von Judith wissen.

Schon seit einiger Zeit verfolgt sie die 42-Jährige, die mit Acrylbildern und Szenen aus ihrem Alltag mehr als 55'000 Follower inspiriert. 

"Ich habe mit dem Malen begonnen, um den Tod meines Sohnes zu verarbeiten", sagt Judith. Der Trauer und dem Schmerz begegnete sie mit bunten Acrylfarben.

Für ihre Kunst erntet sie viel Lob, aber auch Kritik: Wie Judith mit Hass im Internet umgeht, beantwortet sie in der Podcastfolge.

Woher kommt Judith's Leidenschaft für Acrylbilder genau?

Was beschäftigt sie, wenn sie neuen Content oder neue Bilder produziert?

Wie lebt es sich als erfolgreiche Creatorin, was erlebt man für Geschichten?

Wie reagiert das Umfeld und wie genau spielt in all dem der eigene Glaube vielleicht noch mit?

Alle diese Fragen hat Judith in diesem Gespräch souverän beantwortet. Ihren Glauben an Gott hängt Judith nicht an die grosse Glocke auf TikTok. Doch wenn Menschen sie darauf ansprechen, erzählt sie gerne, wie der Glaube sie trägt. Sie will Menschen ermutigen, ihre Kreativität auszuleben und auf ihre Fähigkeiten und Begabungen zu vertrauen. Es wurde eine Folge daraus, die ich (Sam) jedem besonders ans Herz lege.

Das Gespräch hat mich einige Male bereits bei der Aufnahme sprachlos und emotional gemacht und berührt mich immer noch beim Anhören.

Themen der Folge:

3:55  Judiths Weg zu TikTok

7:50  Über Hate-Kommentare und den Umgang damit

13:25 Was sagt das Umfeld zur TikTok Creatorin

16:50 Was ist ein Influencer?

20:00 Von der Ergotherapeutin zur Social Media Beraterin

22:15  Wie Judith durch Trauer zum Malen kam

27:20 Die Symbole, die Judith malt

29:40 Woran glaubt Judith?

33:55 Live-Malen und Malprozesse

35:00 Nächstenliebe im Internet

37:05 Jesus und Tiktok?

38:20 Persönliche Nachricht von Judith an alle Zuhörer:innen. 

Judiths Account auf Tiktok: Anschauen und abonnieren
34 Minuten
Fabienne Annen hat ihren Onkel in den Tod begleitet. Im fadegrad-Podcast spricht sie über den assistierten Suizid und darüber, wie sie damit umging, dass er nur mehr eines wollte: sterben.

„Ich fühlte mich wie ein Mami für meinen Götti. Es war ein riesen Druck, eine riesen Verantwortung“, sagt Fabienne Annen. Sie spricht ruhig und gefasst. Ein Jahr ist es her, dass ihr Onkel mit Exit aus dem Leben schied. Davor war die 26-jährige zehn Jahre lang mehr oder weniger die einzige Bezugsperson für ihren Onkel.

Ihr Onkel sei ein schlauer Mensch gewesen, war technikbegabt und konnte beispielsweise sehr gut Origami falten. „Doch durch den Alkohol ging das leider alles verloren. Er hat sich sein Hirn quasi weggetrunken“, sagt die junge Frau, die ihren Onkel nur als suchtkranken Mann kannte.

Viele Entzüge scheiterten. Zur Leberzirrhose kamen dauerhafte Schmerzen. Nach einem Sturz war er auf den Rollstuhl angewiesen und lebte in einem Pflegeheim. „Er drohte immer wieder mit Suizid. Ich arbeite selbst in der Pflege und wollte verhindern, dass das Pflegepersonal durch seinen Suizid traumatisiert wird“, erklärt Fabienne Annen, warum sie ihm schliesslich dazu riet, einen Sterbehilfeverein zu kontaktieren.

Denkst du an Suizid?

Oder machst Du dir Sorgen um eine nahestehende Person? Hier gibt es Hilfe:

·  Für Erwachsene: 143 – «Dargebotene Hand»

·  Für Kinder und Jugendliche: «147»

·  Reden kann retten: www.reden-kann-retten.ch

Kriterien für die Freitodbegleitung

Um für einen assistierten Suizid in Frage zu kommen, muss ein sogenannter dauerhafter Sterbewunsch vorhanden sein, die Person muss wissen, was sie tut (Urteilsfähigkeit), darf nicht aus dem Affekt heraus handeln und muss Alternativen kennen wie beispielsweise ein Hospiz (Wohlerwogenheit). Sie darf nicht von Dritten beeinflusst werden (Autonomie) und muss den Suizid eigenhändig ausführen (Tatherrschaft).

All diese Voraussetzungen seien bei ihrem Götti gegeben gewesen. Vom Erstgespräch bis zu seinem assistierten Suizid vergingen rund sechs Wochen. Im Podcast erzählt Fabienne Annen, wie sie sich von ihrem Götti verabschiedete, was seine letzten Worte waren und ob er sich noch mit seiner Familie versöhnte, bevor er starb.

Kritik am assistierten Suizid

Fabienne Annen ist überzeugt, das Beste für ihren Götti getan zu haben. Im Podcastgespräch reagiert sie auf Kritik am assistierten Suizid: dass Sterbehilfevereine wie Exit aus finanziellem Interesse heraus handeln oder dass alte und kranke Menschen sich dazu gedrängt fühlen könnten, aus dem Leben zu gehen, weil sie niemandem zur Last fallen wollen. Auf die Frage, ob das Leben nicht ein Geschenk sei, über das man nicht bestimmen könne, antwortet sie: „Gott hat uns doch einen freien Willen gegeben. Wir sind keine Marionetten“. Daher sollten Menschen, die leiden, selbst bestimmen können, wann sie aus dem Leben gehen wollen.

Für sie ist klar: „Mein Onkel hat viele falsche Entscheidungen im Leben getroffen. Die letzte ist für ihn die richtige gewesen.“
46 Minuten
«Im Fussball werden Toleranz und Respekt gelebt» - Der Präsident des FC St.Gallen Matthias Hüppi spricht im fadegrad-Interview mit Lara Abderhalden über seine Rolle im Club, darüber, wie er mit rassistischen Vorfällen umgeht wie jenem, als ein Spieler der gegnerischen Mannschaft im Stadion in St.Gallen von einem Zuschauer rassistisch beleidigt wurde.

Er spricht über sein Einschreiten bei der Cup-Niederlage gegen Lugano in diesem Jahr, als Fans den Rasen stürmten, aber auch über seine stillen Seiten, darüber, wo er Energie tankt und was ihm Halt im Leben gibt und weshalb der Fussball ein gesellschaftliche Vorzeigebeispiel für Integration und Respekt ist.
27 Minuten
Willkommen zur ersten fadegrad-Podcastfolge nach der Sommerpause! Für viele beginnt mit dem Herbst ein neuer Lebensabschnitt: eine Lehre, ein Studium oder ein Umzug. Für die reformierte Pfarrerin Kathrin Bolt, Interviewgast in dieser fadegrad-Podcastfolge, steht eine grosse Veränderung an: Ab 1. September wird sie die erste Frau als Pfarrerin an der St.Laurenzenkirche in St.Gallen sein. Die 41-Jährige folgt Hansruedi Felix nach, der in Pension ging. Die reformierte Pfarrerin, die davor 13 Jahre in Straubenzell tätig war, schaffte es immer wieder mit spektakulären Aktionen in die Medien: Zuletzt zersägte Kathrin Bolt mit einer Motorsäge eine Kanzel – das ist der Ort, von dem aus traditionellerweise die reformierte Predigt im Gottesdienst gehalten wird. Was sie aus dem zersägten Möbelstück machte, warum sie den Pfarrberuf wählte und was sie als erste Pfarrerin an der Laurenzenkirche plant, erzählt Kathrin Bolt im fadegrad-Podcast. Darüber sprechen Kathrin Bolt und Ines Schaberger in dieser fadegrad-Podcastfolge: 00:21   Intro: Zeit der Neuanfänge & Vorstellung Podcastgast 01:48   Warum wurde Kathrin Bolt reformierte Pfarrerin? 03:27   Als Kathrin Bolt mit sich und dem Studium haderte... 05:51   Was die Schwester der Olma-Präsidentin über unser Wirtschaftssystem sagt 06:50   Highlights aus dem Pfarrberuf 08:49   Warum eine Pfarrerin auf die Predigt verzichtet und eine Kanzel zersägt... 13:08   Die erste Pfarrerin in der St.Laurenzenkirche 16:21   Neue Projekte & Pläne für die St.Laurenzenkirche 19:43   Wiborada-Projekt: Warum hat Kathrin Bolt sich freiwillig in einer Zelle einschliessen lassen? 26:11   Verabschiedung und Ausblick: Das gibt es Neues beim fadegrad-Podcast
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