Kreisky Forum Talks Archiv
399 Episoden
1 Stunde
Sie hat eine der wichtigsten Aufgaben in der Wiener Stadtregierung und gilt als unerschrockene „Macherin“, eine Eigenschaft, die Kathrin Gaal wohl gut gebrauchen kann. Denn als Wohnbaustadträtin muss sie Wohnraum für eine rasant wachsende Stadt schaffen. Um rund 200.000 Einwohner ist die Stadt alleine in den vergangenen zehn Jahren gewachsen. Ganze Stadtteile müssen neu entwickelt werden. Das schafft immer auch Konflikte. Eine Quadratur des Kreises: Alle Verfahren müssen berücksichtigt werden, die Bauten sollen auf der Höhe der technischen Innovation sein, Dämmung, Heizung usw. müssen ihren Beitrag zur Dekarbonisierung leisten – und schnell muss das natürlich auch gehen, und all das auch noch vor dem Hintergrund steigender Immobilien-, Boden- und Baukosten. Wie kriegt man das hin? Wie dreht man an diesem Rad?
Gaals Aufgaben sind neben Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerungen auch die Frauenagenden. Mit Einsetzen der Pandemie wurde schnell deutlich, dass Frauen sich durch Homeoffice und Homeschooling mehrfach belastet und zum großen Teil überlastet fühlten. Alte Rollenbilder haben sich durch Corona wieder verfestigt. Und die Gewalt gegenüber Frauen ist deutlich gestiegen. Gaal ist überzeugt: „Frauen zählen zu den Verliererinnen der Krise.“ Mit der Frauenpolitik der Bundesregierung geht sie hart ins Gericht. Aber was ist eine zeitgemäße sozialdemokratische feministische Politik?
Kathrin Gaal, 1976 geboren, begann ihre politische Laufbahn bei der Favoritner SPÖ-Frauenorganisation. Von 2001 bis 2005 war die Juristin Bezirksrätin in Favoriten, 2005 wurde sie Gemeinderätin, seit 2011 ist sie Vorsitzende der SPÖ Favoriten. Als enge Mitstreiterin von Michael Ludwig war sie „gesetzt“, nach dessen Wahl zum Bürgermeister in seine Regierung einzuziehen.
Mit Robert Misik spricht Kathrin Gaal in Kreiskys Wohnzimmer über die beiden großen Aufgaben – die der Wohnbaustadträtin und die der Frauenstadträtin.
Kathrin Gaal, Amtsführende Stadträtin für Wohnen, Wohnbau, Stadterneuerung und Frauen und Vizebürgermeisterin der Stadt Wien
Moderation: Robert Misik, Autor und Journalist
Aufgezeichnet im Kreisky Forum am 3. Mai 2022
Gaals Aufgaben sind neben Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerungen auch die Frauenagenden. Mit Einsetzen der Pandemie wurde schnell deutlich, dass Frauen sich durch Homeoffice und Homeschooling mehrfach belastet und zum großen Teil überlastet fühlten. Alte Rollenbilder haben sich durch Corona wieder verfestigt. Und die Gewalt gegenüber Frauen ist deutlich gestiegen. Gaal ist überzeugt: „Frauen zählen zu den Verliererinnen der Krise.“ Mit der Frauenpolitik der Bundesregierung geht sie hart ins Gericht. Aber was ist eine zeitgemäße sozialdemokratische feministische Politik?
Kathrin Gaal, 1976 geboren, begann ihre politische Laufbahn bei der Favoritner SPÖ-Frauenorganisation. Von 2001 bis 2005 war die Juristin Bezirksrätin in Favoriten, 2005 wurde sie Gemeinderätin, seit 2011 ist sie Vorsitzende der SPÖ Favoriten. Als enge Mitstreiterin von Michael Ludwig war sie „gesetzt“, nach dessen Wahl zum Bürgermeister in seine Regierung einzuziehen.
Mit Robert Misik spricht Kathrin Gaal in Kreiskys Wohnzimmer über die beiden großen Aufgaben – die der Wohnbaustadträtin und die der Frauenstadträtin.
Kathrin Gaal, Amtsführende Stadträtin für Wohnen, Wohnbau, Stadterneuerung und Frauen und Vizebürgermeisterin der Stadt Wien
Moderation: Robert Misik, Autor und Journalist
Aufgezeichnet im Kreisky Forum am 3. Mai 2022
1 Stunde 3 Minuten
Who ended the British Empire? Priyamvada Gopal, who teaches at Churchill College in Cambridge, puts her focus on the colonial subjects as she examines a century of dissent on the question of empire and shows how British critics of empire were influenced by rebellions and resistance in the colonies, from the West Indies and East Africa to Egypt and India. In addition, a pivotal role in fomenting resistance was played by anticolonial campaigners based in London, right at the heart of empire. Much has been written on how colonized peoples took up British and European ideas and turned them against empire when making claims to freedom and self-determination.
Gopal’s highly influencial and valued book Insurgent Empire shows how Britain’s enslaved and colonial subjects were active agents in their own liberation. What is more, they shaped British ideas of freedom and emancipation back in the United Kingdom.
“Priyamvada Gopal has calmly and authoritatively produced this impressive study of resistance against Empire, in the face of the kind of constant hostility that only serves to reminds us why her work is so urgent in the first place. We all owe her a debt.”– Afua Hirsch, author of Brit(ish)
Priyamvada Gopal is University Professor in Anglophone and Related Literatures in the Faculty of English and Fellow, Churchill College, University of Cambridge. She is the author of Literary Radicalism in India: Gender, Nation and the Transition to Independence and The Indian English Novel: Nation, History and Narration.
Tessa Szyszkowitz is a journalist, writer and historian currently working for Falter, profil & Cicero. Her last book was Echte Engländer, Britain & Brexit (2018). She is also Senior Associate Fellow at the Royal United Services Institute in London.
Recorded at Kreisky Forum, May 3, 2022
Gopal’s highly influencial and valued book Insurgent Empire shows how Britain’s enslaved and colonial subjects were active agents in their own liberation. What is more, they shaped British ideas of freedom and emancipation back in the United Kingdom.
“Priyamvada Gopal has calmly and authoritatively produced this impressive study of resistance against Empire, in the face of the kind of constant hostility that only serves to reminds us why her work is so urgent in the first place. We all owe her a debt.”– Afua Hirsch, author of Brit(ish)
Priyamvada Gopal is University Professor in Anglophone and Related Literatures in the Faculty of English and Fellow, Churchill College, University of Cambridge. She is the author of Literary Radicalism in India: Gender, Nation and the Transition to Independence and The Indian English Novel: Nation, History and Narration.
Tessa Szyszkowitz is a journalist, writer and historian currently working for Falter, profil & Cicero. Her last book was Echte Engländer, Britain & Brexit (2018). She is also Senior Associate Fellow at the Royal United Services Institute in London.
Recorded at Kreisky Forum, May 3, 2022
1 Stunde 21 Minuten
Raimund Löw berichtete seit den 1980er-Jahren für den ORF als Auslandskorrespondent. Seine Interviews mit Michail Gorbatschow, Bill Clinton, Luis Inacio „Lula“ da Silva, George W. Bush und vielen mehr fanden auch internationale Beachtung. Raimund Löw war Zeuge der Umwälzungen in Russland rund um das Jahr 1989 in Moskau, er war Korrespondent des ORF in Brüssel, Washington und Peking und erlebte hautnah die zumeist dynamischen Entwicklungen in den jeweiligen Staaten.
Sein neues, im Falter-Verlag erschienenes Buch ist eine journalistische Reise durch die Veränderungen der internationalen Politik, die zur heutigen Realität in der 1. Hälfte des 21. Jahrhunderts geführt haben. Im Zentrum stehen die krisenhafte Entwicklung der Supermacht USA, die Widerstandskraft der EU gegen zentrifugale Kräfte, der Aufstieg der autoritären Weltmacht China, Russlands Konfrontationen sowie die Zyklen der Gewalt im Nahen Osten. Die Umwälzungen in den wichtigsten Brennpunkten der Weltpolitik werden analysiert, erlebbar gemacht und in ihrer Bedeutung erklärt.
Raimund Löw, Journalist, Autor, Historiker, Leiter des Falter Radio
Georg Hoffmann-Ostenhof, Journalist, Redakteur bei profil
Barbara Wolschek, Zeit im Bild/Auslandsredaktion, ORF
Moderation: Tessa Szyszkowitz, London-Korrespondentin für profil, Welt-Kolumnistin beim Falter, Autorin, Senior associate Fellow at Royal United Services Institute in London
Raimund Löw:
Welt in Bewegung. Warum das 21. Jahrhundert so gefährlich geworden ist.
FALTER Verlag, April 2022, € 22,90
In Zusammenarbeit mit dem Falter Verlag
Aufgezeichnet im Kreisky Forum am 28. April 2022
Sein neues, im Falter-Verlag erschienenes Buch ist eine journalistische Reise durch die Veränderungen der internationalen Politik, die zur heutigen Realität in der 1. Hälfte des 21. Jahrhunderts geführt haben. Im Zentrum stehen die krisenhafte Entwicklung der Supermacht USA, die Widerstandskraft der EU gegen zentrifugale Kräfte, der Aufstieg der autoritären Weltmacht China, Russlands Konfrontationen sowie die Zyklen der Gewalt im Nahen Osten. Die Umwälzungen in den wichtigsten Brennpunkten der Weltpolitik werden analysiert, erlebbar gemacht und in ihrer Bedeutung erklärt.
Raimund Löw, Journalist, Autor, Historiker, Leiter des Falter Radio
Georg Hoffmann-Ostenhof, Journalist, Redakteur bei profil
Barbara Wolschek, Zeit im Bild/Auslandsredaktion, ORF
Moderation: Tessa Szyszkowitz, London-Korrespondentin für profil, Welt-Kolumnistin beim Falter, Autorin, Senior associate Fellow at Royal United Services Institute in London
Raimund Löw:
Welt in Bewegung. Warum das 21. Jahrhundert so gefährlich geworden ist.
FALTER Verlag, April 2022, € 22,90
In Zusammenarbeit mit dem Falter Verlag
Aufgezeichnet im Kreisky Forum am 28. April 2022
1 Stunde 6 Minuten
Was muss passieren, damit ein niederösterreichischer Lehrersohn aus christlich-sozialem Haus Bürgermeister des Roten Wien wird?
Michael Häupl erzählt in diesem Buch von seinen schwierigen Klosterschul-Jahren, von seiner Lebensentscheidung zwischen Wissenschaft und Politik, von seinem Aufstieg und von schmerzlichen Niederlagen. Er nimmt uns mit hinter die Kulissen der österreichischen Innenpolitik und beschreibt, woran die roten Kanzler Gusenbauer, Faymann und Kern gescheitert sind. Erstmals geht Häupl auch auf die turbulenten Auseinandersetzungen in der Wiener SPÖ vor seiner Amtsübergabe an Michael Ludwig ein. Und er schreibt über die schwere Erkrankung nach seinem Rückzug aus der Politik. Michael Häupls klare politische Überzeugungen und private Einblicke machen klar, warum die Popularität des längstdienenden Bürgermeisters bis heute ungebrochen ist.
Begrüßung: Rudolf Scholten, Präsident des Kreisky Forums
Moderation: Robert Misik, Autor und Journalist
Michael Häupl, geb. 1949, studierte Biologie und begann eine wissenschaftliche Karriere im Naturhistorischen Museum, bevor er sich ganz auf das Wirken in der Politik konzentrierte. 1994 folgte er Helmut Zilk als Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien nach und lenkte die Geschicke der Stadt auch in wechselhaften Zeiten wie kein anderer. Nach 23 Jahren, sechs Monaten und 16 Tagen in diesem Amt zog er sich 2018 aus der Politik zurück und ist heute in zahlreichen Funktionen tätig, u.a. als Präsident der Volkshilfe Wien und des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Brandstätter Verlag.
Aufgezeichnet im Kreisky Forum am 26. April 2022
Michael Häupl erzählt in diesem Buch von seinen schwierigen Klosterschul-Jahren, von seiner Lebensentscheidung zwischen Wissenschaft und Politik, von seinem Aufstieg und von schmerzlichen Niederlagen. Er nimmt uns mit hinter die Kulissen der österreichischen Innenpolitik und beschreibt, woran die roten Kanzler Gusenbauer, Faymann und Kern gescheitert sind. Erstmals geht Häupl auch auf die turbulenten Auseinandersetzungen in der Wiener SPÖ vor seiner Amtsübergabe an Michael Ludwig ein. Und er schreibt über die schwere Erkrankung nach seinem Rückzug aus der Politik. Michael Häupls klare politische Überzeugungen und private Einblicke machen klar, warum die Popularität des längstdienenden Bürgermeisters bis heute ungebrochen ist.
Begrüßung: Rudolf Scholten, Präsident des Kreisky Forums
Moderation: Robert Misik, Autor und Journalist
Michael Häupl, geb. 1949, studierte Biologie und begann eine wissenschaftliche Karriere im Naturhistorischen Museum, bevor er sich ganz auf das Wirken in der Politik konzentrierte. 1994 folgte er Helmut Zilk als Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien nach und lenkte die Geschicke der Stadt auch in wechselhaften Zeiten wie kein anderer. Nach 23 Jahren, sechs Monaten und 16 Tagen in diesem Amt zog er sich 2018 aus der Politik zurück und ist heute in zahlreichen Funktionen tätig, u.a. als Präsident der Volkshilfe Wien und des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Brandstätter Verlag.
Aufgezeichnet im Kreisky Forum am 26. April 2022
1 Stunde 6 Minuten
Of all countries sitting on the fence and trying to mediate, Turkey has a unique profile and position. It is a NATO member, an organization for which Russia and previously the Soviet Union served as raison d'être or the foundational threat.
Turkish President Recep Tayyip Erdogan has been increasingly castigating the Western-centric international system. But as a member of many Western institutions, Turkey is also a beneficiary, and in a sense, part of the geopolitical West.
Meanwhile, Turkey also has maritime borders with both Ukraine and Russia. Plus, Turkey is Russia's largest trade partner in the Middle East and North Africa region. And it has competed and cooperated with Russia through conflict zones in Syria, Libya and Nagorno-Karabakh in recent years.
Compared to other contenders for mediation, Turkey has the highest stakes in this conflict. The war is fundamentally changing the geopolitics and balance of power in the Black Sea region, and Turkey is a major Black Sea power.
That said, as the war drags on, Turkey's previous strategic juggling act may no longer be feasible, particularly as Russia is now more openly treated as an enemy of NATO and European security.
Galip Dalay is CATS Fellow at the German Institute for International and Security Affairs (SWP), an associate fellow at Chatham House, and doctoral researcher in the Faculty of History at the University of Oxford. Dalay’s pieces and analysis have appeared on Foreign Affairs, Foreign Policy, Project Syndicate, Newsweek, Le Monde, Al Jazeera, CNN, National Interest, Open Democracy, Middle East Eye and The World Politics Review.
Gudrun Harrer, Senior Editor at Der Standard, Lecturer on Modern History and Politics of the Middle East, University of Vienna and Diplomatic Academy of Vienna
A ZOOM Livetalk, recorded on April 21, 2022
Turkish President Recep Tayyip Erdogan has been increasingly castigating the Western-centric international system. But as a member of many Western institutions, Turkey is also a beneficiary, and in a sense, part of the geopolitical West.
Meanwhile, Turkey also has maritime borders with both Ukraine and Russia. Plus, Turkey is Russia's largest trade partner in the Middle East and North Africa region. And it has competed and cooperated with Russia through conflict zones in Syria, Libya and Nagorno-Karabakh in recent years.
Compared to other contenders for mediation, Turkey has the highest stakes in this conflict. The war is fundamentally changing the geopolitics and balance of power in the Black Sea region, and Turkey is a major Black Sea power.
That said, as the war drags on, Turkey's previous strategic juggling act may no longer be feasible, particularly as Russia is now more openly treated as an enemy of NATO and European security.
Galip Dalay is CATS Fellow at the German Institute for International and Security Affairs (SWP), an associate fellow at Chatham House, and doctoral researcher in the Faculty of History at the University of Oxford. Dalay’s pieces and analysis have appeared on Foreign Affairs, Foreign Policy, Project Syndicate, Newsweek, Le Monde, Al Jazeera, CNN, National Interest, Open Democracy, Middle East Eye and The World Politics Review.
Gudrun Harrer, Senior Editor at Der Standard, Lecturer on Modern History and Politics of the Middle East, University of Vienna and Diplomatic Academy of Vienna
A ZOOM Livetalk, recorded on April 21, 2022
55 Minuten
Kaiserin Maria Theresia und Johann Wolfgang Goethe waren für die Pockenimpfung, Immanuel Kant, Andreas Hofer und Karl Lueger agitierten dagegen. Hexenjäger, Naturheiler, NS-Mediziner: Der Journalist und Autor Herbert Lackner und der bekannte Onkologe Christoph Zielinski suchen die Wurzeln der heutigen Wissenschaftsgegner-Bewegung in der Geschichte und beschreiben ihre profunden Irrtümer.
Das Ergebnis ist die erste umfassende Darstellung eines Phänomens, das viele Fragen aufwirft: Warum marschieren plötzlich in ganz Europa Hippies mit Rasta-Locken in den Impfgegner-Demos Seite an Seite mit Rechtsradikalen? Was verbindet besorgte Mütter und abseitige Verschwörungs-theoretiker? Warum vertrauen sie sonderbaren Wunderheilern mehr als der Wissenschaft? Und was ist aus der Sicht des Mediziners von ihren Argumenten zu halten?
Die Medizin und ihre Feinde (ueberreuter, April 2022, ISBN 978-3-8000-7796-0) gibt die Antworten auf diese Fragen.
Herbert Lackner, geboren in Wien, studierte Politikwissenschaft und Publizistik, war stellvertretender Chefredakteur der „Arbeiter Zeitung” und danach 23 Jahre lang Chefredakteur des Nachrichtenmagazins profil. Er ist Autor zahlreicher zeithistorischer Beiträge in profil und Die Zeit. Zuletzt sind seine zeithistorischen Bestseller Als die Nacht sich senkte, Die Flucht der Dichter und Denker und Rückkehr in die fremde Heimat im Carl Ueberreuter Verlag erschienen.
Christoph Zielinski ist Facharzt für Innere Medizin, Zusatzfacharzt für Hämatologie und internistische Onkologie und Humangenetik, Universitätsprofessor für Innere Medizin und klinische Immunologie. Er studierte an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien und war Fellow am Cancer Research Center, Boston, USA. Seit 1999 ist er Präsident der Central European Cooperative Oncology Group. Von 2004 bis 2017 war er Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin I, von 2004 bis 2014 stellvertretender Ärztlicher Direktor des Allgemeinen Krankenhauses Wien. Seit Mai 2020 ist er Ärztlicher Direktor der Wiener Privatklinik, Wien.
Moderation: Eva Linsinger, stv. Chefredakteurin und Innenpolitik-Chefin des profil
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Carl Ueberreuter Verlag, aufgezeichnet im Kreisky Forum am 5. April 2022.
Das Ergebnis ist die erste umfassende Darstellung eines Phänomens, das viele Fragen aufwirft: Warum marschieren plötzlich in ganz Europa Hippies mit Rasta-Locken in den Impfgegner-Demos Seite an Seite mit Rechtsradikalen? Was verbindet besorgte Mütter und abseitige Verschwörungs-theoretiker? Warum vertrauen sie sonderbaren Wunderheilern mehr als der Wissenschaft? Und was ist aus der Sicht des Mediziners von ihren Argumenten zu halten?
Die Medizin und ihre Feinde (ueberreuter, April 2022, ISBN 978-3-8000-7796-0) gibt die Antworten auf diese Fragen.
Herbert Lackner, geboren in Wien, studierte Politikwissenschaft und Publizistik, war stellvertretender Chefredakteur der „Arbeiter Zeitung” und danach 23 Jahre lang Chefredakteur des Nachrichtenmagazins profil. Er ist Autor zahlreicher zeithistorischer Beiträge in profil und Die Zeit. Zuletzt sind seine zeithistorischen Bestseller Als die Nacht sich senkte, Die Flucht der Dichter und Denker und Rückkehr in die fremde Heimat im Carl Ueberreuter Verlag erschienen.
Christoph Zielinski ist Facharzt für Innere Medizin, Zusatzfacharzt für Hämatologie und internistische Onkologie und Humangenetik, Universitätsprofessor für Innere Medizin und klinische Immunologie. Er studierte an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien und war Fellow am Cancer Research Center, Boston, USA. Seit 1999 ist er Präsident der Central European Cooperative Oncology Group. Von 2004 bis 2017 war er Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin I, von 2004 bis 2014 stellvertretender Ärztlicher Direktor des Allgemeinen Krankenhauses Wien. Seit Mai 2020 ist er Ärztlicher Direktor der Wiener Privatklinik, Wien.
Moderation: Eva Linsinger, stv. Chefredakteurin und Innenpolitik-Chefin des profil
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Carl Ueberreuter Verlag, aufgezeichnet im Kreisky Forum am 5. April 2022.
51 Minuten
Der Mensch »ist auch das grausame Tier«. Diese radikale These ist Ausgangspunkt einer Diskursgeschichte der Grausamkeit von Wolfgang Müller-Funk, die eben im Verlag Matthes & Seitz erschienen ist. Mit der Bestimmung der Grausamkeit als Teil des Zivilisierungsprozesses gelingt dem Kulturwissenschaftler ein erschütternder Blick auf einen Aspekt der menschlichen Evolution, den gängige Beschreibungen verschweigen: Das Experimentieren mit Möglichkeiten und die durch die Wortsprache bedingten Spielräume und Repräsentationsformen weisen zu völlig künstlichen Formen von Gewalt, die weder zufällig noch notwendig sind. Die unheimliche Attraktivität der Grausamkeit liegt dabei auch in ihrem zweifelhaften Versprechen ungehinderter Selbstbehauptung. In zwölf konzisen Kapiteln – zu Robert Musil und Ernst Jünger, Seneca und Friedrich Nietzsche, Elias Canetti und dem Marquis de Sade, Jean Améry und Mario Vargas Llosa, Sigmund Freud und Maurice Merleau-Ponty, Ismail Kadare und Arthur Koestler – straft Müller-Funks Studie Gottfried Benns Satz, dem zu Folge der liberale Mensch der Gewalt nicht ins Auge sehen kann, Lüge. Seine von der Literatur informierte Geschichte der Grausamkeit weist einen philosophischen Weg, ihren Verlockungen zu widerstehen.
In Kreiskys Wohnzimmer diskutiert Philipp Blom mit Wolfgang Müller-Funk über den erschreckenden Einfallsreichtum der Grausamkeit – und was sie uns über den Menschen lehrt. Aufgezeichnet am 28. März 2022.
Wolfgang Müller-Funk war Professor für Kulturwissenschaften in Birmingham und Wien und u.a. Fellow an der New School for Social Research in New York und am Institut für die Wissenschaft vom Menschen in Wien. Unter seinen zahlreichen Veröffentlichungen sind Theorien des Fremden (2016), 365 Tage sind kein Jahr (2020) und Die Kunst des Zweifelns (2021).
Philipp Blom studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt als Schriftsteller und Historiker in Wien und schreibt regelmäßig für europäische und amerikanische Zeitschriften und Zeitungen.
Wolfgang Müller-Funk:
Crudelitas. Zwölf Kapitel einer Diskursgeschichte der Grausamkeit
360 Seiten, Matthes & Seitz Berlin, Februar 2022, ISBN 978-3-7518-0335-9
In Kreiskys Wohnzimmer diskutiert Philipp Blom mit Wolfgang Müller-Funk über den erschreckenden Einfallsreichtum der Grausamkeit – und was sie uns über den Menschen lehrt. Aufgezeichnet am 28. März 2022.
Wolfgang Müller-Funk war Professor für Kulturwissenschaften in Birmingham und Wien und u.a. Fellow an der New School for Social Research in New York und am Institut für die Wissenschaft vom Menschen in Wien. Unter seinen zahlreichen Veröffentlichungen sind Theorien des Fremden (2016), 365 Tage sind kein Jahr (2020) und Die Kunst des Zweifelns (2021).
Philipp Blom studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt als Schriftsteller und Historiker in Wien und schreibt regelmäßig für europäische und amerikanische Zeitschriften und Zeitungen.
Wolfgang Müller-Funk:
Crudelitas. Zwölf Kapitel einer Diskursgeschichte der Grausamkeit
360 Seiten, Matthes & Seitz Berlin, Februar 2022, ISBN 978-3-7518-0335-9
57 Minuten
Warum radikalisieren sich Jugendliche, die in Österreich, Deutschland oder Frankreich aufwachsen? Was muss passieren, um weitere dschihadistische Anschläge zu verhindern? Fabian Reicher und Anja Melzer geben authentische Einblicke in die Wirkungsweise der Propaganda des sogenannten Islamischen Staates und ihre Anziehungskraft auf europäische Jugendliche. Anhand von fünf Biografien radikalisierter Jugendlicher beschreiben sie, wie es gelingt, mit Kenntnis der Vorgehensweisen und den richtigen Methoden beim Ausstieg aus der vermeintlich attraktiven Jugendsubkultur zu helfen.
Fabian Reicher, geb. 1987, war sechs Jahre als Streetworker in Wien tätig und arbeitet derzeit als Sozialarbeiter bei der Beratungsstelle Extremismus im Bereich der Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit. Er ist Mitgründer mehrerer Online-Streetwork Initiativen. Reicher lehrt an den verschiedensten Hochschulen Österreichs.
Anja Melzer, geb. 1989, arbeitet als Chefin vom Dienst beim Arbeit&Wirtschaft Magazin. Sie wurde 2017 zu den „Besten 30 unter 30“ gezählt und 2018 mit der „Story des Jahres“ der österreichischen Journalismustage ausgezeichnet. Ihre Arbeit steht in der Tradition der sogenannten Wiener Sozialreportage, einem „Journalismus von unten“. Die Devise: Hingehen, wo es weh tut, hinsehen, wo niemand hinschaut, denen eine Stimme geben, die keiner hört. Sie twittert unter @mauerfallkind.
Robert Misik, Autor und Journalist
Aufgeichnet im Kreisky Forum am 24. März 2022.
Fabian Reicher, Anja Melzer:
Die Wütenden. Warum wir im Umgang mit dschihadistischem Terror radikal umdenken müssen
Westend Verlag, Februar 2022, € 18,50 (Paperback)
Fabian Reicher, geb. 1987, war sechs Jahre als Streetworker in Wien tätig und arbeitet derzeit als Sozialarbeiter bei der Beratungsstelle Extremismus im Bereich der Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit. Er ist Mitgründer mehrerer Online-Streetwork Initiativen. Reicher lehrt an den verschiedensten Hochschulen Österreichs.
Anja Melzer, geb. 1989, arbeitet als Chefin vom Dienst beim Arbeit&Wirtschaft Magazin. Sie wurde 2017 zu den „Besten 30 unter 30“ gezählt und 2018 mit der „Story des Jahres“ der österreichischen Journalismustage ausgezeichnet. Ihre Arbeit steht in der Tradition der sogenannten Wiener Sozialreportage, einem „Journalismus von unten“. Die Devise: Hingehen, wo es weh tut, hinsehen, wo niemand hinschaut, denen eine Stimme geben, die keiner hört. Sie twittert unter @mauerfallkind.
Robert Misik, Autor und Journalist
Aufgeichnet im Kreisky Forum am 24. März 2022.
Fabian Reicher, Anja Melzer:
Die Wütenden. Warum wir im Umgang mit dschihadistischem Terror radikal umdenken müssen
Westend Verlag, Februar 2022, € 18,50 (Paperback)
1 Stunde 8 Minuten
Wie dramatisch verändert der Ukrainekrieg Russland und Europa? Sie hören eine Innenansicht und Außenansicht auf den Kriegskurs des Kreml. Im Gespräch: Die Russlandexpertin Nina Chruschtschowa, Urenkelin des sowjetischen Parteichef Nikita Chruschtschow, und Steven Lee Myers, China-Korrespondent der New York Times, moderiert von Raimund Löw. Eine Veranstaltung des Bruno Kreisky Forum vom 15. März 2022.
1 Stunde 4 Minuten
Der deutsche Liedermacher, Poet, Schauspieler und Komponist Konstantin Wecker gehört zu den vielseitigsten Künstlern des deutschsprachigen Raumes. Sowohl als Autor, Filmmusikkomponist, Musical- und Kindermusical-Produzent als auch als kritische Stimme eines ehemals Drogenabhängigen im Kampf gegen die Sucht, beeindruckt Konstantin Weckers Vielseitigkeit seit über 35 Jahren.
Werk und Leben Konstantin Weckers wurden bereits mehrfach Gegenstand von Wissenschaftlichen Abhandlungen und Diplomarbeiten an verschiedenen Universitäten weltweit.
Konstantin Wecker engagierte sich in all den Jahren seiner künstlerischen Karriere auch politisch. Er nahm 1982 an der Konzertreihe Künstler für den Frieden teil. In vielen seiner Lieder setzt sich Wecker mit dem politischen Tagesgeschehen auseinander. Seine Ballade „Willy“ behandelt die Konfrontation der 68er-Bewegung mit rechtem Gedankengut. Im Laufe der Jahrzehnte wurde sie von Wecker immer wieder adaptiert, die aktuellste Version stammt von 2021.
2010, im Interview mit der Zeitschrift Graswurzelrevolution, bekannte sich Konstantin Wecker zur herrschaftsfreien Gesellschaft: „Ich habe mich immer schon, auch in der 68er Zeit, dem Anarcho-Lager zugehörig gefühlt, weil ich als junger Mann von Henry Miller schwer beeindruckt war.“ Er führt weiter aus: „Wir müssen an unseren Utopien einer herrschaftsfreien und gewaltfreien Gesellschaft festhalten, sie zusammen mit anderen weiterentwickeln.“
Wecker erhielt für sein künstlerisches und zivilrechtliches Engagement zahlreiche Preise und Auszeichnungen.
Im Rahmen seiner neuen Konzert-Tournee UTOPIA besuchte Konstantin Wecker Wien. Robert Misik spricht mit ihm in Kreiskys Wohnzimmer über das, was ihn an- und umtreibt. Aufgezeichnet am 11. März 2022.
Konstantin Alexander Wecker (* 1. Juni 1947 in München) ist Musiker, Liedermacher, Komponist, Schauspieler und Autor. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Liedermacher.
Moderation: Robert Misik, Autor und Journalist
Werk und Leben Konstantin Weckers wurden bereits mehrfach Gegenstand von Wissenschaftlichen Abhandlungen und Diplomarbeiten an verschiedenen Universitäten weltweit.
Konstantin Wecker engagierte sich in all den Jahren seiner künstlerischen Karriere auch politisch. Er nahm 1982 an der Konzertreihe Künstler für den Frieden teil. In vielen seiner Lieder setzt sich Wecker mit dem politischen Tagesgeschehen auseinander. Seine Ballade „Willy“ behandelt die Konfrontation der 68er-Bewegung mit rechtem Gedankengut. Im Laufe der Jahrzehnte wurde sie von Wecker immer wieder adaptiert, die aktuellste Version stammt von 2021.
2010, im Interview mit der Zeitschrift Graswurzelrevolution, bekannte sich Konstantin Wecker zur herrschaftsfreien Gesellschaft: „Ich habe mich immer schon, auch in der 68er Zeit, dem Anarcho-Lager zugehörig gefühlt, weil ich als junger Mann von Henry Miller schwer beeindruckt war.“ Er führt weiter aus: „Wir müssen an unseren Utopien einer herrschaftsfreien und gewaltfreien Gesellschaft festhalten, sie zusammen mit anderen weiterentwickeln.“
Wecker erhielt für sein künstlerisches und zivilrechtliches Engagement zahlreiche Preise und Auszeichnungen.
Im Rahmen seiner neuen Konzert-Tournee UTOPIA besuchte Konstantin Wecker Wien. Robert Misik spricht mit ihm in Kreiskys Wohnzimmer über das, was ihn an- und umtreibt. Aufgezeichnet am 11. März 2022.
Konstantin Alexander Wecker (* 1. Juni 1947 in München) ist Musiker, Liedermacher, Komponist, Schauspieler und Autor. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Liedermacher.
Moderation: Robert Misik, Autor und Journalist
1 Stunde 15 Minuten
Seit der Bildung der neuen Stadtregierung im November 2020 ist Jürgen Czernohorszky Wiener Klimastadtrat. Sein oberstes Ziel ist laut Eigendefinition der soziale Klimaschutz. Ein Klimaschutz, der das Wohl der Menschen in den Mittelpunkt stellen und ihr Leben verbessern soll. „Das möchte ich gemeinsam mit allen Wienerinnen und Wienern schaffen. In den Grätzln, Gassen, Schulen und Gemeindebauten. Mit den ArbeiterInnen sowie mit den AkademikerInnen. Von den Kindergartenkindern bis zu unseren Ältesten – alle sollen eingebunden sein. Und die PessimistInnen reißen wir mit unserem Optimismus mit. Denn die Vergangenheit ist zwar schon geschrieben, aber an der Zukunft schreiben wir gemeinsam!“, sagt Czernohorszky.
Der Politiker, 1977 in Eisenstadt geboren, schloss 2008 das Studium der Soziologie an der Universität Wien ab. Er war in der Studierendenvertretung aktiv, Abgeordneter im Wiener Landtag und Gemeinderat und war – und ist – begeisterter Funktionär der Kinderfreunde. 2015 wurde er Wiener Stadtschulratspräsident, später Bildungsstadtrat.
Robert Misik spricht mit Jürgen Czernohorszky in Kreiskys Wohnzimmer über die neuen Herausforderungen einer klimagerechten und demokratischen Stadtpolitik und seine Vorstellungen von einer progressiven und modernen Sozialdemokratie. Aufgezeichnet am 7. März 2022 im Kreisky Forum.
Der Politiker, 1977 in Eisenstadt geboren, schloss 2008 das Studium der Soziologie an der Universität Wien ab. Er war in der Studierendenvertretung aktiv, Abgeordneter im Wiener Landtag und Gemeinderat und war – und ist – begeisterter Funktionär der Kinderfreunde. 2015 wurde er Wiener Stadtschulratspräsident, später Bildungsstadtrat.
Robert Misik spricht mit Jürgen Czernohorszky in Kreiskys Wohnzimmer über die neuen Herausforderungen einer klimagerechten und demokratischen Stadtpolitik und seine Vorstellungen von einer progressiven und modernen Sozialdemokratie. Aufgezeichnet am 7. März 2022 im Kreisky Forum.
52 Minuten
Der Journalist und Autor Robert Misik im Gespräch mit der Schauspielerin und Schriftstellerin Sevgi Özdamar in "Kreiskys Wohnzimmer" am 21. Februar 2022
Nach dem Putsch 1971 hält das Militär nicht nur das Leben, sondern auch die Träume der Menschen in der Türkei gefangen. Künstlerinnen und Künstler, Linke, Intellektuelle fürchten um ihre Existenz; auch die Erzählerin, die aus Istanbul übers Meer nach Europa flieht. Im Gepäck: der Wunsch, Schauspielerin zu werden, und das unbedingte Verlangen, den so jäh gekappten kulturellen Reichtum ihres Landes andernorts bekannt zu machen und lebendig zu halten, ohne sich im »Tiergarten der Sprachen« auf die bloße Herkunft beschränken zu lassen. Und dort, inmitten des geteilten Berlin, auf den Boulevards von Paris, im Zwiegespräch mit bewunderten Dichtern und Denkern, findet sie sich schließlich wieder in der »Pause der Hölle«, in der Kunst, Politik und Leben uneingeschränkt vereinbar scheinen.
Sevgi Özdamars neuer Roman „Ein von Schatten begrenzter Raum“ ist das vielstimmige Loblied auf ein Nachkriegseuropa, in dem es für kurze Zeit möglich schien, allein mit den Mitteln der Poesie Grenzen einzureißen. Er ist der sehnsuchtsvolle Nachruf auf die Freunde, Künstler, Bekanntschaften, die sie auf ihrem Weg begleiteten. Vor allem aber ist er die wortgewaltige Eröffnung eines Raums zwischen Bedrohung und Geborgenheit, eines von Schatten begrenzten Raums.
Sevgi Özdamar traf im Rahmen ihrer Lesereise durch Österreich Robert Misik in Bruno Kreiskys Wohnzimmer und sprach mit ihm über ihr Leben und ihr neues Buch.
Emine Sevgi Özdamar wuchs in Istanbul auf, wo sie die Schauspielschule besuchte. Mitte der siebziger Jahre ging sie nach Berlin und Paris und arbeitete mit den Regisseuren Benno Besson, Matthias Langhoff und Claus Peymann. Sie übernahm zahlreiche Filmrollen und schreibt seit 1982 Theaterstücke, Romane und Erzählungen. Emine Sevgi Özdamar lebt in Berlin. Im Jahr 2021 wurde sie mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der oberösterreichischen Initiative.Literaturschiff, dem Salzburger Literaturforum Leselampe und dem Suhrkamp Verlag.
Nach dem Putsch 1971 hält das Militär nicht nur das Leben, sondern auch die Träume der Menschen in der Türkei gefangen. Künstlerinnen und Künstler, Linke, Intellektuelle fürchten um ihre Existenz; auch die Erzählerin, die aus Istanbul übers Meer nach Europa flieht. Im Gepäck: der Wunsch, Schauspielerin zu werden, und das unbedingte Verlangen, den so jäh gekappten kulturellen Reichtum ihres Landes andernorts bekannt zu machen und lebendig zu halten, ohne sich im »Tiergarten der Sprachen« auf die bloße Herkunft beschränken zu lassen. Und dort, inmitten des geteilten Berlin, auf den Boulevards von Paris, im Zwiegespräch mit bewunderten Dichtern und Denkern, findet sie sich schließlich wieder in der »Pause der Hölle«, in der Kunst, Politik und Leben uneingeschränkt vereinbar scheinen.
Sevgi Özdamars neuer Roman „Ein von Schatten begrenzter Raum“ ist das vielstimmige Loblied auf ein Nachkriegseuropa, in dem es für kurze Zeit möglich schien, allein mit den Mitteln der Poesie Grenzen einzureißen. Er ist der sehnsuchtsvolle Nachruf auf die Freunde, Künstler, Bekanntschaften, die sie auf ihrem Weg begleiteten. Vor allem aber ist er die wortgewaltige Eröffnung eines Raums zwischen Bedrohung und Geborgenheit, eines von Schatten begrenzten Raums.
Sevgi Özdamar traf im Rahmen ihrer Lesereise durch Österreich Robert Misik in Bruno Kreiskys Wohnzimmer und sprach mit ihm über ihr Leben und ihr neues Buch.
Emine Sevgi Özdamar wuchs in Istanbul auf, wo sie die Schauspielschule besuchte. Mitte der siebziger Jahre ging sie nach Berlin und Paris und arbeitete mit den Regisseuren Benno Besson, Matthias Langhoff und Claus Peymann. Sie übernahm zahlreiche Filmrollen und schreibt seit 1982 Theaterstücke, Romane und Erzählungen. Emine Sevgi Özdamar lebt in Berlin. Im Jahr 2021 wurde sie mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der oberösterreichischen Initiative.Literaturschiff, dem Salzburger Literaturforum Leselampe und dem Suhrkamp Verlag.
51 Minuten
Der Historiker Wolfgang Maderthaner im Gespräch mit der Schauspielern, Sängerin und Schriftstellerin Erika Pluhar in "Kreiskys Wohnzimmer" am 3. Februar 2022
Erika Pluhar wurde 1939 geboren. Nach Abschluss des Gymnasiums und der Schauspielschule „Max-Reinhardt-Seminar“ wurde sie an das Wiener Burgtheater engagiert, und war dort vier Jahrzehnte lang als Protagonistin erfolgreich tätig. Auch durch Film und Fernsehen machte sie sich im gesamten deutschsprachigen Raum einen Namen. 40-jährig begann sie musikalisch zu arbeiten, wurde Interpretin ihrer eigenen Lieder, und gleichzeitig entstanden regelmäßig Bücher, die sie veröffentlichte.
60-jährig zog sie sich aus dem Beruf der reinen Schauspielerei völlig zurück. Sie arbeitete filmisch (Buch, Regie, Produktion), produzierte in Eigenregie ihre Tonträger, ging - und geht - mit Konzerten und Lesungen, stets konsequent die eigenen Inhalte vertretend, weiterhin vor Publikum. Als Schriftstellerin gab und gibt sie Bücher heraus, die auch gekauft werden und ihr eine treue Leserschaft gesichert haben, derer sich ihr Verlag erfreut. Seit längerem ist es der Residenz-Verlag – zuletzt erschienen: „Die öffentlicher Frau“, 2013, „Gegenüber“, 2016 und ganz aktuell „Hedwig“, 2021. Meist werden die Hardcover-Herausgaben von Suhrkamp-Insel als Taschenbuch übernommen. Erika Pluhar hält Vorträge, äußert sich politisch, und ist, ohne je einer „Szene“ gänzlich zugehörig gewesen zu sein, dennoch übergreifend musizierend, schreibend, politisch Stellung beziehend, nach wie vor öffentlich tätig-
Erika Pluhar wurde 1939 geboren. Nach Abschluss des Gymnasiums und der Schauspielschule „Max-Reinhardt-Seminar“ wurde sie an das Wiener Burgtheater engagiert, und war dort vier Jahrzehnte lang als Protagonistin erfolgreich tätig. Auch durch Film und Fernsehen machte sie sich im gesamten deutschsprachigen Raum einen Namen. 40-jährig begann sie musikalisch zu arbeiten, wurde Interpretin ihrer eigenen Lieder, und gleichzeitig entstanden regelmäßig Bücher, die sie veröffentlichte.
60-jährig zog sie sich aus dem Beruf der reinen Schauspielerei völlig zurück. Sie arbeitete filmisch (Buch, Regie, Produktion), produzierte in Eigenregie ihre Tonträger, ging - und geht - mit Konzerten und Lesungen, stets konsequent die eigenen Inhalte vertretend, weiterhin vor Publikum. Als Schriftstellerin gab und gibt sie Bücher heraus, die auch gekauft werden und ihr eine treue Leserschaft gesichert haben, derer sich ihr Verlag erfreut. Seit längerem ist es der Residenz-Verlag – zuletzt erschienen: „Die öffentlicher Frau“, 2013, „Gegenüber“, 2016 und ganz aktuell „Hedwig“, 2021. Meist werden die Hardcover-Herausgaben von Suhrkamp-Insel als Taschenbuch übernommen. Erika Pluhar hält Vorträge, äußert sich politisch, und ist, ohne je einer „Szene“ gänzlich zugehörig gewesen zu sein, dennoch übergreifend musizierend, schreibend, politisch Stellung beziehend, nach wie vor öffentlich tätig-
38 Minuten
Wird die Zukunft von prädiktiven Algorithmen der Künstlichen Intelligenz dominiert werden? Wenn ja, was wird dies für unser Verhalten, für unsere Institutionen und das Menschsein bedeuten? KI verändert unsere Zeit- und Zukunftserfahrungen und fordert unsere Identitäten heraus. Während wir von ihrer Effizienz geblendet sind, verstehen wir noch wenig, wie sie uns beeinflusst. Dabei stehen wir vor einem Paradoxon. Wir nutzen KI, um unsere Kontrolle über die Zukunft und Unsicherheit zu erhöhen, während gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der KI unsere Handlungsfähigkeit reduziert. Dies geschieht, wenn wir vergessen, dass wir Menschen die digitalen Technologien geschaffen haben, denen wir Handlungsfähigkeit zuschreiben. Die Entwicklungen stellen auch das Narrativ des Fortschritts in Frage, der in der Moderne eine so zentrale Rolle spielte und auf der Hybris der totalen Kontrolle beruht. Die Gefahr einer Überwachung bietet dem Menschen aber auch die Möglichkeit, sich diese Kontrolle wieder anzueignen und in Sorgfalt umzuwandeln. In dem im Oktober 2021 erschienen Buch In AI we trust setzt sich Helga Nowotny mit diesen Fragen auseinander. Mit Barbara Prainsack spricht Helga Nowotny im Kreisky Forum über die darin verarbeiteten Erkenntnisse.
Prof. Dr. Helga Nowotny ist Professorin emerita der ETH Zurich und frühere Präsidentin des Europäischen Forschungsrates, ERC. Sie ist Mitglied des Rates für Forschung und Technologieentwicklung, Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des Complexity Science Hub Vienna und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates im Kreisky Forum. Neben anderen Tätigkeiten in wissenschaftlichen Gremien ist sie im Kuratorium der Falling Falls Stiftung in Berlin und als Vize-Präsidentin der Lindauer Nobelpreisträger Tagungen aktiv. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und u.a. ein Ehrendoktorat der Universität Oxford und des Weizman Institute of Science in Israel.
Prof. Dr. Barbara Prainsack ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates im Kreisky Forum. Sie ist Professorin für Vergleichende Politikfeldanalyse an der Universität Wien, wo sie auch das Institut für Politikwissenschaft und die interdisziplinäre Forschungsplattform “Governance of Digital Practices” leitet. Sie ist Mitglied der Österreichischen Bioethikkommission, und Mitglied der European Group on Ethics (EGE), die die Europäische Kommission berät (2017-2021).
Ein Wissenschaftsgespräch im Kreisky Forum am 1. Februar 2021
Prof. Dr. Helga Nowotny ist Professorin emerita der ETH Zurich und frühere Präsidentin des Europäischen Forschungsrates, ERC. Sie ist Mitglied des Rates für Forschung und Technologieentwicklung, Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des Complexity Science Hub Vienna und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates im Kreisky Forum. Neben anderen Tätigkeiten in wissenschaftlichen Gremien ist sie im Kuratorium der Falling Falls Stiftung in Berlin und als Vize-Präsidentin der Lindauer Nobelpreisträger Tagungen aktiv. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und u.a. ein Ehrendoktorat der Universität Oxford und des Weizman Institute of Science in Israel.
Prof. Dr. Barbara Prainsack ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates im Kreisky Forum. Sie ist Professorin für Vergleichende Politikfeldanalyse an der Universität Wien, wo sie auch das Institut für Politikwissenschaft und die interdisziplinäre Forschungsplattform “Governance of Digital Practices” leitet. Sie ist Mitglied der Österreichischen Bioethikkommission, und Mitglied der European Group on Ethics (EGE), die die Europäische Kommission berät (2017-2021).
Ein Wissenschaftsgespräch im Kreisky Forum am 1. Februar 2021
27 Minuten
In Bruno Kreiskys Denken und Wollen spielte – wie er es selbst formulierte – „Der Mut zum Unvollendeten“ eine große Rolle. Das hatte nichts mit Zögerlichkeit oder Halbherzigkeit zu tun. Der Mut zum Unvollendeten bedeutete vielmehr, dass Ideologien und gesellschaftliche Strukturen für ihn kein in sich geschlossenes endgültiges System waren und schon gar kein Endstadium der Geschichte. Es war ein Bekenntnis zum Neuen, zur schrittweisen Reform, ein Bekenntnis zur Überprüfbarkeit politischer Entscheidungen im Sinne von Karl Popper. Und es war eine Abgrenzung gegenüber dogmatischen oder gar totalitären Positionen.
Jedes politische und gesellschaftliche System ist unvollendet und muss unvollendet sein. Denn, was Menschen machen, kann auch von Menschen zum Besseren verändert werden. Die Freiheit dazu darf man ihnen nicht nehmen.
Barbara Coudenhove-Kalergi, Journalistin, Publizistin, STANDARD Kolumnistin und ehem. Osteuropa-Korrespondentin des ORF, erinnerte sich zu Bruno Kreiskys 111. Geburtstag des großen Staatsmannes. Aufgezeichnet im Kreisky Forum am 20. Jänner 2022.
Jedes politische und gesellschaftliche System ist unvollendet und muss unvollendet sein. Denn, was Menschen machen, kann auch von Menschen zum Besseren verändert werden. Die Freiheit dazu darf man ihnen nicht nehmen.
Barbara Coudenhove-Kalergi, Journalistin, Publizistin, STANDARD Kolumnistin und ehem. Osteuropa-Korrespondentin des ORF, erinnerte sich zu Bruno Kreiskys 111. Geburtstag des großen Staatsmannes. Aufgezeichnet im Kreisky Forum am 20. Jänner 2022.