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JUNG Talk Archiv

246 Episoden
40 Minuten
Hochhäuser sind für Jahrzehnte gebaut – ihre Nutzung ist es oft nicht. Was also tun mit Gebäuden, die baulich noch lange nicht am Ende sind, aber plötzlich nicht mehr zu unseren Arbeitswelten, wirtschaftlichen Erwartungen oder Vorstellungen von Stadt passen? Genau hier beginnt „Rethink High-Rises“: beim Bestand, aber nicht nur dort. Denn die Frage nach der Zukunft unserer Hochhäuser ist auch eine Frage danach, wie wir Stadt weiterentwickeln. Welche Nutzungen braucht sie? Wie viel Mischung verträgt ein Gebäude? Wer entscheidet zwischen Marktlogik und gesellschaftlichem Mehrwert? Und wie müssen wir heute planen, damit morgen überhaupt noch andere Möglichkeiten offenstehen? Im JUNG Talk Podcast sprechen wir mit Jan Kertscher, Property Business Leader Germany bei Arup und Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums über Leerstand und neue Wertschätzung, über Wohnen, dritte Orte und die Kraft von Zukunftsbildern – und darüber, warum Abwarten keine gute Option ist.
24 Minuten
What does it actually mean to design a new building today? For Jean-Baptiste Friot, the answer begins with a contradiction. When reading about his EUmies Award project, one sentence immediately stands out:"Building can wait." For him, constructing a new building is no longer the default solution. Quite the opposite: before building something new, we should first ask whether an existing building could be reused, transformed or adapted. And yet, together with Betillon & Freyermuth, his office Crypto Architectes designed Le Foirail in Laguiole – a new public building bringing together a music school, a media library, childcare facilities and community services. An open timber structure designed to evolve, expand and, in theory, even be completely dismantled and rebuilt elsewhere. A building conceived not for a single moment in time, but for change itself. For this project, the team was selected as an Emerging Finalist for the European Union Prize for Contemporary Architecture – Mies van der Rohe Award 2026. But Jean-Baptiste is less interested in the finished building than in the conditions under which architecture is created. In today's episode of the JUNG Talk Podcast, Dijane Slavic and Natalie Geraud speak with him about architecture without folklore, about the honesty of building, about a profession in transition – and about why sometimes the most important architectural decision is not to build at all.
36 Minuten
Was ist heute eigentlich die Aufgabe von Architektinnen und Architekten? Reicht es aus, gute Gebäude zu entwerfen – oder beginnt Architektur längst dort, wo unterschiedliche Interessen, Ressourcen und gesellschaftliche Entwicklungen zusammenkommen? Für Patrick Stremler von DTFLR hat sich das Berufsbild in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Architektur versteht er nicht als Produkt, sondern als Verantwortung – gegenüber dem Ort, den Menschen und der Zeit. Im Gespräch mit Dijane Slavic und Dr. Uwe Bresan im JUNG Talk Podcast geht es deshalb nicht nur um Holzbau, Kreislaufwirtschaft oder Digitalisierung. Es geht um die Frage, welche Aufgaben die Architektur künftig übernehmen muss und ob sich die Branche heute mit den richtigen Themen beschäftigt. Warum sprechen wir über einzelne Materialien, wenn ganze Stoffkreisläufe neu gedacht werden müssen? Wie viel Standardisierung braucht gutes Bauen? Und welche Rolle spielen digitale Werkzeuge, wenn Gebäude so geplant werden sollen, dass sie auch in Jahrzehnten noch angepasst, zerlegt und weiterverwendet werden können? Zeit für einen Blick auf die Zukunftsaufgaben der Architektur.
37 Minuten
Krankenhäuser, Forschungszentren oder Bildungseinrichtungen gelten häufig als hochfunktionale Spezialbauten. Für Joel Hahn und Hubert Juranek vom Architekturbüro Telluride sind sie jedoch weit mehr als das. Sie verstehen diese Gebäude als gesellschaftliche Infrastruktur, als Orte, an denen Heilung, Bildung, Forschung und Begegnung überhaupt erst möglich werden. Dabei interessiert Telluride weniger das spektakuläre Einzelobjekt als die Frage, welche Verantwortung Architektur hierfür trägt. Warum darf Gestaltung keine Frage des Budgets sein? Weshalb verstehen sie sich eher als Coaches ihrer Bauherren denn als klassische Entwurfsautoren? Warum entstehen gute Gebäude häufig erst durch produktiven Widerspruch? Und weshalb beginnt Architektur für sie dort, wo man hinter die eigentliche Aufgabenstellung schaut? Über diese und weitere Fragen sprechen wir heute mit Joel Hahn und Hubert Juranek im JUNG Talk Podcast.
27 Minuten
Athens is a city full of contradictions. Planned and chaotic at the same time. Monumental and improvised. Historically layered and constantly transforming. It is exactly between these opposites that the master thesis Brave New Axis by Spyridon Loukidis, Markos Georgios Sakellion and Georgios Thalassinos from the National Technical University of Athens unfolds. The three architects received the prestigious EUmies Young Talent Award 2025 for their work — one of the most important European awards for emerging architects, presented during the Venice Biennale. Their project begins with a nearly forgotten historical axis running through the center of Athens. But instead of understanding the city as a rigid geometric order, they reinterpret Athens as a network of relationships, fragments, atmospheres and public spaces. Their work moves somewhere between urban design, architectural theory, collage, political vision and spatial storytelling. The drawings recall Archigram, Superstudio and radical architectural visions — while simultaneously addressing very real issues such as public space, housing, urban voids and the future of European city centers. Today, we talk with them about Athens, urban fragments, new strategies for European cities and why architecture today may be less about objects and more about relationships.
37 Minuten
Der Name klingt beinahe beiläufig: „Hell und freundlich“. Doch hinter dem Kölner Büro steckt weit mehr als klassisches Interior Design. Seit über 20 Jahren entwickelt das Team Arbeitswelten, die die Unternehmenskultur sichtbar machen sollen – lange bevor Möbel ausgesucht oder Farben definiert werden. Denn für sie beginnen die entscheidenden Fragen oft schon vor dem Mietvertrag: Wie arbeiten Menschen eigentlich zusammen? Warum kommen sie noch ins Büro? Und wie entstehen Räume, die Identifikation schaffen statt Austauschbarkeit? Ob historische Industriehallen, denkmalgeschützte Bestandsgebäude oder komplexe Unternehmensstrukturen – hell und freundlich versteht Innenarchitektur nicht als Oberflächengestaltung, sondern als strategisches Werkzeug zwischen Atmosphäre, Kommunikation und Organisation. In dieser Podcast-Episode sprechen wir mit Patricius Schalkwijk und Teresa Senft über die Zukunft des Büros, Phase 0, „Beamtenmuff“, die Psychologie privater Bauherren und darüber, warum gute Räume heute vor allem eines können müssen: Menschen zusammenbringen.
35 Minuten
„Nicht alles, was trendy erscheint, altert gut.“ Kaum ein Satz beschreibt die Haltung von Sergei Tchoban besser. Seine Architektur denkt in Zeiträumen statt in Trends: Sie ist präzise, materialbewusst und geprägt von einem tiefen Interesse daran, wie Gebäude Teil einer Stadt werden – und es bleiben können. Im JUNG Talk Podcast sprechen wir mit Sergei Tchoban über nachhaltiges Bauen zwischen Holz, Bestand und Ressourcenschonung, über Materialien, die altern dürfen, und über die Frage, warum Dauerhaftigkeit heute vielleicht radikaler ist als permanente Neuerfindung. Es geht um Architektur als Weiterbauen, um Leichtigkeit und Atmosphäre, um das Verhältnis von Bestand und Gegenwart sowie um Gebäude, die mehr sein wollen als nur kurzfristige Bilder. Außerdem sprechen wir über das Museum für Architekturzeichnung, die Handskizze als Denkwerkzeug und die Veränderung des architektonischen Entwerfens im Zeitalter von KI.
35 Minuten
Jan Kampshoff betrachtet Architektur nicht als abgeschlossenes Objekt, sondern als offenen Prozess. Mit seinem Büro modulorbeat bewegt er sich seit vielen Jahren zwischen Architektur, Kunst, Stadtforschung und kultureller Praxis. Ob Freihaus MS, temporäre Interventionen im öffentlichen Raum, Zwischennutzungen, Installationen oder experimentelle Lehrformate – es geht immer um die Frage, wie Räume Austausch ermöglichen, Konflikte sichtbar machen und gesellschaftliche Transformation begleiten können. Auch in der Lehre sucht er nach offenen, kollaborativen und experimentellen Formaten jenseits der klassischen Architekturlehre. ⁠Im JUNG Talk Podcast sprechen wir heute mit Jan Kampshoff über Verhandlungsräume, temporäre Architektur, kollektive Prozesse, die Schönheit des Unfertigen und die Frage, ob die Welt vielleicht längst gebaut ist.⁠
30 Minuten
Für KO/OK beginnt Architektur nicht mit einem Bild, sondern mit Material, Konstruktion und Nutzung. Seit der Gründung im Jahr 2016 arbeiten Fabian Onneken und Jan Keinath zwischen Leipzig und Tübingen an Projekten, die nicht laut, sondern wirksam sein wollen – im Alltag, im Bestand und im öffentlichen Raum. Ihre Architektur entsteht aus dem Handwerk, dem genauen Blick auf Materialität und der Frage, wie Gebäude altern, genutzt und verändert werden können. KO/OK interessiert weniger der Ausnahmefall als das, was tragfähig ist: räumlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Gebäude sollen sich aneignen lassen, Wandel zulassen und im besten Fall über Generationen Bestand haben. 2026 wird das Büro zehn Jahre alt – ein guter Moment, um innezuhalten und die eigene Haltung neu zu definieren. Was das konkret bedeutet, warum eine Kegelbahn zum Schlüsselprojekt wurde und weshalb Wirtschaftlichkeit für KO/OK kein Widerspruch zur Gestaltung ist, darüber sprechen wir heute mit Jan Keinath und Fabian Onneken in unserem Podcast.

CASE BY CASE

32 Minuten
Ralf Petersen gehört zu den Architekten, die ihre Architektur nicht aus einer formalen Handschrift heraus entwickeln, sondern aus einer präzisen Auseinandersetzung mit Ort, Aufgabe und Kontext. „Architektur ist unheimlich komplex – vieles hängt mit allem zusammen“, sagt er. Daraus ergibt sich seine Haltung: Case by Case, ohne Wiederholung, ohne bevorzugtes Material, ohne Stilzwang. Für ihn sind Grundriss, Schnitt und der Zwischenraum entscheidend, denn dort entstehen Beziehungen und Atmosphären. Seine Projekte werden weitergebaut statt ersetzt, transformiert statt gelöscht – Umbaukultur als Haltung. An der HFT Stuttgart versteht er Lehre als einen Prozess, der durch Offenheit, Praxisnähe und interdisziplinelles Denken lebt. In Venedig wiederum hat er mit dem Salon Verde einen Ort ins Leben gerufen, der Gespräche, Workshops und eine kleine Winterschool verbindet. Ein guter Zeitpunkt für einen Besuch bei Wiebke Becker und Anna Otto-Sebeczek im JUNG Talk Podcast.
28 Minuten
Architektur entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie prägt Städte, Regionen, Identität – und bleibt doch oft unsichtbar im öffentlichen Diskurs. Jürgen Grossmann, Architekt und Projektentwickler aus Kehl, will das ändern. Mit dem Badischen Architekturpreis (badap) hat er einen Wettbewerb initiiert, der Architektur bewusst aus der Fachblase holt: mit Publikumsvoting, hochkarätiger Jury, großer Gala – und international bekannten Preisträgern wie Richard Meier, Philippe Starck oder Tadao Ando. Was treibt jemanden an, privat einen Architekturpreis zu gründen? Welche Rolle spielt Öffentlichkeit für Baukultur? Und kann ein regionaler Preis tatsächlich etwas bewegen? Neben dem Badischen Architekturpreis sprechen wir heute im JUNG Talk Podcast über die unternehmerische Haltung hinter der Grossmann Group, über die Verbindung von Architektur, Innenarchitektur und Projektentwicklung – und über das Weiterbauen im Bestand am Beispiel des Erlenbad Resorts in Sasbach.
26 Minuten
Robert Neuendorf entwirft Räume, die sich weigern, leise zu sein. Räume, die Farbe bekennen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Während öffentliche Räume zunehmend monochrom werden, setzt er auf Kontrast, Übertreibung und die Freude an der Form. Nicht aus Provokation, sondern aus Überzeugung. Für ihn ist Interior Design keine Stilfrage, sondern eine Haltung. „Form follows fun“ ist für ihn kein Slogan, sondern ein Arbeitsprinzip und ein Gegenentwurf zum normierten White-Cube-Denken, das sich längst von den Galerien in die Städte, Läden und Alltagsräume ausgebreitet hat. Seine Arbeiten – vom Club über Gastronomie bis zum urbanen Raum – sind laut, bunt und manchmal unbequem. Sie schaffen Identität, Wiedererkennung und Gemeinschaft und stellen die Frage, warum wir uns eigentlich so sehr an Zurückhaltung gewöhnt haben. In dieser Folge vom JUNG Talk sprechen wir mit Robert Neuendorf über Mut zur Farbe, Brutalismus, Memphis und darüber, warum Räume nie fertig sind.
30 Minuten
Architekt/-innen entwerfen Formen, Räume und Atmosphären. Doch was passiert, wenn das Entwerfen nicht mehr bei der Linie beginnt, sondern bei Regeln, Algorithmen und Systemen? Wenn nicht mehr alles gezeichnet, sondern berechnet, simuliert und generiert wird? Simon Vorhammer bewegt sich seit vielen Jahren genau in diesem Spannungsfeld zwischen Architektur, Ingenieurwesen und digitaler Fertigung sowie zwischen deterministischen Entwurfssystemen und den neuen Möglichkeiten künstlicher Intelligenz. Als Architekt, Computational Designer, Lehrender und Mitgründer verschiedener interdisziplinärer Kollaborationen arbeitet er an der Schnittstelle von Gestaltung, Technologie und neuen Entwurfsprozessen. Seine Projekte entstehen in unterschiedlichen Maßstäben – vom Gebäude bis hin zum Schmuckstück – und immer dort, wo klassische Entwurfslogiken an ihre Grenzen stoßen. Im JUNG Talk Podcast sprechen wir mit Simon Vorhammer über die Frage, wie wir mit digitalen Werkzeugen präziser und vielleicht auch einfacher bauen können, sowie über die Zukunft eines Berufsbildes, das sich zwischen Handwerk und systemischem Denken neu verorten muss.
30 Minuten
Alexander Pötzsch ist Architekt und seit September 2025 Präsident des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA). Er steht für einen BDA, der sich einmischt: in gesellschaftliche Debatten, in politische Prozesse und in die Frage, was Baukultur heute leisten kann – und leisten muss. Geprägt von der Erfahrung, dass Architektur nicht nur gebaut, sondern auch verhandelt, vermittelt und verteidigt werden muss, betrachtet er den BDA nicht als reine Interessenvertretung, sondern als Wertegemeinschaft. Für ihn ist Architektur nicht nur Beruf, sondern auch Ausdruck von Haltung. In einer Zeit, in der demokratische Aushandlungsprozesse unter Druck geraten, fordert er mehr Einmischung, mehr Zuspitzung und mehr Mut zur Position. Wir sprechen mit ihm im JUNG Talk Podcast darüber, wie Baukultur politisch wirksam werden kann, warum Kommunikation für den Berufsstand entscheidend ist und welche Verantwortung Architekt/-innen jenseits des einzelnen Projekts tragen.
30 Minuten
Martin Rein-Cano ist Landschaftsarchitekt, Denker und Grenzgänger. Als Gründer des Büros Topotek 1 arbeitet er wie ein Regisseur des Öffentlichen: zwischen Architektur und Landschaft, zwischen Bühne und Alltag. Das Büro denkt in Szenen und Sequenzen und übersetzt soziale und kulturelle Themen in räumliche Dramaturgien – mal laut, mal leise, aber immer mit Haltung und Humor. Es gestaltet öffentliche Räume, die Konflikte nicht glätten, sondern sichtbar machen. Ihre Projekte sind gebaute Übersetzungen gesellschaftlicher Energien: Orte, die Reibung zulassen, Geschichten aufnehmen und Identität neu verhandeln. Martin spricht mit uns im JUNG Talk Podcast über das Missverständnis als Methode, über Hybridität und Übersetzung sowie über Schönheit, die erst durch Irritation entsteht. Aber auch darüber, warum Perfektion Stillstand bedeutet und weshalb Nachhaltigkeit keine Frage des Materials, sondern des Programms, der Aktivierung und der Zeit ist.
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