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203 Episoden
1 Stunde 3 Minuten
Für Jan Becker ist Hypnose nichts Geheimnisvolles, sondern verschobene Aufmerksamkeit – die Frage, ob jemand hypnotisierbar sei, stelle sich gar nicht. Der Hypnotiseur zeigt, wie das Gehirn als Vorhersagemaschine arbeitet, und warnt zugleich vor dem Optimierungskult. Ein Gespräch über Trance, Endlichkeit und die Kunst des Staunens.
1 Stunde 3 Minuten
Wer im Jahr 2026 ein Buch über die Wunschliste des modernen Gentleman vorlegt, riskiert die üblichen Vorwürfe: Rollenfolklore, Konsum, Eitelkeit. Ben Bernschneider, Hamburger Influencer mit einer halben Million Followern, lässt sich davon nicht beirren – und schreibt in "100 Staple Pieces - die Wunschliste des modernen Gentleman" weniger über Kleidung als über die Haltung, in der man ihr begegnet. Ein Gespräch über den stillen Mann, die deutsche Begeisterungsarmut und die Frage, warum Stil neunzig Prozent Einstellung ist.
49 Minuten
Was bleibt von einer Liebe, die endet, bevor sie richtig begonnen hat? In seinem Debütroman „Eine Liebe ohne Sommer" erzählt der Schriftsteller Timothy Paul von einer Frau, die einen Mann zweimal kennenlernt – einmal zu seinen Lebzeiten, einmal danach – und dabei nicht nur ihm, sondern auch sich selbst auf die Spur kommt. Ein Buch über kurze Begegnungen, große Gefühle und die Frage, ob wir in einer durchoptimierten Welt überhaupt noch fähig sind, die Liebe auszuhalten.
40 Minuten
Eine Bar ist kein Labor und auch keine Bühne – sondern ein Ort, an dem man ankommen soll. Bill Fehn, der das Münchner Jaded Monkey seit dreizehn Jahren betreibt, erklärt, warum Atmosphäre wichtiger ist als jede Technik und weshalb das Cocktailhandwerk gerade in eine merkwürdige Doppelbewegung gerät. Ein Gespräch über Bourbon, Bauchgefühl und eine Stadt, die weniger trinkt.
56 Minuten
Tania Söllner hat mit „Scheiß auf Yoga" einen Spiegel-Bestseller geschrieben und geht nun auf Tour. Die Mentorin und Influencerin rechnet darin mit einer Gesellschaft ab, die Glück zur Pflichtübung erklärt hat – und plädiert dafür, sich selbst zu genügen. Ein Gespräch über Selbstoptimierungswahn, innere Wut und die Frage, warum ausgerechnet das Einfache so schwer fällt.
1 Stunde 22 Minuten
Sarah Lesch hat alles erreicht, was sie wollte – und genau darin die Krise erkannt. Auf ihrem neuen Album „Poesie & Widerstand" erzählt die Liedermacherin von einer Generation, die nicht aufhören kann, sich zu optimieren, und dabei vergessen hat, einfach zu sein. Ein Gespräch über innere Mauern, performativen Aktivismus und die Frage, was bleibt, wenn man aufhört zu rennen.
41 Minuten
Dr. Eva Umlauf war eines der jüngsten Kinder in Auschwitz. Mit 83 Jahren hat die Psychotherapeutin ein Buch geschrieben, das keine Erinnerung sein will, sondern eine Warnung: „Genau so fängt es an." Ein Gespräch über Resignation, Entmenschlichung und die Frage, warum Demokratien leise sterben.
1 Stunde 5 Minuten
Mit „Geht’s noch“ legt Ansa Sauermann sein bislang politischstes Album vor – entstanden aus Wut, Zweifel und der Sehnsucht nach echter Debattenkultur. Er spricht über Dauerempörung, zerbrechende Freundschaften und warum Kunst wieder den Finger in die Wunde legen muss. Ein Gespräch über Musik als Gegenrede in einer Zeit, die das Zuhören verlernt hat.
40 Minuten
Warum fühlen sich heute so viele Menschen permanent überfordert? Die Psychologin Prof. Dr. Eva Asselmann erklärt, wie Reizüberflutung, Selbstoptimierung und globale Unsicherheit zusammenwirken. Und warum der Weg aus dem „Too much“ oft mit kleinen Veränderungen im Alltag beginnt.
59 Minuten
Die Weltordnung verschiebt sich – Russland, die USA und China verändern die geopolitischen Kräfteverhältnisse. Jürgen Trittin spricht über Europas Selbstbewusstsein, strategische Abhängigkeiten und die Rückkehr der Machtpolitik. Und darüber, warum demokratische Gesellschaften gerade jetzt lernen müssen, wieder konsequenter zu handeln.
59 Minuten
Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg sind mehr als Kindheitsfiguren – sie stehen für eine leise Form von Freiheit, die bis heute wirkt. Elfie Donnelly spricht über Fantasie als Haltung, über das Politische im Kindlichen und über Geschichten, die sich nicht anbiedern. Ein Gespräch über Ungehorsam, Zweifel und die Frage, warum gute Kinderliteratur nie harmlos ist.
51 Minuten
Alice Merton kehrt mit einem Album zurück, das persönlicher kaum sein könnte. „Visions" erzählt von Abschied, innerer Stärke und der Freiheit, das eigene Leben selbst zu gestalten. Es ist eine leise, aber eindringliche Einladung, wieder mehr auf das eigene Bauchgefühl zu hören.
56 Minuten
Autoritäre Systeme kommen selten mit Gewalt, sondern mit Gewöhnung. In seinem Buch "Als ich gegen Stalin im Armdrücken gewann" beschreibt Fredy Gareis ein Europa entlang des neuen Eisernen Vorhangs – geprägt von historischer Erfahrung, politischer Wachsamkeit und einer wachsenden Sehnsucht nach Ordnung. Es ist ein Blick auf einen Kontinent, der lernen muss, Freiheit nicht nur zu besitzen, sondern zu verteidigen.
50 Minuten
Kriege prägen unsere Gegenwart, doch ihre Geschichten verschwinden zunehmend hinter Zahlen, Schlagworten und politischer Vereinfachung. Sophia Maier erinnert daran, dass Flucht, Gewalt und Propaganda immer Gesichter haben – und dass Journalismus nur dann relevant bleibt, wenn er diese Realität sichtbar macht. Ein Gespräch über Angst, Verantwortung und die fragile Grundlage unseres Vertrauens.
53 Minuten
Der Tod ist keine Ausnahme, sondern Teil unseres Lebens – und doch verdrängen wir ihn konsequent. Bestatter Eric Wrede fordert einen neuen Umgang mit Trauer, der nicht nur individuell hilft, sondern auch gesellschaftlich wirkt. Wer gut trauert, wächst – und schützt sich vor der Sehnsucht nach einer Vergangenheit, die es so nie gab.
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