Auf Buchfühlung Archiv
89 Episoden
49 Minuten
Mit dieser Folge von Auf Buchfühlung nehmen wir euch mit in das spannende Feld der experimentellen Literatur. Unser Gast ist Lisa Spalt. Geboren 1970 in Hohenems, lebt sie heute in Linz und Wien. Sie ist Mitarbeiterin des von ihr gegründeten Instituts für poetische Alltagsverbesserung (IPA), das sich einer Tätigkeit widmet, der sich die Poesie seit jeder widmen sollte: der Erbauung (Selbstbeschreibung). Lisa Spalts literarisches Werk wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt erschienen im Czernin Verlag die Publikationen „Das verwirrte Tier“ (2026) und „Grüne Hydra von Calembour“ (2023). Neben ihren eigenen Werken gibt es zahlreiche Gemeinschaftsarbeiten, u.a. mit Otto Saxinger und Clemens Gadenstätter. Als Gast-Host für diese Folge konnten wir den begeisterten Spalt-Leser und Literaturwissenschaftler Philipp Hubmann gewinnen. Im Interview wollte Philipp von der Autorin u. a. wissen, welche Potenziale experimentelle Literatur bei der Beschäftigung mit ökologischen Themen hat und wie sich die KI in den Schreibprozess einbinden ließ.
1 Stunde 6 Minuten
Unser Gast ist diesmal der Schriftsteller Luca Kieser. Schon mit seinem Debüt "Weil da war etwas im Wasser" wurde er unter anderem für den Deutschen Buchpreis nominiert, auch der Coming-of-Age-Roman "Pink Elephant" war bei Kritik und Publikum sehr erfolgreich. "Simsalabim, Simon Brenner" heißt nun sein neuer, dritter Roman, der die Geschichte eines verdeckten Ermittlers in der linken, studentischen Szene erzählt und auf einem wahren Fall aus dem Jahr 2010 basiert. Wir haben mit ihm über die realen politischen Hintergründe und seinen persönlichen Bezug zu dieser Geschichte gesprochen, über seinen verdeckten Recherche- und Schreibprozess, über Wolf Haas und andere Referenzen, über Wanzen, miteinander in Konflikt geratene Identitäten und das literarische Spiel mit Verwandlungen.
51 Minuten
Kann es einen Menschen zweimal geben? In der neuen Podcastfolge ist Autorin Johanna Sebauer zu Gast. Nach ihrem Debütroman "Nincshof" und der mehrfach ausgezeichneten Erzählung "Das Gurkerl" erscheint mit Popóm ihr zweiter Roman – und genau darüber hatten wir die Freude, schon kurz vor dem Erscheinen des Buches sprechen zu dürfen. Popóm erzählt mit leisem Humor, Melancholie und einem feinen Gespür für die Absurditäten des Lebens von Identität, Sehnsucht und der Angst vor Verlust. Im Mittelpunkt steht der Ende zwanzigjährige Hendrik, der eines Abends in einem Kiosk einem älteren Mann begegnet und sofort die unerschütterliche Gewissheit hat, dass dieser Mann er selbst ist. Fasziniert und zunehmend besessen versucht Hendrik, den Fremden wiederzufinden und ihn davon zu überzeugen, dass er er ist. Gleichzeitig gerät sein Alltag aus den Fugen und Hendrik verliert sich immer stärker in der Suche nach einer Erklärung für das Unfassbare. Ein Gespräch über große Fragen, kleine Zufälle und die Möglichkeiten eines anderen Lebens.
1 Stunde 7 Minuten
Lyrikinfluencerin und Lyrikaktivistin - zwei Bezeichnungen, die einem in den Sinn kommen, wenn man die Tätigkeiten von Siljarosa Schletterer zusammenzufassen versucht. Sie studierte Literatur- und Musikwissenschaft und lebt als freie Autorin und Literaturvermittlerin in Innsbruck. Dort organisiert sie das alljährlich im Juni stattfindende internationale Lyrikfestival W:ORTE mit, ist Vorstandsmitglied der IG Autorinnen Autoren Tirols, moderiert, organisiert, inspiriert - und nicht zuletzt schreibt sie auch: 2022 erschien ihr erster Gedichtband, "azur ton nähe - flussdiktate", 2025 "entschämungen. körperkantate", beide bei Limbus. Sie hat sich und ihr Wirken dem Ziel verschrieben, die Lyrik einem breiten Publikum zugänglich zu machen - dazu hat sie 2025 das Format der Lyriksprechstunde auf Instagram ins Leben gerufen, das wir - Rebekka und Irene - in dieser Podcastfolge aufgreifen wollen. Entstanden ist ein Gespräch rund um Poesie, Lesen und Schreiben, gespickt mit eigenen Gedichten und Lyrikempfehlungen und abgeschlossen durch das “Trakl-Orakel”. Was das ist? Hört selbst.
60 Minuten
Zum ersten "Buchgeburtstag", ein Jahr nach dem Erscheinen ihres vielbeachteten Debütromans "Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft" sprechen wir in dieser Folge mit Fiona Sironic. Der Roman führt uns in eine nahe Zukunft, in der die Klimakrise eskaliert ist: Wälder brennen, Tierarten verschwinden, Wasser wird zur knappen Ressource. Im Zentrum steht die 15-jährige Era, die am Rand eines Waldes lebt und obsessiv das Aussterben von Vogelarten dokumentiert. Gleichzeitig verfolgt sie online das Leben der Schwestern Maja und Merle, die als Kinder von Influencer-Müttern aufgewachsen sind – und nun versuchen, ihre vollständig dokumentierte Vergangenheit auszulöschen, indem sie Datenträger im Wald sprengen. Während sich eine ganze Generation gegen ihre digitale Vereinnahmung auflehnt, entwickelt sich zwischen Era und Maja eine Liebesgeschichte. Rebekka und Irene haben mit Fiona über ihre Arbeitsweisen und über digitale Identität und Überdokumentation gesprochen, über das Sammeln und Archivieren ihrer Figur Era und die Zerstörungswut von Maja, über Klimakatastrophen, Rückzugsorte, aber auch über Tauben und Kakapos und die Frage, wie all das in diesem Roman zusammenfindet.
47 Minuten
Spätestens seit ihrem Erfolgsroman “Ich nannte ihn Krawatte” ist Milena Michiko Flašar aus der deutschsprachigen Literaturlandschaft nicht mehr wegzudenken. Ihre Bücher verhandeln auf literarisch raffinierte Weise Themen wie Vergänglichkeit und Tod, Einsamkeit und unerfüllte Sehnsüchte. Bei einer Tasse japanischem Tee sprechen wir mit der Autorin über ihre neuesten Bücher - und das sind gleich drei: “Der Hase im Mond” versammelt surreal-fantastische “japanische Geschichten”, in denen nicht nur eine Füchsin und mehrere Doppelgänger*innen eine Rolle spielen. Außerdem geht es um die beiden Essays “Sterben lernen auf Japanisch” und “Gedankenspiele über die Einsamkeit”, anhand derer uns die Autorin über Persönliches wie auch über ihr Schreiben und ihre Beziehung zu Japan, dem Schauplatz ihrer Bücher, erzählt. Die Folge ist in freundlicher Kooperation mit dem Literaturhaus am Inn entstanden.
1 Stunde 16 Minuten
Wir, Rebekka und Irene, waren vergangenen November wieder unterwegs: nämlich bei den Europäischen Literaturtagen in Krems an der Donau. Das Jahresthema war eine Frage, die größer kaum sein könnte: Was ist echt? In dieser Episode nehmen wir euch mitten hinein ins Festivalgeschehen, das ihr auch in den daily blogs, die wir geschrieben haben verfolgen könnt (den Link findet ihr in den Shownotes). In dieser Folge hört ihr drei Gespräche, die wir bei zwei aufeinanderfolgenden Veranstaltungen geführt haben: Das Thema der ersten Veranstaltung lautete „Queer, fluid, posthuman“: darüber haben wir mit Elisabeth Klar und Kes Otter Lieffe gesprochen. Danach wird es nerdig, politisch und sehr gegenwärtig – im Gespräch mit Simoné Goldtschmidt-Lechner zum Thema „Nerds, nicht-weiß, nicht-männlich“. Also: Kopfhörer auf – und rein in drei Perspektiven auf die Frage, was heute eigentlich echt ist.
1 Stunde 7 Minuten
Kulturelle Aneignung, Gender, “Sprachverbote”, Triggerwarnungen, angeblich woke cancel culture? Schlagworte wie diese sorgen für hitzige Debatten online und offline, im aufgeheizten Diskurs scheint eine reflektierte Auseinandersetzung kaum mehr möglich zu sein. Doch was bedeutet all diese Empörung für das literarische Schreiben? Wie kann der Polarisierung entgegengewirkt werden? Welche literarischen Formen und welchen Umgang mit Wörtern und festgefahrenen Begriffen erfordert unsere Zeit? 17 Künstler*innen sind diesen Fragen in Reden, Lesungen und Performances am 25. Oktober 2025 im Schauspielhaus Wien nachgegangen, eingeladen von den Österreichischen Häusern der Literatur im Rahmen ihrer Initiative „mitSprache“. “Auf Buchfühlung” durfte den Tag begleiten und in dieser Folge geben wir euch einige Einblicke. Nach einem Gespräch mit einigen Vertreter*innen des mitSprache-Teams hört ihr Kurzinterviews mit Pia Hierzegger, die die Revue moderierte und mit Daniel Wisser, Carolyn Amann, Egon Christian Leitner, Thomas Köck, Johanna Sebauer, Petra Maria Kraxner, Lisa Kärcher, Elias Hirschl, Fabian Navarro, Max Höfler, Anna Weidenholzer und Austrofred.
50 Minuten
In unserer neuen Podcastfolge haben wir uns mit der wunderbaren *Trommelwirbel* Teresa Reichl unterhalten. Sie ist eine echte Tausendsassa (ja, wir verwenden das einfach mal in der weiblichen Form): Kabarettistin, Autorin, Germanistin, Youtube- und TikTok-Kritikerin, Podcasterin und und und. Wie sie erst zum Literaturnerd wurde und später selber Bücher über Bücher schrieb, warum unsere Schullektüre diverser werden muss und Thomas Mann gar nicht gecancelt werden kann, was sie so während ihres Germanistikstudiums und beim bayerischen Lehramts-Staatsexamen erlebt hat… Das und noch viel mehr wollten wir von ihr wissen. Außerdem: Was finden manche Leute eigentlich schlimmer: Kritik an Markus Söder oder an Goethe? Teresa hat es uns verraten, hört rein!
44 Minuten
In dieser Folge stellen wir euch einige Bücher vor, die uns und unsere Gesprächspartnerinnen in den letzten Monaten besonders begeistert haben. Das Gespräch, das Irene mit den Literaturwissenschaftlerinnen Ulla Ratheiser und Veronika Schuchter geführt hat dreht sich um Maxi Obexers Roman “Unter Tieren” (Weissbooks, 2024), Samantha Harveys “Orbital” (Jonathan Cape, 2023) und Maryam Aras Langessay “Dinosaurierkind” (Claassen, 2025).
1 Stunde 2 Minuten
Pünktlich zum Erscheinen des neuen Romans von Kaśka Bryla erscheint auch unser Gespräch mit der Autorin, das Irene vorab im Juni mit ihr geführt hat. Nach “Roter Affe” und “Die Eistaucher” ist “Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich” nun ihr dritter Roman. Einen Auszug daraus hat Kaśka Bryla auf Einladung von Brigitte Schwens-Harrant beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2024 gelesen. Der Roman führt uns zurück in den Sommer 2020, in dem überall Angst und Verunsicherung herrscht, auch auf dem Wagenplatz, wo die Autorin wohnt und mit einem schweren Covid-Verlauf kämpft. Kraft geben ihr die Gespräche mit ihrem Vater, die sie vor dessen Tod auf Tonband aufgezeichnet hat und die sie innerlich weiterführt. Er war als Mitglied der polnischen Untergrundarmee im Gulag interniert, und seine Widerständigkeit hat sie geprägt. Kraft gibt ihr auch das verletzte Krähenbaby Karl, für das sie sorgt, solange es nicht fliegen kann. “Mutig, zärtlich und schonungslos erzählt Kaśka Brylas Roman vom Kampf ums Überleben unter widrigen Bedingungen” schreibt der Verlag - und wir können das nur unterschreiben.
38 Minuten
Es war mal wieder Zeit für eine Folge BACKSTAGE - richtig, die Reihe, in der wir mit Menschen aus der Buchbranche sprechen, um euch Einblicke in ihre Tätigkeit rund ums Buch zu geben. Diesmal zu Gast: Stefanie Jaksch und Jorghi Poll von der IG Buchmenschen! Seit wenigen Monaten gibt es in Österreich einen neuen Zusammenschluss von Menschen, die sich in und um die Buchbranche engagieren und sie aktiv zum Positiven mitgestalten wollen: Die IG Buchmenschen. Was es damit auf sich hat, welche Ziele die IG Buchmenschen verfolgt und mit welchen Aktionen und Veranstaltungen sie auf die brennenden Themen der Buchwelt aufmerksam machen möchte - darüber haben wir mit zwei der Gründungsmitglieder und zugleich Obleute des Vereins gesprochen: Stefanie Jaksch und Jorghi Poll. Es geht darum, was Buchmenschen in und außerhalb von Verlagen, Buchhandlungen usw. so umtreibt: Neben praktischen Herausforderungen der Branche wie den Strukturwandel, die Nachwuchsförderung und Vernetzung geht es auch um gelungene Aktionen wie etwa den Global Book Crawl, den die IG Buchmenschen zur Förderung von unabhängigen Buchhandlungen heuer zum ersten Mal in Österreich durchgeführt haben - ein voller Erfolg.
44 Minuten
Diese Folge entstand im Rahmen einer Lehrveranstaltung der Uni Innsbruck. Im Rahmen einer Exkursion, geleitet von Veronika Schuchter, fuhr eine Gruppe von Studierenden nach Vorarlberg, wo diese besondere Folge entstand. Ihr hört darin ein Gespräch mit der diesjährigen Gewinnerin des Hohenemser Literaturpreises, Aisouda Hoshiyar, sowie mit zwei der drei Juror*innen, die heuer für die Vergabe des Preises verantwortlich zeichnen, Susanne Ayoub und Tino Schlench. Geführt wurden die Gespräche von den Studentinnen Lara Beidler, Paulina Bösch, Julia Gmeiner, Jansa Hummel und Sarah Ritsch.
1 Stunde
In der neuen Folge von Auf Buchfühlung sprechen Irene und Rebekka mit der Wiener Autorin Ursula Knoll über ihren Roman "Zucker", der im März 2025 in der Edition Atelier erschienen ist. Im Roman erzählt Knoll entlang von sechs Frauenschicksalen eine globale Kulturgeschichte des Zuckers – von der Kolonialzeit bis zur Zukunftstechnologie. Es geht um Ausbeutung, Aufbruch, Erfindungsgeist – und immer wieder auch um die Frage: Was kostet uns der süße Stoff wirklich? Ursula Knoll hat Germanistik, Judaistik und Romanistik unter anderem in Wien, Washington D.C. und Prag studiert und sich in ihrer Dissertation mit NS-Täter*innenschaft auseinandergesetzt. Es folgte eine Ausbildung zur Dramatikerin am Burgtheater Wien und bei den wiener wortstaetten. Für ihren Debütroman "Lektionen in Dunkler Materie" (2022) wurde sie mit dem Bloggerpreis Das Debüt ausgezeichnet. Für einen Auszug aus "Zucker" erhielt sie 2023 den Theodor-Körner-Preis für Literatur.
1 Stunde
Für diese Podcastepisode hat Tim Felchlin mit Caspar-Maria Russo über seinen Roman „Prinzip Ungefähr“ gesprochen. Die beiden unterhalten sich über Iggy, Masha und die anderen Protagonist*innen des Romans, unternehmen mit ihnen Exkursionen nach Wien und nach Italien - und Exkurse in die französische Literaturgeschichte. Sie sprechen über die Asynchronität in Beziehungen, gemischte Gefühle, die Partizipation von Männern an feministischen Beziehungskonzepten und vieles mehr. Und das größte Geheimnis lüftet Caspar-Maria Russo gleich zu Beginn, nämlich: wo es in Wien den besten Parmigiano zu kaufen gibt.