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Der Achte Tag. Der Gesellschafts-Podcast mit Alev Doğan Archiv

622 Episoden
5 Minuten
Wie gehen wir als aufgeklärte Gesellschaft mit wachsenden rechten Tendenzen um? Stemmen wir uns dagegen oder lassen wir uns mitreißen? Welche politischen und moralischen Werte überdauern und welche werden zerrüttet? Diesen Fragen stellt sich der Regisseur Christian Schwochow in seinem neuen Film “Je suis Karl”, in dem es um den Aufstieg eines neuen Rechtspopulismus in Deutschland und Europa geht. 

Dabei spricht er auch über unterschätzte Gefahren und darüber, wie anders sich die rechte Szene jetzt darstellt als früher. Mit seinem Film zeichnet Schwochow nach eigener Aussage eine Form der Zukunft, die schon jetzt einen Teil der Gegenwart widerspiegelt. 

Immer freitags kuratiert die Unternehmerin und Publizistin Diana Kinnert diese Podcast-Reihe.

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6 Minuten
Was ist Wahrheit, was ist Lüge – und was passiert, wenn man eine Lüge so lange erzählt, bis jeder denkt, sie wäre wahr? Davon handelt der neue Spielfilm “Curveball – Wir machen die Wahrheit” des Regisseurs Johannes Naber, der auf realen Ereignissen basiert: Anfang der 2000er Jahre behauptete ein irakischer Asylbewerber in seinem Verfahren, er hätte Informationen zum irakischen Biowaffenprogramm. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass diese Informationen falsch sind; der deutsche Auslandsgeheimdienst BND verwendet sie dennoch für sich und gibt sie sie an die CIA weiter – bis sie schließlich als Rechtfertigung für den Irak-Krieg dienen. Im Gespräch mit Alev Doğan spricht Naber über den eigentlichen Inhalt des Polit-Dramas abseits der geheimdienstlichen Verstrickungen - die Frage inwiefern Wahrheit ein gesellschaftliches Konstrukt ist, deren Aushandlung die Gesellschaft immer stärker spaltet.

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8 Minuten
“Wir leben in einer sorglosen Gesellschaft”, konstatiert die Soziologin Tina Haubner - und das, obwohl jeder Mensch irgendwann im Laufe seines Lebens auf Sorgearbeit angewiesen sein wird. Care-Arbeit, die im privaten Rahmen meist gar nicht und im beruflichen Rahmen schlecht bezahlt wird, steht immer öfter im Fokus von Debatten um Gleichberechtigung und sozialer Gerechtigkeit. Wie sorgen wir füreinander und wer pflegt hier eigentlich wen? Im Gespräch mit Alev Doğan skizziert Haubner die begrenzte Rationalisierbarkeit und Profitabilität von Sorgearbeit, berichtet von positiven Vorbildern aus Skandinavien und warnt vor den Folgen, die es haben kann, wenn die Sozialpolitik einer alternden Gesellschaft die Sorge-Bedürfnisse der Bevölkerung ignoriert.

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6 Minuten
Wie kann man Natur und Umweltschutz neu und anders denken? Und zwar so, dass nicht nur die Parteien sich einen Wettbewerb darum liefern, wer ökologisch bewusster erscheint, sondern so, dass die gesamtgesellschaftliche Herausforderung Umweltschutz auch als eine solche erlebt wird, sodass die Akteure des Umwelt-, Natur- und des Klimaschutzes in erster Linie Bürgerinnen und Bürger sind. Das skizziert der Präsident des Naturschutzbundes Deutschland, Jörg-Andreas Krüger, im Gespräch mit Alev Doğan. Er plädiert für mehr Bürgerbeteiligung und eine Klimapolitik, die die Zivilgesellschaft einer Demokratie ernst nimmt.

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8 Minuten
Knapp sieben Jahre lang war der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer tablettensüchtig. In der Hochphase seiner Abhängigkeit nahm er 50 Tabletten des Schlafmittels Stilnox, war nicht mehr arbeitsfähig und “pendelte nur noch zwischen Küche und Bett”. Im Gespräch mit Alev Doğan erzählt er von den Auswirkungen der ersten Tablette, die er im Herbst 2003 nahm, von der stetigen Steigerung seiner Dosis, von gescheiterten Entzugsversuchen, den Auseinandersetzungen mit seiner Frau Veronika Ferres und davon, wie er “Ärzte, Psychologinnen und Apotheker gegeneinander ausspielte” und Angestellte beauftragte, um an seine tägliche Dosis zu kommen. Seinen letzten Tag in der Entzugsklinik in München hatte Maschmeyer am 4. Juli 2010. Seitdem ist er nach eigenen Angaben clean. Mit einem neuen Buch möchte er nun auf die zu laxe Handhabung von verschreibungspflichtigen Schlafmitteln aufmerksam machen und die gesellschaftliche Priorisierung von mentaler Gesundheit voranbringen.

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4 Minuten
Welche Rolle soll eigentlich Satire einnehmen? Erziehen, aufklären, einfach unterhalten? Die Schweizer Kabarettistin Lisa Catena findet, Satire biedere sich inzwischen immer mehr an, werde ernster und politischer. Auf der Bühne gehe es nicht mehr darum lustig zu sein, sondern Haltung zu zeigen, Recht zu haben und den moralischen Kompass in den eigenen Echokammern widerhallen zu lassen. Catena findet, die Satire verkomme zur “Wohlfühlveranstaltung” und klinge wie eine “Politikveranstaltung der SPD”.

Sie kritisiert “das Predigen vor Bekehrten” und spricht sich dafür aus, die Rolle der Kunst wieder mutiger auszufüllen; Verwirrung zu stiften und auch mal Unbehagen auszulösen. Ihre These: Komiker haben nichts mehr zu lachen. Lisa Catena sagt über sich selbst, dass sie ihr Geld damit verdient, sich über ihre gescheiterte Karriere lustig zu machen. Die 42-Jährige hat die Schule und zwei Studiengänge abgebrochen und war Gitarristin einer mittelmäßig erfolgreichen Punk-Band. 

Immer freitags kuratiert die Unternehmerin und Publizistin Diana Kinnert diese Podcast-Reihe.

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8 Minuten
Eine Region, die so divers, in sich so vielfältig und unterschiedlich ist, dass sich jede verallgemeinernde Aussage verbietet: Mittel- und Osteuropa. Doch eines haben Länder wie Ungarn, Polen, die Ukraine oder Albanien gemeinsam: Hier in Westeuropa erschöpft sich das Wissen über die Kultur und die Menschen dort oft auf Stereotype, manchmal auch auf Ressentiments. Alev Doğan spricht mit dem Kunsthistoriker Jörg Scheller über den westeuropäischen Blick auf die Nachbarn im Osten und die Frage, ob nicht in Wahrheit der eiserne Vorhand nie gefallen ist. Scheller, der auch als Gastprofessor an der Kunsthochschule in Poznan in Polen lehr, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Mittel- und Osteuropa und ist überzeugt davon, dass auch der Westen viel aus diesen Regionen lernen kann.

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8 Minuten
Ignorieren, näher an uns binden, sanktionieren oder gar jede Partnerschaft kündigen - wie umgehen mit China? Diese Frage bespricht Alev Doğan mit dem Politikwissenschaftler Thomas Jäger. Seit 1999 lehrt Jäger am Lehrstuhl für Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität zu Köln und gibt die Zeitschrift für Außen und Sicherheitspolitik heraus. Im Achten Tag blickt er auf den Status-quo der EU-China-Beziehungen, ihre Entwicklung, die fehlende außenpolitische Strategie des Westens und erläutert, inwiefern, aus der aufstrebenden Wirtschaft eine revolutionäre Macht geworden ist.

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7 Minuten
Eine Zeit, in der Dekadenz herrscht, in der es gärt und brodelt. Eine Zeit des Verfalls und einer drohenden neuen Ordnung mitsamt seiner Katastrophe - die 1930er in Berlin: Erich Kästner hat in seinem Buch Fabian skizziert, wie es sich anfühlt und anhört, wie es riecht und schmeckt, wenn die Welt vor die Hunde geht. Mit dem Roman wollte er laut eigener Aussage warnen. Diesen Roman hat nun der Filmproduzent Felix von Boehm für das Kino verfilmt. Regie führte Dominik Graf, die Titelrolle des Jakob Fabian spielt Tom Schilling. In diesem Achten Tag spricht Alev Doğan mit von Boehm über die Aktualität des Stoffs und die lang ersehnte Wiedereröffnung der Kinohäuser.

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7 Minuten
Was macht dynamisches Denken aus und inwiefern unterscheidet es sich von unserem eingeübten, dem statischen Denken? Darüber spricht Alev Doğan mit der Neurowissenschaftlerin und Publizistin Maren Urner. Sie ist überzeugt davon, dass die Menschen sich durch das dynamische Denken von evolutionären Altlasten befreien können. Der Kern bestehe aus drei Säulen: sich öfter zu fragen, wofür man ist, statt wogegen; neue und inklusiv gedachte Gruppen zu definieren und neue Narrative in der Gesellschaft zu etablieren.

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4 Minuten
Was macht uns krank? Wie bedingen sich körperliche und seelische Gesundheit gegenseitig? Und wie können wir nach über einem Jahr Pandemie heilen? In dieser Revue-Folge des Achten Tags spricht Alev Doğan zunächst mit Dr. Ursula Muntean-Rock, Ärztin für Allgemein- und Chinesische Medizin, über den Dreiklang aus Stress, Erschöpfung und Erkrankung und wie man ihm entfliehen kann. Wie wichtig es dafür ist, seine geistige Strapazierfähigkeit zu trainieren, erläutert Frank Behrendt und betont die heilsame Kraft der Gelassenheit. Zum Abschluss dieser Revue erklärt Dr. Anne Fleck, Fachärztin für Innere Medizin, was hinter dem Massenphänomen Energielosigkeit steckt und wie sich der Einzelne davor schützen kann - um stressfrei, gelassen und kraftvoll aus dem Sommer in den Frühherbst zu starten.

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4 Minuten
Alev Doğan spricht mit Ferdinand von Schirach, Jagoda Marinić, Nora Bossong und Kerstin Decker. Was macht einen mündigen Bürger aus und wie kann eine Gesellschaft durch ihr politisches Handeln Demokratie stärken? In diesem 8. Tag-Medley spricht Alev Doğan zunächst mit dem Juristen und Schriftsteller Ferdinand von Schirach, der für ein Erstarken der europäischen Idee neue Grundrechte für die EU fordert. Die Autorin Jagoda Marinic gibt Impulse, wie Deutschland aus dem Vollen seines zivilgesellschaftlichen Humankapitals schöpfen kann. Die Schriftstellerin Nora Bossong blickt auf die großen Umbrüche unserer Zeit und appelliert an die Dialogbereitschaft und für ein aktives politisches Mitgestalten seitens der vermeintlich aufgeklärten Gesellschaft. Zum Abschluss nimmt uns die Journalistin Kerstin Decker mit auf eine wahnwitzige Reise durch die Geschichte der Menschheit - erzählt aus der Sicht einer Ratte.

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4 Minuten
Alev Doğan spricht mit Neurowissenschaftler Henning Beck, Unternehmer Jörg Heynckes und Business-Coach Mathias Fischedick - Schöne neue Arbeitswelt - doch was macht es aus, das neue, digitale Arbeiten und Denken? In dieser Revue-Folge des Achten Tags spricht Alev Doğan zunächst mit dem Neurowissenschaftler Henning Beck darüber, was die Digitalisierung mit unserem Denken und unseren kognitiven Prozessen macht. Der Unternehmer Jörg Heynckes unternimmt einen Exkurs in die neue Macht der Unternehmen: Es seien die Weltkonzerne, die den Takt geben in Sachen Klimaneutralität - und das habe relevante Auswirkungen für mittelständische Unternehmen in Deutschland. Und schließlich gibt Business-Coach Mathias Fischedick Impulse für ein ausgeglichenes Arbeiten und Leben: Er erklärt, wie wir effizienter mit unserer Energie umgehen können.

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6 Minuten
Wie lieben und leben die Menschen in Deutschland? Welchen Missverständnissen über das Gelingen einer Beziehung unterliegen wir oft? Und wie viel hat Intimität und Erotik mit Kommunikation und Selbstermächtigung zu tun? In diesem 8. Tag-Medley spricht Alev Doğan zunächst mit dem Wiener Paartherapeut Roland Bösel darüber, wo Seelenverwandtschaft und sich anziehende Gegensätze zueinander finden und inwiefern eine glückliche Beziehung vor allem mit Entscheidungen zu tun hat. Dem schließt sich ein Gespräch mit der Sexologin Jana Welch über Intimität an, bevor zum Abschluss auf den Einzelnen und seine Persönlichkeit geschaut wird. Denn nur wer sich selbst kennt, sagt die Psychologin und Autorin Stefanie Stahl, kann souverän und ausgeglichen in Beziehung zu anderen treten - auch in Liebesbeziehungen.

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6 Minuten
Die Jugend ist nicht politikverdrossen, sondern Politik ist jugendverdrossen.

Dass die junge Generation sich nicht für Politik interessiert, trifft immer weniger zu. Studien und Umfragen belegen seit 20 Jahren, dass das Interesse und auch das eigene Engagement stetig steigen. Zu den Hauptgründen gehört, dass die Jugend unzufrieden ist mit der Politik, dass es an politischer Einbindung mangelt.

Das zu ändern, daran arbeitet Henrike Schlottmann. Die 29-jährige ist Co-Geschäftsführerin der gemeinnützigen Organisation “Project together”. Die Innovationsplattform unterstützt Initiator:innen von Start-ups, Initiativen und Vereinen, die auf gesellschaftlichen Mehrwert abzielen.

Sie bezeichnen sich als “pragmatische Idealist:innen”. Sie denken groß und handeln mutig, aber das mit bewährten unternehmerischen Methoden. Sie arbeiten wirtschaftsorientiert und sind alles andere als politikverdrossen. Darüber spricht Henrike Schlottmann in der heutigen Ausgabe.

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