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Glaubensdenker Archiv

161 Episoden
25 Minuten
Ist die Menschheit noch mitten in der Pubertät? Clemens bringt eine steile These mit: Technisch können wir unglaublich viel – emotional benehmen wir uns manchmal wie trotzige Teenager. Jan und Clemens sprechen über Freiheit und Verantwortung, globale Gerechtigkeit und die unbequeme Lücke zwischen Wissen und Handeln. Dabei wird es auch persönlich: Was bedeutet es, im Glauben erwachsen zu werden? Was passiert, wenn das vertraute Bild vom „lieben Gott“ nicht mehr alle Fragen trägt? Und wie bleiben wir mit Gott in Beziehung, wenn wir die Welt nicht verstehen? Von Konsum und Lieferketten über die Deutung biblischer Bilder bis zu Paulus führt das Gespräch zu einer Hoffnung, die Widersprüche aushält. Eine Folge über Geduld mit einer unfertigen Welt – und mit uns selbst.
25 Minuten
Was passiert, wenn man Jugendliche einfach zum Gottesdienst einlädt? Und was, wenn statt der erwarteten 20 plötzlich 140 Menschen in der Kapelle sitzen? Jan erzählt aus seinem neuen Alltag als Seelsorger auf einer Burg: von überraschenden Begegnungen, gemeinsamem Singen und einer Stille, die eine ganze Kapelle trägt. Mit Clemens entdeckt er dafür ein Bild: Glaubens-Jazz. Es geht um den Mut, das zu teilen, was uns heilig ist – auch wenn andere damit noch wenig anfangen können. Um Gastfreundschaft, persönliche Verletzlichkeit und das Vertrauen, dass Begegnung wachsen darf. Und darum, warum Improvisation einen festen Boden braucht: Zeit zum Ankommen, Vorbereiten und Innehalten. Eine Folge über lebendigen Glauben, der sich auf Menschen einlässt.
21 Minuten
Ein Weihwasserschälchen aus einer alten Schublade, zwei Camper im Burghof und eine Taufe: Jan entdeckt, wie viel Kraft in alten Segensritualen steckt. Doch was bedeutet es eigentlich, jemanden zu segnen? In dieser Folge sprechen Jan und Clemens über Segen als Zeichen von Zuwendung, über kindliches Staunen und die Frage, wo Verzauberung aufhört und Manipulation beginnt. Vom Reisesegen bis zum Brückenheiligen geht es dabei immer um Menschen – und um die Sehnsucht, sich getragen zu fühlen. Ein Gespräch über kleine Zeichen, die unserem Alltag einen Zipfel Himmel schenken.
28 Minuten
Was haben ein Küchentisch, Currywurst, Milliarden Bakterien und Gott miteinander zu tun? Jan beginnt mit einer eigentlich ganz alltäglichen Beobachtung: Menschen sitzen gemeinsam am Tisch, essen, reden, lachen – und plötzlich entsteht Gemeinschaft. Der Tisch wird zur Herzkammer eines Hauses. Und auch religiös ist das gemeinsame Mahl seit Jahrtausenden ein zentraler Ort der Begegnung. Doch dann nimmt das Gespräch eine unerwartete Wendung: hin zu unserem Körper, zum Mikrobiom, zur Darm-Hirn-Achse und zu der Frage, wie viel von unserem Fühlen vielleicht viel älter ist als unser bewusstes Denken. In uns trägt das Leben Milliarden Jahre evolutionärer Erfahrung mit sich. Und plötzlich führt der Weg wieder zurück zum Küchentisch: Vielleicht ist das isolierte Ich ohnehin eine Illusion. Zellen kooperieren, Organismen leben in Symbiose und Menschen brauchen andere Menschen. Wir sind nicht das Ergebnis des Alleinseins, sondern einer unvorstellbar langen Geschichte des Zusammenwirkens. Vielleicht liegt genau darin etwas Göttliches: Nicht im Ich, sondern im Wir. Nicht in der Abgrenzung, sondern in der Verbindung. Die Symbiose als göttlicher Funke.
21 Minuten
In dieser Folge sprechen Jan und Clemens über ein schweres, aber wichtiges Thema: selbstbestimmtes Sterben. Ausgehend von Jans Eindrücken aus der Bundesdelegiertenversammlung des SKM geht es um die Spannung zwischen verfassungsrechtlichem Anspruch, fehlender gesetzlicher Rahmung und christlicher Grundüberzeugung. Was bedeutet Würde am Lebensende? Wer schützt vulnerable Menschen vor Druck, Geschäftsmodellen und sozialer Kälte? Und wie kann eine Gesellschaft unterscheiden zwischen Freiheit, Fürsorge, Gewissen und Verantwortung? Jan bringt die Perspektive katholischer Träger, Betreuungsvereine und sozialer Arbeit ein. Clemens spitzt die gesellschaftlichen Dilemmata zu: Wenn alles erlaubt ist, was verhindert Missbrauch? Wenn alles verboten bleibt, was passiert mit Menschen, die unerträglich leiden? Eine Folge über Leben, Tod, Politik, Gewissen und die Frage, wie wir Menschen begleiten wollen: an der Hand anderer Menschen – nicht durch die Hand anderer Menschen.
30 Minuten
Jan ist angekommen auf Burg Gemen – mit hohen Decken, neuen Geräuschen und jeder Menge Ideen für die Jugendbildungsarbeit. Ausgangspunkt der Folge ist ein berührender Moment nach dem Fußballspiel Deutschland gegen Curaçao bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in den USA: Spieler beider Mannschaften stellen sich zusammen, beten miteinander und zeigen öffentlich, dass Glaube verbinden kann.
29 Minuten
In dieser Folge sprechen Clemens und Jan über künstliche Intelligenz, Umbruch und die Frage, was bleibt, wenn Maschinen immer mehr Tätigkeiten übernehmen. Clemens erzählt aus seiner Arbeit mit KI-Agenten und beschreibt, wie Softwareentwicklung plötzlich für viele Menschen zugänglich wird. Gleichzeitig geht es um Sorgen: neue Abhängigkeiten, Ressourcenfragen und die Unsicherheit ganzer Berufsgruppen. Doch mitten in diesen Umbrüchen entsteht ein hoffnungsvoller Blick: Wenn KI Aufgaben übernimmt, rückt vielleicht umso stärker in den Mittelpunkt, was menschlich ist – Kreativität, Intuition, Beziehung, Weltwissen und die Fähigkeit, Neues zu denken. Passend zu Pfingsten wird daraus ein Gespräch über Schöpfergeist, Aufbruch und die Einladung: Fürchtet euch nicht, sondern geht los.
24 Minuten
Manchmal entsteht aus Leere ein besonders tiefes Gespräch. Jan erzählt von einem Bildungstag in einer kirchlichen Familienbildungsstätte, bei dem es um die Frage ging: Was bedeutet es eigentlich, ein christliches oder katholisches Haus zu sein? Ausgehend vom Bild, „den Brunnen tiefer zu graben“, sprechen Jan und Clemens über christliche Identität, Haltung und die Bedeutung von Gemeinschaft. Dabei wird deutlich: Bildungsangebote sind oft mehr als Kurse. Sie können Orte gegen Einsamkeit sein, Räume für Begegnung, Vertrauen und neue Tiefe. Außerdem geht es um Führungskultur, Verletzlichkeit, Verantwortung und die Frage, warum Menschen nicht nur funktionieren, sondern Räume brauchen, in denen Alltag unterbrochen wird. Eine Folge über Tiefe, Haltung, Glauben, Führung und den Wert von Orten, an denen Menschen wirklich miteinander ins Gespräch kommen.
32 Minuten
Jan kommt frisch aus dem Urlaub zurück – im Gepäck: Begegnungen, Spiele und überraschende Einsichten. Vom Schafkopf in Bayern über intensive Rollenspielrunden bis hin zur elektrisierenden Stimmung im Eishockey-Fanblock wird deutlich: Spielen zeigt, wer wir wirklich sind. Doch die Folge geht tiefer. Clemens erzählt von einem Softwareentwickler, der auf einer Baustelle plötzlich aufblüht – ein Moment, in dem alles zusammenpasst. Es geht um Berufung, Sinn und die Frage: Was passiert, wenn wir wirklich am richtigen Platz sind? Gemeinsam erkunden die beiden, warum dieser „Klick“-Moment so selten sichtbar ist, welche Rolle Mut und Angst dabei spielen – und wie man zwischen vielen guten Optionen das bessere Leben findet. Eine Folge über die Unruhe des Herzens, spirituelle Erfahrungen im Alltag und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen.
26 Minuten
Was passiert, wenn man Kirche außerhalb der eigenen Bubble erlebt? Jan berichtet von einer Delegationsreise nach Rumänien – und taucht ein in eine faszinierende Welt zwischen orthodoxer Tradition, katholischer Vielfalt und gelebter Geschichte. Die Folge führt durch bewegende Begegnungen mit Menschen, deren Glaube unter der Diktatur verfolgt wurde, und zeigt, wie stark Religion Identität prägt. Dabei geht es um mehr als nur Unterschiede zwischen Kirchen: Es geht um Ehrfurcht, kulturelle Vielfalt und die Frage, was „katholisch“ eigentlich bedeutet. Außerdem wird klar: Kirche war nie unpolitisch – und kann es auch gar nicht sein. Eine Folge über Perspektivwechsel, gelebte Spiritualität und überraschende Erkenntnisse mitten in Europa.
26 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über eine außergewöhnliche Glaubensgeschichte: Nina Hagen und ihre radikale Erfahrung zwischen Drogen, Gebet und Rettung. Ausgehend von ihrem intensiven Erlebnis tauchen wir ein in große Fragen: Was passiert, wenn das Leben uns an unsere Grenzen bringt? Warum entstehen gerade in Krisen neue Formen von Glauben? Und was hat das alles mit Ostern zu tun? Wir diskutieren, wie Glaube nicht als Flucht, sondern als echte Resilienzquelle wirken kann – und warum bewusste Unterbrechungen im Alltag (wie Meditation oder Liturgie) ein Schlüssel gegen Angst und Orientierungslosigkeit sein können. Eine Folge über Grenzerfahrungen, Hoffnung, gesellschaftliche Dynamiken – und die vielleicht wichtigste Frage: Wie füllen wir die „Lücken“ unseres Lebens? https://taz.de/Nina-Hagen-ueber-Gott-und-Punk/!6161519/
24 Minuten
In dieser Folge von Glaubensdenker wird es unbequem – und gleichzeitig inspirierend. Ausgehend vom Weltfrauentag werfen Clemens und Jan einen neuen Blick auf eine bekannte Bibelstelle: die Begegnung Jesu mit der Samariterin am Brunnen. Was passiert, wenn genau diese Geschichte in der Kirche oft gekürzt wird – und dabei ausgerechnet die Frau verschwindet? Welche Rolle spielen patriarchale Strukturen in der Überlieferung biblischer Texte? Und warum kann man die Samariterin eigentlich als Apostelin verstehen? Die beiden diskutieren über feministische Theologie, blinde Flecken der kirchlichen Tradition und die zeitlose Frage nach Würde – damals wie heute. Eine Folge, die herausfordert, Perspektiven verschiebt und Mut macht, genauer hinzuschauen. Shownotes: Gottes Wort weiblich (Blog von Annette Jantzen) https://www.gotteswortweiblich.de Feministische Exegese und neue Perspektiven auf biblische Texte – eine zentrale Inspiration für diese Folge. Bibelstelle: Die Samariterin am Brunnen (Johannes 4,5–42) https://www.bibleserver.com/EU/Johannes4 Die vollständige Geschichte – unbedingt in der Langfassung lesen, um die ganze Tiefe zu erfassen. Katholische Leseordnung (Infos & Hintergründe) https://www.erzabtei-beuron.de/schott/ Hier findest du die offiziellen Lesungstexte und kannst nachvollziehen, wie und warum Kürzungen entstehen. Weltfrauentag (Hintergrundinfos) https://www.un.org/en/observances/womens-day Warum dieser Tag wichtig ist – und warum er perfekt zu dieser Folge passt. Buchempfehlung aus der Folge: „Die Frau und das Judentum – Enzyklopädie“ (je nach Ausgabe variierend erhältlich im Buchhandel) Ein umfassender Überblick über weibliche Figuren und Rollen im Judentum und Alten Testament.
27 Minuten
Was verbindet den ersten Sauerstoff auf der Erde mit der biblischen Schöpfungsgeschichte? In dieser besonderen Folge gehen wir auf Spurensuche zwischen Naturwissenschaft und Glauben – und entdecken überraschende Parallelen. Ausgehend von einem Buchimpuls entfaltet sich ein faszinierender Gedanke: Was, wenn die großen biblischen Bilder wie Adam und Eva eine metaphorische Beschreibung dessen sind, was auf molekularer Ebene tatsächlich geschah? Der Moment, in dem Sauerstoff entstand, wird zur Brücke zwischen Biologie und Theologie – zwischen messbarer Realität und sinnstiftender Erzählung. Dabei geht es nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Staunen über das Zusammenspiel von Körper, Natur und Bewusstsein. Wir sprechen über die Intelligenz unseres Körpers, über die Sehnsucht nach Verbindung, über Einsamkeit und Gemeinschaft – und darüber, wie Wissenschaft den Glauben nicht ersetzt, sondern vertiefen kann. Eine Folge über den Anfang von allem – und darüber, was es bedeutet, Mensch zu sein. Shownotes - Giulia Enders – Organisch - Meir Shalev – Aller Anfang: Die erste Liebe, das erste Lachen und andere erste Male in der Bibel
24 Minuten
Was passiert, wenn Glaube nicht nur konsumiert, sondern gemeinsam gelebt wird? In dieser Folge sprechen Jan und Clemens über die wachsende Sehnsucht nach Gemeinschaft – besonders bei jungen Menschen, die sich taufen lassen oder neu auf Kirche zugehen. Es geht um die Frage, was digitale Formate leisten können (und was nicht), warum gemeinsames Beten Beziehungen verändert und weshalb echte Begegnung durch keinen Bildschirm vollständig zu ersetzen ist. Ein Gespräch über Resonanz, Moral, Segen „per Fernseher“, neue Aufbrüche in der Kirche und die große Chance, Gemeinschaft heute neu zu denken. Shownotes: https://www.ardmediathek.de/video/aus-christlicher-sicht/aus-christlicher-sicht-05-02-2026/sr/Y3JpZDovL3NyLW9ubGluZS5kZS9BQ1NfMTY0MjYy
24 Minuten
Was passiert eigentlich, wenn Menschen gemeinsam beten? Ist es mehr als ein Ritual – vielleicht sogar eine Erfahrung, die Beziehungen verändert? In dieser Folge sprechen Jan und Clemens über Gebet als Resonanzraum: nicht als fromme Pflicht oder Wunschliste an Gott, sondern als Praxis, die Menschen emotional aufeinander einstimmt, Empathie fördert und Gemeinschaft vertieft. Ein Agnostiker erzählt offen von seiner überraschenden Annäherung an das gemeinsame Beten. Ein Priester ordnet diese Erfahrung theologisch ein – mit Blick auf kommunikative Theologie, Fürbitten, digitale Gottesdienste und die gesellschaftliche Kraft der Seligpreisungen. Eine Folge über Offenheit, innere Haltung, das „Mehr“ im Miteinander – und darüber, warum gemeinsames Beten selbst dann etwas verändert, wenn nicht alle dasselbe glauben. Shownotes: Kommunikative Theologie Matthias Scharer & Bernd-Jochen Hilberath Ein grundlegendes Werk zur kommunikativen Theologie, das Glauben als Beziehungsgeschehen versteht: zwischen Individuum, Gemeinschaft, Welt (Rahmen) und Gott. Das Buch verbindet humanwissenschaftliche Ansätze (u. a. themenzentrierte Interaktion) mit Theologie und zeigt, warum gemeinsames Sprechen, Schweigen und Beten verwandelnde Kraft entfalten kann.
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freigeistig, selbstbestimmt und vor allem kritisch.