Handelsblatt Today – Der Finanzpodcast mit News zu Börse, Aktien und Geldanlage Archiv
1660 Episoden
33 Minuten
Im Vergleich zum Vormonat sind die Verbraucherpreise im Euro-Raum um 7,5 Prozent gestiegen. Welche Länder am stärksten betroffen sind und wann die EZB handelt. Die EZB steht immer stärker unter Druck. Die 7,5 Prozent Inflationsrate sind vom mittelfristigen Ziel von zwei Prozent für den Euro-Raum weit entfernt. Noch versucht die EZB die Gemüter zu beruhigen. Die Inflation solle sich deutlich verringern und Ende 2023 wieder auf ein Niveau von 2,1 Prozent zurückkehren. EZB-Chefin Christin Lagarde räumte aber ein, dass es unwahrscheinlich sei, dass man zu derselben Inflationsdynamik wie vor der Pandemie zurückkehren werde. Experten fordern die EZB jetzt dazu auf, schnell zu handeln. Die nächste Zinssitzung ist mit dem 14. April nicht mehr in weiter Ferne. Dort werden Reaktionen erwartet. Doch wie realistisch sind drastische Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation? Handelsblatt-Korrespondent Frank Wiebe erklärt, was eine Zinserhöhung bewirken könnte und in welchem Fall am ehesten eine Rezession droht. Außerdem: Für absolute Beginner sind die ersten Schritte in der Finanzwelt meist mit vielen Fragen behaftet. Etliche Fachbegriffe und die Sorge das Vermögen beim Investieren zu verlieren belasten oft angehende Anleger. Hava Misimi ist Finanz- und Unternehmensberaterin, Bestseller-Autorin und Gründerin einer Finanz-Coaching-Plattform. In ihrem Buch „Money Kondo“ räumt sie mit diesen Mythen auf und gibt Tipps, welche Möglichkeiten es gibt Ordnung in seine Finanzen zubekommen. Wie die Money-Kondo-Methode genau funktioniert und welche Investments sich aktuell lohnen, hat Hava Misimi in der aktuellen Folge Handelsblatt Today erklärt. *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
26 Minuten
Die Militärexpertin Florence Gaub ist der Ansicht, dass der Westen die Drohgebärden des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Blick auf einen möglichen Einsatz von Atomwaffen falsch interpretiert hat. In der neuen Folge von „Handelsblatt Today“ sagt sie, dass Putin die Alarmbereitschaft der Atomstreitkräfte gar nicht auf Stufe 2 erhöht habe. „Den Status, den er angekündigt hat, gibt es so nicht in der russischen Militärdoktrin. Wir wissen durch Satellitenbilder und nachrichtendienstliches Infomaterial, dass die Russen de facto überhaupt nicht in Alarmbereitschaft gegangen sind“, sagt Gaub. Trotzdem sei es wichtig, das zu respektieren, auch wenn es „nur eine Drohgebärde“ sei. Die Entscheidung der Nato, sich nicht aktiv in den Ukraine-Krieg einzumischen, hält Gaub für richtig – und warnt vor einer „strategischen Ungeduld“ im Westen: „Fakt ist: Das, was wir machen, funktioniert. Wir müssen es wirken lassen – wie ein Antibiotikum.“ Als stellvertretende Direktorin des Instituts der Europäischen Union für Sicherheitsstudien in Paris beschäftigt sich Gaub schon seit vielen Jahren mit Militärstrategien unterschiedlicher Länder. Gaub glaubt nicht, dass das Problem mit Russland mit einem Regimewechsel oder einem schnellen Kriegsende gelöst wäre: „Russland hat ein fundamentales Problem damit, wie die Welt aufgestellt ist und wie Nationen wie die USA in anderer Staaten Angelegenheiten intervenieren.“ Das wolle Russland ultimativ ändern, jetzt auch mit Gewalt. Und diese Sicht auf die Welt sei nicht nur bei Putin, sondern auch in den russischen Eliten tief verankert. Ohnehin glaubt die Militärexpertin nicht, dass ein schnelles Ende des Ukrainekriegs absehbar ist: „Rein statistisch gesehen dauern Kriege zwischen Staaten im Schnitt 15 Monate. Krieg ist nichts, was schnell zu Ende geht, auch wenn man sich das im 21. Jahrhundert natürlich sehr wünscht.“ Den massiven Beschuss von zivilen Einrichtungen und Wohnhäusern in der Ukraine durch Russland bezeichnet Gaub als eine „Bestrafungsstrategie“. Die sei aber gleichzeitig eine „Notlösungsstrategie“, die man anwende, wenn man eigentlich gar nicht anders könne. Und sie werde wahrscheinlich nicht zu einer ukrainischen Kapitulation führen. Inzwischen scheint Russland aber seine Strategie in der Ukraine zu ändern: Um Fluchtkorridore für Zivilisten aus der schwer zerstörten Hafenstadt Mariupol zu ermöglichen, hat die russische Führung eine Feuerpause angeboten. Gleichzeitig scheint es einen Teilabzug der russischen Truppen in der Nähe der Hauptstadt Kiew zu geben. Gaub gibt zu bedenken: „Es könnte sich hier um ein rhetorisches Ablenkungsmanöver handeln. In Syrien hat Putin dreimal den Abzug angekündigt, der bis heute nicht passiert ist.“ Außerdem hält es Gaub für sehr wahrscheinlich, dass jetzt Truppen zusammengezogen werden, um eine Offensive in der Ostukraine zu starten und dort die ukrainischen Streitkräfte auszuschalten. „Wenn das erstmal erreicht ist, gibt es für Russland überhaupt keinen Grund, nicht doch noch zu versuchen, nach Kiew vorzudringen.“ *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
36 Minuten
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat am Mittwoch die erste von drei Krisenstufen des sogenannten Notfallplans Gas ausgerufen. Es könnte eine erhebliche Verschlechterung der Gasversorgung in Deutschland drohen. Grund dafür ist eine mögliche Eskalation des Gasstreits mit Russland. Während der russische Präsident Wladimir Putin künftig nur noch Rubel für die Bezahlung von Gaslieferungen akzeptieren will, lehnen die G7-Staaten die Forderung Russlands ab. Habeck warf der russischen Seite Vertragsbruch vor. Bislang werden russische Gaslieferungen in Euro oder Dollar abgerechnet. Putin versuche, „die Sanktionen zu brechen“, indem er auf Zahlung in Rubel bestehe, sagte der Wirtschaftsminister. Die Aktivierung der ersten Notfallplanstufe geht mit einem verstärkten Monitoring der Versorgungssituation einher. Habeck kündigte an, dass beim Wirtschaftsministerium ein Krisenstab aus Behörden und den Energieversorgern zusammenkommen werde. Bisher gibt es laut Habeck allerdings noch keine Lieferengpässe und alle Verträge würden eingehalten. Die Umstellung der Zahlungen von Euro und Dollar auf Rubel wird nach Kremlangaben zwar nicht direkt in Kraft treten, doch Moskau diskutiert bereits über eine Ausweitung der Praxis auf den Export von anderen Rohstoffen und Waren wie Kohle, Dünger und Getreide. Was passiert, wenn der Streit mit Russland weiter eskaliert? Handelsblatt-Redakteur Bert Fröndhoff erklärt in der neuen Folge von Handelsblatt Today, welche Unternehmen im Falle eines Gasembargos womöglich als erstes vom Netz genommen werden und wie man die Betriebe dann vor der Pleite bewahren kann. Außerdem: Die jüngsten Signale von den Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland haben diversen Rüstungsaktien einen kleinen Dämpfer verpasst. Doch die Auftragsbücher dürften nicht zuletzt wegen der Aufrüstungsoffensive in Europa auf Jahre gut gefüllt sein. Handelsblatt-Co-Investigativchef Martin Murphy und der Brüsseler Büroleiter Moritz Koch sprechen in der aktuellen Folge über einen möglichen Imagewechsel, den die Rüstungsaktien durchleben könnten. Ist es in Zeiten, in denen Europa zum Schutz der Demokratie aufrüstet, immer noch unmoralisch, in Rüstungsunternehmen zu investieren? *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
36 Minuten
Ermutigende Nachrichten von den Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland stimmen die Anlegerinnen und Anleger optimistisch. Außerdem: Aus der Sicht von Energie-Expertin Aurélie Bros verfolgt Putin bei Öl und Gas eine Doppelstrategie. Das Ziel sei eine weitreichende Abkehr vom Westen. Energie-Expertin Aurélie Bros glaubt, dass Russland eine Strategie der „Dewesternization“ vorantreibt – nicht nur in Energiefragen. Ein Teil der Strategie beinhalte die Hinwendung zum asiatischen Markt wie China. Dazu gehörten eine Stärkung der Handelsbeziehungen und die Einbeziehung von Technologien, die dort produziert werden. Dadurch soll die Abhängigkeit von westlichen Technologien reduziert und die Förderung eigener Institute gefördert werden. „Einerseits weiß Russland, dass die Erdgasproduktion in der EU sinkt“, sagte Bros in der neuen Folge von „Handelsblatt Today“. Dadurch steige die Abhängigkeit der EU von Russland, da die Energiewende noch nicht so schnell verlaufe, wie es sich viele Klimaaktivisten wünschten. Andererseits habe aber Russland seit 2014 verstanden, dass es selbst stark abhängig von den USA und der EU sei, da gerade in der Erdgasbranche alles in Dollar und Euro gehandelt werde. Die G7-Staaten lehnen die Forderung des russischen Präsidenten Wladimir Putin ab, Gasimporte künftig nur noch in Rubel zu bezahlen. Aus der Sicht von Bros wäre es auch ein Fehler gewesen, sich darauf einzulassen: „Putin blufft im Zweifel und ist genauso auf die Einnahmen angewiesen wie Europa auf Energie.“ Doch das Grundproblem bleibt bestehen: Deutschland ist von Gas aus anderen Ländern abhängig. Laut dem Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie deckte im Jahr 2020 die heimische Erdgasförderung gerade mal knapp 5,2 Prozent des Bedarfs der Bundesrepublik ab. Der Rest wurde demnach aus Ländern wie Russland, Norwegen und den Niederlanden importiert, wobei Russland den Löwenanteil beisteuerte. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck war vergangene Woche in Katar, um bei der Suche nach alternativen Gaslieferanten ein Zeichen zu setzen. Katars Energieminister Saad el-Kaabi gab jedoch zu bedenken, dass kurzfristige Gaslieferungen, die dem russischen Importvolumen nach Deutschland entsprechen, derzeit nicht möglich seien. Bros wendet ein, dass in Deutschland fast immer vergessen wird, dass die Energiesolidarität eine gesetzliche Verpflichtung sei. Die Mechanismen zur gegenseitigen Unterstützung seien auf EU-Ebene seit der russisch-ukrainischen Krise von 2009 eingerichtet und immer weiter ausgebaut worden. „Deutschland ist keine Insel, sondern sehr gut an die Nachbarländer angebunden.“, so Bros. Sie fordert: „Wir müssen das Problem auf europäischer Ebene lösen. Kein Mitgliedsstaat wird dies allein tun können.“ Für den Umgang mit dem russischen Präsidenten rät Bros folgendes: „Putin versteht nur Stärke – diese sollten wir auch jetzt geschlossen zeigen.“. Und: „Ich habe immer gehört, Russland würde Schach spielen und da würden krasse, strategische Gedanken dahinterstecken. Ich glaube aber, dass sie eher Poker spielen.“ *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
42 Minuten
Der Bitcoin hat sich zuletzt kräftig erholt und notiert wieder so hoch wie zu Jahresbeginn. Woran das liegt, erklärt Handelsblatt-New-York-Korrespondentin und Krypto-Expertin Astrid Dörner. Russland will es „befreundeten Staaten“ ermöglichen, russische Öl- und Gaslieferungen künftig in Rubel, ihren nationalen Währungen oder auch Bitcoins zu bezahlen. Das teilte Pawel Zawalny, der Vorsitzende des Duma-Ausschusses für Energie in der vergangenen Woche mit. Zu den befreundeten Staaten zählen unter anderem China und die Türkei. Die EU-Staaten und die USA sollen als „unfreundliche Staaten“ ihre Gasrechnungen nur noch in Rubel bezahlen, so zumindest die Ankündigung des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Bitcoin-Anlegerinnen und -Anleger dürfte außerdem freuen, dass ein EU-Verbot der sogenannten Proof-of-Work-Methode, die der Bitcoin-Blockchain zugrunde liegt, erstmal vom Tisch ist. Diese Nachrichten haben den Bitcoin-Kurs zuletzt nach oben getrieben. Inzwischen notiert er wieder deutlich über der Marke von 47.000 Dollar und steht damit so hoch wie zuletzt zu Jahresbeginn. Das Allzeithoch vom November 2021 ist mit rund 69.000 Dollar allerdings noch in weiter Ferne. Trotzdem ist ein positiver Trend zu beobachten. So konnte die weltweit größte Kryptowährung ein Wochenplus von rund 15 Prozent einfahren. New York-Korrespondentin Astrid Dörner schreibt regelmäßig über das Thema und ordnet in der neuen Folge von „Handelsblatt Today“ die aktuelle Situation auf dem Kryptomarkt ein. Außerdem: Die Beziehung zwischen China und Russland ist seit Ausbruch des Ukraine-Krieges undurchsichtig, mit Signalen in unterschiedliche Richtungen. Auslandsressortchefin Nicole Bastian hat bei unserem Handelsblatt-Zwischenruf zur Asia Business Insights mit mehreren Expertinnen und Experten darüber diskutiert, wie sich China zu Russland positioniert, welche Auswirkungen das auf die Sicherheitspolitik hat und wie das die internationale Wirtschaft beeinflusst. *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
20 Minuten
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukrainekriegs sind enorm – schlimmstenfalls droht eine Rezession. Wie Sie Ihr Depot absichern können. Steigende Energiepreise, unterbrochene Lieferketten und Lieferengpässe – eine Abschwächung der Weltwirtschaft samt möglicher Rezession ist angesichts des unvermindert andauernden Kriegs in der Ukraine kein unrealistisches Szenario mehr. Das würde vor allem viele exportstarke deutsche Unternehmen treffen. Hinzu kommt die oft thematisierte Abhängigkeit Deutschlands von Russland, wenn es um Gaslieferungen geht. Das betrifft nicht nur private Verbraucher, sondern die gesamte deutsche Industrie, zum Beispiel die Stahlkocher oder die Chemiekonzerne. Die Unsicherheit ist groß, und viele Anleger fragen sich, wie sie ihr Depot gegen mögliche Verluste absichern können. Handelsblatt-Aktienanalyst Ulf Sommer meint: Sollte es mit der Konjunktur abwärtsgehen, dann sind konjunkturresistente Aktien gefragt, die im besten Fall auch noch günstig bewertet sind. Im Dax hat er einige Titel gefunden, auf die beides zutrifft. Neben den Profiteuren der Zinswende wie dem Versicherer Allianz und der Deutschen Bank sind das laut Sommer der Energiekonzern Eon und der Gesundheitskonzern Fresenius. Sommer verweist auf die attraktive Dividendenrendite bei der Allianz von derzeit mehr als fünf Prozent. Und die Deutsche Bank habe lange Zeit unter der Finanzkrise gelitten, doch „die Leidenszeit ist jetzt vorbei“, sagt er. Warum Sommer trotz der Glyphosat-Rechtsrisiken in den USA auch bei Bayer gute Kurschancen sieht, erklärt er in der neuen Folge von „Handelsblatt Today Extended“. Außerdem führt er einige weitere Dax-Werte an, die nicht allzu empfindlich auf einen konjunkturellen Abschwung reagieren würden, gleichzeitig aber relativ günstig bewertet sind. *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today Extended-Hörer: Jetzt Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € testen und immer informiert sein, wie Sie noch mehr aus Ihrem Geld machen können. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfakten
44 Minuten
Putin ändert eigenmächtig die Spielregeln bei Gaslieferungen. Ökonom Jens Südekum glaubt, dass ein Gasembargo gegen Russland nun wahrscheinlicher geworden ist. Der russische Präsident Wladimir Putin will „unfreundliche Staaten“, zu denen er unter anderem die gesamte EU und die USA zählt, ihre Gaslieferungen noch noch in Rubel bezahlen lassen. Die Details sollen noch ausgearbeitet werden, aber westliche Staaten könnten dadurch gezwungen sein, zumindest indirekt die eigenen Sanktionen gegen Russland zu unterlaufen. „Angenommen es käme so, wie Putin es verkündet hat, dann hätte das aus seiner Sicht den Vorteil, dass auf den Devisenmärkten die Stützung des Rubel-Wechselkurses ein bisschen einfacher und kraftvoller möglich wäre als im jetzigen Arrangement“, sagte der Ökonom Jens Südekum in der neuen Folge von „Handelsblatt Today“. Aktuell bezahlen Deutschland und andere EU-Staaten ihre Gasrechnungen in Euro. Das Geld geht direkt an russische Energielieferanten wie Gazprom, welche anschließend 80 Prozent der harten Währung bei der russischen Zentralbank in Rubel umtauschen müssen. Die russische Zentralbank ist aber nicht voll handlungsfähig, da sie den westlichen Sanktionen unterliegt und kann somit diese Devisen auf den internationalen Märkten kaum nutzen, um damit den Rubelkurs zu stützen. Putins Plan könnte dazu führen, „dass russische Geschäftsbanken anstelle der Zentralbank als nicht sanktionierte Banken de facto diese Devisen nutzen, um ihrerseits den Rubel-Wechselkurs zu beeinflussen“, sagte Südekum. Doch das sei nur die rein technisch-ökonomische Lesart von Putins Manöver. „Die zweite, nämlich die machtpolitische Dimension, halte ich für weitaus relevanter.“ Putin wolle hier einfach die Spielregeln ändern, obwohl die Verträge auf Euro und Dollar lauteten. „Aus meiner Sicht kann sich der Westen auf solche Spielchen überhaupt nicht einlassen“, sagt Südekum. Ein komplettes Gasembargo gegen Russland ist nun wahrscheinlicher geworden, glaubt Südekum. Ein solches Szenario könnte aber die deutsche Wirtschaft hart treffen: Südekum schließt nicht aus, dass es in Deutschland auch zu Produktionsausfällen kommen könnte, wenn es nicht gelingen sollte, die Gasspeicher über den Sommer aufzufüllen. Und ohne russisches Gas wäre das deutlich schwieriger. Neben der Suche nach alternativen Gaslieferanten wie USA oder Katar sei es nun auch geboten, Energie zu sparen. Der Ökonom fordert „eine massive Energiesparkampagne bis hin zu autofreien Sonntagen und Tempolimit auf den Autobahnen“. Bereits jetzt zeichnen sich deutliche Folgen des Ukraine-Krieges für die deutsche Wirtschaft ab: Die Wachstumsprognosen seien auch schon ohne Embargo dramatisch nach unten korrigiert worden. „Die Gefahr einer Rezession ist sehr hoch“, sagt Südekum. Außerdem: Handelsblatt-Aktienanalyst Ulf Sommer sprach am Dienstagabend live mit der Instagram-Community über die gefährliche Abhängigkeit deutscher Unternehmen vom chinesischen Markt und die Untätigkeit der EZB trotz der hohen Inflation. *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
37 Minuten
Die Regierungschefs der Nato-, EU- und der sieben führenden Industriestaaten kommen heute in Brüssel zusammen. In mehreren Sitzungen wird über den russischen Einmarsch in die Ukraine und die Energiekrise diskutiert. Auch US-Präsident Joe Biden ist vor Ort: Zum einen, um den Schulterschluss der USA mit Europa zu unterstreichen und zum anderen, um mit den anderen Staaten über neue Sanktionen gegen Russland zu beraten. Moritz Koch ist Leiter des Handelsblatt-Büros in Brüssel. Er erklärt, welche weiteren Maßnahmen auf dem Nato-Gipfel für die Sicherheit der Ukraine, aber auch für die Sicherheit des Westens beschlossen werden könnten. Außerdem: Mit Themen-ETFs können Anlegerinnen und Anleger fokussiert in spezielle Bereiche investieren. Bereits im vergangenen Jahr war diese Form der Geldanlage beliebt – damals besonders in den Bereichen Gesundheit, Technologie, Automatisierung und Robotik sowie alternative Energien, hatte Markus Jordan, der Chef des Finanzportals extraETF, in der damaligen Folge von „Handelsblatt Today“ erklärt. In der heutigen Folge gibt es ein Update, denn auch bei Themen-ETFs spielen seit dem Beginn des Ukraine-Krieges andere Bereiche eine größere Rolle. Jordan hat Gold, Kreislaufwirtschaft und vor allem Cybersecurity als aktuelle Trendthemen identifiziert. „Gerade für Staaten unter dem Aspekt der Infrastruktur ist Cybersecurity ein wichtiges Thema. Man hat jetzt schon gesehen, dass die Regierungen auch bei kriegerischen Handlungen verschiedene Attacken auf digitalem Weg starten“, sagt Jordan. Er bewertet die Umsätze von Cybersecurity-Firmen auch deshalb als relativ stabil, weil die Unternehmensentwicklung unabhängig von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung relativ konstant bleibt. Worauf Anlegerinnen und Anleger bei Investments in Themen-ETFs beachten sollten, inwieweit eine Gewichtung von 70:30 zwischen MSCI World und Schwellenländern zurzeit sinnvoll ist und inwieweit sich der ETF-Markt unter Berücksichtigung des Krieges weiter verändern wird, erklärt Jordan in der aktuellen Folge von „Handelsblatt Today“. *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
32 Minuten
Aurélie Bros hilft russischen Oppositionspolitikern bei der Flucht. Im Podcast spricht sie über die Stimmung im Land und die Anti-Kriegsproteste. Glaubt man diversen Meinungsumfragen in Russland, dann steht ein Großteil der russischen Bevölkerung hinter dem Präsidenten Wladimir Putin. Wie sehr die Umfragewerte die tatsächliche Stimmung widerspiegeln, lässt sich nicht überprüfen. Gleichzeitig ist immer wieder von Protesten auf den Straßen zu hören und einzelnen Stimmen, die sich klar gegen den Krieg in der Ukraine positionieren. Die meisten westlichen Journalisten haben angesichts des neuen Mediengesetzes in Russland ihre Arbeit vor Ort eingestellt, da ihnen bei unliebsamer Berichterstattung im schlimmsten Fall mehrjährige Haftstrafen drohen. Und so wird es immer schwieriger, ein authentisches Stimmungsbild zu zeichnen. Dabei wären unabhängige Informationen aus dem Land aktuell wichtiger denn je. Aurélie Bros hat viele Jahre in der Ukraine und in Russland gearbeitet. Sie hatte schon im Dezember vergangenen Jahres ein schlechtes Bauchgefühl und ihre Freunde in Russland gewarnt, sagt sie in der neuen Folge von Handelsblatt Today. Ihre Doktorarbeit schrieb Bros über die Exportstrategie von Gazprom. Anschließend war sie als Leiterin eines Forschungsprogramms zum Thema Energie und Erdöl an der Harvard University in Boston tätig. Durch ihre Arbeit kam sie mit vielen bedeutenden Persönlichkeiten aus Russland in Kontakt. Darunter sind auch Oppositionelle, denen sie jetzt bei ihrer Flucht aus dem Land hilft. Bros spricht bei Handelsblatt Today darüber, wie es aus ihrer Sicht derzeit in Russland wirklich zugeht und wie der russische Staat mit Protest umgeht. Vor allem möchte sie eine Botschaft des Friedens senden. *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
34 Minuten
Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges überschatten die Eröffnung der ersten europäischen Tesla-Gigafabrik. Hohe Rohstoffpreise gefährden den Elektroboom. Vor vier Jahren kündigte Tesla-Chef Elon Musk über den Kurznachrichtendienst Twitter an, nach einem passenden Standort für die erste europäische „Gigafactory“ zu suchen. Schon damals verkündete er, Deutschland sei aufgrund der geografischen Nähe zu Frankreich und den Benelux-Ländern besonders geeignet. Vor zwei Jahren fiel schließlich die Entscheidung, die Fabrik in Brandenburg anzusiedeln. Nach zahlreichen Genehmigungsverfahren sowie Protesten und Eilanträgen von Naturschutzverbänden, die die Rodung des Geländes in Grünheide verhindern wollten, öffnete am Dienstagmorgen schließlich „Giga Berlin“ seine Pforten. Zum offiziellen Start der Tesla-Fabrik waren auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Musk persönlich vor Ort. Auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) war anwesend und betonte, dass er sich ein solches „Tesla-Tempo“ auch in anderen Bereichen der Politik wünscht. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte in der neuen Folge von Handelsblatt Today: „Tesla und Elon Musk lösen in Deutschland Denkprozesse aus, die in die Zukunft führen.“ Wer Musk kennt, der kennt auch seine ambitionierten Produktionsziele. Doch die Eröffnung der Fabrik in Grünheide fällt in eine Zeit, die von den Auswirkungen des Ukrainekriegs geprägt ist. Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges sind weitreichend: Öl und Gas haben sich massiv verteuert, zudem muss die Autoindustrie mit Lieferengpässen bei für den Bau von Elektroautos wichtigen Rohstoffen wie Kobalt, Lithium, Nickel und Kupfer kämpfen. „Allerdings gibt es eine ganze Menge von Möglichkeiten, da mit Rohstoffen und Materialien zu spielen“, sagt Dudenhöffer. China hat es bisher vermieden, sich im Ukrainekrieg klar zu positionieren. Vielmehr drohen die USA China mit Sanktionen, sollte es Russland wirtschaftlich oder militärisch unterstützen. Das ist ein Risiko für deutsche Autobauer, da China ihr wichtigster Absatzmarkt ist. Dudenhöffer rät aber davon ab, sich von China abzuwenden: „Ich glaube, dass, wenn wir uns öffnen und versuchen, ein vernünftiges Verhältnis zu China zu finden, erreichen wir mehr, als wenn wir jetzt das Gegenteil tun. Andernfalls treiben wir die Welt in zwei Blöcke.“ Deutsche-Post-Chef über die wirtschaftlichen Folgen des Krieges Außerdem: In einer aktuellen Studie prognostizierte das Handelsblatt Research Institute für dieses Jahr ein Wachstum der deutschen Wirtschaft von 2,7 Prozent im Vergleich zu 2021 – vor dem Kriegsausbruch in der Ukraine lag diese Prognose noch bei 3,4 Prozent. Viele deutsche Konzerne stehen nun vor neuen Herausforderungen. Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes diskutierte darüber mit Postchef Frank Appel. Wie verändert ein Krieg die gesamtwirtschaftlichen Prozesse eines Unternehmens und wie könnte eine Antwort darauf sein? Für Appel ist klar: Deutschland muss noch attraktiver für ausländische Talente werden sowie Infrastruktur und Digitalisierung weiterentwickeln. *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
30 Minuten
Was hat Habecks Reise nach Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate gebracht? Handelsblatt-Korrespondent Klaus Stratmann saß mit im Flieger. Es war ein politischer Spagat, den Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bei seiner Reise nach Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate vollziehen musste: Einerseits will Deutschland so schnell wie möglich die Abhängigkeit von russischen Energieimporten reduzieren, andererseits konnte Habeck gerade als Grünen-Politiker die Menschenrechtssituation in beiden Staaten nicht komplett außen vor lassen. Und so gestaltete sich die Suche nach Alternativen zu russischem Öl und Gas als Balanceakt zwischen realpolitischen Interessen und dem eigenen wertepolitischen Kompass. Nach seinem Treffen mit dem Emir konnte Habeck immerhin verkünden, man strebe eine langfristige Energiepartnerschaft mit Katar an. Deutsche Unternehmen könnten nun in vertiefte Vertragsverhandlungen für den Kauf von verflüssigtem Erdgas (LNG) einsteigen. Rund zwei Dutzend Unternehmensvertreter wie Bayer-Chef Werner Baumann oder Thyssen-Krupp-Chefin Martina Merz hatten Habeck auf seiner Reise begleitet. Handelsblatt-Korrespondent Klaus Stratmann hat auch mit im Flieger gesessen und berichtet für die aktuelle Folge von Handelsblatt Today direkt aus Abu Dhabi über die Ergebnisse der Reise. Außerdem: Die Infektionszahlen sind aktuell auf einem Rekordniveau, doch trotzdem fallen jetzt einige bundesweite Corona-Beschränkungen weg. Parteiübergreifend haben Ministerpräsidenten der Länder dem Bund einen verantwortungslosen Alleingang in der Corona-Politik vorgeworfen. Was bedeutet das für die Titel der beiden großen Coronagewinner Biontech und Moderna? Wie sehen die langfristigen Wachstumsperspektiven aus? Darüber sprechen wir mit Markus Manns. Er ist Mediziner und Senior Portfolio Manager bei Union Investment. *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
28 Minuten
Die deutsche Wirtschaft wächst schleppend. Das Handelsblatt Research Institute hat deshalb seine Konjunkturerwartungen für 2022 angepasst. Noch Anfang des Jahres hatte vieles auf eine Erholung der deutschen Wirtschaft hingedeutet. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie schienen fast unter Kontrolle und auch bei den Lieferkettenproblemen zeichnete sich eine Entspannung ab. Die Industrie erlebte einen Aufschwung, Auftragseingänge und offene Stellen hatten ein Rekordniveau erreicht – doch dann marschierte Russland in der Ukraine ein. Seit mehr als drei Wochen belasten die Sanktionen des Westens und die Gegensanktionen Russlands die Weltwirtschaft. Eine Folge davon war unter anderem ein rasanter Anstieg der Energiepreise. Das Handelsblatt Research Institute (HRI) hat deshalb die Konjunkturerwartungen für Deutschland für das laufende Jahr gesenkt. So kann laut der HRI-Prognose dieses Jahr mit einem Wachstum der deutschen Wirtschaft von 2,7 Prozent im Vergleich zu 2021 gerechnet werden. Ursprünglich waren 3,4 Prozent Wachstum erwartet worden. Dennis Huchzermeier, Konjunktur- und Finanzmarktexperte beim Handelsblatt, war maßgeblich an der Entstehung der Prognose beteiligt. In der aktuellen Folge von Handelsblatt Today zeigt er sich trotz des Dämpfers optimistisch: „Die deutsche Industrie hat sich in der Vergangenheit immer recht flexibel gezeigt. Deswegen wird es etwas länger Lieferengpässe geben als gedacht, aber bis auf die Halbleiterindustrie wird es zum Ende dieses Jahres wesentlich besser aussehen.“ Auf Grund des Anstiegs der Energiepreise steigen auch die Herstellungs- und Transportkosten von Produkten, die am Ende der Verbraucher tragen muss. Deshalb rechnet das HRI auch mit einem Anstieg der Inflation: „Wir erwarten für dieses Jahr eine durchschnittliche Teuerung von 5,5 Prozent. Das wäre der höchste Wert seit dem Golfkrieg 1981“, sagt Huchzermeier. Insgesamt sei Deutschland durch die Folgen der Corona-Pandemie und Russlands Krieg gegen die Ukraine knappe 300 Milliarden Euro ärmer geworden. *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
25 Minuten
In einer Rede am Donnerstagmorgen im deutschen Bundestag hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski wieder eindringlich vor den Folgen des Krieges in der Ukraine gewarnt. In Europa sei eine neue Mauer mit Nord Stream als dessen Zement entstanden: „Keine Berliner Mauer, sondern eine inmitten Europas zwischen Freiheit und Unfreiheit“, so der Präsident. Am Ende seiner Rede beschwor Selenski Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), weitere Schritte gegen Russland einzuleiten und für die Ukraine einzustehen. Welche Reaktionen folgten auf die Rede? Welche weiteren Hilfsmaßnahmen für die Ukraine aus Deutschland wären möglich? Handelsblatt-Politikredakteur Martin Greive bewertet die aktuelle Lage. Außerdem: Die US-Notenbank erhöht zum ersten Mal seit 2018 den Leitzins. Die Fed reagiert auf die hohe Inflation und erhöht die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte. Die Entscheidung zeichnete sich bereits im letzten Quartal 2021 ab. Für dieses Jahr sind bis zu sieben weitere Erhöhungen geplant, weiß auch US-Börsenexperte Markus Koch. Er erklärt, wie diese aussehen könnten und was der Wandel in der Geldpolitik für Anlegerinnen und Anleger bedeutet. „Die Notenbank hat viel zu lange mit der Zinserhöhung gewartet und wäre bereits schon letztes Frühjahr gut beraten gewesen, die Zinsen zu erhöhen“, sagt Koch. Schließlich erwarte die Notenbank mehr Inflation als Wirtschaftswachstum. „Die Frage ist, wie lange das anhalten wird und ob es eine Stagflation ist oder in eine Rezession rutschen wird. Für den Aktienmarkt ist der Unterschied jedenfalls ein großer“, sagt der Börsenexperte. Warum eine Stagflation dennoch nichts Negatives für den Aktienmarkt bedeuten muss, erklärt er in der aktuellen Folge von Handelsblatt Today. *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
48 Minuten
Immer mehr Unternehmen ziehen sich aus Russland zurück. Moskau droht mit Gegenmaßnahmen. Damit könnte sich Russland aber selbst noch mehr schaden. Nicht nur Intellektuelle und Künstler, sondern auch immer mehr Unternehmen ziehen sich aus Russland zurück. Darunter sind große internationale Konzerne wie Coca-Cola, McDonalds oder Ikea, aber auch Dax-Größen wie VW und Mercedes-Benz. Die russische Regierung droht mit Gegenmaßnahmen: Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung hat laut der deutschen Außenwirtschaftsagentur GTAI einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der noch in dieser Woche verabschiedet werden soll. Darin heißt es, dass Firmen, die zu mehr als 25 Prozent im Besitz von Ausländern aus „unfreundlichen Staaten“ sind, einer externen Verwaltung unterstellt sowie abgespalten und verkauft werden können. Dies käme einer Enteignung und Verstaatlichung gleich. Dmitri Medwedew, der Vizechef des russischen Sicherheitsrates, sagte, das Ziel sei es, auf der Grundlage des von den Investoren in Panik zurückgelassenen Vermögens eine neue Produktion in Russland aufzubauen. Für Jens Koenen, den Leiter des Handelsblatt-Unternehmensressort-Büros in Frankfurt, ist das nur schwer vorstellbar: „Mir fehlt jegliche Fantasie, wie der Plan der russischen Regierung aufgehen soll. Russland müsste gewaltige Summen in diese Unternehmen pumpen – ein Land, das wohlgemerkt kurz vor dem Staatsbankrott steht“, sagte er in der neuen Folge von Handelsblatt Today. Vereinzelt könnte es aber trotzdem Enteignungen geben, weil Russland versuchen könnte, auf diese Weise seine Macht zu demonstrieren, glaubt Koenen. Alles darüber hinaus hätte aber einen gegenteiligen Effekt: „Wenn Russland im großen Stil Enteignungen vornehmen sollte, wäre der Ruf als Wirtschaftsstandort nachhaltig beschädigt.“ Außerdem: Der Ukraine-Krieg belastet die Weltwirtschaft massiv. Nicht zuletzt sind die Rohstoffpreise stark gestiegen. Einige Schwellenländer könnten deshalb von dem Konflikt profitieren – so wie zum Beispiel die Ölexporteure Chile, Malaysia, Südafrika oder auch Brasilien. Doch wie steht es aktuell um die Emerging Markets? Wie sehr schadet die hohe Inflation den Schwellenländern und könnte China die USA dieses Jahr wirtschaftlich schlagen? Klaus-Jürgen Gern vom Kieler Institut für Weltwirtschaft analysiert die Lage. *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen
44 Minuten
Deutschland und die Türkei verurteilen das gewaltsame, militärische Vorgehen Russlands in der Ukraine. Warum ausgerechnet Präsident Erdogan als Mediator zwischen den Ländern wirken könnte. Es ist ein gefährlicher und symbolträchtiger Besuch: Die Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien sind am Dienstag mit dem Zug nach Kiew gereist, um mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski vor Ort zu sprechen. Die Hintergründe des Überraschungsbesuchs und die Bedeutung der Journalistin Marina Owsjannikowa, die im russischen Staatsfernsehen gegen den Ukrainekrieg protestierte, ordnet der internationale Handelsblatt-Korrespondent Torsten Riecke in der neuen Folge von Handelsblatt Today ein. Außerdem: „Mit jedem Tag, mit jeder Bombe entfernt sich Russland mehr aus dem Kreis der Weltgemeinschaft, die wir miteinander bilden“, hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei seinem Antrittsbesuch beim türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Montag gesagt. Beide forderten einen Waffenstillstand und verurteilten das gewaltsame Vorgehen Russlands in der Ukraine scharf. Die Türkei präsentiert sich derzeit als Vermittler im Ukraine-Krieg. Das Nato-Land pflegt enge Beziehungen sowohl zu Kiew als auch zu Moskau. „Dass die Türkei als erstes Land ein wirklich hochrangiges Treffen zwischen Russland und der Ukraine organisieren konnte, hat in weiten Teilen der Welt für Ansehen gesorgt“, sagt Handelsblatt-Türkei-Korrespondent Ozan Demircan. Erdogan habe bewiesen, dass er nicht nur spalten, sondern auch vermitteln kann. Das könne ihm helfen – sowohl im Inland als auch im Ausland. „Ich sehe darin eine gewisse Neukalibrierung der Kräfte“, kommentiert Demircan. Während sich Erdogan als Vermittler zwischen Russland und der Ukraine profilieren kann und sich dafür auch die Anerkennung des US-Präsidenten Joe Biden verdient, stehen Scholz und seine Minister international für ihre Ukraine-Politik in der Kritik. Angeprangert wird von vielen Seiten vor allem die Zurückhaltung bei den Sanktionen gegen Russland. Türkei-Korrespondent Ozan Demircan spricht über die neuen Rollenbilder, den scheinbar „neuen“ Erdogan und die Motive hinter dessen Sinneswandel. Der Angriffskrieg Russlands markiert auch den Beginn einer neuen Weltordnung. Auch abseits der Ukraine sind die Kriegsfolgen zu spüren: Die Preise für Rohstoffe sind weltweit stark gestiegen. Vor allem Schwellenländer sind von den steigenden Kosten stark betroffen. Jan Mallien ist geldpolitischer Korrespondent beim Handelsblatt und spricht in der aktuellen Folge über den beliebten Schwellenländerindex MSCI Emerging Markets, der bereits vor Kriegsbeginn in der Ukraine erheblich an Performance eingebüßt hat. „Viele Schwellenländer haben sich bereits während der Pandemie stark verschuldet, ohne höhere Schulden so gut verkraften zu können“, sagt Mallien. Der Index hänge stark von China ab: Die Regulierungswelle im Tech-Sektor, im Immobiliensektor und der Lockdown in Shenzhen seien Faktoren, die sich bereits vor dem Ukraine-Krieg negativ ausgewirkt hätten. Doch welche Signale braucht es für einen Richtungswechsel? Das hören Sie in der aktuellen Folge des Podcasts Handelsblatt Today. *** Exklusives Angebot für Handelsblatt Today-Hörer: Testen Sie Handelsblatt Premium 6 Wochen für 1 € und bleiben Sie immer informiert, was die Finanzmärkte bewegt. Mehr Informationen: www.handelsblatt.com/mehrfinanzen