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Literatur Radio Hörbahn Archiv

2489 Episoden
27 Minuten
Alexander von Humboldt – 1789-1799 - Sämtliche Schriften

Bd. I Der junge Wissenschaftler

I/1 „Über den ostindischen Giftbaum Bohon-Upas – 1789“ Hördauer 27 Minuten

Gesammelte Schriften von Alexander von Humboldt

In dieser Reihe hören Sie zahlreiche Originaldokumente aus den unterschiedlichsten Wissensgebieten. Zu jedem Kapitel, d. h. zu jedem Jahrzehnt, ist ein Expertengespräch geplant. es soll die Zusammenhänge und Hintergründe beleuchten. Hier werden die Herausgeber der sämtlichen Schriften, Oliver Lubrich und Thomas Nehrlich, zur Verfügung stehen. FachwissenschaftlerInnen (z. B. Klimaforschung, Botanik, Zoologie, Geologie, Medizingeschichte und Geschichte) werden punktuell einbezogen werden. Moderieren wird der Initiator des Radio-Podcasts Uwe Kullnick. Vorgesehen ist, dass jeweils am 1. und 3. Mittwoch jeden Monats eine Sendung im Programm erscheinen wird. Lassen Sie sich inspirieren von Alexander von Humboldts Entdeckungen, Erfahrungen und dem Ton seiner Zeit. Er selbst forderte uns auf: "Mein Leben sucht in meinen Schriften!"

ALEXANDER VON HUMBOLDT geboren 1769 in Berlin, gestorben 1859 ebenda, studierte in Frankfurt an der Oder, Göttingen, Hamburg und Freiberg u. a. Kameralistik und Hüttenwesen (1787–1792). Zusammen mit dem französischen Arzt Aimé Bonpland unternahm er eine fünfjährige Forschungsreise durch die spanischen Kolonien in Amerika (1799–1804). Die Ergebnisse seiner Expedition veröffentlichte er in 29 Bänden als Voyage aux régions équinoxiales du Nouveau Continent (Paris: 1805–1838).

Eine zweite außereuropäische Forschungsreise unternahm er 1829 durch Russland und Sibirien.In drei Bänden erschienen sie unter dem Titel Asie centrale (1843). Auf Deutsch verfasste er die Ansichten der Natur (1808, 1826, 1849). Außerdem den fünfbändigen Kosmos (1845–1862), den er bis zu seinem Tod 1859 nicht mehr vollenden konnte. Neben Alexander von Humboldts Büchern erschienen weltweit rund 800 Aufsätze, Artikel und Essays. Der bei weitem größte Teil dieser bedeutenden Schriften ist nach Humboldts Tod nie wieder gedruckt worden. Sie wurden zu seinem 250. Geburtstag bei dtv zum ersten Mal gesammelt herausgegeben.

Oliver Lubrich ist Professor für Komparatistik an der Universität Bern. In seiner Forschung dokumentiert er die Zeugnisse internationaler AutorInnen aus Nazi-Deutschland – u. a. Thomas Wolfe, W. E. B. Du Bois und John F. Kennedy. Mit Primatologinnen und Ethnologen untersuchte er Die Affekte der Forscher. Mit Neurowissenschaftlern unternahm er Labor-Studien zur experimentellen Rhetorik. Er schrieb Bücher über Shakespeares Selbstdekonstruktion und Postkoloniale Poetiken – Nun Humboldt oder Wie das Reisen das Denken verändert. Oliver Lubrich ist Herausgeber zahlreicher Werke Alexander von Humboldts.

Thomas Nehrlich studierte Literaturwissenschaft in Berlin und Paris. Er forschte an der Freien Universität Berlin und hatte eine Gastdozentur in Long Beach, Kalifornien. Er ist Postdoc am Institut für Germanistik der Universität Bern. 2021 wurde er mit einer Arbeit zu Alexander von Humboldts Publizistik promoviert. Er veröffentlichte Editionen von Werken Alexander von Humboldts und eine Monographie zu Typographie und Interpunktion bei Heinrich von Kleist. Hinzu kam ein Reader zu Theorie und Geschichte der Superhelden.

Uwe Kullnick ist promovierter Biologe. Seine Fachgebiete sind Neuro-(elektro)physiologe, Anthropologie und forensische Sexualpsychologie. Er war Präsident des Freien deutschen Autorenverbandes. Bis heute ist er Präsident des European Chinese Culture Exchange (ECCE) e.V. Im Jahr 2010 wurde er Schriftsteller, Redakteur und Herausgeber. Seit 2015 ist er Gründer und Leiter des Podcast-Radios Literatur Radio Hörbahn. Uwe Kullnick macht und ist verantwortlich für zahlreiche Sendungen mit Schriftsteller*innen aus Literatur, Kunst und Wissenschaft, ist außerdem Sprecher und Moderator zahlreicher Radiosendungen, Hörbücher (Lyrik, Prosa) und Informations-Apps.

Tontechnik Jupp Stepprath, Sprecher und Realisation Uwe Kullnick
7 Minuten
"Der ganz offene Brief " von Loriot" - Rezension von Manfred Orlick – Literaturkritik.de

Der erste Schritt vom Illustrator zum Autor

Zum 100. Geburtstag von Loriot sind im Diogenes Verlag seine fingierten Leserbriefe aus den 1950er Jahren erschienen, Hördauer 8 Minuten

Der deutsche Zeichner, Schauspieler und Regisseur Vicco von Bülow wurde am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel geboren (er starb am 22. August 2011 im oberbayerischen Münsing). Der Künstlername Loriot ist das französische Wort für Pirol. Der Vogel ist das Wappentier der Familie von Bülow. Loriot entstammte einer alten preußischen Adelsfamilie und gilt als einer der vielseitigsten deutschsprachigen Humoristen. Er karikierte gern skurrile Charaktere und die Tücken des Alltags: wenn er zum Beispiel tollpatschig die komplette Einrichtung einer Wohnung in einer Kettenreaktion regelrecht verwüstet, nur um ein kleines Wandbild auch wirklich gerade aufzuhängen. Auch an seinem 100. Geburtstag bleiben Loriots Sketche und Karikaturen in Erinnerung.. ...

Eine Rezension von Manfred Orlick, den Text der Rezension finden Sie⁠ hier.

Es las Uwe Kullnick
11 Minuten
"Wirres Haar" von Akiko Yosano - Rezension von Lisette Gebhardt – Literaturkritik.de

Lyrik der Leidenschaft 399 Gedichte von Akiko Yosano

Eine Rezension von Lisette Gebhardt (Hördauer 12 Minuten)

In diesen Tagen hat eine besondere Botschaft aus der modernen japanischen Literatur die deutschen Leser und Leserinnen erreicht: 399 übersetzte Tanka (Kurzgedichte) der Dichterin Akiko Yosano (1878-1942) mit japanischem Text in einem sehr schön gestalteten Buch des Manesse Verlags. Die Lyrik-Anthologie erschien im Original 1901 als Midaregami (Wirres Haar) und gilt als Pionierwerk einer zeitgemäß erneuerten klassischen Dichtform. ...

Es las Uwe Kullnick

Den Text der Rezension finden Sie hier

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17 Minuten
Paradise Blues – Christof Mauch

Dodge City - Kansas

Christof Mauch hat 15 Jahre in den USA gelebt und ist immer und immer wieder durchs Land gereist. Sein Augenmerk galt dabei atemberaubend schönen Landstrichen und den tiefen Wunden, die die Menschen in 200 Jahren in die Natur geschlagen haben. Und dennoch ist der Mythos vom großen, freien, unberührten, von Gott geschenkten Land bis heute eine tragende Säule amerikanischer Identität.

In diesem klug beobachteten, meisterhaft geschriebenen Buch erzählt und analysiert Mauch seine Reisen zu acht so unterschiedlichen wie ikonografischen Orten, die alle für einen Aspekt des Raubs an der Umwelt stehen: Alaska, Malibu, Memphis, St. Thomas, Dodge City, Niagara, Disneyland und Portland. Hören Sie auch die Sendung Hörbahn on Stage, in der der Autor erzählt, wie es zu dem Buch kam und warum er es geschrieben hat.

Formal ist das Buch nach besuchten Orten in den USA gegliedert. Wir lesen Auszüge aus diesem Buch. Unsere Sendungen werden je 2 im Monat erscheinen.  Mit freundlicher Genehmigung des dtv

Sprecher Matthias Pöhlmann

Redaktion und Realisation Uwe Kullnick
4 Minuten
Sandra Hoffmann

DRAUSSEN – jeden Montag ein Stück Leben

im Literaturportal Bayern und Literatur Radio Hörbahn 

DRAUSSEN  46– "Findet ihren brachen Balkon, auf dem Insekten leben, irgendwie fantastisch" Hördauer ca. 5 Minuten

In dieser wöchentlichen Kolumne schildert Sandra Hoffmann, was sie draußen, unterwegs auf dem Land und der Natur erlebt. Ob sie nun Rehe und Fasane beobachtet oder das Licht beobachtet, Kräuter sammelt, Suppen aus allem kocht, was das Hochbeet hergibt.

Vor allem aber geht es um das Draußensein selbst. In einer Gegenwart, die uns die Folgen des langen menschlichen Raubbaus an der Natur immer drastischer vor Augen führt, sind darin wesentliche gesellschaftspolitische Fragen angelegt. Sandra Hoffmann geht dem in Form einer Schule der Wahrnehmung nach: Da DRAUSSEN gibt es etwas zu sehen, zu spüren, zu holen und zu schützen und nun auch zu hören!

Sandra Hoffmann lebt nach einem Studium der Literaturwissenschaft, Mediävistik und Italianistik (M.A.) seit 2003 als freie Schriftstellerin. Seit Ende 2012 in München. Sie hat seither 6 Romane veröffentlicht, schreibt Radiofeature und Radioessays für den Bayerischen Rundfunk und den Südwestrundfunk, für den sie auch Sachbücher bespricht. Für DIE ZEIT schreibt sie v. a. Reisereportagen. Für das Literaturportal Bayern schrieb sie von 2020 - 2022 die Kolumne DRAUSSEN. Sie unterrichtet kreatives und literarisches Schreiben u. a. an der Universität Karlsruhe, dem Literaturhaus München und für die Bayerische Akademie des Schreibens, sowie für Goetheinstitute im Ausland.

Buchveröffentlichungen:

schwimmen gegen blond, eine Erzählung in 52 tagen, C.H. Beck, 2002

Den Himmel zu Füßen, Roman, C.H. Beck, 2004

Liebesgut, Roman, 2008, C.H. Beck, 2008

Was ihm fehlen wird, wenn er tot ist, Hanser Berlin, 2012

Paula, Hanser Berlin, 2017

Das Leben spielt hier, Roman, Hanser Jugendbuch, 2019

Jetzt bist du da, Roman, Berlin Verlag; 1. Edition (29. Juni 2023)
1 Stunde 48 Minuten
"Lügen und Scham" – Uwe Kullnick spricht mit Dirk Kaeser über den "Lebensborn" und seine Vergangenheit - Hörbahn on Stage

Dirk Kaesler Lesung  (Hördauer ca. 17 min)

Gespräch zwischen Dirk Kaesler und Uwe Kullnick (Hördauer ca. 91 min), Moderation Uwe Kullnick.

Mit »Lügen und Scham« legt der renommierte Soziologe Dirk Kaesler eine Kombination aus Schicksals- und Selbstfindungs-Memoir vor. Kaesler findet heraus, dass er nicht nur in einem »Lebensborn«-Heim der Nationalsozialisten zur Welt kam, sondern dass sein Vater nicht der im Krieg gefallene Ehemann der Mutter ist, dessen Namen er trägt. Die Wahrheit seines Lebens ist, dass seine Mutter als Angestellte des »Lebensborn« ein Liebesverhältnis mit einem SS-Offizier hatte. Dieser ihm unbekannte Mann ist sein leiblicher Vater. Eine Spurensuche und ein zermürbender wie klärender Dialog mit der Vergangenheit beginnt. Es ist zugleich die Geschichte einer höheren Tochter, Kaeslers Mutter, deren Lebensträume im und nach dem Zweiten Weltkrieg durch ihre Verwitwung und das Verlassenwerden zerstört wurden. Einer Frau, die sich unter schwierigsten Bedingungen mit ihrem Sohn durchschlagen musste und sich pathologisch an diesen als Mann-Ersatz klammerte. Das Befreien aus dieser Erstickung ist eine Coming-of-Age-Geschichte vor dem Hintergrund der politischen Umstürze jener Zeit. Die Systembrüche zwischen der agrarisch geprägten Lebenswelt der Großeltern im Kaiserreich, der Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus und der kargen Nachkriegszeit liefern den Rahmen für ein jahrzehntelanges Familiendrama mit Lügen und Scham, das sorgfältig verschwiegen wurde. Dirk Kaesler ist ein außergewöhnliches Buch über deutsche Leben des 20. Jahrhunderts gelungen, fein komponiert, tiefgründig und emotional berührend. Mit »Lügen und Scham« liefert Kaesler das grundierende Thema der deutschen Nachkriegsgesellschaften. …

Dirk Kaesler Prof. Dr., war nach seiner Promotion und Habilitation an der Universität München von 1984 bis 1995 Professor für Allgemeine Soziologie an der Universität Hamburg, von 1995 bis zu seiner Pensionierung 2009 an der Universität Marburg. Er lebt inzwischen in Potsdam. Zu seinen Forschungs- und Publikationsschwerpunkten gehören Wissenschafts- und Religionssoziologie, Politische Soziologie, Geschichte und Theorien der Soziologie, ihre Klassiker und Hauptwerke und dabei vor allem Max Weber. Zu seinen letzten Buchveröffentlichungen gehören die 2014 im Verlag C.H. Beck erschienene Biographie „Max Weber. Preuße, Denker, Muttersohn“ und sein zusammen mit Stefanie von Wietersheim 2021 im Verlag LiteraturWissenschaft veröffentlichter Band "Schön deutsch. Eine Entdeckungsreise".

2009 bis 2014 sind in "literaturkritik.de" regelmäßig seine Glossen "Abstimmungen mit  der Welt" erschienen.

Kommen Sie doch auch einfach mal zu unseren Live-Aufzeichnungen ins Pixel (Gasteig)

Redaktion und Realisation Uwe Kullnick
11 Minuten
"Die daheim blieben" von Georg Hermann - Rezension von Manfred Orlick – Literaturkritik.de

Das Schicksal einer deutsch-jüdischen Familie vor dem Hintergrund des beginnenden NS-Terrors

Mit dem bisher unveröffentlichten Roman „Die daheim blieben“ setzt der Wallstein Verlag die Georg Hermann-Edition fort Hördauer 11 Minuten

Zum 150. Geburtstag des deutsch-jüdischen Schriftstellers Georg Hermann (eigentl. Georg Hermann Borchardt, 1871-1943) startete der Wallstein Verlag Ende 2021 eine Edition seiner Werke in Einzelbänden. Hermann war einer der meistgelesenen und produktivsten Autoren des frühen 20. Jahrhunderts, der als „jüdischer Fontane“ gefeiert wurde. ...

Eine Rezension von Manfred Orlick

Es las Uwe Kullnick

Den Text der Rezension finden Sie hier.
9 Minuten
"Die ersten zehn Jahre" von Egon Bondy - Rezension von Volker Strebel – Literaturkritik.de

Etwas war schiefgelaufen

Eine kundige wie sorgfältig aufbereitete Sammlung bringt Licht in das verborgene Leben des legendären „Vater des tschechoslowakischen Underground“ Hördauer 10 Minuten

„Bis heute bin ich eine naive Seele, damals war ich es noch viel mehr“ seufzt Egon Bondy gegen Ende seiner eigentümlichen Erinnerungen an die Jahre zwischen 1947 und 1957. Nach 22 Kapiteln atemberaubender Abenteuer und Abstürzen, Zusammenbrüchen und Zwischenfällen mutet diese Selbsteinschätzung seltsam an. Der in Prag mit dem Namen Zbyněk Fišer geborene Egon Bondy (1930-2007) galt zeitlebens als Enfant terrible der tschechischen Literatur, wobei seine Bücher – mit Ausnahme des Reformjahres 1968 – erst nach der Samtenen Revolution von 1989 in seiner Heimat veröffentlich werden durften. Sein mondäner Ruf hing ihm jedoch bereits in den 1970er und 1980er Jahre an, als Texte von ihm im Samizdat (also im handgetippten Selbstverlag) im Umlauf waren. Für Egon Bondy eröffnete sich damals ein besonderer Wirkungskreis, als halblegale Konzerte der legendären Rockgruppe „Plastic People of the Universe“ von sich reden machten, in welchen Gedichte von Bondy vertont worden waren. Bondy und die Plastics hatten sich in einer Prager Kneipe kennengelernt und Gefallen aneinander gefunden. ...

Eine Rezension von Volker Strebel

Es las Uwe Kullnick

Den Text der Rezension finden Sie hier.
1 Stunde 29 Minuten
"Verlag B&N" – Till Kaposty-Bliss und Patricia Holland Moritz sprechen mit Uwe Kullnick über ihren Verlag – Verlage on Stage (Hördauer ca. 90 min)

2020 übernahm der über viele Jahre mit Nikel eng befreundete Grafiker und Verleger der Berliner Monatszeitschrift DAS MAGAZIN, Till Kaposty-Bliss, die Namens- und Verlagsrechte und kehrte im Andenken an seine Gründer zum klassischen VERLAG BÄRMEIER & NIKEL zurück. An seiner Seite nun Patricia Holland-Moritz, viele Jahre Programmleiterin des Ullstein-Imprints ALLEGRIA und erfolgreiche Romanautorin (»Kaßbergen«, verlegt bei Aufbau), die Programm und Lektorat betreut. Um auch im Handel sichtbar zu sein, besorgt ein erfahrener Fachmann, Bodo von Hodenberg, den Vertrieb über seinen Verlag FAVORITENPRESSE.

Der Verlag Bärmeier & Nikel – ein Verlag, zwei Leben. Gegründet 1954 von Erich Bärmeier und Hans A. Nikel in Frankfurt am Main, galt B & N schnell als der Verlag für Satire und Humor in der jungen Bundesrepublik. Zeichner wie Loriot, Kurt Halbritter, Chlodwig Poth und Hans Traxler veröffentlichten hier ihre ersten und dann zahlreichen Karikaturenbücher, es folgten Werke von Robert Gernhardt, F.K. Waechter und Volker Ernsting. Hunderttausende der sogenannten Kleinen Schmunzelbücher und der größeren Variante verkauften sich über die Jahre und ermöglichten es den Verlegern schließlich, 1962 eine neuartige Satirezeitschrift auf den bundesrepublikanischen Markt zu bringen: PARDON. Die »deutsche satirische Monatsschrift« erwies sich aus dem Stand heraus als großer Erfolg. Bis dato unbekannte satirische Aktionen, freche und auch durchaus erotische Fotos und Karikaturen, gepaart mit ernsthaften Reportagen und erstaunlich breitgefächerten literarischen Formen, begeisterten eine junge und weltoffene Leserschaft. Bis 1969 stieg die Auflage von PARDON auf über 300.000 Exemplare und war somit die größte satirische Zeitschrift Europas. Das Programm des Buchverlages wurde Mitte der 1960er Jahre um Romane und einige Sachbücher erweitert, besonders satirische Werke fanden sich für einige Jahre in der PARDON-Bibliothek wieder. 

Moderation Uwe Kullnick

Idee und Realisation Uwe Kullnick

mehr über den Verlag B&N
30 Minuten
C.BERTELSMANN

Literatur Radio Hörbahn stellt dieses Buch in besonderer Weise vor. Können die Menschen in einer Diktatur tatsächlich glücklich an einem Badestrand liegen? Frisch verliebt durch die Straßen schlendern, in ein Café oder ins Kino gehen? Können sie ausgelassen tanzen, lachen und zufrieden sein? Fußball spielen und in den Urlaub fahren, eine Familie gründen und ihre Zukunft planen? Solche Vorstellungen scheinen auf den ersten Blick nicht zu unserem Bild vom »Dritten Reich« zu passen.

Formal ist das Buch chronologisch nach den Monaten des Jahres 1923 gegliedert. Unsere 12 Sendungen werden durch das ganze Jahr führen. Jeweils am 15. des Monats erscheinen die entsprechenden Kapitel. Unsere Serie schließt am 15. Dezember 2023 mit dem Dezember 1939.

Sprecher: Uwe Kullnick

Dr. Tillmann Bendikowski, geb. 1965, ist Journalist und promovierter Historiker. Als Gründer und Leiter der Medienagentur Geschichte in Hamburg schreibt er Beiträge für Printmedien und Hörfunk und betreut die wissenschaftliche Realisierung von Forschungsprojekten und historischen Ausstellungen. Seit März 2020 ist er als Kommentator im NDR Fernsehen zu sehen, wo er in der Reihe "DAS! historisch" Geschichte zum Sprechen bringt. Bei C. Bertelsmann erschienen zuletzt »Ein Jahr im Mittelalter« (2019), »1870/71: Der Mythos von der deutschen Einheit« (2020) und »Hitlerwetter. Das ganz normale Leben in der Diktatur: Die Deutschen und das Dritte Reich 1938/39«
8 Minuten
"Mark Twain und Ernest Hemingway in Deutschland " von Thomas Fuchs - Rezension von Manfred Orlick - Literaturkritik.de Hördauer (ca. 8 Minuten)

Es ist schon bemerkenswert, dass Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert bei amerikanischen Schriftstellern ein beliebtes Reiseziel war. Die Beweggründe waren sehr unterschiedlich – von Neugier über neue Eindrücke bis hin zum Rückzug aus dem stressigen Schriftstellerleben. Zahlreiche Reiseeindrücke fanden dann ihren Niederschlag in ihren Werken. …“

Eine Rezension von Manfred Orlick

Den Text der Rezension finden Sie hier.

Sprecher, Schnitt und Realisation: Uwe Kullnick
10 Minuten
Frau Goethe liest (FGL) - "Die Kinder von Beauvallon" von Bettina Storks – Rezension (Hördauer 10 Minuten)

Bettina Storks, geboren 1960 bei Stuttgart, ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und Autorin. Sie war viele Jahre als Redakteurin tätig, bevor sie ihr erstes Buch veröffentlichte. Sie lebt und arbeitet am Bodensee. In ihren Romanen »Das geheime Lächeln« und »Léas Spuren« vereint sie ihre Leidenschaft für Familiengeheimnisse und ihre Liebe zu Frankreich.

Freiburg, 1965. Die Radiomoderatorin Agnes bekommt den Auftrag, zu deportierten Kindern aus Baden zu recherchieren. Ihre Arbeit führt sie über Sulzbach nach Dieulefit und Beauvallon. Sie hat Erinnerungen an die Zeit im Jahr 1940. Als Neunjährige hatte sie eine beste Freundin, die auf den Lastwagen steigen musste. Alles, was von ihr blieb, war ein zerrissenes Foto. 25 Jahre später deckt sie die wahre Geschichte der deportierten Juden aus Baden auf. Es entsteht ein erschreckendes Bild aus Kriegszeiten und gleichzeitig eine berührende Geschichte über die Rettung von 1.500 Kindern.

Ich heiße Heike Stepprath und blogge unter Frau Goethe liest. Vor wenigen Jahren habe ich mich zum Studium von Public Relations entschlossen und das mit meiner Vorliebe zur Literatur verbunden. Mein Bücherregal ist mit Belletristik, Krimis, aber vor allem historischen Romanen gefüllt. Lesen ist bei mir eine Tagesroutine, die auch an stressigen Tagen unbedingt dazu gehört. Rund 120 Bücher lese ich jährlich und davon werden 80 rezensiert. Zum Austausch mit anderen Lesebegeisterten nutze ich liebend gerne Leserunden, Blogtouren, und Interviews. Artikel und Berichte über Veranstaltungen ergänzen das Thema rund ums Buch. Häufig habe ich Gelegenheit, Autoren zu treffen und mit ihnen Podcasts aufzunehmen.

Den Volltext dieser Rezension findest Du hier

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Unsere Live-Sendungen im Pixel (Gasteig)
5 Minuten
Sandra Hoffmann

DRAUSSEN – jeden Montag ein Stück Leben

im Literaturportal Bayern und Literatur Radio Hörbahn

DRAUSSEN  45– " Erntet alles ab, was nicht winterfest ist, und fühlt sich prinzessinnenhaft" Hördauer ca. 5 Minuten

In dieser wöchentlichen Kolumne schildert Sandra Hoffmann, was sie draußen, unterwegs auf dem Land und der Natur erlebt. Ob sie nun Rehe und Fasane beobachtet oder das Licht beobachtet, Kräuter sammelt, Suppen aus allem kocht, was das Hochbeet hergibt.

Vor allem aber geht es um das Draußensein selbst. In einer Gegenwart, die uns die Folgen des langen menschlichen Raubbaus an der Natur immer drastischer vor Augen führt, sind darin wesentliche gesellschaftspolitische Fragen angelegt. Sandra Hoffmann geht dem in Form einer Schule der Wahrnehmung nach: Da DRAUSSEN gibt es etwas zu sehen, zu spüren, zu holen und zu schützen und nun auch zu hören!

Sandra Hoffmann lebt nach einem Studium der Literaturwissenschaft, Mediävistik und Italianistik (M.A.) seit 2003 als freie Schriftstellerin. Seit Ende 2012 in München. Sie hat seither 6 Romane veröffentlicht, schreibt Radiofeature und Radioessays für den Bayerischen Rundfunk und den Südwestrundfunk, für den sie auch Sachbücher bespricht. Für DIE ZEIT schreibt sie v. a. Reisereportagen. Für das Literaturportal Bayern schrieb sie von 2020 - 2022 die Kolumne DRAUSSEN. Sie unterrichtet kreatives und literarisches Schreiben u. a. an der Universität Karlsruhe, dem Literaturhaus München und für die Bayerische Akademie des Schreibens, sowie für Goetheinstitute im Ausland.

Buchveröffentlichungen:

schwimmen gegen blond, eine Erzählung in 52 tagen, C.H. Beck, 2002

Den Himmel zu Füßen, Roman, C.H. Beck, 2004

Liebesgut, Roman, 2008, C.H. Beck, 2008

Was ihm fehlen wird, wenn er tot ist, Hanser Berlin, 2012

Paula, Hanser Berlin, 2017

Das Leben spielt hier, Roman, Hanser Jugendbuch, 2019

Jetzt bist du da, Roman, Berlin Verlag; 1. Edition (29. Juni 2023)
11 Minuten
"Japanische Dichtung der Gegenwart" von Yoko Tawada / Marion Poschmann (Hg.) - Rezension von Christian Chappelow - Literaturkritik.de

Das japanische Gegenwartsgedicht (shi/gendaishi) zeigt sich im Rahmen der deutschsprachigen Japanologie und darüber hinaus seit geraumer Zeit als ein gewisses Mysterium: Sind frühe Vertreter dieser Literaturform – man denke an Hagiwara Sakutarô (1886-1942), Kitahara Hakushû (1885-1942) oder auch Miyazawa Kenji (1896-1933) – literaturgeschichtlich wie poetisch noch recht gut erschlossen, so zeigen sich große Teile der Nachkriegsgedichte als ein fortwährendes Forschungsdesiderat.…“

Eine Rezension von Christian Chappelow

Den Text der Rezension finden Sie hier.

Sprecher, Schnitt und Realisation: Uwe Kullnick
8 Minuten
„Wenn man erwachsen wird, fällt ein Schatten auf einen. Alles ist sonnig, und dann taucht über einem dieser verdammte Flügel oder irgend so was auf.“

Auf die literarischen Jahre der jüngeren Vergangenheit blickend, scheinen die USA für uns Europäer noch immer ein recht unbekanntes Land zu sein. Denn welch großartige (Wieder)-Entdeckungen sind doch zuletzt gemacht worden. Man meint, die herrliche Geschichte des süßen Breis als Vergleich zu bemühen oder vielleicht auch zu glauben, es gäbe ein schwarzes Loch, wo all die in Übersee (einst) bekannten und viel gelesenen Schriftsteller hineingefallen sind, um an der anderen Seite des Atlantiks nie aufzutauchen. Nun erscheint wieder ein Name, der „da drüben“ oft und viel und mit großer Bewunderung ausgesprochen wird, doch hierzulande selbst Kenner zwingt, die Suchmaschine zu benutzen: Joy Williams. ...

Constanze Matthes, ich bin Journalistin und leidenschaftliche Leserin. Die Liebe zu den Büchern begann im zarten Alter von vier, fünf Jahren, als meine Mutter mich zum ersten Mal in die kleine Bücherei unseres Dorfes mitnahm. Wenige Jahre später schleppte ich die Bücher dann stapelweise allein nach Hause. In der Schule las ich stets die Pflichtlektüre und war meinen Mitschülern ein gern gesehener Gesprächspartner, um den Inhalt des zu lesenden Buches in der Pause vor der Deutschstunde zu erzählen. Sollte man an dieser Stelle „verraten“ sagen?

Nach dem Abitur und einem Auslandsaufenthalt in Norwegen studierte ich im Hauptfach Germanistik mit Schwerpunkt Literaturwissenschaft. Allerdings las ich dann nicht immer die Pflichtlektüre der mehrseitigen Lektüreliste und besuchte viel eher die wunderbare Bibliothek des Deutschen Literaturinstituts. Vor allem dann, wenn meine Mitbewohnerin den Koffer-Fernseher über das Wochenende wieder nach Hause mitnahm. Noch heute bin ich „fernseherlos“ und investiere vielmehr meine Zeit in große und kleine Geschichten, dicke und dünne Bücher.