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Literatur Radio Hörbahn Archiv

2489 Episoden
16 Minuten
Siegfried von Vegesack (1888–1974) hinterließ ein gewaltiges literarisches und journalistisches Werk und war zu seinen Lebzeiten durchaus nicht unbekannt. Leider zählt auch er zu den allzu vielen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts, die heute kaum noch gelesen werden oder gar völlig vergessen sind. Von 1918 bis zu seinem Tod lebte der Literat im Turm neben der Burg Weißenstein bei Regen im Bayerischen Wald. …

Eine Rezension von Klaus Hübner

Den Text der Rezension finden Sie hier.

Es sprach Uwe Kullnick
7 Minuten
Prof. Dr. Klaus Wolf ist Universitätsprofessor für Deutsche Literatur und Sprache des Mittelalters und der Frühen Neuzeit mit dem Schwerpunkt Bayern. Der ausgewiesene Fachmann für bayerische Literatur lehrt und forscht an der Universität Augsburg. Er betreut den Masterstudiengang Germanistik, leitet Archiv und Forschungsstelle für Literatur aus Schwaben (ALS), ist ordentliches Mitglied der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft, Ordentliches Mitglied des Instituts für Europäische Kulturgeschichte, Erster Vorsitzender des Vereins “Literaturschloss Edelstetten”, u.v.a.
9 Minuten
Tierarzt Byongsu Kim (70) ist »pensionierter« Serienmörder. Er verbringt seine Zeit damit, Klassiker zu lesen und Gedichte zu schreiben. Kurz nachdem er in seinem Viertel einem Mann begegnet, den er als seinesgleichen erkennt, wird bei ihm beginnende Demenz diagnostiziert. Um seine Tochter zu beschützen, plant der alte Mann, mit seinem schwindenden Gedächtnis kämpfend, einen letzten Mord.

David Wonschewski, Jahrgang 1977, wuchs im Münsterland auf und ist seit 24 Jahren als Musikjournalist für Radio, Print & Online tätig. Als leitender Redakteur gestaltete er viele Jahre das musikalische Programm landesweiter Stationen, führte Interviews mit internationalen Künstlern (Cliff Richard, Joe Cocker, Pet Shop Boys, Take That, Paul Young) verfasste knapp 450 Rezensionen sowie PR-Texte für u.a. Reinhard Mey. Er saß von 2013 bis 2015 in der Jury der renommierten Liederbestenliste und ist Mitbegründer der noch immer existenten Liederatur-Bühne „Geschmacksverstärker“ im Zebrano-Theater Berlin. Sein von der Internationalen Thomas Bernhard Gesellschaft empfohlener Debütroman „Schwarzer Frost“ brachte ihm 2013 erste Vergleiche mit Autorengrößen wie David Foster Wallace, Bret Easton Ellis oder eben Thomas Bernhard ein. Der Nachfolger „Geliebter Schmerz“ erschien Anfang 2014, der Roman „Zerteiltes Leid“ wurde im Mai 2015 veröffentlicht.

Sein erstes Hörbuch „Das Seufzen und das Schweben“ erschien Anfang 2017.

„Wonschewski zieht alle Register der Vortragskunst bis hin zur schrillen Verzweiflung, die sich in drastischen Stimmlagen widerspiegelt. Ironie, Sarkasmus und Zynismus – der Autor versteht es vortrefflich, diese Stilmittel zu einem höchst amüsanten Cocktail zu mixen.“ (Rainer Nix, „Westfälische Nachrichten“, 10. Juni 2015).
11 Minuten
Thomas von Steinaecker, geboren 1977 in Traunstein, ist ein vielfach preisgekrönter Roman-, Comic- und Hörspielautor sowie Dokumentarfilmer. Für seine insgesamt fünf Romane, zuletzt „Die Verteidigung des Paradieses“ (S. Fischer 2016), war er mehrfach für den Deutschen Buchpreis nominiert, erhielt unter anderem den Aspekte-Preis und das Stipendium der Villa Massimo. Sein erstes Hörspiel war für den „Hörspielpreis der Kriegsblinden“ nominiert, zwei seiner Hörspiele wurden als jeweils beste Produktion des BR zu den „ARD-Hörspieltagen“ eingeladen. Sein letztes Hörspiel, „Die Astronautin“ (2018), wurde vom WDR koproduziert. Zusammen mit der Zeichnerin Barbara Yelin veröffentlichte er 2017 die Graphic Novel „Der Sommer ihres Lebens“ (Reprodukt Verlag). Für seine Filme vor allem über Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Karlheinz Stockhausen (Arte 2009), Richard Strauss (3Sat 2014) und Leonard Bernstein (Arte 2018) erhielt er u.a. den ECHO Klassik und den Golden Prague.
1 Stunde 7 Minuten
Peking im Jahr 2036: Im unterirdischen Kulturgüter-Hort und Wissenschaftszentrum der Vereinten Nationen erforscht das Team um den Experten Dr. Marco Renke die Geheimnisse eines japanischen Netsuke, einer wertvollen Elfenbein-Schnitzerei aus dem alten Japan. Sie ahnen nicht, dass im Hintergrund der Milliardär Yamagata Aritomo skrupellos die Fäden zieht, mit einer sehr persönlichen Motivation. Die Forscher werden in unglaubliche und verwirrende Zusammenhänge verstrickt. Aus seriöser wissenschaftlicher Archäometrie wird immer mehr eine Abenteuerreise in die Vergangenheit ihres Untersuchungsobjekts. Schritt für Schritt erkennen sie die wahre Dimension ihres Projekts …

Dr. Dieter R. Fuchs, schöpft bei diesem spannenden Roman, der die LeserInnen unterhaltsam in die Welt der Wissenschaft einführt, aus seinem eigenen langen Berufsleben in diesem Metier. Nach dem Studium und der Promotion im Fach Mineralogie leitete er zunächst ein fünfjähriges Entwicklungshilfe-Projekt im Jemen und forschte später zehn Jahre bei der renommierten Fraunhofer-Gesellschaft in jenem Bereich, in dem der Roman DER MASANAO-ADLER angesiedelt ist: Der Archäometrie, also der Anwendung naturwissenschaftlicher Techniken für die Untersuchung und den Erhalt von Kunst- und Kulturobjekten. Später verantwortete er zehn Jahre lang die internationale Geschäftsentwicklung in der Fraunhofer-Zentrale und war hierbei in über 50 Ländern weltweit aktiv, sowie danach fünf Jahre vom Standort Dubai aus für Projekte im Nahen Osten. Neben seinen mit zahlreichen Wissenschaftspreisen ausgezeichneten Forschungsarbeiten engagierte er sich ehrenamtlich bei sozialen und entwicklungspolitischen Initiativen. Zuletzt stand er mehrere Jahre unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen als Präsident an der Spitze des größten Weltdachverbandes der Angewandten Forschung, mit Sitz in Malaysia. Seit er 2014 in den Ruhestand wechselte, widmet er sich seinen literarischen Interessen sowie dem Studium asiatischer Miniatur-Schnitzereien, insbesondere japanischen Netsuke und chinesischen Amuletten. In den bisher erschienenen Romanen DER TANZ DER HÄSIN, HANNYA, ZHULONG sowie nun dem MASANAO ADLER verwebt er kunsthistorisches, geschichtliches und naturwissenschaftliches Wissen zu faszinierenden Geschichten, die sich jeweils um ein Objekt seiner eigenen Sammlung entwickeln. Außerdem erscheinen Kurzgeschichten und Gedichte in Anthologien verschiedener Verlage. Als Social Media Redakteur des Literatur Radio Hörbahn setzt er sein ehrenamtliches Engagement im Literaturbetrieb fort.
9 Minuten
Surreale und absurde Gedichte

»Manische Wiegenlieder« von Wilhelm Ruprecht Frieling versammelt dieses Buch. Es handelt sich um reale und surreale Lyrik. Dazu zählen auch die durch Funk und Fernsehen bekannten lyrischen Dichtungen »Berlin«, »Kannibalen« und »Der Schmetterling«.

Der Autor besucht real existierende Orte und schildert Begebenheiten, die ihm mitunter surreal bis sinnfrei erscheinen. Mit bewusst überzeichnender Versdichtung sucht er sie zu erfassen. Dabei steigt er mal hoch hinauf zum hymnischen Gesang, mal sinkt er in die dunkelsten Gefilde seines inneren Ichs.

Wer Gefallen an geschmiedeten Zeilen findet, die einen Ort, eine Situation, einen Eindruck oder ein Gefühl präzise beschreiben und auf alles umständliche Blabla verzichten, der wird sich in Frielings gemeißelten Wiegenliedern wiederfinden.

Schätzt man Gedichte dieser Art und hat zudem Freude an gelungenen Reimen, sollte man den »Manischen Wiegenliedern« eine Chance geben. Irene Salzmann, Rattus Libri

Manisch und Lullaby – eigentlich ein unverträglicher Gegensatz. Bei Ruprecht Frieling ist es dennoch möglich. Seine Gedichte splitten die Welt und vereinen sie an ungeahnten Stellen zu neuen Inhalten. Amazon.de
23 Minuten
Vortrag zur Eröffnung der Sonderausstellung im Rahmen des TeLiTo-Projektes am 21. August 2020. Dauer der Ausstellung bis 8. November 2020.

Wir berichten von der Eröffnung.

Endlich ist es soweit und wir können Sie/Euch zur Sonderausstellung ins Museum Tegernseer Tal einladen! Tegernseer Literatur Touren? heißt das Projekt, das im Museum gemeinsam mit dem Literaturschloss Edelstetten nun bereits seit einiger Zeit bearbeitet wird. Wie berichtet, wurde mit Mitteln des Bundes, welche das Projekt finanzieren, die Beleuchtung des Museums modernisiert, sodass das Heimatmuseum nun einen weiteren Schritt zur Visualisierung seiner kulturhistorischen Sammlung machen konnte. Der Tegernsee als Hotspot der Literaturgeschichte zieht sich über viele Jahrhunderte. Vom bedeutenden Schaffen der Tegernseer Mönche bis zu den Heimatkrimis der Gegenwart verbindet er vielerlei Genres. Im Kloster Tegernsee entstanden neben den mannigfaltigen geistlichen Werken gebildeter Theologen profane Texte, die die deutschsprachige Literatur entscheidend geprägt haben. Mit den Landesbeschreibungen des 19. Jahrhunderts und dem ersten Fremdenführer, Joseph von Hefners Beschreibung Tegernsees und seiner Umgegend von 1838, änderte sich das Augenmerk auf Landschaft und Kultur. Dem allgemeinen Zustrom an hochgestellten Persönlichkeiten folgend, entdeckten zunehmend auch Künstler und Literaten die Schönheit des Tegernseer Tales und seine schaffenskräftige Inspiration.

Große Namen der deutschen Literaturgeschichte sind darunter, 2020/21 gedenkt man besonders der Todestage von Ludwig Ganghofer und Ludwig Thoma. In den Reihen finden sich ebenso Franz von Kobell, Karl Stieler, Max Mohr und teils schon weniger bekannte Namen wie Wilhelm Diess, Georg Stöger-Ostin und anderen. Thematisiert wird zudem das Schaffen schreibender Frauen, wie Hedwig Courths-Mahler, ihrer Tochter Friede Birkner, Grete Weil und Carry Brachvogel. Mancher literarische Text ist einfach nur in der Sommerfrische hier entstanden. Andere wiederum greifen die Gegebenheiten der Region als zentrales Element ihrer Handlung auf. Ein weiter Bogen durch die Jahrhunderte spannt sich über die detailreiche Sonderausstellung im Museum Tegernseer Tal, die ab 22. August geöffnet ist.

Ausstellungsöffnung: 22. August  – 8. November 2020, jeweils Freitag und Samstag von 10-13 Uhr und Sonntag von 13-16 Uhr

Begleitend zur Sonderausstellung sind im Herbst Vorträge zu diesen Themen geplant.
9 Minuten
Nach “Tiefland” ist dies der lange erwartete neue Roman der Pulitzer-Preisträgerin Jhumpa Lahiri.

Eine allein lebende Italienerin in den Vierzigern: unsicher, scheu, orientierungslos, sich selbst fremd. Die Arbeit als Universitätsangestellte garantiert ihr einen unspektakulären Tagesablauf. Sie begibt sich stets an dieselben, ihr vertrauten Orte, in ihre Lieblingsbar, die Schwimmhalle, die Buchhandlung um die Ecke. An den Wochenenden besucht sie ihre alte Mutter. Ihre Einsamkeit lässt sie die Menschen um sich herum genau betrachten – auf der Straße, bei der Maniküre, im Supermarkt, im Zug.

Die Tage vergehen, die Jahreszeiten wechseln. Und eines Tages, bei einem Ausflug ans Meer, geschieht etwas Unerwartetes. Sie trifft eine Entscheidung, die sie selbst überrascht.

Lahiri, bekannt für ihre feinste Beobachtungsgabe und Präzision bei der Figurendarstellung, entwirft das ergreifende Stimmungsbild einer Frau, die an einen Wendepunkt ihres Lebens gerät und deren Schicksal einem ans Herz geht. Suggestive, luzide Prosa mit einem großen Sog.

David Wonschewski, Jahrgang 1977, wuchs im Münsterland auf und ist seit 24 Jahren als Musikjournalist für Radio, Print & Online tätig. Als leitender Redakteur gestaltete er viele Jahre das musikalische Programm landesweiter Stationen, führte Interviews mit internationalen Künstlern (Cliff Richard, Joe Cocker, Pet Shop Boys, Take That, Paul Young) verfasste knapp 450 Rezensionen sowie PR-Texte für u.a. Reinhard Mey. Er saß von 2013 bis 2015 in der Jury der renommierten Liederbestenliste und ist Mitbegründer der noch immer existenten Liederatur-Bühne „Geschmacksverstärker“ im Zebrano-Theater Berlin. Sein von der Internationalen Thomas Bernhard Gesellschaft empfohlener Debütroman „Schwarzer Frost“ brachte ihm 2013 erste Vergleiche mit Autorengrößen wie David Foster Wallace, Bret Easton Ellis oder eben Thomas Bernhard ein. Der Nachfolger „Geliebter Schmerz“ erschien Anfang 2014, der Roman „Zerteiltes Leid“ wurde im Mai 2015 veröffentlicht.

Sein erstes Hörbuch „Das Seufzen und das Schweben“ erschien Anfang 2017.

„Wonschewski zieht alle Register der Vortragskunst bis hin zur schrillen Verzweiflung, die sich in drastischen Stimmlagen widerspiegelt. Ironie, Sarkasmus und Zynismus – der Autor versteht es vortrefflich, diese Stilmittel zu einem höchst amüsanten Cocktail zu mixen.“ (Rainer Nix, „Westfälische Nachrichten“, 10. Juni 2015).
14 Minuten
Marcus Weible erinnert an George Langelaan.

George Langelaan war ein französisch-britischer Schriftsteller und Journalist, Verfasser von Spionage-, Horror- und Science-Fiction-Erzählungen. Er ist vor allem bekannt als Autor der mehrfach verfilmten SF-Kurzgeschichte Die Fliege. Während des Zweiten Weltkriegs war er britischer Geheimagent.

Marcus Weible, geboren 1968 in München. Nach Abitur und Bundeswehr habe ich Geschichte und Rechtswissenschaften in Erlangen und Würzburg studiert. Ich war 15 Jahre als Rechtsanwalt und juristischer Repetitor bei Kern – Nordbayern tätig. In dieser Zeit bereitete ich bundesweit zahlreiche Studenten und Referendare auf das Erste und Zweite Juristische Staatsexamen vor. Mittlerweile lebe ich in Regensburg und gehe dort dem Anwaltsberuf mit Schwerpunkt im Verwaltungsrecht nach. Neben meinem Hobby Geschichte, sind und waren SF und Fantasy meine große Leidenschaft. Ich bin Mitglied des Münchner Fankreises „Die Phantasten“ und betätige mich auf mehreren Literaturseiten als Autor und Rezensent.”
14 Minuten
Es liest Uwe Kullnick.

In Anspielung an Goethes letzten Wunsch Mehr Licht verspricht dieser Gedichtband Meer Licht. Meer und Licht sind dabei nicht nur leitende Motive dieser Gedichte, sondern stehen stellvertretend für Natur und Geist und erklären sich wechselseitig. Dem Meer vergleichbare kraftvolle Bewegungen kennzeichnen die Verse; sinnliche Qualität von Klang, Rhythmus und Bildern verbindet sich mit lichtvoller Klarheit der Aussage. Immer wieder vermittelt der Zauber sprachlicher Schönheit zugleich die Erkenntnis der Hintergründigkeit des Seins.

Bodo Heimann studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte, Staatsexamen und Promotion zum Dr. phil. mit einer Dissertation über Gottfried Benn. Lehrtätigkeit an Gymnasien und Universitäten, Vorsitzender der Goethe-Gesellschaft Kiel. Literarische und literaturwissenschaftliche Veröffentlichungen, Gedichte, Kurzprosa, Essays, viele Beiträge in Literatur- und Fachzeitschriften, Handbüchern und Lexika. Auszeichnungen: Eichendorff-Literaturpreis, Fedor-Malchow-Lyrikpreis, Grand Prix Méditerranée, Litauen-Reisestipendium des VS und Auswärtigen Amtes.
18 Minuten
Es liest Uwe Kullnick

Gewidmet: Den Kindern dieser Erde

Der Augenblick, in dem ein Kind geboren wird, ist ein Wunder an Reinheit im Herzen. Unwissend über all das Geschehen auf dieser Erde, sind die empfundenen Gefühle dieses neuen Wesens Liebe und Zuneigung. Nichts Böses umgibt das Herz. Kein Neid, keine Gier, kein Hass, keine Lüge …

Ich wünsche allen Kindern unserer Erde, dass sie in Frieden aufwachsen können, und ein Leben erfüllt mit Liebe auf sie wartet”.

Überall im Handel:

ISBN: 978-3-96698-085-2
20 Minuten
Richard Wagners »Gesamtkunstwerk«, die monumentale, ergreifende und bodenlos tiefe Geschichte vom Ring des Nibelungen, wird von Ruprecht Frieling atemlos, destilliert und völlig neuartig übersetzt und erzählt – als spannendster Krimi der Opernwelt. Der Autor geht dabei wie der Schöpfer der Oper vor, er präsentiert die vier Teile des insgesamt rund dreizehnstündigen Bühnenfestspiels: »Das Rheingold«, »Die Walküre«, »Siegfried« und schließlich »Götterdämmerung«.Es heißt, Geld verderbe den Charakter. Die Meinungen darüber sind geteilt. Armut beispielsweise ist kein Garant für »Charakter«, und ein mittleres Vermögen trägt ebenso wenig zur Charakterstärke bei. Doch wer bereits einen schlechten Charakter hat, kann der im Goldrausch noch tiefer fallen? Durchaus, er kann! Der Wirbel um das sagenhafte Rheingold beweist, dass in der auf Gold basierenden Macht Verderben ruht. Der unwiderstehliche Zauber, den das edle Metall ausübt, ist der Fluch, an dem die Menschheit zugrunde geht. Dies ist die zentrale Botschaft des Dramas vom Ring des Nibelungen.Mit dem Raub des Rheingoldes wird ausnahmslos alles entfesselt, was die Welt bis zum heutigen Tag in Atem hält: unbändige Gier, grenzenlose Liebe, abgründiger Hass, zehrender Neid, drängender Kampf um persönliche Freiheit. Antipoden krachen aufeinander: Menschen, Götter, Zwerge, Riesen, sphärische Wesen und grollende Naturgewalten.

Ruprecht Frieling: “Ich bin Ruprecht Frieling alias »Prinz Rupi”, Journalist, Feuilletonist, Autor, Verleger, Tausendsassa. Vor gefühlten vierhundert Jahren habe ich mit meinem damaligen Verlag Frieling & Partner unter dem Slogan »Verlag sucht Autoren« das Self-Publishing im deutschsprachigen Raum begründet und trotz erheblicher Widerstände etablierter Auguren mehr als zehntausend Autoren zur Veröffentlichung verholfen.

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/wfrieling/

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14 Minuten
Geboren am 30. März 1924 in München, wuchs Walter Klingenbeck in einem katholischen Elternhaus auf und engagierte sich in der Jungschar seiner Pfarrei St. Ludwig in Schwabing, bis diese 1936 von den Nationalsozialisten aufgelöst und der Hitlerjugend einverleibt wurde. In dem jungen Klingenbeck wuchs früh eine grundlegende Ablehnung des Unrechtsregimes, das er in krassem Widerspruch zu seinem christlichen Glauben sah. Als er 1941 eine Lehre als Schaltmechaniker begann, traf Klingenbeck dort auf Gleichgesinnte, mit denen er – wie schon mit seinem Vater – von den Nationalsozialisten verbotene „Feindsender“ hörte, ein eigenes Widerstandsradio und Flugblätteraktionen plante sowie das Victory-Zeichen der Alliierten als Parole gegen die Nazis an öffentlichen Plätzen anbrachte. Die Gruppe wurde denunziert, Klingenbeck und seine Freunde Anfang 1942 verhaftet. Das Naziregime maß der katholischen Überzeugung der jungen Widerstandskämpfer große Bedeutung als Motivation bei, wie entsprechende Vermerke im Gerichtsurteil zeigen. In den Verhören und im Prozess nahm Klingenbeck die Verantwortung auf sich, so dass seine Freunde, ursprünglich zum Tod verurteilt, begnadigt wurden und Gefängnisstrafen abbüßten, während Klingenbeck im August 1943 in Stadelheim hingerichtet wurde.
8 Minuten
Stefan Zweig schlägt keine kleinen Wellen; nur gewaltige, wie der Meergott Poseidon. Doch halt, das ist das ganz falsche Bild! Denn Zweig ist ein leidenschaftlicher Feuerkünstler und Sanguiniker. Einer, der den menschlichen Triebkräften und Elementargewalten auf den Grund geht. Ein Ekstatiker der Gefühle, der im Rausch des Blutes und der Sinne schwelgt. Ein psychologisch überaus versierter Schriftsteller, der den Tumult der Leidenschaften mit schriftstellerischem Zauberstab dirigiert. Alles „glüht“, „rauscht“ und „brennt“ bei ihm – die Figuren sind ergriffen im emotionalen Tremolo: …

Eine Rezension von Matthias Hennig

Den Text der Rezension finden Sie hier.

Es sprach Marlisa Thumm
1 Stunde 30 Minuten
Als Kind will er Schiffskapitän werden. Als König fördert er die moderne Luftfahrt. In der Nähe von Neuschwanstein plant er einen Chinesischen Sommerpalast. Dass er lange überlegt, Bayern zu verkaufen und auszuwandern, geht aus Unterlagen hervor, die Klaus Reichold und Thomas Endl im Geheimen Hausarchiv der Wittelsbacher aufgestöbert haben. Zur Debatte standen u.a. Afghanistan, Ägypten – und Rügen.

Die Autoren portraitieren Ludwig II. als Kind des 19. Jahrhunderts, der eine rasante gesellschaftliche, technische und wirtschaftliche Entwicklung erlebt, aber lieber in die Gegenwelten des Historismus und des Orientalismus flüchtet.

Mit über 90 Abbildungen und vielen Verweisen zu digitalisierten Quellen und weiterführenden Informationen.

edition tingeltangel (www.edition-tingeltangel.de)

Zum 175. Geburtstag des Märchenkönigs in zweiter Auflage – ein Feuerwerk erstaunlicher und sinnlicher Details aus dem Leben Ludwigs II.

Als Kind will er Schiffskapitän werden. Als König fördert er die moderne Luftfahrt. In der Nähe von Neuschwanstein plant er einen Chinesischen Sommerpalast. Dass er lange überlegt, Bayern zu verkaufen und auszuwandern, geht aus Unterlagen hervor, die Klaus Reichold und Thomas Endl im Geheimen Hausarchiv der Wittelsbacher aufgestöbert haben. Zur Debatte standen u.a. Afghanistan, Ägypten – und Rügen. Die Autoren portraitieren Ludwig II. als Kind des 19. Jahrhunderts, der eine rasante gesellschaftliche, technische und wirtschaftliche Entwicklung erlebt, aber lieber in die Gegenwelten des Historismus und des Orientalismus flüchtet. Er träumt von absolutistischer Allmacht und erkennt seine eigene Ohnmacht. Er sieht sich als Fürst des Friedens und führt zwei blutige Kriege. Er verdammt die Moderne  und bedient sich der neuesten Technik. Er vergöttert tapfere Ritter und fürchtet den Gang zum Zahnarzt.  Ludwig II. ist Schöpfer königlicher Traumwelten – und zugleich ihr einziger Bewohner. Am Ende erklärt man ihn für verrückt. Dabei wird Ludwig II. schon zu Lebzeiten wie ein Popstar verehrt.  Mit seinem Tod wird er zum Mythos.

Mit über 90 Abbildungen und vielen Verweisen zu digitalisierten Quellen und weiterführenden Informationen.

Klaus Reichold, gebürtiger Münchner, ist Kulturhistoriker und Programmleiter der Akademie für Kulturgeschichte bavaricum@histonauten. Er hat Dokumentationen für das Bayerische Fernsehen gedreht, Hörfunk-Features geschrieben und bei Verlagen wie Hoffmann und Campe, Prestel und Pustet publiziert. Seine Publikation Keinen Kuß mehr! Reinheit! Königtum! gilt als Standardwerk. In Vorträgen und Exkursionen beschäftigt er sich immer wieder mit der  Geschichte der Wittelsbacher und  insbesondere mit König Ludwig II.

Thomas Endl, drehte gemeinsam mit Klaus Reichold für das Bayerische Fernsehen Dokumentationen, unter anderem ein Porträt über Ludwig I., den Großvater Ludwigs II. Er schrieb viele Kinderbücher, darunter die Neuschwanstein-Geschichte Niklas Märchenkönig. Und seine Mutter gehörte als Kind zu denjenigen, die bei Festveranstaltungen auf Herrenchiemsee die Kerzen im Spiegelsaal entzünden durften.

Die Moderation hat Uwe Kullnick