Literatur Radio Hörbahn Archiv
2489 Episoden
9 Minuten
gelesen von Anna Thalbach, Nellie Thalbach und Hannes Hellmann
Verborgen hinter Lügen, liegt eine Wahrheit, die nie ans Licht kommen sollte…
Lund, Schweden: eine ganz normale Familie. Adam ist Pfarrer, Ulrika Anwältin und Stella ihre rebellierende Tochter. Kurz nach ihrem 19. Geburtstag wird Stella als Mordverdächtige verhaftet. Ein Mann wurde erstochen aufgefunden. Doch woher hätte sie den undurchsichtigen und wesentlich älteren Geschäftsmann kennen sollen und vor allem, warum hätte sie ihn töten sollen? Adam und Ulrika müssen sich fragen, wie gut sie ihr eigenes Kind wirklich kennen – und wie weit sie gehen würden, um es zu schützen…
Einfühlsam, aufbrausend und beeindruckend gelesen von Anna und Nellie Thalbach sowie von Hannes Hellmann.
Random House Audio / Limes Verlag. Übersetzung von Annika Krummacher
Rezension, Lesung und Schnitt Katharina Glück
Verborgen hinter Lügen, liegt eine Wahrheit, die nie ans Licht kommen sollte…
Lund, Schweden: eine ganz normale Familie. Adam ist Pfarrer, Ulrika Anwältin und Stella ihre rebellierende Tochter. Kurz nach ihrem 19. Geburtstag wird Stella als Mordverdächtige verhaftet. Ein Mann wurde erstochen aufgefunden. Doch woher hätte sie den undurchsichtigen und wesentlich älteren Geschäftsmann kennen sollen und vor allem, warum hätte sie ihn töten sollen? Adam und Ulrika müssen sich fragen, wie gut sie ihr eigenes Kind wirklich kennen – und wie weit sie gehen würden, um es zu schützen…
Einfühlsam, aufbrausend und beeindruckend gelesen von Anna und Nellie Thalbach sowie von Hannes Hellmann.
Random House Audio / Limes Verlag. Übersetzung von Annika Krummacher
Rezension, Lesung und Schnitt Katharina Glück
6 Minuten
Mit Beiträgen von Manfred Ach, Wolfgang Bittner, Manfred Bosch, Michael Braun, Manfred Chobot, Daniel Dubbe, Heiner Egge, Peter Engel, Heiner Feldhoff, Ronald Glomb, Frank Göhre, Harald Gröhler, Friedemann Hahn, Manfred Hausin, Martin Jürgens, Benno Käsmayr, Michael Kellner, Barbara Maria Kloos, Fitzgerald Kusz, Helmut Loeven, Detlef Michelers, Alfred Miersch, Peter Salomon, Gerd Scherm, Christoph Schubert-Weller, Tiny Stricker, Ralf Thenior, Jürgen Theobaldy Die 68er-Studentenrevolte hat in die 70er Jahre hineingestrahlt, ist da erst richtig wirksam geworden, nicht zuletzt in der Literatur und im Literaturbetrieb. War das damals tatsächlich eine gravierende Umwälzung oder nur der übliche Aufstand der Jungen gegen die Alten beziehungsweise lediglich ein spontaner Aufbruch gegen den eingefahrenen „Betrieb“? Kann man sich, wie Enzensberger meinte, in Bezug auf die siebziger Jahre „kurz fassen“ und nicht wirklich verlangen, dass man ihrer „mit Nachsicht gedächte“? Wir stellen diese Fragen 40 Jahre nach den „Gegenbuchmessen“ und dem Kampf der „kleinen Bertelsmänner“ gegen das etablierte Verlagswesen noch einmal, wollen von den damaligen Protagonisten der „Gegenkultur“ wissen, wie sie jene Zeiten erlebt haben, welches für sie die bestimmenden Momente waren und was von all dem für sie bis heute nachwirkt. Inhaltlich sollte es in den erbetenen Beiträgen um das Subjektive gehen, die persönliche Perspektive, also keine Beiträge über Dritte, sondern eine Darstellung des eigenen Tuns (natürlich mit Bezug auf diese „Dritten“): Warum, mit wem, zu welchem „Endzweck“, was daraus geworden ist usw. Also quasi lauter Einzel-Autobiographien, die die Zeit von Ende der 1960er bis Ende 1970 schwerpunktmäßig umfassen sollten. Und natürlich wie es danach weiterging.
Klaus Hübner, Publizist, Literaturkritiker und Redakteur. Geboren 1953 in Landshut. Lebt in München.Studium der Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaft in Erlangen und München. 1980 Promotion zum Dr. phil., 1981–1983 DAAD-Lektor in Bilbao (Spanien). 1984–2016 Redakteur der monatlich erscheinenden Zeitschrift Fachdienst Germanistik. Lektorats- und PR-Tätigkeit beim iudicium verlag, Lehrbeauftragter für Neuere Deutsche Literatur und Deutsch als Fremdsprache an der Universität München, Dozent für Colleges und Sprachschulen, Schriftsteller-Seminare mit dem Goethe-Institut, Mitarbeit an Literaturlexika und literaturwissenschaftlichen Publikationen, Publizist und Literaturkritiker mit regelmäßiger Mitarbeit an zahlreichen Zeitungen, Zeitschriften und Online-Publikationen. Sekretariat des Adelbert-von-Chamisso-Preises der Robert Bosch Stiftung (2003–2017). Redaktionsmitglied der Zeitschrift Literatur in Bayern (seit 2012). Arbeitet seit 2017 am Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der Universität München in der Redaktion der Zeitschrift Spiegelungen; Koordinator des Spiegelungen-Preises 2017, Jurymitglied beim Spiegelungen-Preis 2020.
Klaus Hübner, Publizist, Literaturkritiker und Redakteur. Geboren 1953 in Landshut. Lebt in München.Studium der Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaft in Erlangen und München. 1980 Promotion zum Dr. phil., 1981–1983 DAAD-Lektor in Bilbao (Spanien). 1984–2016 Redakteur der monatlich erscheinenden Zeitschrift Fachdienst Germanistik. Lektorats- und PR-Tätigkeit beim iudicium verlag, Lehrbeauftragter für Neuere Deutsche Literatur und Deutsch als Fremdsprache an der Universität München, Dozent für Colleges und Sprachschulen, Schriftsteller-Seminare mit dem Goethe-Institut, Mitarbeit an Literaturlexika und literaturwissenschaftlichen Publikationen, Publizist und Literaturkritiker mit regelmäßiger Mitarbeit an zahlreichen Zeitungen, Zeitschriften und Online-Publikationen. Sekretariat des Adelbert-von-Chamisso-Preises der Robert Bosch Stiftung (2003–2017). Redaktionsmitglied der Zeitschrift Literatur in Bayern (seit 2012). Arbeitet seit 2017 am Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der Universität München in der Redaktion der Zeitschrift Spiegelungen; Koordinator des Spiegelungen-Preises 2017, Jurymitglied beim Spiegelungen-Preis 2020.
17 Minuten
Erich Mühsam, geboren 1878 als Sohn eines Apothekers in Berlin. Übersiedlung der Familie nach Lübeck, dort Apothekerlehre. 1898 erste literarische Veröffentlichung. Als kämpferischer Anarchist beteiligte er sich aktiv an der sozialen Bewegung. Wegen seiner Beteiligung an der bayerischen Räterepublik Verurteilung zu fünfzehn Jahren Festung und nach der Begnadigung 1924 Ausweisung aus Bayern. Mühsam wird nach dem Reichstagsbrand verhaftet und im Juli 1934 im KZ Oranienburg von der SS ermordet.
36 Minuten
In Der Sandler wird eine Geschichte erzählt, die eigentlich gar nicht erzählt werden darf. Denn sie handelt von der Scham des sozialen Abstiegs – und diese Scham macht die Betroffenen schweigen. Der Sandler ist deshalb eine fiktive Geschichte, die Obdachlose ins Zentrum stellt und trotz aller Fiktion ein realistisches und vielschichtiges Bild ihres Alltags auf den Münchner Straßen vermittelt. Einer von ihnen ist Karl Maurer. Er mäandert durch die Stadt, besucht Suppenküchen und Kleiderkammern und manchmal wird er von den Bildern seines früheren Lebens eingeholt – von seiner Frau und seiner kleinen Tochter, der Zeit als Mathematiklehrer und dem Kind, das ihm vors Auto lief. Gleichzeitig durchstreift auch sein Freund Lenz die Stadt auf der Suche nach ihm. Lenz, ein Zettelschreiber und Utopist, merkt, dass es mit ihm zu Ende geht. Er will Karl seine unfertigen Notizen vermachen und, was noch viel wichtiger ist, den Schlüssel zu seiner Wohnung, die er geerbt hatte, in der er sich aber geweigert hatte zu leben. Lenz’ Tod ist ein Wendepunkt. Die Wohnung könnte Karls Chance sein, die diffusen, stets auf die lange Bank geschobenen Pläne, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, in die Tat umzusetzen. Gleichzeitig merkt auch Kurt, ein Haftentlassener, der stets den Angriff für die beste Verteidigung hält, dass er sein Leben ändern muss. Auch er sucht eine Bleibe, die er mit niemandem mehr zu teilen braucht. Der Sprachlosigkeit der Obdachlosen setzt Markus Ostermair eine Sprache entgegen, die nahe an ihr Leben heranführt, ohne dabei zu werten, zu romantisieren oder voyeuristisch zu sein.
Markus Ostermair, geboren 1981, arbeitet seit seinem Studium der Literaturwissenschaft als Übersetzer, Texter und Lehrer für Englisch sowie Deutsch als Fremdsprache. Seine Auseinandersetzung mit dem Thema Obdachlosigkeit begann in der Bahnhofsmission München als Zivildienstleistender. Er nahm an der Bayerischen Akademie des Schreibens teil und erhielt für Der Sandler diverse Stipendien und Förderpreise, darunter das Literaturstipendium der Stadt München und ein Residenzstipendium auf Schloss Wiepersdorf. Der Sandler ist sein literarisches Debüt. Der Autor steht für Lesungen zur Verfügung.
Markus Ostermair, geboren 1981, arbeitet seit seinem Studium der Literaturwissenschaft als Übersetzer, Texter und Lehrer für Englisch sowie Deutsch als Fremdsprache. Seine Auseinandersetzung mit dem Thema Obdachlosigkeit begann in der Bahnhofsmission München als Zivildienstleistender. Er nahm an der Bayerischen Akademie des Schreibens teil und erhielt für Der Sandler diverse Stipendien und Förderpreise, darunter das Literaturstipendium der Stadt München und ein Residenzstipendium auf Schloss Wiepersdorf. Der Sandler ist sein literarisches Debüt. Der Autor steht für Lesungen zur Verfügung.
45 Minuten
Der Vatikan gilt als eine der letzten Männerdomänen. Dennoch befinden sich unter den Begräbnisstätten in der Basilika von St. Peter in Rom vier Gräber von Frauen. Welche historischen Umstände führten dazu, dass Mathilde von Canossa, Charlotte Lusignan-Savoyen, Christine von Schweden und Maria Clementina Stuart dort begraben und in Stein verewigt wurden? Diesen Fragen geht Martha Schad, eine der profiliertesten Sachbuchautorinnen Deutschlands, nach. In ihrem Buch zeigt sie Jahrhunderte der Religionsgeschichte aus einem ganz neuen Blickwinkel.
Dr. Martha Schad, geboren 1939 in München, studierte Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Augsburg, wo sie auch promovierte. Sie schrieb zahlreiche Bücher über Frauen in der Geschichte und Zeitgeschichte, unter anderem „Bayerns Königinnen“, „Kaiserin Elisabeth und ihre Töchter“, „Cosima Wagner und Ludwig II. König von Bayern: Briefe“ und „Frauen gegen Hitler“. Sie lebt als freiberufliche Historikerin und Autorin in Augsburg. Zuletzt veröffentlichte sie „Gottes mächtige Dienerin. Schwester Pascalina und Papst Pius XII.“.
Dr. Martha Schad, geboren 1939 in München, studierte Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Augsburg, wo sie auch promovierte. Sie schrieb zahlreiche Bücher über Frauen in der Geschichte und Zeitgeschichte, unter anderem „Bayerns Königinnen“, „Kaiserin Elisabeth und ihre Töchter“, „Cosima Wagner und Ludwig II. König von Bayern: Briefe“ und „Frauen gegen Hitler“. Sie lebt als freiberufliche Historikerin und Autorin in Augsburg. Zuletzt veröffentlichte sie „Gottes mächtige Dienerin. Schwester Pascalina und Papst Pius XII.“.
2 Stunden 10 Minuten
Yirgalem Fisseha Mebrahtu (Eritrea), Jiyar Jahan Fard (Iran) und Aleksei Bobrovnikov (Ukraine) lesen aus ihren Werken
Seit mehr als 20 Jahren setzt sich das deutsche PEN-Zentrum mit seinen beiden Programmen „Writers-in-Prison“ und „Writers-in-Exile“ dafür ein, in ihren Heimatländern verfolgten Autor*innen zu helfen und sie mittels dreijähriger Stipendien zu unterstützen.
Die derzeit in München lebenden Stipendiat*innen lesen Texte, die ihr „neues Leben“ reflektieren.
Einführung, Moderation und Lesung der Übersetzung: Vera Botterbusch (Präsidium des deutschen PEN-Zentrums)
Vera Botterbusch, geboren am 10. Februar 1942 in Dortmund. April 1942 Umzug nach Bielitz/Bielsko (Oberschlesien), Januar 1945 Flucht. Studium der Romanistik, Germanistik und Kunst in Bonn, Münster und Grenoble. 1. + 2. Staatsexamen. Regiestudium bei August Everding in München. Studententheater in Bonn, Grenoble und Münster mit Jean Genet (“Die Zofen”), Eugène Ionesco (“La Leçon” – Die Nachhilfestunde), Georg Büchner (“Leonce und Lena”), Jean Paul Sartre “Huit Clos”.
Diverse publizistische Tätigkeiten:
Kunst, Literatur, Theater u.a. für epd, Radio Bremen, Deutsche Volkszeitung, Kürbiskern, taz ….
Ab 1971 regelmäßige Mitarbeit bei der Süddeutschen Zeitung und ständige Mitarbeit als Autorin, Regisseurin und Filmemacherin beim Bayerischen Rundfunk/ Fernsehen. Fotografien für Süddeutsche Zeitung Photo. Ab 1979 regelmäßige längere Arbeitsaufenthalte in Griechenland. Ab 2010 Foto-Ausstellungen u.a. in Jena, München, Passau, Paris, Regensburg, Straubing, Waldkirchen, Weilheim 2016 Künstlerresidenz in Paris. Reisen in fast alle europäischen Länder, in die Türkei/ Irak/ Iran, Russland, La Réunion, Frz. Polynesien (Tahiti, Tuamotu-Archipel, Marquesas, Mangareva), Pitcairn), Osterinsel, Santiago de Chile, Nigeria.
Lebt seit 1968 in München und seit 1992 auch im bayerischen Böhmerwald, in der “Neuen Welt”. Mitglied im Bundesverband bildender Künstler (BBK), im Verband deutscher SchriftstellerInnen (VS), ver.di-Medien und im PEN.
Seit mehr als 20 Jahren setzt sich das deutsche PEN-Zentrum mit seinen beiden Programmen „Writers-in-Prison“ und „Writers-in-Exile“ dafür ein, in ihren Heimatländern verfolgten Autor*innen zu helfen und sie mittels dreijähriger Stipendien zu unterstützen.
Die derzeit in München lebenden Stipendiat*innen lesen Texte, die ihr „neues Leben“ reflektieren.
Einführung, Moderation und Lesung der Übersetzung: Vera Botterbusch (Präsidium des deutschen PEN-Zentrums)
Vera Botterbusch, geboren am 10. Februar 1942 in Dortmund. April 1942 Umzug nach Bielitz/Bielsko (Oberschlesien), Januar 1945 Flucht. Studium der Romanistik, Germanistik und Kunst in Bonn, Münster und Grenoble. 1. + 2. Staatsexamen. Regiestudium bei August Everding in München. Studententheater in Bonn, Grenoble und Münster mit Jean Genet (“Die Zofen”), Eugène Ionesco (“La Leçon” – Die Nachhilfestunde), Georg Büchner (“Leonce und Lena”), Jean Paul Sartre “Huit Clos”.
Diverse publizistische Tätigkeiten:
Kunst, Literatur, Theater u.a. für epd, Radio Bremen, Deutsche Volkszeitung, Kürbiskern, taz ….
Ab 1971 regelmäßige Mitarbeit bei der Süddeutschen Zeitung und ständige Mitarbeit als Autorin, Regisseurin und Filmemacherin beim Bayerischen Rundfunk/ Fernsehen. Fotografien für Süddeutsche Zeitung Photo. Ab 1979 regelmäßige längere Arbeitsaufenthalte in Griechenland. Ab 2010 Foto-Ausstellungen u.a. in Jena, München, Passau, Paris, Regensburg, Straubing, Waldkirchen, Weilheim 2016 Künstlerresidenz in Paris. Reisen in fast alle europäischen Länder, in die Türkei/ Irak/ Iran, Russland, La Réunion, Frz. Polynesien (Tahiti, Tuamotu-Archipel, Marquesas, Mangareva), Pitcairn), Osterinsel, Santiago de Chile, Nigeria.
Lebt seit 1968 in München und seit 1992 auch im bayerischen Böhmerwald, in der “Neuen Welt”. Mitglied im Bundesverband bildender Künstler (BBK), im Verband deutscher SchriftstellerInnen (VS), ver.di-Medien und im PEN.
25 Minuten
Arndt Stroscher im Gespräch mit Daniel Mellem, Autor von „Die Erfindung des Countdowns”, Physiker und Schriftsteller, über sein Debüt zum Raketenforscher Hermann Oberth.
Ein Gespräch über: Ethik und Wissenschaft, schreibende Physiker, fantastische Visionäre, Jules Verne, die Ausweglosigkeit der Herkunft und jenen Countdown, der unsere Welt veränderte.
Daniel Mellem, geboren 1987, lebt in Hamburg. Sein Studium der Physik schloss er mit einer Promotion ab, bevor er sich am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig der Arbeit an seinem ersten Roman widmete. Für »Die Erfindung des Countdowns« wurde er bereits mit dem Retzhof-Preis für junge Literatur und dem Hamburger Literaturförderpreis ausgezeichnet.
Ein Gespräch über: Ethik und Wissenschaft, schreibende Physiker, fantastische Visionäre, Jules Verne, die Ausweglosigkeit der Herkunft und jenen Countdown, der unsere Welt veränderte.
Daniel Mellem, geboren 1987, lebt in Hamburg. Sein Studium der Physik schloss er mit einer Promotion ab, bevor er sich am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig der Arbeit an seinem ersten Roman widmete. Für »Die Erfindung des Countdowns« wurde er bereits mit dem Retzhof-Preis für junge Literatur und dem Hamburger Literaturförderpreis ausgezeichnet.
19 Minuten
Erich Mühsam, geboren 1878 als Sohn eines Apothekers in Berlin. Übersiedlung der Familie nach Lübeck, dort Apothekerlehre. 1898 erste literarische Veröffentlichung. Als kämpferischer Anarchist beteiligte er sich aktiv an der sozialen Bewegung. Wegen seiner Beteiligung an der bayerischen Räterepublik Verurteilung zu fünfzehn Jahren Festung und nach der Begnadigung 1924 Ausweisung aus Bayern. Mühsam wird nach dem Reichstagsbrand verhaftet und im Juli 1934 im KZ Oranienburg von der SS ermordet.
25 Minuten
Arndt Stroscher im Gespräch mit Iris Wolff, der Autorin von „Die Unschärfe der Welt”. Nominiert für den Bayerischen Buchpreis, den „Wilhelm-Raabe-Preis“ und auf der Shortlist „Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhändler*innen“.
Ein Gespräch über literarische Zauberer, heimatlose Suppen, Siebenbürgen, ein satirisches Staatsbegräbnis, Heimat und Sehnsucht und natürlich die Nominierung zum Bayerischen Buchpreis. Ganz nebenbei erfahren Sie, welchen eigentlichen Titel der Roman lange Zeit trug.
Iris Wolff, geboren 1977 in Hermannstadt/Siebenbürgen. Studium der Germanistik, Religionswissenschaft und Grafik & Malerei in Marburg an der Lahn. Langjährige Mitarbeiterin des Deutschen Literaturarchivs Marbach; 2013 Literatur-Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg.
Ein Gespräch über literarische Zauberer, heimatlose Suppen, Siebenbürgen, ein satirisches Staatsbegräbnis, Heimat und Sehnsucht und natürlich die Nominierung zum Bayerischen Buchpreis. Ganz nebenbei erfahren Sie, welchen eigentlichen Titel der Roman lange Zeit trug.
Iris Wolff, geboren 1977 in Hermannstadt/Siebenbürgen. Studium der Germanistik, Religionswissenschaft und Grafik & Malerei in Marburg an der Lahn. Langjährige Mitarbeiterin des Deutschen Literaturarchivs Marbach; 2013 Literatur-Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg.
42 Minuten
Dies sind alle in dieser Sendung gesprochenen Gedichte:
Als sich das Apfelmus verliebt hat,
Reihenfolge der gelesenen Gedichte,
Uwe-Michael Gutzschhahn: Als sich das Apfelmus verliebt hat, Manfred Schlüter: Der seltsame Brief, Anna Brandes: Pumaspatzen und Frauenglatzen, Ralf Thenior: Schlechte Woche, Nils Mohl: die affen und der kokosnuss-muffin, Elisabeth Steinkellner: Schön wär’s, Laura Depperschmidt: Die Reise der Maus, Franz Hohler: Es war einmal ein Dachs, Yaak Karsunke: Der Hund, Jürgen Brater: Trinken, Heike Nieder: Das reinliche Zebra, Grundschule an der Graslitzer Straße, Waldkraiburg: Ein rotes Erlebnis, Renate Buddensiek: Ausflug der Wale, Michael Augustin: Das Aquarium bleibt heute geschlossen, Oana und Niclas Schüller: Hasemiezeschwein, Antea Krajina: Die Laus im Haus, Jürgen Brater: Reimt sich, Gerhard Rühm: mundgerecht. ein hundgedicht, Paul Maar: Wenn – dann, Susan Kreller: Es reimt sich nichts auf Maus, Uwe-Michael Gutzschhahn: Das verrückte Orchester, Arne Rautenberg: wer kaut am coolsten kaugummi?, Erwin Grosche: Die Schwüle, Gerald Jatzek: Zauberspruch bei Gewitter Arne Rautenberg: muhfrieden, Nils Mohl: wenn zirpen grillen, Uwe-Michael Gutzschhahn: Krähen, Gerald Jatzek: gurgl murgl rogl Jan Koneffke: Schimpfkanonade
Als sich das Apfelmus verliebt hat,
Reihenfolge der gelesenen Gedichte,
Uwe-Michael Gutzschhahn: Als sich das Apfelmus verliebt hat, Manfred Schlüter: Der seltsame Brief, Anna Brandes: Pumaspatzen und Frauenglatzen, Ralf Thenior: Schlechte Woche, Nils Mohl: die affen und der kokosnuss-muffin, Elisabeth Steinkellner: Schön wär’s, Laura Depperschmidt: Die Reise der Maus, Franz Hohler: Es war einmal ein Dachs, Yaak Karsunke: Der Hund, Jürgen Brater: Trinken, Heike Nieder: Das reinliche Zebra, Grundschule an der Graslitzer Straße, Waldkraiburg: Ein rotes Erlebnis, Renate Buddensiek: Ausflug der Wale, Michael Augustin: Das Aquarium bleibt heute geschlossen, Oana und Niclas Schüller: Hasemiezeschwein, Antea Krajina: Die Laus im Haus, Jürgen Brater: Reimt sich, Gerhard Rühm: mundgerecht. ein hundgedicht, Paul Maar: Wenn – dann, Susan Kreller: Es reimt sich nichts auf Maus, Uwe-Michael Gutzschhahn: Das verrückte Orchester, Arne Rautenberg: wer kaut am coolsten kaugummi?, Erwin Grosche: Die Schwüle, Gerald Jatzek: Zauberspruch bei Gewitter Arne Rautenberg: muhfrieden, Nils Mohl: wenn zirpen grillen, Uwe-Michael Gutzschhahn: Krähen, Gerald Jatzek: gurgl murgl rogl Jan Koneffke: Schimpfkanonade
10 Minuten
Reichen einem versierten Schriftsteller 64 Seiten aus, um den biografischen Abriss einer historischen Persönlichkeit zu skizzieren? Reicht ein solcher literarischer One-Night-Stand (ein Buch für eine einzige Nacht) aus, um seine Leser zu fesseln und sie in seinen Bann zu ziehen? Kann man in diesem Format eine nachhaltige Erzählung im historischen Kontext entwickeln? Man sollte eigentlich daran zweifeln. Wie könnte man in die Tiefe eines Charakters vorstoßen, wie die Hintergründe seines Wirkens erklären und welche Fragen ließe man am Ende offen? Ja, man könnte durchaus zweifeln, dass dies gelingen kann. Ich jedoch rief mir seine anderen Werke in Erinnerung und wusste sofort: Ja, er schafft das! Wenn es einer schafft, dann er: Éric Vuillard …
Sprecher Arndt Stroscher
Éric Vuillard, 1968 in Lyon geboren. Schriftsteller und Regisseur. Mehrfach für seine Romane ausgezeichnet. Den schriftstellerischen Höhepunkt erreichte er mit dem „Prix Goncourt„, den er 2017 für seinen Roman „Die Tagesordnung“ erhielt. Er erhebt die Stimme für die Unterdrückten, die Benachteiligten und steht in der ersten Reihe, wenn sie die Barrikaden stürmen, um zu ihrem Recht zu kommen. Seine Streitschriften sind von besonderer Relevanz für die heutige Zeit. Er ist ein Literatur-Revolutionär, wenn es darum geht, die Französische Revolution von 1789 mit der Gelbwesten-Bewegung des Jahres 2019 in eine Waagschale zu legen. Seine Worte brennen so lichterloh, wie die angezündeten Autoreifen auf den Prachtstraßen von Paris. Sein Roman „14. Juli“ lässt nicht nur Köpfe rollen. Vuillard ist der Scharfrichter, der den Armen die Hand reicht.
Sprecher Arndt Stroscher
Éric Vuillard, 1968 in Lyon geboren. Schriftsteller und Regisseur. Mehrfach für seine Romane ausgezeichnet. Den schriftstellerischen Höhepunkt erreichte er mit dem „Prix Goncourt„, den er 2017 für seinen Roman „Die Tagesordnung“ erhielt. Er erhebt die Stimme für die Unterdrückten, die Benachteiligten und steht in der ersten Reihe, wenn sie die Barrikaden stürmen, um zu ihrem Recht zu kommen. Seine Streitschriften sind von besonderer Relevanz für die heutige Zeit. Er ist ein Literatur-Revolutionär, wenn es darum geht, die Französische Revolution von 1789 mit der Gelbwesten-Bewegung des Jahres 2019 in eine Waagschale zu legen. Seine Worte brennen so lichterloh, wie die angezündeten Autoreifen auf den Prachtstraßen von Paris. Sein Roman „14. Juli“ lässt nicht nur Köpfe rollen. Vuillard ist der Scharfrichter, der den Armen die Hand reicht.
16 Minuten
Schon immer hat sich der Mensch nach der Überschreitung einer ›natürlichen‹ Sexualität gesehnt. Neu ist, dass mit der Schaffung virtueller Welten und der Fertigung von lebensechten Sexpuppen und humanoiden Robotern nun die Möglichkeit besteht, dieses Begehren auch real auszuleben. Bevor aber entschieden werden kann, ob das die bisherige Begehrensordnung revolutioniert oder bestehende Geschlechterverhältnisse zementiert, muss die grundsätzliche Frage gestellt werden, was es heißt, eine Maschine zu begehren. Anhand zahlreicher Beispiele aus Film, Fernsehen, Kunst und Literatur, zeigt Sex Machina, wie unterschiedlich Begehren und Beziehungen zwischen Menschen und Maschinen imaginiert und organisiert werden können. Gleichzeitig ist es ein Plädoyer für einen entspannten Umgang mit Technik, der diese nicht als funktionale Vervollkommnung, sondern als Eigenart von Sexualität und Begehren einordnet.
Sophie Wennerscheids Band beleuchtet die Effekte, die moderne Technologien im Bereich von Begehren, Intimität und Fortpflanzung bewirken. Der Titel setzt Gentechnik, Digitalisierung, virtuelle Realität, Künstliche Intelligenz und andere Verfahren suggestiv mit jenem Deus ex machina in Verbindung, der auf der griechischen Bühne vermittels einer Theatermaschine zum Erscheinen gebracht wurde, um dem Geschehen eine ebenso abrupte wie grundsätzliche Wendung zu geben. Die Szenerie modernen Begehrens verändert sich Wennerscheid zufolge durch „Techniken, die den Körper auf eine neue Weise mit anderen Körpern oder Dingen verbinden.“ Die Regelungen zu physischer Distanz infolge der SARS-CoV-2-Pandemie haben deutlich gemacht, dass bereits die Frage, ob persönliche oder lediglich digital vermittelte private und berufliche Kommunikation möglich ist, gewohnte Auffassungen von Kontakt und Nähe auf eine harte Probe stellen; umso triftiger ist die Annahme, dass technische Veränderungen etwa der Fortpflanzung in Selbstbilder und Beziehungsstrukturen eingreifen. In die pandemisch angeregte Digitalisierungseuphorie lohnt sich Wennerscheids Frage einzuwenden: „Aber sind Gefühle Informationen?“ …
Eine Rezension von Juliane Prade-Weiss
Sophie Wennerscheids Band beleuchtet die Effekte, die moderne Technologien im Bereich von Begehren, Intimität und Fortpflanzung bewirken. Der Titel setzt Gentechnik, Digitalisierung, virtuelle Realität, Künstliche Intelligenz und andere Verfahren suggestiv mit jenem Deus ex machina in Verbindung, der auf der griechischen Bühne vermittels einer Theatermaschine zum Erscheinen gebracht wurde, um dem Geschehen eine ebenso abrupte wie grundsätzliche Wendung zu geben. Die Szenerie modernen Begehrens verändert sich Wennerscheid zufolge durch „Techniken, die den Körper auf eine neue Weise mit anderen Körpern oder Dingen verbinden.“ Die Regelungen zu physischer Distanz infolge der SARS-CoV-2-Pandemie haben deutlich gemacht, dass bereits die Frage, ob persönliche oder lediglich digital vermittelte private und berufliche Kommunikation möglich ist, gewohnte Auffassungen von Kontakt und Nähe auf eine harte Probe stellen; umso triftiger ist die Annahme, dass technische Veränderungen etwa der Fortpflanzung in Selbstbilder und Beziehungsstrukturen eingreifen. In die pandemisch angeregte Digitalisierungseuphorie lohnt sich Wennerscheids Frage einzuwenden: „Aber sind Gefühle Informationen?“ …
Eine Rezension von Juliane Prade-Weiss
19 Minuten
Erich Mühsam, geboren 1878 als Sohn eines Apothekers in Berlin. Übersiedlung der Familie nach Lübeck, dort Apothekerlehre. 1898 erste literarische Veröffentlichung. Als kämpferischer Anarchist beteiligte er sich aktiv an der sozialen Bewegung. Wegen seiner Beteiligung an der bayerischen Räterepublik Verurteilung zu fünfzehn Jahren Festung und nach der Begnadigung 1924 Ausweisung aus Bayern. Mühsam wird nach dem Reichstagsbrand verhaftet und im Juli 1934 im KZ Oranienburg von der SS ermordet.
2 Stunden 2 Minuten
Max Weber, der weltweit bekannte Soziologe, war die letzten zwölf Monate seines Lebens Bürger der bayerischen Landeshauptstadt. Es war eine äußerst intensive Zeit und seine Beziehung zu München eine besondere: Bis zu seinem Tod am 14. Juni 1920 lehrte er an der Ludwig-Maximilians-Universität.
Unmittelbar erlebte der überzeugte, deshalb heftig umstrittene Demokrat die Nachwehen der Münchner Räterepublik, etwa als Zeuge im Hochverratsprozess gegen Ernst Toller.
Legendär sind zwei seiner Münchner Vorträge: In „Wissenschaft als Beruf“ skizzierte der charismatische Redner 1917 die begrenzten Erkenntnischancen kritischer Forschung und in „Politik als Beruf“ 1919 ein Ethos verantwortlicher politischer Machtausübung. Immer wieder lockten ihn Kunst und Kultur nach München. Im Salon Bernstein begegnete er Thomas Mann und in den Zirkeln der Schwabinger Bohème Franziska zu Reventlow. Gemeinsam mit seiner Frau Marianne wohnte er im Schwabinger Haus der Schriftstellerin Helene Böhlau.
Der Münchner Weber war ein äußerst widersprüchlicher, zwischen protestantischer Pflicht und erotischer Begeisterung für zwei jüngere Frauen zerrissener Mensch, dessen Diagnosen der modernen bürgerlichen Gesellschaft und des okzidentalen Kapitalismus bis heute kontrovers diskutiert werden.
Unmittelbar erlebte der überzeugte, deshalb heftig umstrittene Demokrat die Nachwehen der Münchner Räterepublik, etwa als Zeuge im Hochverratsprozess gegen Ernst Toller.
Legendär sind zwei seiner Münchner Vorträge: In „Wissenschaft als Beruf“ skizzierte der charismatische Redner 1917 die begrenzten Erkenntnischancen kritischer Forschung und in „Politik als Beruf“ 1919 ein Ethos verantwortlicher politischer Machtausübung. Immer wieder lockten ihn Kunst und Kultur nach München. Im Salon Bernstein begegnete er Thomas Mann und in den Zirkeln der Schwabinger Bohème Franziska zu Reventlow. Gemeinsam mit seiner Frau Marianne wohnte er im Schwabinger Haus der Schriftstellerin Helene Böhlau.
Der Münchner Weber war ein äußerst widersprüchlicher, zwischen protestantischer Pflicht und erotischer Begeisterung für zwei jüngere Frauen zerrissener Mensch, dessen Diagnosen der modernen bürgerlichen Gesellschaft und des okzidentalen Kapitalismus bis heute kontrovers diskutiert werden.
8 Minuten
Vor allem mit seinen Ostsee- und Thüringer Tagebüchern war und ist Hanns Cibulka (1920–2004) in den nicht mehr ganz neuen Bundesländern ziemlich populär. Im Westen aber ist der im mährisch-schlesischen Jägerndorf (Krnov) geborene und aufgewachsene Autor, der auch ein außerordentlicher Lyriker war, quasi unbekannt geblieben. …
Hanns Cibulka, geboren 1920 in Jägerndorf, Tschechoslowakei (heute: Krnov, Tschechien), war ein deutschsprachiger Schriftsteller.
Als Wehrmachtssoldat war er in Polen, der Ukraine und auf Sizilien stationiert, wo er in britische Kriegsgefangenschaft geriet. Nach dem Krieg wurde er Bibliothekar in Jena und Ost-Berlin, 1953 übernahm er die Leitung der Gothaer Heinrich-Heine-Bibliothek, die er bis zu seiner Pensionierung 1985 innehatte. Er starb 2004 in Gotha.
Cibulka zählt zu den unabhängigen, kritischen Geistern unter den DDR-Autoren, die von dauerhaftem gesamtdeutschen Interesse bleiben. Sein literarisches Werk umfasst Gedichte ebenso wie eine Tagebuchprosa. …
Eine Rezension von Klaus Hübner
Den Text der Rezension finden Sie hier.
Hanns Cibulka, geboren 1920 in Jägerndorf, Tschechoslowakei (heute: Krnov, Tschechien), war ein deutschsprachiger Schriftsteller.
Als Wehrmachtssoldat war er in Polen, der Ukraine und auf Sizilien stationiert, wo er in britische Kriegsgefangenschaft geriet. Nach dem Krieg wurde er Bibliothekar in Jena und Ost-Berlin, 1953 übernahm er die Leitung der Gothaer Heinrich-Heine-Bibliothek, die er bis zu seiner Pensionierung 1985 innehatte. Er starb 2004 in Gotha.
Cibulka zählt zu den unabhängigen, kritischen Geistern unter den DDR-Autoren, die von dauerhaftem gesamtdeutschen Interesse bleiben. Sein literarisches Werk umfasst Gedichte ebenso wie eine Tagebuchprosa. …
Eine Rezension von Klaus Hübner
Den Text der Rezension finden Sie hier.